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29. Januar 2009

Möbius

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 1

2. Zielsetzung Möbius` 2

3. Das Scheitern Möbius` an seinen persönlichen Fehlern 3
3.1 Mangel an Vertrauen in die Gesellschaft 3
3.2 Rücksichtslosigkeit gegenüber seinem familiären Umfeld 4
3.3 Missachten des ethischen Grundsatzes: Recht auf Leben 4

4. Möbius` Problem mit der gesellschaftlichen Realität 5
4.1 Ablehnen von Ruhm und Ansehen 5
4.2 Auseinandersetzung mit der politischen Einflussnahme
der Regierung auf die Wissenschaft 6
4.3 Scheitern an der Dominanz von Geld und Macht 7

5. Die Funktion des Zufalls 8

6. Konsequenzen und Schlussfolgerungen Dürrenmatts 8

7. Schlussbemerkung 10
8. Literaturverzeichnis 11
9. Erklärung 12

1. Einleitung

Das Leben verlangt von jedem Einzelnen Verantwortung zu zeigen und darüber hinaus auch verantwortlich zu handeln. In welchem Ausmaß, das hat jeder für sich, in jeder Lebenssituation selbst zu entscheiden.

Dürrenmatt schrieb 1961 eine Komödie, „Die Physiker“, die genau dieses Thema behandelt: – die Verantwortung gegenüber sich selbst und der Gesellschaft -. Er erschuf einen Wissenschaftler, der mit dem Versuch verantwortlich zu handeln viele Hürden auf sich nimmt und – wie in dieser Arbeit gezeigt wird – letztendlich scheitert.
Dieses Werk wird heute noch sehr gerne aufgeführt, weil es seine Aktualität nicht verloren hat. In diesem Stück geht es um die Gefährdung der Menschheit durch die Forschungsergebnisse der Naturwissenschaften, die sowohl damals, nach dem 2. Weltkrieg, wie auch heute seinen Bezug nicht verloren hat. Heute, zum Beispiel im Bereich der Genforschung, stellt sich die Frage der Verantwortung jeden Tag. Deshalb ist der Hintergrund dieses Stückes für mich von großem Wert.

Möbius, ein begnadeter Wissenschaftler, lebt seit 15 Jahren in einem Irrenhaus und hat nur das eine im Sinn: Seine Erfindung der „Weltformel“ vor der Öffentlichkeit zu verheimlichen. Wie er dabei vorgeht und an welchen Fehlern und Problemen er schließlich scheitert zeigt diese Arbeit.
So lautet die Arbeitshypothese dieser Seminararbeit: Möbius scheitert mit seinem Versuch als Wissenschaftler verantwortlich zu handeln sowohl an seinen persönlichen Fehlern als auch an der gesellschaftlichen Realität.
Als erstes werden die Ziele von Möbius dargelegt. Der zweite Teil beschäftigt sich mit seinen persönlichen Fehlern, der Dritte führt die Probleme auf, die Möbius mit der gesellschaftlichen Realität hat.
Der Zufall ist in diesem Stück ein erheblicher Gedanke der aufgegriffen wird. Letzten Endes werden die Konsequenzen und Schlussbemerkungen von Dürrenmatt ausgewertet und auf das Stück bezogen.

2. Zielsetzung Möbius`

Als erstes gilt zu untersuchen, die Ziele von Möbius aufzuzeigen, um das Scheitern des verantwortungsbewussten Wissenschaftlers sowohl an persönlichen Fehlern als auch im Besonderen an der gesellschaftlichen Realität zu begründen und Argumente darzulegen weshalb er -ungewöhnlich für einen Wissenschaftler- mit seinen Erforschungen nicht an die Öffentlichkeit geht.
Möbius hat eine Entdeckung gemacht die seines Erachtens für die Menschheit nur Schreckliches hervor ruft und will diese „Weltformel“1 der Öffentlichkeit vorenthalten. „Neue unvorstellbare Energien würden freigesetzt und eine Technik ermöglicht, die jeder Phantasie spottet, falls meine Untersuchung in die Hände der Menschen fiele.“2 Er erkennt die Gefahr, die ein Wissenschaftler hervorruft, wenn er eine solche Formel preisgibt.
„Möbius weiß, dass die Folgen seines Denkens für die Menschheit verheerend sein könnten. (..) Er ist nicht bereit, seine Forschung in den Dienst der Menschheitsvernichtung zu stellen.“3 Nach seinem Ertrachten handelt er verantwortungsbewusst.
„Möbius ist von Anfang an Moralist und sich seiner Verantwortung für die Menschheit bewusst.“4 Aufgrund dieser moralischen Verpflichtung der Menschheit gegenüber wählt Möbius die Narrenkappe und lässt sich in ein Irrenhaus sperren.5
Er hat Angst vor der gesellschaftlichen Realität „Da ziehe ich mein Irrenhaus vor. Es gibt mir wenigstens die Sicherheit, von Politikern nicht ausgenützt zu werden.“6 und handelt seines Erachtens vernünftig, indem er sein Wissen zurücknimmt, da es keine andere Lösung gibt.7
Dies ist aber nicht genug für Möbius, trotz alle dem studiert er an seiner Weltformel im Irrenhaus weiter, verbrennt schließlich jedoch die Manuskripte um sicher zu gehen, dass sie in keine falschen Hände geraten.8

3. Das Scheitern Möbius` an seinen persönlichen Fehlern

Möbius teilt das Streben der Wissenschaftler, Formeln bis zum Ende auszuarbeiten. In seinem Fall erweist sich dies aber als persönlichen Fehler, da er schon früh erkannte, dass die Formel nur Unheil bringen würde. Eine konsequente Vernichtung seiner Aufzeichnung schiebt er auf, denn: „Es war meine Pflicht, die Auswirkungen zu studieren, die meine Feldtheorie und meine Gravitationslehre haben würden.“9
Lieber geht er ins Irrenhaus und arbeitet an der Weltformel weiter, ohne zu wissen, dass er dabei beobachtet wird und seine Manuskripte über Jahre hinweg von der Leiterin des Irrenhauses kopiert werden.
Er setzt also sein persönliches Streben nach der Kenntnis der Weltformel über das Allgemeinwohl.

3.1 Mangel an Vertrauen in die Gesellschaft

Ein weiterer persönlicher Fehler von Möbius ist sein Mangel an Vertrauen in die Gesellschaft.
Er will der Gesellschaft nicht ohne Weiteres eine Formel präsentieren, die den Niedergang der Menschheit zur Folge haben könnte: „Was die Welt mit den Waffen anrichtet, die sie schon besitzt, wissen wir, was sie mit jenen anrichten würde, die ich ermögliche, können wir uns denken.“10
Er weiß genau, dass die Gesellschaft seine Formel ausnutzen könnte und an weitere Folgen keinen Gedanken verschwendet: „(…) der Umsturz unserer Wissenschaft und das Zusammenbrechen des wirtschaftlichen Gefüges wären die Folgen gewesen.“11
Aus Sorge um die Zukunft der Welt verbirgt er sein Wissen, da nur er die Ausmaße seiner Weltformel kennt: „Aber die Menschheit ist noch nicht soweit. (…) Unsere Wissenschaft ist schrecklich geworden, unsere Forschung gefährlich, unsere Erkenntnis tödlich.“12
Aus Mangel an Vertrauen in die Gesellschaft also verheimlicht er seine Forschungen, dies aber führt eben zum Missbrauch durch die Ärztin Frau Dr. Zahnd.

3.2 Rücksichtslosigkeit gegenüber seinem familiären Umfeld

„Ich (…) überließ meine Familie ihrem Schicksal.“13 Möbius lässt seine Familie bewusst im Stich, um zu vermeiden, dass diese in seine Angelegenheiten mit einbezogen wird. Er „ (…) inszeniert, was zu diesem Zeitpunkt aber weder seine Familie noch Zuschauer wissen, einen Tobsuchtsanfall (…).“14 Nach diesem Ausbruch kann Möbius sich sicher sein, dass seine Familie ihn nie wieder sehen möchte. Er spielt den „Wahnsinnigen“, um von seiner Familie für immer Abschied zu nehmen zu können15 und diese dadurch zu schützen: „Packt euch fort! Schleunigst! Nach den Marianen! (…) Schiebt ab! Für immer! Nach dem stillen Ozean!“16
In seinen Augen handelt Möbius richtig, denn seine Familie kann ihn nun mit gutem Gewissen vergessen.17
Was Möbius dabei nicht beachtet, ist die Tatsache, dass er seine Familie unter der endgültigen Trennung leidet. Dies ist ein extrem hoher Preis der gezahlt wird, um im Dienste der Wissenschaft zu handeln.

3.3 Missachten des ethischen Grundsatzes: Recht auf Leben

Sein schlimmster persönlicher Fehler ist aber, dass Möbius auch vor Mord nicht zurückschreckt. Er versucht jedoch diese Tat zu rechtfertigen: „Ich habe getötet, damit nicht ein noch schrecklicheres Morden anhebe.“18
Schwester Monika, die Möbius liebt, lässt ihn wissen, dass sie über seine Forschungen Bescheid weiß: „Ich weiß einfach, dass Sie nicht krank sind.“19 Sie will ihn wieder in die Welt hinausführen und glaubt an seine Forschungen.20 Deshalb macht sie ihm das Angebot, die Irrenanstalt zu verlassen und seine Arbeit zu veröffentlichen: „Du bist auserwählt. (…) Nun hast du den Weg zu gehen, den das Wunder befiehlt, unbeirrbar (…). Aber er führt aus dieser Anstalt. Johann Wilhelm, er führt in die Öffentlichkeit, (…).“21
Diese Aussage wird zu Schwester Monikas Todesurteil, denn: „Möbius ermordet Schwester Monika, um seine Entlassung und damit die Umsetzung seiner Erkenntnisse in die Praxis und deren Missbrauch zu vermeiden. Er will verhindern, dass seine wissenschaftlichen Erkenntnisse Mittel zu Verbrechen an der Menschheit werden. Aber er wird durch diese Mittel selbst zu einer Art Verbrecher.“22
Die Verletzung des Rechts auf Leben ist eine unangemessene Maßnahme, die Möbius ergreift, um die Gesellschaft zu schützen. Er übersieht dabei, dass niemand über fremdes Leben entscheiden darf.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Möbius persönlich als doppelt gescheitert gesehen werden kann: Seine Strategie zur Rettung der Welt scheitert und als Mensch versagt er moralisch.23 Denn einen Mord im Sinne einer Wissenschaft zu rechtfertigen, ist moralisch nicht vertretbar. „In der Anlage der zentralen Komödiengestalt findet sich ein auffallend harter Gegensatz zwischen dem moralischen Versagen im familiären und persönlichen Lebensbereich gegenüber dem hohen moralischen Anspruch des Wissenschaftlers. Nicht nur, dass die Familie (…) Entbehrungen auf sich zu nehmen hat, belegt diesen Sachverhalt. Schwerer noch wiegt die Mordtat an Schwester Monika.“24

4. Möbius` Problem mit der gesellschaftlichen Realität

Im zweiten Teil dieser Arbeit geht es vor allen Dingen um Möbius` Scheitern an der gesellschaftlichen Realität. Denn die Gesellschaft ist nicht bereit auf die Forschungen des begnadeten Wissenschaftlers zu verzichten. So gibt es in seiner Umgebung Menschen, die ihm die Geheimhaltung seiner Arbeit nicht erleichtern und ihn letztendlich sogar scheitern lassen. In diesem Zusammenhang spielt der Zufall eine sehr große Rolle.

4.1 Ablehnen von Ruhm und Ansehen

Möbius ist sich bewusst, dass er mit seiner Entdeckung in der Öffentlichkeit Ruhm und Ansehen ernten würde, lehnt jedoch diese Form von Anerkennung ab. Er will frei von gesellschaftlichen Zwängen sein, dies ist im wichtiger als Geld und Macht: „Nur im Irrenhaus sind wir noch frei. Nur im Irrenhaus dürfen wir noch denken. In der Freiheit sind unsere Gedanken Sprengstoff.“25
Um ethisch das Richtige zu tun, veröffentlicht Möbius seine Arbeit nicht: „Ich war arm. Ich besaß eine Frau und drei Kinder. An der Universität winkte Ruhm, in der Industrie Geld. Beide Wege waren zu gefährlich. Ich hätte meine Arbeiten veröffentlichen müssen, (…). Die Verantwortung zwang mir einen anderen Weg auf. Ich ließ meine akademische Karriere fahren, die Industrie fallen (…).“26
Sein persönlicher Verzicht auf Ehre ist sein Preis für die Rettung der Welt. Er fühlt sich als Wissenschaftler von den Erwartungen der Gesellschaft missbraucht.
Dürrenmatt erklärt genau, warum sich Möbius dem Ruhm und Ansehen entzogen hat:
„Wissen kann zur Macht werden, aber nur in den Händen der schon Mächtigen. Solange Wissen abstrakte Formeln bleibt und nicht praktisch angewandt wird, ist es nicht lebensgefährlich. Wissenschaftliche Erkenntnisse verlangen nach ihrer technischen Auswertung. Diese Entwicklung ist für Dürrenmatt unvermeidbar. Die Zurücknahme des Wissens unmöglich. Der Wissenschaftler hat in dieser Welt keine Macht, er fühlt sich übergangen. Auf das von ihm gewonnene Wissen hat er keinen Einfluss. Ihm bleibt nur die Resignation mitten in einer absurden und ungerechten Welt.“27
Somit ist verständlich, warum Möbius sich zu diesem Weg entschieden hat: Er hätte nach einer Veröffentlichung der Weltformel keinen Einfluss mehr darauf, wie mit ihr umgegangen wird.

4.2 Auseinandersetzung mit der politischen Einflussnahme der Regierung auf die Wissenschaft

Möbius hat auch mit zwei Geheimagenten zu kämpfen, die sich in das Irrenhaus eingeschlichen haben, um an die Formel heranzukommen. Sie wollen ihn davon überzeugen, sich ihrer jeweiligen Regierung anzuschließen und seine Errungenschaft preiszugeben: „Sie haben die Pflicht, die Türe auch uns aufzuschließen, den Nicht-Genialen. Kommen Sie mit mir, in einem Jahr stecken wir Sie in einen Frack, transportieren Sie nach Stockholm, und Sie erhalten den Nobelpreis.“28
Möbius lässt sich jedoch nicht beirren und geht auf keines der Angebote ein: „Merkwürdig. Jeder preist mir eine andere Theorie an, doch die Realität, die man mir bietet, ist dieselbe: ein Gefängnis. Da ziehe ich mein Irrenhaus vor.“29
Um nicht in Gefahr zu laufen, schließlich an der Geschwätzigkeit der Geheimagenten zu scheitern, überredet Möbius sie, für immer in der Anstalt zu bleiben: „Entweder bleiben wir im Irrenhaus, oder die Welt wird eines. Entweder löschen wir uns im Gedächtnis der Menschen aus, oder die Menschheit erlischt.“30
Somit meint er sicher zu gehen, dass die Erkenntnis über die Weltformel in der Anstalt bleibt.
Obwohl Möbius freiwillig im Irrenhaus lebt, um die Formel vor der Welt zu verstecken, folgen ihm die Geheimagenten, die an sein Wissen heran kommen wollen. Seine Flucht ist also sinnlos.

4.3 Scheitern an der Dominanz von Geld und Macht

Doch alle Bemühungen, die Öffentlichkeit vor der Weltformel zu bewahren, – der Mord, das Verlassen der Familie, Verzicht auf Ruhm und Ansehen und das Leben in einem Irrenhaus -, scheitern an der Geld- und Machtgier einer Person: Frau Dr. Mathilde von Zahnd, die Leiterin des Irrenhauses.
Sie ist es, die zuletzt Möbius nach all seinen Anstrengungen scheitern lässt. Sie manipuliert ihn nach ihren Vorstellungen: „Ich konnte mit ihm tun, was ich wollte. Ich betäubte ihn, jahrelang, immer wieder, und photokopierte die Aufzeichnungen Salomos, bis ich auch die letzten Seiten besaß.“31
Sie kopiert ohne sein Wissen das Manuskript, das die Weltformel enthält. Ihr Verlangen nach Geld und Macht treibt sie dazu, die Dokumente zu missbrauchen und öffentlich zu benutzen: „Dann gründete ich Riesenwerke, erstand eine Fabrik um die andere und baute einen mächtigen Trust auf. Ich werde das System aller möglichen Erfindungen auswerten, meine Herren.“32
Sie strebt selbst die Weltherrschaft an: „Nun werde ich mächtiger sein als meine Väter. Mein Trust wird herrschen, die Länder, die Kontinente erobern, das Sonnensystem ausbeuten, nach den Andromedanebel fahren.“33
Das Scheitern des Wissenschaftlers Möbius an der gesellschaftlichen Realität wird vor allem durch die Irrenärztin symbolisiert, die die negativen Seiten der Menschheit verkörpert.

5. Die Funktion des Zufalls

„Die Kunst des Dramatikers besteht darin, in einer Handlung den Zufall möglichst wirksam einzusetzen.“34 Gemäß dieser Forderung besteht das Groteske der Handlung darin, dass Möbius auf der Suche nach Sicherheit zufällig zu der Ärztin kommt, die willens und in der Lage ist, seine Pläne zu hintertreiben.
Denn der Zufall will es, dass diese Frau Dr. Zahnd geisteskrank ist und die Naivität von Möbius ausnutzt, um an die Weltformel zu gelangen. Im Punkt 8 der 21 Punkte zu den Physikern betont der Autor:„Je planmäßiger die Menschen vorgehen, desto wirksamer mag sie der Zufall treffen“35 Folglich ist Möbius zu planmäßig vorgegangen, er hat keine Alternativen durchdacht.
„Nennen Sie es Zufall oder nennen Sie es Schicksal. Möbius nimmt den falschen Weg: Er wählt das falsche Irrenhaus, in dem die Leiterin ebenfalls verrückt ist. Hätte er ein anderes gewählt, wäre das Ganze nicht passiert.“36 Dürrenmatt lässt Möbius letztendlich durch diesen Zufall scheitern.
„Die Katastrophe konnte nur entstehen, weil Möbius in einer Welt alleine steht, die auf Ausbeutung seiner Erfindung bedacht ist. Erst durch diese Gesamtsituation gewinnt der an und für sich läppische Zufall seine schicksalhafte Bedeutung.“37

6. Konsequenzen und Schlussfolgerungen Dürrenmatts

Wie auch bei anderen seiner Dramen fügt Dürrenmatt zum besseren Verständnis einige Thesen an. Diese 21 Punkte zu den Physikern beleuchten die Konsequenzen und Schlussfolgerungen Dürrenmatts genauer.
In seiner zweiten und vierten These: „Geht man von einer Geschichte aus, muss sie zu Ende gedacht werden.“ und „Die schlimmstmögliche Wendung ist nicht voraussehbar. Sie tritt durch Zufall ein.“38 betont Dürrenmatt die Bedeutung des Zufalls für die Handlung und deren groteske Wendung zum schlimmstmöglichen Ende. Der Autor will das Publikum aufrütteln und zum Nachdenken bringen, es soll vor den möglichen Konsequenzen der naturwissenschaftlichen Forschungen gewarnt werden. Dabei erwähnt er bewusst keine speziellen Forschungsgebiete. Auch heute, 42 Jahre nach der Entstehung des Dramas ist die Diskussion um ethische Probleme in der Wissenschaft noch immer aktuell. Das Werk ist somit noch immer aktuell und realistisch.
„Der Inhalt der Physiker geht die Physiker an, die Auswirkung alle Menschen“39 zeigt, mit welch einer Ernsthaftigkeit diese Komödie an den Rest der Welt appelliert. Nicht nur die Wissenschaftler haben Verantwortung zu tragen, sondern auch die, die aus der Wissenschaft einen Nutzen ziehen, somit die restliche Menschheit.
Nicht nur die Wissenschaftler müssen für die Auswirkungen ihrer Forschungen verantwortlich gemacht werden: „Was alle angeht, können nur alle lösen.“40 (17. These). Hier ist jedes Individuum gefragt, bei Problemen, die jeden etwas angehen, nicht den Schuldigen zu suchen, sondern Verantwortung zu beweisen.
Dürrenmatt rechtfertigt das Scheitern von Möbius in seiner 18. These: „Jeder Versuch eines Einzelnen, für sich zu lösen, was alle angeht, muss scheitern.“41 Möbius versagt bei seinem Versuch die Weltformel für sich zu behalten, weil sie die ganze Menschheit betrifft. Er hat weder das Recht, noch die Fähigkeit, als Einzelner zu entscheiden, was mit der Weltformel geschehen soll. Um seiner Verantwortung als Wissenschaftler zu genügen, hätte er rechtzeitig, mit der Erkenntnis der Gefährlichkeit seiner Forschung, diese beenden müssen. Sein Scheitern ist also eine Folge seiner Überheblichkeit, die Verantwortung alleine tragen zu können. Er hat den Zufall nicht einkalkuliert.

7. Schlussbemerkung

Möbius scheitert an seinem Versuch als Wissenschaftler zu handeln sowohl an seinen persönlichen Fehlern als auch an der gesellschaftlichen Realität. Persönlich hat er sehr viel einbüßen müssen, das ihm aber im Hinblick auf die Realität nicht sehr viel gebracht hat. Selbst im Irrenhaus war er vor der Öffentlichkeit nicht sicher.
Letztendlich entscheidet „nur“ der Zufall über die Zukunft von Möbius und seiner Weltformel. Er konnte nicht ahnen, mit welcher Geldgier und Konsequenz die Leiterin seine Formel missbraucht und als er dies merkt, ist es schon zu spät. All seine Bemühungen waren somit umsonst.

Dürrenmatt lässt offensichtlich das Stück in einem Irrenhaus spielen und gleichzeitig die Leiterin selbst als verrückt erscheinen, weil der auf die Problematik des verantwortungsbewussten Wissenschaftlers keine Lösung zeigen möchte, sondern die Angelegenheit den richtigen Weg zu finden dem Leser selbst überlässt.
Diese Komödie verdeutlicht den Spalt der Wissenschaftler zwischen Verantwortung und Ruhm und Ansehen von der negativen Seite.
Der Leser wird angeregt das Thema Wissenschaft von einer anderen Seite zu betrachten, nicht nur die Erfolge, sondern auch die Misserfolge ernst zu nehmen.

Das Drama „Die Physiker“ wird oft mit „Leben des Galilei“ von Berthold Brecht verglichen, in dem es ebenfalls um einen verantwortungsbewussten Wissenschaftler geht, der seine Theorie zwar veröffentlicht, jedoch nach Aufforderung der Gesellschaft diese widerruft. Dies könnte ein Anstoß auf eine neue Arbeit sein.
Man könnte beide Werke miteinander vergleichen und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede festhalten und aufklären, ob Galilei genau so scheitern muss wie Möbius.

8. Literaturverzeichnis

Primärliteratur:

Dürrenmatt, Friedrich: Die Physiker. Zürich, 1998

Sekundärliteratur:

Eisenbeis, Manfred: Lektürenhilfen. Friedrich Dürrenmatt. Die Physiker, Stuttgart. 20039

Matzkowski, Bernd: Königs Erläuterungen und Materialien. F. Dürrenmatt. Die Physiker, Hollfeld. 20043

Muhres, Michael: Dürrenmatts Begriff der Verantwortung. Disseration, Frankfurt. 1974

Der Herr der Ringe (Film)

Inhaltsverzeichnis
1 Inhaltsverzeichnis 3
2 Einleitung 5
3 J.R.R. Tolkien 6
4 Zum Film 7
4.1 Die Gefährten 7
4.2 Die zwei Türme 8
4.3 Die Rückkehr des Königs 9
4.4 Vom Buch zu den Filmen 10
5 Legendäre Figuren 11
5.1 Gefährten 11
5.2 Sonstige Figuren 16
5.3 Völker 20
6 Peter Jackson 21
6.1 Lebenslauf 21
6.2 Peter Jackson und Herr der Ringe 22
7 Crew 23
8 Hinter den Kulissen 24
8.1 Spezialeffekte 24
8.2 Der Film in Zahlen 26
8.3 Geheimnisse 27
9 Mittelerde als Karte 28
10 Literaturverzeichnis 29
11 Index 30

Einleitung
„Der Herr Ringe“ von J.R.R. Tolkien ist eins der meist gelesenen Büchern aller Zeiten und wurde millionenfach verkauft. Das Buch basiert auf den zweiten Weltkrieg, in dem es einen Sauron gab, der versuchte die Welt von Mitteleuropa zu kontrollieren. Seine Gegner schlossen sich zu einer mächtigen Koalition zusammen, um ihn zu besiegen Aber das war nicht der Anfang. Peter Jackson nahm sich ein unmögliches Projekt vor und wollte dieses Buch verfilmen und es entstand eine Trilogie die alle Rekorde brach.[1]
Der Eine Ring
«Wo es begann, wohin es führte und wie es weitergeht…
Sauron, der Dunkle Herrscher von Mordor, schmiedete einst 20 Ringe der Macht, die er den Herrschern der übrigen Völker von Mittelerde schenkte. Der eine Ring, wie er genannt wurde, war der Ring, der alle 19 Ringe beherrschte und Sauron Macht über sie alle gab…
„Drei Ringe den Elbenkönigen hoch im Licht,
Sieben den Zwergenherrschern in ihren Hallen aus Stein,
Den sterblichen Menschen, ewig dem Tode verfallen, neun
Einer dem Dunklen Herrn auf dunklem Thron
Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.
Ein Ring, sie zu knechten, ein Ring, sie zu finden,
Ein Ring, sie ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden
Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.“
Und als sie seiner finsteren Pläne gewahr wurden, erhoben sich die Völker von Mittelerde gegen Sauron»[2]
J.R.R. Tolkien
Name: John Ronald Reuer Tolkien
Geburtsort: Bloemfontein in Südafrika
Eltern: Mabel und Arthur Tolkien
Lebenslauf: 3. Januar 1892 Geburt
1903 Stipendium für die König-Edwarts-Schule.
1910 erhält er ein Stipendium für Oxford Abbruch
1913 Englisch und Literatur Studium
1915 Studium Abschluss mit Bestnote
Juni 1915 militärische Ausbildung in Bedford und Staffordshire
1916 Heirat mit Edith Bratt
1916 Erkrankung an Grabenfieber
1918 Beförderung zu Leutnant
1920 Lektor für englische Sprache an der Universität Leeds
1924 Professor für englische Sprache
1945 Merton-Professor für englische Sprache und Literatur
1973 Tod von Tolkien
Kinder: John 1917
Michael 1920
Christopher 1924
Priscilla 1929
Bekannte Bücher: 1937 Der Hobbit
1945/55 Der Herr der Ringe
1962 Die Abenteuer des Tom Bombadil
1985-1998 Die Geschichte von Mittelerde3
Zum Film
Die Gefährten
Im ersten Teil der Trilogie findet ein Hobbit, namens Bilbo, einen goldenen Ring und vermacht diesen seinen Neffen Frodo. Jedoch weiß keiner welcher gefahren dieser Ring mit sich trägt, außer Gandalf der Graue. Er stellt Nachforschungen an und erkennt welcher Ring das ist, denn das ist der eine Ring mit unvorstellbarer Macht, böser Macht. Er wurde im Schicksalsberg von Sauron geschmiedet. Aufgrund dieser Gefahr Gandalf Frodo los nach Bree um sich dort mit ihm zu treffen. denn er selbst will sich noch Rat von Saruman den Weißen holen. Sam schwört ewige treue und soll auf Frodo aufpassen. Auf dem Weg nach Bree begegnen sie Merry und Pippin, zwei weitere Hobbits, und begleiten sie auf den weiteren Weg. In Bree warten sie auf Gandalf, aber der trifft nicht ein, denn Saruman hat sich mit Sauron, der den Ring unbedingt wieder haben möchte, verbündet. Somit gelangt Gandalf in einen erbittehrlichen Kampf. In dem Gasthaus zum Tänzelnden Pony in Bree treffen die vier Freunde auf Streicher, der sie vor den Angriff der Nazgûl rettet und flieht mit ihnen am nächsten Tag. Frodo wird jedoch auf der Wetterspitze durch eine Nazgûlklinge verwundet. Durch Hilfe von Arwen gelangen sie nach Bruchtal um Frodo zu retten. Dort taucht auch Gandalf wieder auf. Im Elrond Rat, der aus Zwergen, Elben, Menschen und Hobbits besteht, wir diskutiert was mit dem Ring geschieht. Der er zu mächtige Macht besitz soll er dort wo er erschaffen wurde, auch wieder zerstört werden. Somit wird die Gemeinschaft des Ringes gebildet und die besteht aus Frodo, Sam Merry, Pippin, Legolas dem Elb, Gandalf, Gimli dem Zwerg, Boromir dem Mensch und Aragorn Arathorns Sohn, d.h. Aragorn ist König, will aber nicht seinen Verpflichtungen nachgehen. Die Gefährten machen sich auf den Weg und nehmen den Weg über Caradhras, aber Saruman löst einen Schneesturm aus und sie sind gezwungen umzukehren.
Sie entschließen sich den Weg durch Moria, zu nehmen und stoßen auf Orks und dem Balrog, welcher Gandalf mit in die Tiefe reißt. Die Gefährten machen sich weiter auf den Weg und gelangen schließendlich nach Parth Galen, wo die Gemeinschaft zerbricht, denn sie treffen auf Orks, wobei Boromir getötet wird und Merry und Pippin entführt werden. Legolas, Gimli und Aragorn nehmen die Verfolgung auf um sie zu retten, während dessen verfolgen Frodo und Sam weiterhin das Ziel den Ring zu zerstören.4
Die zwei Türme
Im zweiten Teil werden die Orks von Éomers Armee am Wald von Fangorn abgefangen und getötet. Merry und Pippin nutzten die Chance um zu fliehen und laufen in den Wald. Dort treffen sie auf Baumbart. Er und die Ents erfahren von Sarumans Verrat und von der Abholzung große Teile von de Wäldern. Für die Ents bedeutete das, dass viele Freunde von ihnen starben. Sie beraten sich und greifen Isengard an. Sam und Frodo stoßen auf Gollum und nehmen ihn als Führer, da er den genauen Weg nach Mordor kennt. Also führt er sie durch die Totensümpfe. Aragorn, Legolas und Gimli treffen auf der Sucher nach Merry und Pippin Gandalf der Weißen, der nach seinen Tode zurück geschickt wurde. Zusammen reiten sie nach Edoras, wo sie Grima die Schlangenzunge entlarven, denn er stand im Dienste von Saruman. Gandalf befreit Théoden von seinem Fluch und er kann jetzt wieder als
König von Rohan seinem Volke dienen. Aufgrund der Gefahr eines Krieges brechen sie mit dem Rohirrim, dem Volke und Reitern, nach Helms Klamm auf, denn in dieser Burg fühlen sie sich geschützt, doch genau dort ist die erste große Schlacht . Sam und Frodo treffen auf Faramir und geraten in Gefangenschaft, denn er weiß von dem Ring und will ihm seinen Vater bringen. Faramir erkennt jedoch die Absicht der beiden Hobbits und lässt sie wieder frei. Sam und Frodo gelangen dann zum Tor von Mordor, aber für sie ist es unmöglich dort hinein zu gelangen, deswegen schlägt Gollum vor die Treppe von Cirith Ungol zu nehmen. Während dessen machen sich Aragorn, Legolas, Gandalf und Gimli auf dem Weg nach Isengard. 5

Die Rückkehr des Königs
Im dritten Teil treffen Aragorn, Legolas, Gandalf und Gimli in Isengard ein, wo sie auf Merry und Pippin treffen. Zusammen reiten sie zurück nach Edoras. Dort erkennt man, das der Feind Minas Tirith, die weiße Stadt, angreifen will. Und Gandalf und Pippin machen sich sofort auf dem Weg dorthin, um sie zu warnen und die anderen machen sich kriegsbereit und begeben sich ebenfalls auf dem Weg. Frodo, Sam und Gollum erreichen die Treppe von Cirith Ungol. Gollum will den beiden eine Falle stellen, aber Sam kommt dahinter. Jedoch glaubt Frodo ihm nicht und ihre Wege trennen sich. In einem Tunnel trifft Frodo auf Kankra, einer Riesenspinne, und
wird verletzt. Sam kehrte aufgrund seines Schwurs um und rettet Frodo. Beide verfolgen weiterhin ihr Ziel den Ring zu zerstören. Und sind nach-
dem Schicksalsberg nah. Während dessen treffen die Krieger in Dunharg ein. Aragorn, wählt den Pfad der Toten um als König die Geistesarmee zu verpflichten für ihn zu kämpfen. Die Schlacht um Minas Tirith ist schon im Gange, als die Krieger eintreffen, kurz darauf treffen Legolas, Aragorn, Gimli und die Geister ein und führen somit die Menschen zum Sieg. Frodo und Sam erreichen den Schicksalsberg und treffen auf Gollum, der den Ring an sich reißen kann, jedoch fällt er mit diesem in die Schicksalsklüfte. Der Ring ist zerstört und Sauron schwindet dahin. Aber das soll nicht das Ende sein. Frodo wurde körperlich und auch geistig sehr belastet und verlässt mit Gandalf und den Elben Mittelerde. So beginnt das Zeitalter der Menschen und Hobbits. 6
Vom Buch zu den Filmen
Viele Fans glauben, dass der Film sehr buchgetreu verfilmt wurde, aber das ist jedoch nicht der Fall:
1.Bilbos Verschwinden
Film: Damit Bilbo verschwinden kann legt er den Ring an.
Buch: Um von dem Zauberring abzulenken blendet Gandalf alle Gäste mit einem Lichtblitz
2.Gandalfs Brief
Film: Als die Hobbits in Bree ankommen, müssen sie ohne einen Beweis dem Streicher trauen.
Buch: Gandalf hinterlässt einen Brief beim Wirt, dass sie dem Streicher rauen können.
3.Arwen und Aragorn
Film: Arwen und Aragorn treffen sich auf einer Brücke in Bruchtal, wo sie ihm den Elbenstein überreicht und es zum Kuss kommt.
Buch: Aragorn und Arwen treffen sich in Bruchtal, es wird jedoch nicht näher drauf eingegangen
4.Trainierende Hobbits
Film: Borromir erteilt Merry und Pippin Schwertunterricht und am Ende toben sie herum.
Buch: Eine solche Szene gibt es nicht.
5.Treuer Sam
Film: Sam sucht Frodo und sieht ihn, wie er mit einem Boot wegfährt. Sam kann nicht schwimmen, aber er folgt ihm trotzdem ins Wasser, wo er dann noch von Frodo gerettet wird und beide die Reise fortsetzten.
Buch: Sam weiß von Frodos Plänen und bereitet alles für die Abreise vor.
6.Sarumans Schicksal
Film: Nach dem Sturz von Isengard wird Saruman von Gimli erstochen und fällt dann vom Turm.
Buch: Nach dem Sturz von Isengard und die Zerstörung seinen Zauberstabes hat er nicht mehr so viel Macht und flieht ins Auenland, wo er für Schrecken sorgt.
7.Unzertrennliche Freunde
Film: Gollum gelingt es auf hinterlistige Weise Frodo gegen Sam aufzuhetzen, damit die beiden sich trennen.
Buch: Frodo trennt sich zu keinem Zeitpunkt von Sam.
8.Pfad der Toten
Film: Aragorn, Gimli und Legolas durchqueren den Pfad der Toten.
Buch: Die drei werden noch von 30 weiteren Männern begleitet. 7
Legendäre Figuren
Gefährten
Frodo
im Film
Name: Frodo Beutlin
Familie: Sohn von Drogo
Beutlin und Primula
Brandybock
Rasse: Hobbit
Alter: 33 Jahre
Größe: 110 cm
Schauspieler
Name: Wood
Vorname: Elijah
Nationalität: Amerikaner
Geburtsdatum: 28. Januar 1981
Größe: 168 cm
Sam
im Film
Name: Sam Gamdschie
Familie: Sohn von Hamfast
Gamdschie und
Bell Gutkind
Rasse: Hobbit
Alter: 38 Jahre
Größe: 110 cm
Schauspieler
Name: Astin
Vorname: Sean
Nationalität: Amerikaner
Geburtsdatum: 25. Februar 1971
Größe: 170 cm
Pippin
im Film
Name: Peregrin Tuk
„Pippin“
Familie: Sohn von Thain
Paladin Tuk
und Heiderose Hang
Rasse: Hobbit
Alter: 28 Jahre
Größe: 130 cm
Schauspieler
Name: Boyd
Vorname: Billy
Nationalität: Schotte
Geburtsdatum: 28.08.1968
Größe: 170 cm
Merry
im Film
Name: Meriadoc Brandybock
„Merry“
Familie: Sohn von Saradoc
und Esmeralda
Brandybock
Rasse: Hobbit
Alter: 36 Jahre
Größe: 110 cm
Schauspieler
Name: Monaghan
Vorname: Dominic
Nationalität: Engländer
Geburtsdatum: 8.12.1976
Größe: 170 cm
Aragorn
im Film
Name: Aragorn
„Streicher“
Familie: Sohn von Arathorn
und Gilraen
Rasse: Mensch
Alter: 87 Jahre
Größe: 190 cm
Schauspieler
Name: Mortensen
Vorname: Viggo
Nationalität: Amerikaner
Geburtsdatum: 20. Oktober 1958
Größe: 181 cm
Gandalf
im Film
Name: Gandalf der Graue
Gandalf der Weiße
Familie: unbekannt
Rasse: Ainur
Alter: 2020 Jahre
Größe: 195 cm
Schauspieler
Name: McKellen
Vorname: Ian
Nationalität: Engländer
Geburtsdatum: 25. Mai 1939
Größe: 180 cm
Gimli
im Film
Name: Gimli
Familie: Sohn von Glóin
Rasse: Zwerg
Alter: 40 Jahre
Größe: 130 cm
Schauspieler
Name: Rhys-Davies
Vorname: John
Nationalität: Engländer
Geburtsdatum: 5. Mai 1944
Größe: 185 cm
Legolas
im Film
Name: Legolas
Familie: Sohn von Thranduil
Rasse: Elb
Alter: unbekannt
Größe: 190 cm
Schauspieler
Name: Bloom
Vorname: Orlando
Nationalität: Engländer
Geburtsdatum: 13. Januar 1977
Größe: 180 cm
Boromir
im Film
Name: Boromir
Familie: Sohn von Denethor II
und Finduilas;
Bruder von Faramir
Rasse: Mensch
Alter: 41 Jahre
Größe: 180 cm
Schauspieler
Name: Bean
Vorname: Sean
Nationalität: Engländer
Geburtsdatum: 17. April 1959
Größe: 180 cm
8

Sonstige Figuren
Arwen
im Film
Name: Arwen Abendstern
Familie: Tochter von Elrond
und Celebrian;
Ehefrau von Aragorn
Rasse: Elb
Alter: 2777 Jahre
Größe: 170 cm
Schauspielerin
Name: Tyler
Vorname: Liv
Nationalität: Amerikanerin
Geburtsdatum: 1. Juli 1977
Größe: 178 cm
Elrond
im Film
Name: Elrond Peredhil
Familie: Sohn von Eärendil
und Elwing
Rasse: Halbelb
Alter: 6500 Jahre
Größe: 185 cm
Schauspieler
Name: Weaving
Vorname: Hugo
Nationalität: Australier
Geburtsdatum: 1960
Größe: 188 cm
Faramir
im Film
Name: Faramir
Familie: Sohn von Denethor II
und Finduilas;
Bruder von Boromir;
heiratet Éowyn
Rasse: Mensch
Alter: 35 Jahre
Größe: 185 cm
Schauspieler
Name: Wenham
Vorname: David
Nationalität: Australier
Geburtsdatum: 21.09.1965
Größe: 180 cm
Saruman
im Film
Name: Saruman der Weiße
Familie: unbekannt
Rasse: Ainur
Alter: unbekannt
Größe: 190 cm
Schauspieler
Name: Lee
Vorname: Christopher
Nationalität: Engländer
Geburtsdatum: 27. Mai 1922
Größe: 196 cm
Gollum
im Film
Name: Gollum/Sméagol
Familie: Cousin von Deagol
Rasse: Hobbit
Alter: 585 Jahre
Größe: 110 cm
Schauspieler
Name: Serkis
Vorname: Andy
Nationalität: Engländer
Geburtsdatum: 20. April 1964
Größe: 174 cm
Théoden
im Film
Name: Théoden
Familie: Sohn von Thengel
und Morwen von
Lossarnach
Bruder von Théodwyn
Rasse: Mensch
Alter: 70 Jahre
Größe: 180 cm
Schauspieler
Name: Hill
Vorname: Bernard
Nationalität: Engländer
Geburtsdatum: 17.12.1944
Größe: 180 cm
Éomer
im Film
Name: Éomer
Familie: Sohn von Théodwyn;
Bruder von Éowyn
Rasse: Mensch
Alter: 27 Jahre
Größe: 185 cm
Schauspieler
Name: Urban
Vorname: Karl
Nationalität: Neuseeländer
Geburtsdatum: 7. Juni 1972
Größe: 185 cm
Éowyn
im Film
Name: Éowyn
Familie: Tochter von
Théodwyn;
Bruder von Éomer;
heiratet Faramir
Rasse: Mensch
Alter: 23 Jahre
Größe: 175 Jahre
Schauspielerin
Name: Otto
Vorname: Miranda
Nationalität: Australierin
Geburtsdatum: 16.12.1967
Größe: 175 cm
8

Völker
Hobbits: Hobbits sind sehr naturliebend und gemütlich. Sie leben von der Landwirtschaft und sind sehr kleinwüchsig mit fellbewachsenen Füßen. Das Volk lebt im hügeligen Auenlande in Erdlöchern. Sie schätzt die einfachen Dinge des Lebens, wie z.B. Pfeife rauchen, essen und lange Geschichten erzählen.
Elben: Die Elben sind ein sehr nobles und elegantes Volk, die Jahrtausende Leben.
Zwerge: Zwerge sind natürlich sehr klein, aber auch zäh und besitzen einen starken Sinn für Gerechtigkeit und einer Liebe für alles Schöne.
Zauberer: Sie sind ausgesprochen mächtig und können ihre Fähigkeiten für Das Gut und Böse einsetzen.
Menschen: Die Menschen sind eine aufstrebende Spezies, dessen Zeit der Blüte erst noch ansteht.
Ents: Ents sind mit Blättern bedeckten Bäume, die reden und gehen können.
Orks: Sie sind verunstaltete Wesen, die für den Zauberer Saruman kämpfen.
Ringgeister: Ringgeister sind schwarz gewand und befinden sich in einem Schwebezustand zwischen tot und lebendig. Sie leben in der grausamen Schattenwelt von Sauron. 9
Peter Jackson
Lebenslauf
Geburtsdatum: 31. Oktober 1961
Geburtsort: Pukera Bay, Wellington, Neuseeland
Verheiratet mit: Fran Walsh (seit 1989)
Kinder: Billy (1994), Katie (1996)
Wohnort Karaka Bay, Wellington, Neuseeland
Berufe: Regisseur, Drehbuchautor, Produzent, Darsteller
Firmen: WingNut Films, ThreeFootSix, Weta Digital Limited
Filme: „Fluch des Grabgängers“
„Bad Taste“
„Meet the Feebles“
„Braindead“
„Heavely Creatures“
„The Frighteners“
„Der Herr der Ringe“
„King Kong“ (ist in arbeit)
Peter Jackson fing schon als kleiner Junge an seine ersten Filme zu drehen und arbeitete hart um sein Talent den Leuten zu zeigen. Aber er hatte es nicht leicht, denn die meisten seiner Filme wurden nicht ausgestrahlt oder erst ab 18 freigegeben. Sein Durchbruch kam erst mit der Verfilmung von „Der Herr der Ringe“ 10
Peter Jackson und Herr der Ringe
Mit 18 Jahren las Peter Jackson zum ersten Mal den „Herrn der Ringe“. 1997 begann er dann mit der Vorbereitung, wobei er aus den drei Büchern nur zwei Filme machen wollte. Der erste sollte „Die Gefährten“ heißen und der zweite „Der Krieg des Rings“. Jedoch gab es zu viele Handlungsstränge und es war unmöglich das Buch so zu verfilmen. Das Drehbuch zur Filmtrilogie schrieb Jackson zusammen mit seiner Frau und der CoAutorin Philippa Boyens. Peter musste viele Szenen weglassen und verändern, obwohl er angst vor den strengen Fans, die er auf seine Seite haben wollte. Schon einmal wurde „Der Herr der Ringe“ in einem Zeichentrick verfilmt und es wurde ein Flop. Im Januar 1999 begann das Casting. Und Peter Jackson wählte bewusst unbekannte Personen aus, damit die Aufmerksamkeit nicht einem Superstar gewidmet wird. Am 11. Oktober 1999 begann er dann mit den Dreharbeiten in Neuseeland und diese endeten am 20. Dezember 2000. Frühjahr 2001 kam es dann zu den Nachdrehs für den ersten Teil und im Abstand von jeweils einem Jahr dann auch vom zweiten und dritten Teil. Im Dezember 2001 kam dann der erste Teil „Die Gefährten“ raus, 2002 der zweite Teil „Die zwei Türme“ und 2003 der dritte Teil „Die Rückkehr des Königs“ 10
Crew
Aufgrund der Vielzahl von Beteiligten an der Trilogie „Der Herr der Ringe“ ist es so gut wie unmöglich alle zu erfassen, aber hier die wichtigsten:
Regie: Peter Jackson
Drehbuch: Peter Jackson, Frances Walsh, Stephen Sinclair,
Philippa Boyens
Produzenten: Peter Jackson, Barrie Osborne, Tim Sanders
Produzentleiter: Bob Weinstein, Harvey Weinstein, Saul Zaentz
Original Roman: J.R.R. Tolkien
Design: Grant Major
Kostüm Design: Ngila Dickson
Sound Mixer: John Mykay
3D Künstler: Kyle Ashley, Jake Lee, Richard Moore, David Scott,
Imery Watson
Storyboard Artists: Andrew Calder
Prop Makers: Chris Streeter, Tony Drawbridge, Rob Brown, Simon Hames
Props Designer: Gareth Jensen
Glassmaker: Robert Reedy
Painters: Don Graham, Brian Campbell
Lib: Helen MyNamara
Med off: Sean Colman-Maynard
Meds: Diane Moynagh, Michael Hayden, Jennifer Davison,
Derek Beats
Horsemaster: Harley Young
Make up Artists: Deborah East
Sound editor: Mike Hopkins
Model Makers: Dimitri Frost, Matthew Mellor
Skulpturen: Kirk Nicholls, Brigitte Wuest, Natalie Stainforth
Catering: Flying Trestles
Rock Workers: Andrrew Stanley, Michael Bonnar
Head Cutter: Pauline Laws
Cutters: Kerry Robinson, Alison Hill 11
Hinter den Kulissen
Spezialeffekte
Jeder er das Buch von „Der Herr der Ringe“ liest malt sich selbst ein Bild von Mittelerde aus. Um Tolkiens Buch gerecht zu werden und die Fans nicht zu enttäuschen waren viele Spezialeffekte notwendig und viel Arbeit. Peter Jackson arbeitete mit Weta FX zusammen und zusammen gingen bis ins kleinste Detail, wie z.B. der Dreck unter den Fingernägeln von den Orks
Für die gewaltigen Schlachten, entwickelte man ein AI-Schlachten-Simulations-Programm. Mit dem Computerprogramm “Massive” war es möglich kreischende Orks, Elbenkrieger oder Menschen künstlich zu erschaffen, d.h. es wurden unabhängige Einheiten entworfen, die fähig sind, mit ihrer Umgebung zu kommunizieren. In diesem System hat jede Kreatur, ein eigenes Gehirn, d.h. z.B. kann jeder einzelne Krieger sich umsehen, Geräusche hören und auf seine Umgebung reagieren. Als erstes wurden durch das Motion-Capturing-Verfahren allgemeine Bewegungsabläufe und Verhaltensmuster in die Datenbank des Computers eingelesen, auf die dann die Kreaturen zurückgreifen. BILD In den größten Schlachtszenen sind bis zu Hunderttausend individuell handelnde Kreaturen zu sehen, für die sogar verschiedene Kampfstile entwickelt wurden. Für den Vordergrund der Szenen wurden Realszenen mit oft bis zu einigen Hundert Statisten gedreht, für den entsprechenden Hintergrund sorgte Kollege Computer.
Eine besondere Herausforderung war die Darstellung der Größenverhältnisse zu den Hobbits. Für Jackson gab es nur zwei Möglichkeiten. Entweder er angagiert kleine Darsteller oder er lässt normal große Schauspieler per Tricktechnik schrumpfen und die nennt sich Forced Perspective. Diese Technik wird schon seit mehreren Jahren benutz and dabei wird der eine Schauspieler weiter weg von der Kamera positioniert als der andere und durch die Perspektive entsteht der Eindruck, das die Person kleiner sind Das Problem jedoch war dabei, dass in dieser Perspektive die Kamera nicht bewegt werden darf, denn sonst würde man den Trick erkennen. Um aber doch diesen Effekt zu erlangen, erfand die Crew von Weta ein Verfahren, dass sich “moving camera forced perspective” nennt. Dabei steht oder sitzt der Darsteller auf einer bewegenden Plattform, die bei Veränderung der Kameraposition sich verschiebt. Dieser Trick ist wird am Drehort erstellt und später nichts mehr hinzugefügt, d.h. also Millimeter Arbeit. Ein weiterer Trick bestand darin, dass man Sets in zwei verschiedenen Größen baute, um den Maßstab anzupassen. Der Darsteller, der verkleinert werden sollte bewegte sich in einem übergroßen Set, während die anderen sich in einer zu kleinen Kulisse bewegten. Die Aufnahmen wurden dann mit Bluescreen-Aufnahmen kombiniert. Ein dritter Trick wurde benutz, wenn die Gesichter der kleiner dargestellten Schauspieler nicht zu sehen ist oder sie weit von der Kamera entfernt waren Bei diesen Aufnahmen wurden einfach kleinwüchsige Schauspieler aus Indien und Indonesien eingesetzt oder Kinder. Bei einigen Szenen wurden sogar Puppen benutzt.
Bei den Kreaturen wurden zunächst Modelle in verschiedenen Maßstäben angefertigt und diese Modelle wurden dann mit einem 3-D-Scanner-System abgetastet und die Daten an einen Computer weitergeleitet. Digitalkünstler konnten anschließend an den Bewegungen der Kreaturen arbeiten. Ein bewegliches Wireframe-Skelett wurde entworfen, das dann mit Muskelstrukturen und verschiedenen Hautschichten überzogen wird.
Gollum ist das komplizierteste Geschöpf des ganzen Filmes. Damit er realistisch wirkt, wurde ein Drahtgittermodell von seinem Körper entworfen, das auf organischen Muskeln und Knochen basiert. WETA hat Unmengen an mathematischen Codes für diese Figur entwickelt. Unterstützt wurde dies von dem Schauspieler Andy Serkis, der Gollum im englischen Original seine Stimme leiht. Der Schauspieler war bei allen Szenen dabei und schlüpfte in den Motion-Capture-Datenanzug, um seine Bewegungen auf die Gollum zu übertragen. Zusätzlich wurde Serkis Gesicht in allen möglichen Ausdrücken gefilmt und auf das digitale Gesicht übertragen.
Für die Aufnahmen von Städte, Schiffe und Treppen wurde in der Halle in den Camperdown Studios auf dem Gelände von WETA-Workshop, Modelle erstellt. Um diese, mit Detailbesetzten Kulissen zu filmen wurden spezielle Motion-Control-Kameras benutzt. Diese kamen extra aus Deutschland, da diese Aufnahmen langsamer gedreht werden mussten, um verschwommene Bilder zu verhindern. Für die Aufnahmen mit den Schauspielern wurden dann einzelne Straßenzüge in Originalform errichtet.

Der Film in Zahlen
100 Millionen Personen haben die Buchausgabe der Trilogie seit ihrem Erscheine (1954) gelesen.
48000 Film-Requisiten wie Äxte, Waffen und Schilder wurden für den Film hergestellt.
20602 Statisten wurden insgesamt benötigt.
15000 Kostüme wurden für die Statisten angefertigt.
5000 Kubikmeter Pflanzen wurden für den Drehort für Hobbingen angepflanzt.
2400 Personen haben an der Trilogie gearbeitet (außer Schauspieler und Statisten).
1650 Meter ergaben sich, wenn man alle benötigten Fahrzeuge hintereinander stellt.
1600 Fußprothesen waren für die Hobbits nötig.
1000 Kilometer Film wurden verwendet.
900 Rüstungen wurden angefertigt.
800 Gerichte wurden pro Tag verspeist.
400 Seiten umfasst das Drehbuch.
350 Bühnensets wurden in Originalgröße hergestellt.
300 Perücken wurden per Hand angefertigt. 250 Pferde wurden beim „Angriff der Rohirrim“ benötigt.
200 Masken wurden maßgeschneidert.
100 unterschiedliche Drehorte haben für die Trilogie gedient.
95 % der Crew stammt aus Neuseeland.
70 Pferde wurden für die Dreharbeiten dressiert.
40 verschieden Sprachen von dem Buch „Der Herr der Ringe“.
7 Jahre lang dauerte die Vollendung es Projektes. 12
Geheimnisse
1.Bei den Aufnahmen zu einer Kampfszene wurde Viggo durch ein Schwert im Gesicht getroffen. Er erlitt zwar nicht an ernsthafte Verletzungen, aber er verlor ein Stück Zahn dabei. Viggo schlug vor das Stück mit Sekundenkleber zu befestigen um damit nicht die Dreharbeiten zu unterbrechen, aber Peter Jackson liegt das wohl seiner Darsteller sehr am Herzen und ließ das nicht zu.
2.Ein paar Tage vor den Aufnahmen in der Moria zog sich Viggo beim Surfen ein blaues Auge zu. Deswegen durfte er anfangs nur von der Seite gefilmt werden.
3.Dominic Monachan ist gegen Wolle allergisch. Dies erschwerte die Dreharbeiten erheblich, denn er konnte sie nicht auf der Haut tragen und der Stoff löste bei ihm einen Niesreiz aus.
4.Von Elijah Wood und Sean Astin gibt es einige Aufnahmen, wo sie das berühmte Lembasbrot essen müssen, jedoch war dies steinhart und nicht gerade genießbar. Das Reden viel den Jungs also sehr schwer, aber Peter Jackson hatte einen ganz einfachen Trick. Sie sollten nach dem Abbeißen das Brot in der Wange hamstern und es erst dann runterschlucken wenn gerade der andere gefilmt wird.
5.Zu den Aufnahmen der Trilogie wurden viele Pferde benötigt. Einige Schauspieler haben zu ihren Pferden eine starke Beziehung aufgebaut und sie nach Drehschluss einfach gekauft, wie z.B. Viggo Mortensen.
6.Einige wissen, dass Elfen nie mit den Augenblinzeln. Dies wollte Jackson stark befolgen und alle Elben durften während den Dreharbeiten nicht blinzeln. s gibt nur eine Ausnahme und die ist am Ende der Trilogie als der Sieg über Mittelerde fest stand. Als Lichtblick der Fans und des Sieges sieht man Legolas blinzeln. 13
Mittelerde als Karte
Literaturverzeichnis
[1] Derain, Julien: ONE. In: Der Herr Der Ringe Collector-Heft, Nr.2, April 2004, Seite 8
2 Keynes, Milton: Merlin Stickers. In: Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs, Nr.3, 2004, Deckblatt innen
3 Bucher, Holger: M & F – Magic & Fantasy, Nr. 2, Dezember 2004, Seite 10/11
4 VHS, New Line Cinema: Der Herr der Ringe-Die Gefährten
5 VHS, New Line Cinema, Der Herr der Ringe – Die Zwei Türme
6 VHS, New Line Cinema, Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs
7 Derain, Julien: ONE. In: Der Herr der Ringe Collector – Heft, Nr. 2, April 2004, Seite 20,21
Bucher, Holger: M & F – Magic & Fantasy, Nr. 2, Dezember 2004, Seite 32 – 43
8 Derain, Julien: ONE. In: Der Herr der Ringe Collector – Heft, Nr. 2, April 2004, Seite 4,5
10 Bucher, Holger: M & F – Magic & Fantasy, Nr. 2, Dezember 2004, Seite 22-24
11 www.herr-der-ringe-film.de; 4. Februar 2005, 13 Uhr-15 Uhr
12 Derain, Julien: One. In: Der Herr der Ringe. Collector Heft, Nr.5, Dezember 2004, Seite 4,5
13 Derain, Julien: ONE. In: Der Herr Der Ringe Collector-Heft, Nr.2, April 2004, Seite 18,19,22,23
Derain, Julien: One. In: Der Herr der Ringe. Collector Heft, Nr.5, Dezember 2004, Seite 18,19,22-25
Bildnachweis: www.google.de, Eingabe: Untertitel, Stand: 5.Februar 2005, 13 – 18 Uhr
Index
A
AI-Schlachten-Simulations-Programm 24
Andy Serkis 18
Aragorn 13
Arwen 16
B
Bernard Hill 18
Billy Boyd 12
Bluescreen-Aufnahmen 24
Boromir 15
C
Camperdown Studios 25
Christopher Lee 17
Crew 23
D
David Wenham 17
Der Eine Ring 5
Die Gefährten 7
Dominic Monaghan 12
E
Einleitung 5
Elben 20
Elijah Wood 11
Elrond 16
Ents 20
Éomer 19
Éowyn 19
F
Faramir 17
Forced Perspective 24
Frodo 11, 23
G
Gandalf 13
Geheimnisse 27
Gimli 14
Gollum 18, 25
H
Hobbits 20
Hugo Weaving 16
I
Ian McKellen 13
J
J.R.R. Tolkien 5
John Rhys-Davies 14
K
Karl Urban 19
Karte 28
L
Legolas 14
Liv Tyler 16
M
Menschen 20
Merry 12
Miranda Otto 19
Motion-Capture-Datenanzug 25
Motion-Capturing-Verfahren 24
Motion-Control-Kameras 25
moving camera forced perspective 24
O
Orks 20
Orlando Bloom 14
P
Peter Jackson 5, 21, 22, 23, 27
Philippa Boyens 22
Pippin 12
R
Ringgeister 20
S
Sam 11
Saruman 17
Sean 11
Sean Bean 15
Spezialeffekte 24
T
Théoden 18
V
Viggo Mortensen 13
Völker 20
W
Weta 24
Wireframe-Skelett 25
Z
Zauberer 20
Zwerge 20

Gedicht: der Wind zieht seine Hosen an

Das Gedicht heißt „der Wind zieht seine Hosen an“ und wurde von Heinrich Heine, der von 1797 bis 1856 lebte, geschrieben. In diesem Gedicht beschreibt Heine einen stürmischen Tag am Meer.
Bei der Analyse des Gedichtes habe ich festgestellt, dass es aus 3 Strophen, zu je 4 Versen besteht. Die Satzanfänge beginnen immer groß und das gesamte Stück ist aus Kreuzreimen zusammengesetzt. Es sind viele Personifizierungen und Metaphern enthalten. In der ersten Strophe beginnt der Wind zu wehen und erzeugt Wellen. In der nächsten Strophe fängt es an, zu regnen und der Wind wird immer stärker. In der letzten Strophe beschreibt Heine, wie sich eine Möwe an einen Baum klammert und die Leute mit ihren Schreien warnt. Die Spannung steigt von Vers zu Vers und dieses Gedicht ist im Indikativ geschrieben.
Das Stück liest sich insgesamt sehr gut, da viele Reime vorhanden sind, man kann sich das auch alles gut vorstellen, weil viele sprachliche Mittel zum Einsatz kommen.

Franz Schubert

Inhaltsangabe

1 Zeit und Umwelt
1.1 Österreich nach der Französischen Revolution
1.2 Österreich während und nach den Napoleonischen Kriegen

2 Lebenslauf
2.1 Kindheit und Jugend Schuberts
2.1.1 Die Zeit im Konvikt
2.1.2 Schuberts frühste Schaffensphase
2.2 Die Jahre 1814 bis 1816
2.3 Die Jahre des Umbruchs 1817-1823
2.4 Die Jahre 1824 bis 1828

3 Werke
3.1 Schuberts Gesamtwerk
3.2 Symphonie in C-Dur (Die Große – D944)
3.2.1. Einführung
3.2.2. Andante – Allegro ma non troppo – Der erste Satz
3.2.3. Andante con moto – Der zweite Satz
3.2.4. Scherzo. Allegro vivace – Trio – Der dritte Satz
3.2.5. Finale. Allegro vivace – Der vierte Satz
4 Anhang
4.1 Bilder

5 Quellen
5.1 Quellen
5.2 Zitatquellen
5.3 Bildquellen

Franz Schubert (1797- 1828)

1 Zeit und Umwelt

1.1 Österreich nach der Französischen Revolution
Die Zeit, in der Schubert lebte, war geprägt von den Nachwirkungen der Französischen Revolution. Joseph ΙΙ. regierte ab 1765 mit seiner Mutter Maria Theresia, die schon zuvor einige bedeutende und grundlegende Änderungen an der Verfassung durchgeführt hatte.
So wurden die Sonderrechte der Monarchie eingeschränkt und Justiz und Verwaltung voneinander getrennt. Ihr Sohn übernahm von1780- 1790 die Amtsgeschäfte. Er war ein aufgeklärter Absolutist, welcher durch seine Reformen den großen Einfluss des Adels und des Klerus vermindern wollte, Außerdem wollte er das „Glaubensmonopol“1 der katholischen Kirche brechen. Um dies zu erreichen, schaffte er die Leibeigenschaft ab und schloss viele Klöster, die „im volkswirtschaftlichen Sinne unproduktiv waren“2, die also weder Schulen, noch Krankenpflege noch andere soziale Aktivitäten betrieben. Zu weiteren Reformen kam es aufgrund der Widerstände aus den österreichischen Niederlanden und Ungarns nicht.
Nach seinem überraschenden Tod wurde 1790 sein jüngerer Bruder Leopold ΙΙ. Nachfolger auf dem Posten als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Dieser war den größten Teil seiner Regierungszeit damit beschäftigt die überstürzten Reformen seines Bruders Joseph zurück zu nehmen. Aber auch er starb 1792 genauso überraschend, wie Joseph ΙΙ. zwei Jahre zuvor. Diesmal wurde Leopolds Sohn Franz Thronnachfolger.

1.2 Österreich während und nach den Napoleonischen Kriegen
Am 11. August 1804 proklamierte Franz ΙΙ. das Kaisertum Österreich, mit dem Zweck „seine kaiserliche Hausmacht zu erhalten und damit die Ranggleichheit mit Napoleon I. zu wahren, der sich am 18. Mai zum erblichen Kaiser von Frankreich ernannt hatte“3. Weil Franz ΙΙ. damit gegen das Reichsrecht verstieß, hörte das Heilige Römische Reich praktisch schon zu diesem Zeitpunkt auf zu existieren.
Dennoch legte er die Krone erst zwei Jahre später, also 1806 nieder und löste das Alte Reich offiziell auf. War er vorher Kaiser Franz ΙΙ. vom Heiligen Römischen Reich, so war er jetzt Kaiser Franz Ι. von Österreich. Eine wichtige Rolle in seiner Politik spielte Graf Klemens Wenzel Lothar Nepomuk von Metternich. Metternich wurde 1809 Außenminister von Österreich.
Es gelang ihm die Bedeutung der Monarchie wieder zu erhöhen, zum Beispiel indem er die Heirat Napoleons mit der Erzherzogin Marie- Louise zustande brachte. Nach dem Ende der Napoleonischen Kriege führte Metternich den Vorsitz im Wiener Kongress.
Durch den Kongress gewann Österreich viele Gebiete zurück, die es vorher verloren hatte. 1815 wurde in Frankfurt unter dem Vorsitz Österreichs der Deutsche Bund „als Nachfolger des Heiligen Römischen Reiches gegründet“4. Metternich richtete in Österreich einen Polizeistaat ein, zu dem auch Zensur und Bespitzelung gehörten. Zusammen mit den Karlsbader Beschlüssen wird dieses System Metternich’sches System genannt. Metternich wurde 1821 zum Haus- Hof- und Staatskanzler ernannt. Die revolutionäre Bewegung von 1848/49 zwang Metternich zum Rücktritt.

2 Lebenslauf

2.1 Kindheit und Jugend Schuberts
2.1.1 Die Zeit im Konvikt
Franz Peter Seraph Schubert wurde am 31.1.1797 in Wien als Sohn des Schulmeisters Franz Theodor Schubert (1763- 1830) und Maria Elisabeth Vietz (1756- 1812) geboren. Schuberts Vater förderte seine musikalische Begabung und von ihm erhielt Schubert auch den ersten Musikunterricht im Violinenspiel. Sein Bruder Ignatz unterrichtete ihn in Klavier. Auch wurde er vom Chorregenten der Lichtentaler Pfarrkirche Michael Holzer (1772- 1826) in Generalbass, Orgel und Gesang unterrichtet. Dieser konnte ihm allerdings wenig Neues beibringen. Schubert hatte eine gute Sopranstimme weshalb sein Vater schon 1804 bei Antonio Salieri (1750- 1825), dem kaiserlichen Kammerkomponisten und Kapellmeister der italienischen Oper sowie Kapellmeister der kaiserlichen Hofkapelle vorsprach, um Schuberts Können „im Hinblick auf eine mögliche Aufnahme als Hofsängerknabe“5 unter Beweis zu stellen. Denn als Sängerknabe galt man in dieser Zeit noch als etwas. Er wurde aufgenommen und trat nach der erfolgreich bestandenen Aufnahmeprüfung am 1. Oktober 1808 als Hofsängerknabe in das kaiserliche Stadtkonvikt ein. Hier sollte er auch seine späteren langjährigen Freunde Joseph von Spaun, Albert Stadler und Anton Holzapfel kennen lernen. Salieri, der Komponisten wie Beethoven, Liszt und Johann Nepomuk Hummel unterrichtet hatte, wurde nun auch Schuberts Lehrer.
Er und der Hoforganist Vacláv Ruzička (1758- 1823) unterrichteten ihn in Generalbass und Komposition. Schuberts Studienweg wurde schon in dieser frühen Phase von Salieri beeinflusst.
Das Konvikt, das Schubert besuchte, war keine Musikschule, auch wenn Musik als Bildungsmittel dort gepflegt wurde und zehn Zöglinge als Hofsängerknaben in der kaiserlichen Kapelle zu dienen hatten. Ein späterer Förderer Schuberts, Graf Moritz von Dietrichstein hatte die Oberleitung des Konvikts. In Violine und Klavier wurde Schubert vom Leiter des Konviktorchesters Wenzel Ruzička unterrichtet. Als erstem Sopransänger bot sich Schubert die Möglichkeit Einblicke in die Werke von unter anderen Mozart, Salieri und Albrechtsberger zu nehmen. So erlernte er die in der Kirchenmusik gängige Setzweise. Da Schubert dem kaiserlichen Hof als musikalisches Talent aufgefallen war, kam die Anweisung von ganz oben, auf seine musikalische Bildung besonders zu achten. Diese lobenden Beschreibungen wiederholten sich, bis am 21. Juli 1812 vermerkt wurde, dass er „die Stimme mutieret“6 habe, also in den Stimmbruch gekommen war. Was Schuberts schulische Leistungen betraf, so gab es in den ersten Semestern nichts einzuwenden, denn seine Leistungen waren sehr gut. Als er allerdings nach vier Jahren die vier Grammatikalklassen hinter sich gebracht hatte, fingen seine Probleme am Anfang der ersten von zwei Humanitätsklassen an. Seine Leistungen in Latein und Mathematik verschlechterten sich zusehends. Das konnte daran liegen, dass er vielleicht zu viel komponierte oder dass ihn die Fächer einfach nicht interessierten, da er sie für seinen späteren Werdegang nicht benötigte. Denn die Messtexte in lateinischer Sprache waren auch ohne hervorragende Sprachkenntnisse zu verstehen. Die Leistungen wurden allerdings in drei Stufen klassifiziert, in Auszeichnung, erste und zweite Klasse, wobei die zweite Klasse zu gleich bedeutete, dass der Schüler das Konvikt verlassen musste. Und nur weil Direktor Lang und Salieri die Bewilligung zur Ablegung einer Wiederholungsprüfung erreichten, konnte Schubert erst einmal seinen Verbleib im Konvikt sichern. Auch hatte Schubert Rückenhalt vom Kaiser persönlich, der meinte, dass ihm unbedingt ein Stiftungsplatz gewährt werden müsse. Schubert machte aber von dem Angebot des Kaisers keinen Gebrauch und verlies im November 1813 das Konvikt. Die Zeit im Konvikt war für Schubert sehr bedeutungsvoll, da hier die Basis für seine Bildung gelegt wurde. Auch weil er hier Dichtern wie Friedrich Gottlieb Klopstock, Friedrich Matthisson und Matthias Claudius entdeckte, deren Texte er später für seine Liedvertonungen wählte.

2.1.2 Schuberts frühste Schaffensphase
Die frühste Schaffensphase Schuberts setze vermutlich 1807 ein. In dieser Zeit fing Schubert an, sich mit Liedkompositionen zu beschäftigen, gleichzeitig wollte er sich aber auch andere Gattungen aneignen.
Als erstes Werk hat sich die vierhändige Fantasie in G-Dur D1 (D steht für die von Otto Erich Deutsch vorgenommene Nummerierung der Werke Schuberts) von 1810 erhalten. Zwar hatte Schubert auch schon vorher Werke geschrieben, aber durch seine früh einsetzende Selbstkritik wieder vernichtet. Weitere frühe Werke sind nach intensiven Studien der Balladen Johann Rudolf Zumsteegs (1760- 1802) die Balladen Kompositionen Hagars Klage D5, Leichenfantasie D7 und Vatermörder D10.
In diese Zeit fällt auch der Beginn der Studien bei Salieri, die Schubert allerdings ziemlich nachlässig betrieb. Er legte keine planmäßigen Niederschriften an und da ein großer Teil seiner Mitschriften verloren ist, lässt sich nur sehr lückenhaft sagen, welche Arbeiten er erledigte. Salieris Unterricht war auf das Studieren der Partituren älterer italienischer Komponisten ausgerichtet. Auf seine Anregung hin entstand das Bühnenstück Des Teufels Lustschloss D84. Salieri blieb, auch nachdem Schubert das Konvikt verlassen hatte, dessen Privatlehrer. Schubert musste auf Betreiben seines Vaters bis zum Sommer 1814 eine Lehre an der Lehrerausbildungsanstalt absolvieren. Dort sollte er zum Schulgehilfen ausgebildet werden. Im August 1819 wurde ihm bescheinigt, dass er weder in den praktischen noch in den theoretischen Fächern eine besondere Befähigung habe. In diesem Zeitraum sind neben einigen Bühnenwerken und anderen Kompositionen mehr als zweihundert Lieder entstanden, wodurch die Kompositionsarbeit mehr Zeit in Anspruch nahm als die des Hilfslehrers. Dies könnte zu Spannungen zwischen Vater und Sohn geführt haben, da Franz Theodor Schubert zwar am Anfang die musikalische Entwicklung seines Sohnes förderte, jetzt aber wollte, dass Schubert einen Beruf erlernte, mit dem er Geld verdiente. Andererseits aber war dem Vater nicht entgangen, dass Schubert im Gegensatz zu seinen beiden Brüdern Ferdinand und Ignaz nicht zum Lehrerberuf taugte. Ferdinand Lukas (1794- 1859) war ein mit wenig Phantasie ausgestatteter Lehrer, der stets nur seinen eigene Karriere im Sinn hatte. Ignaz (1785- 1844), der älteste Bruder war ebenfalls Schulgehilfe und wurde nach dem Tod des Vaters dessen Nachfolger in der Schule in Rossau. Von ihm hatte Schubert seinen ersten Klavierunterricht erhalten. Und weil sich der Vater Schuberts durchaus den Schwierigkeiten im Leben eines freischaffenden Künstlers bewusst war, bestand er wenigstens auf einen geregelten Lehrabschluss. Letztendlich aber hat er seinen Sohn vor dem Lehrerberuf bewahrt.

2.2 Die Jahre 1814 bis 1816
Im September 1814 wurde als erstes seine Messe in F-Dur D105 in der Lichtentaler Kirche und anschließend vor einem ausgesuchten Publikum in der Augustiner Kirche öffentlich aufgeführt. Nun zeigte sich, dass Schubert „mit dem Entschluss, die Komponistenlaufbahn gegen den Schuldienst zu tauschen, richtig gewählt hatte“7.
Seine letzte Unternehmung in der Lehrertätigkeit bestand darin, dass er 1816 sich halbherzig als Musikdirektor in Laibach bewarb. Diese Position erhielt dann aber doch Frank Sokoll aus Klagenfurt. Wenn Schubert diese Stellung erhalten hätte, dann hätten sein Lebenslauf und seine kompositorische Entwicklung eine ganz andere Wende genommen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass er diese Position nur anstrebte, um sich finanziell abzusichern und die Verbindung mit Therese Grob, Sängerin im Chor der Lichtentaler Kirche, aufrechterhalten zu können. Sie sang später das Solo der Sopranpartie bei der Uraufführung der F-Dur Messe D105 und bekam von Schubert ein eigens für sie zusammengestelltes „Liederalbum“.
1814 vertonte Schubert zum ersten Mal einen Goethe-Text. Mit Gretchen am Spinnrade D118 landete er „einen Geniestreich ersten Ranges“ 8. Dies war der Beginn der so genannten „Liederjahre“ in denen Vertonungen von Texten von knapp 50 Dichtern erfolgten. Darunter Goethe, Franz von Schober, Theodor Körner und Klopstock. Durch diese umfangreichen Studien, erwarb sich Schubert bemerkenswerte literarische Kenntnisse. Diese Jahre wurden die entscheidenden für die Ausprägung seines Liedstils. Im Herbst 1816 löste er sich von der Liedtradition des 18. Jahrhunderts und rückte allmählich von der rezitativischen Liedgestaltung ab. In diesem Jahr bildeten noch die Gesänge des Harfners D478 von Goethe und Der Wanderer D489 auf einen Text von Georg Philipp Schmidt von Lübeck kompositorische Einschnitte. Schuberts Interesse richtete sich Ende 1816 nach der Beendigung des Unterrichts bei Salieri auf die Dichtung der Romantik. Die Anzahl seiner Werke war nun auf fünfhundert angestiegen.

2.3 Die Jahre des Umbruchs 1817-1823
Schubert wohnte nun bei seinem Freund Franz von Schober (1786- 1882), da er mit seinem Vater in Konflikt gekommen war, was seine Arbeit als Schulgehilfe betraf. Durch diesen Umstand sind die biographischen Fakten sehr dünn.
Man weiß, das er mehreren Kreisen angehörte, unter anderen dem österreichischen Kreis zu welchem auch Konviktskollege Josef Kenner und der Prälat des Stiftes St. Florian, Friedrich Mayr gehörten. Hier wurde über ethische Anliegen, Vaterlandsliebe und Freundschaftskultur gesprochen.
Der Kreis fand ein jähes Ende, als er den Verdacht einen revolutionären Geheimbundes bei der Polizei erregte und Johann Senn, der geistliche Führer, inhaftiert wurde. Im Jahre 1818 nahm Schubert den Posten eines Klavierlehrers bei der Familie des Grafen Johann Karl Esterházy (1775- 1834) auf ihrem Sommersitz in Zselész, Ungarn an. 1824 bekleidete er diesen Posten zum zweiten Mal. In der ersten Hälfte des Jahres 1818 entstanden nur drei Liedvertonungen, in der zweiten noch 11 weitere.1819 begann er mit der Messe in As-Dur D678. Diese Arbeit zog sich mehrere Jahre hin. Im Februar 1820 wurde der Lazarus, ein religiöses Drama begonnen. Es wurde allerdings nie beendet.
Insgesamt sind diesen Jahren Bühnenwerke wie Die Zwillingsbrüder D647 (1818/19), Die Zauberharfe D644 (1820) und die Oper Fierrabras (1823) vorrangig. Nach einigen Rückschlägen von Aufführungen und der Komposition einer Oper wurde das Thema Bühne aus Schuberts kompositorischem Interessengebiet verdrängt.

2.4 Die Jahre 1824 bis 1828
Anfang 1823 gab es bereits Anzeichen für die Geschlechtskrankheit Syphilis.
Die Erkrankung wurde aber geheim gehalten. Schubert litt unter mehreren Krankheitsschüben. Deshalb wurde er von seinem Arzt August von Schaeffer wahrscheinlich im Herbst 1823 in ein Krankenhaus überwiesen, wo er mehrere Wochen stationär bleiben musste. Im März schien durch die Behandlungen eines Dr. Bernhardts eine gewisse Besserung eingetreten zu sein.
Durch die Behandlung mit Quecksilberdampfbädern wurde sein Immunsystem kontinuierlich geschwächt. In diese Situation setzte eine intensive Arbeitsphase ein, die als „Spätwerk“ bezeichnet wird. Hier erfolgte eine Umschichtung von den großen Formen der Opern auf den instrumentalen und kammermusikalischen Bereich. Im März 1825 komponierte er die
Große C-Dur Sinfonie D944. 1825/26 wurden noch die Sonaten D845, D850 und D894 komponiert. Die Arbeitsleistung Schuberts im letzten Lebensjahr ist unvorstellbar. 1828 trat bei ihm ein „Nervenfieber“ auf: offensichtlich der Bauchtyphus, ausgelöst durch Salmonellen. Nach dem Delirium erfolgte am 19. November 1828 der Tod.

3 Werke

3.1 Schuberts Gesamtwerk
Schubert war ein Komponist, der unglaublich schnell arbeitete. Dies erklärt wohl auch, weshalb er trotz seines kurzen Lebens der Nachwelt so viele Stücke hinterlassen konnte.
Darunter 9 Opern (4 vollendet), 5 Operetten, 9 Ouvertüren, 6 Messen, ca. 600 Lieder, 12 Sinfonien, 12 Streichquartette, 21 Sonaten und noch einiges anderes mehr.
Schubert war neben Haydn, Mozart, Beethoven, Carl Maria von Weber und Felix Mendelssohn Bartholdy einer der bedeutendsten Komponisten seiner Zeit.

3.2 Symphonie in C-Dur ( Die Große – D 944)
3.2.1 Einführung

Die Symphonie in C-Dur wurde zwischen 1825 und 1827 komponiert und am 21. März 1839 im Gewandhaus Leipzig unter der Leitung von Felix Mendelssohn Bartholdy uraufgeführt. Die Besetzung waren zwei Flöten, zwei Oboen, zwei Klarinetten, zwei Fagotte, zwei Hörner, zwei Trompeten, drei Posaunen, Pauken, und ein Streichquintett.
Die Satzbezeichnung lautet wie folgt: 1. Andante – Allegro ma non troppo; 2. Andante con moto; 3.Scherzo. Allegro vivace – Trio; 4. Finale – Allegro vivace
Die Symphonie in C-Dur ist die letzte Symphonie Schuberts. Nach langer Forschung wurde endgültig bewiesen, dass sie identisch ist mit der so genannten Gmunden-Gasteiner-Symphonie, die lange Zeit als verschollen galt. Die Symphonie in C-Dur war eine Widmung an die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien und wurde Ende 1826 überreicht.

3.2.2. Andante – Allegro ma non troppo – Der erste Satz
Das Andante des ersten Satzes beginnt mit einer von den Hörnern gespielten Melodie, die sich nur schlicht und natürlich anhört. Die Eröffnungsmelodie mutet geradezu zuversichtlich und feierlich an. In den ersten acht Takten geschieht etwas im sonst üblichen Rahmen eines Achttakters Unübliches: Auf zwei intervallisch sehr ähnliche Takte, die rhythmisch aber gegenläufig und harmonisch widersprüchlich sind – der erste deutet nach C-Dur, der zweite nach a-Moll – folgt ein dritter wie ein Echo.
Der vierte Takt gleicht zwar rhythmisch dem dritten, aber zwei seiner Töne entstammen dem ersten Takt, womit er wieder auf C-Dur hindeutet. Dagegen deutet der fünfte Takt wieder auf a-Moll hin, weil er dem zweiten Takt gleicht.
Als rhythmisches Echo folgen der sechste und der siebte Takt. Sie sind erst gleich im Tempo, werden dann langsamer und verklingen letztendlich im Ton c, der nun endlich als Grundton bestätigt wird (vgl. hierzu Notenbeispiel 1 im Anhang 4.1 Bilder). Durch diese langwierige Beschreibung wird die komplexe Konstruktion des Themas deutlich.
In den Hörnern ertönt das Thema im Piano und verklingt im Pianissimo. Die Streicher und Holzbläser nehmen es auf, und variieren es leise und wieder ins Pianissimo zurücksinkend.
Dann, nach nur einem Crescendo-Takt beginnt das Thema im Fortissimo in Streichern und Posaunen über Paukenwirbeln (Takt 29). Durch die neue Klangfarbe ist die Stimmung völlig verändert. Nun wirken die Posaunen feierlich und durch die neue Lautstärke auch etwas bedrohlich. Besonders dann, wenn sie die leisen Holzbläser mit einem lauten Echo imitieren. Stehen die Posaunen wieder im Fortissimo im Vordergrund, weicht die Grundtonart dem mit
c-Moll verwandtem, dunkler klingendem As-Dur. Doch bald kehrt C-Dur zurück. Und damit treten nun auch die helleren Klangfarben der Holzbläser wieder hervor. Gleichzeitig steigern die Violinen durch ihre Triolen die Bewegungsenergie, die Lautstärke nimmt zu und mit dem Forte beim Allegro ma non troppo steht nun das gesamte Orchester im Vordergrund.
Das Hauptthema stammt aus dem zweiten Takt der Einleitung, der sich zum prägnanten Rhythmus verselbstständigt und ist eher rhythmischer Natur.
Dieser Symphoniesatz enthält keine einzige Pause in allen Stimmen gleichzeitig. Pausiert eine Stimme, läuft mindestens eine andere weiter.
Beim Übergang vom Haupt- zum Seitensatz erscheint die neue Tonart e-Moll sehr plötzlich. Die Triolen weichen langsameren Vierteln, die Punktierungen einer sanfteren Achtelbewegung in den Streichern, die Oboen und Fagotte intonieren eine neue Melodie. Auch dieses Seitensatzthema mündet wie so oft bei Schubert in eine Phase gesteigerter Erregung, bei der die Tanzmelodie der Oboen und Fagotte ins Stocken gerät und nur die Begleitung unablässig bewegt bleibt, bevor das Seitensatzthema in G-Dur wiederholt wird. Nun setzten auch die Posauen, die sich bisher im Hintergrund gehalten haben, wieder ein und intonieren, zunächst im entlegenen As-Dur und Pianissimo, ein „Memento“ (einen Gedanken) das an die Einleitung erinnert. Noch einmal erfolgt eine Steigerung, die erst im Fortissimo (T.228) und dann gar im dreifachen Forte (T.237) gipfelt. Nun leitet die unablässige Bewegung weiter in die Durchführung (T.254-355).
Eine Rückung führt von G-Dur nach As-Dur, und damit in einen völlig anderen, aber nicht ganz neuen Bereich: As-Dur war in der Einleitung verklungen, als die Posaunen sich des Themas bemächtigt hatten. Hier werden aber zunächst nur die Punktierungen des Hauptsatzthemas mit Motiven des Seitensatzes kombiniert.
Auch hier verzögert Schubert in dieser Reprise die traditionelle Befestigung der Haupttonart wie in vielen seiner Sonatensätze; C-Dur erscheint zwar im Hauptsatz, im Seitensatz werden aber c-Moll und a-Moll vor C-Dur erreicht, und die Steigerung führt nach As-Dur. In dieser Tonart setzen die Posaunenrufe wieder ein.
Die Kadenz nach C-Dur beginnt in Takt 564. C-Dur ist hier nicht nur die Tonart, die über den dunkleren Bereich der Posaunenrufe triumphiert, sondern zugleich die endgültige Wiedergewinnung und Befestigung der Haupttonart. Da sich an dieser Stelle die traditionelle Aufgabe der Reprise eines Sonatensatzes hiermit erfüllt hat, könnte der Satz eigentlich hier enden. Aber die immer noch ungebremste Bewegungsenergie kommt nicht einmal zur Ruhe. In nochmals gesteigerter Bewegung beginnt die Coda (T.570-685) ähnlich der Durchführung, der C-Dur-Bereich wird erweitert durch erregte Modulationen in Klänge, die expandieren, bis sie wieder C-Dur erreichen, und schließlich erfüllt sich die Spannung in einer Verherrlichung des Einleitungsthemas, Ausgangspunkt und Ziel einer ununterbrochenen Entwicklung von fast 700 Takten.

3.2.3. Andante con moto – Der zweite Satz
Der zweite Satz ist ein Marsch. Auch hier schreibt Schubert ein recht rasches Tempo vor, das diesen Satz an den vorigen bindet. Die unablässige Bewegung wird auch hier wieder aufgegriffen. So wie der Satz beginnt, könnte er schon länger in Bewegung sein, als höre man durch eine plötzlich geöffnete Tür Musik, die bereits angefangen hat: ein Kunstgriff, den Schubert dadurch erreicht, dass sämtliche Glieder der Melodie in den tiefen Streichern auftaktig angelegt sind. Das Thema, das nach den ersten Takten einsetzt, ist eine der in sich selbst zurücklaufenden Melodien, die ewig weiter kreisen könnten, wie Schubert sie gern verwendet. Sie ist asymmetrisch: Die dreitaktige erste Phrase (T.8-10) ist für einen regulären Marsch zu kurz, dafür ist die nächste Wiederholung ausgedehnt und hat keinen richtigen Schluss. Dieses Mittel nutzt Schubert immer wieder um den Marsch voran zu treiben.
Auch wenn der Bewegungsfluss immer wieder gehemmt wird (vgl. etwa T.10, 15, 16, 19, etc.), geht die Bewegung doch immer weiter: Als etwa die Melodie im lyrischen As-Dur den Marsch zu vergessen scheint (ab T. 24), bricht er wie ein Peitschenschlag – vom vollen Orchester gespielt (in T. 30) – wieder herein.
Der erste Themenkomplex endet nach einer Wiederholung dieser Episoden in den stockenden akzentuierten Vierteln, die, stufenweise sinkend und in dunkler Klangfarbe, in einen Kontrastteil (F-Dur) münden. Sein lyrischer Charakter erinnert an die Episode in As-Dur, aber die wiederholten Viertel binden ihn auch mit dem Marschthema. Nun folgt eine sonatensatzartige Reprise.
Ihr Vorbote könnte der schon vorher schockierende „Peitschenschlag“ gewesen sein. In der Reprise wechseln Posaunenklänge, verstärkt von Holzbläsern, mit hoch erregten Marschrhythmen in den Streichern und Militärsignalen in Trompeten und Hörnern. Die erste Generalpause des Satzes erfolgt im Takt 250. Der Seitensatz wird zunächst in A-Dur wiederholt. Später wendet er sich nach fis-Moll, anschließend folgt erneut der Marsch. Der Satz klingt mit akzentuierten Vierteln aus; erst mit bedrohlichen Fortissimo-Klängen, dann leise und, da die Posaunen und die anderen Blechbläser mitwirken, etwas unheimlich.

3.2.4. Scherzo. Allegro vivace – Trio – Der dritte Satz
Das Scherzo setzt mit einem ganz neuen Tonfall ein; das Hauptsatzthema gibt sich laut und – wegen des Staccatos – ziemlich ruppig. Im Unisono-Beginn „neckt“ es den Hörer mit unbestimmter Harmonik, bevor es in einem doppelt so langen Nachsatz feststellt, dass selbstverständlich C-Dur die Haupttonart ist und gleich aber B-Dur ins Gespräch bringt.
Das Thema prägt den ganzen Satz. Die Durchführung beginnt in As-Dur, der Tonart, die im ersten Satz eine ganz andere und dunklere Welt eröffnet hatte. Hier wirkt sie nicht so, obwohl auch hier die Blechbläser mitspielen. Aus dem munteren Hauptsatzthema in den Streichern entspringt in Oboen und Klarinetten eine veränderte Melodie (T.65). In der Reprise ist das lustige Hauptthema akkordisch ausgesetzt und durch Imitationen im Pianissimo hat es jede Derbheit verloren.
Gegen Ende taucht eine der Melodien aus der Durchführung noch einmal auf (T. 221).
Wesentlich ruhiger als das Scherzo wirkt bei gleichem Grundtempo das Trio in As-Dur mit seinen weit ausschwingenden Melodien.

3.2.5. Finale. Allegro vivace – Der vierte Satz
Das Finale beginnt mit einer triumphierenden Bläserfanfare, der sich die Streicher mit einer triolischen Variante anschließen. Erst leise, dann immer lauter stürmen sie aufwärts und sprengen dabei wie in großer Begeisterung das metrische Gleichmaß der ersten Takte. Das zweite Hauptsatzthema (T.37) ist ruhiger, lässt sich aber vom allgemeinen Jubel anstecken und leitet in das erste Thema zurück. Nach einer großen Generalpause stimmt der Seitensatz (T.165) einen ganz anderen Ton an, nämlich Tanzmusik. Die Begleitfiguren der Tanzmusik stammen aus dem zweiten Takt. In der Durchführung erscheint, zunächst in Es-Dur, ein deutlicher Anklang an Beethovens „Freudenthema“, das vielfältig kontrapunktisch bearbeitet wird.
Es tritt auch in den dunkleren Tonarten As- und Des-Dur (T.409, 433) auf und beginnt mit flirrenden Streichertremoli geheimnisvoll zu wirken. Wenn schließlich die Tanzmelodie, von den Posaunen intoniert, hinzukommt, bleibt offen, ob der Tanz durch deren dunklen Klang verfremdet wird oder ob er die sonst so bedrohliche Wirkung dieser Instrumente mildert.
Nach einer langen Phase in G-Dur, als Halbschluss von c-Moll eingeführt, beginnt die Reprise in dessen Parallele Es-Dur (T. 599), durchläuft mehrer Tonarten in Terzschritten und erreicht die Grundtonart erst im Seitensatz (T. 752). Zwar wendet sich der Harmonieverlauf noch gelegentlich in dunklere Tonarten; ebenso in der Coda, in der die Posaunen diesen Effekt noch verstärken und alle Themen des Satzes kulminieren. Schließlich aber triumphieren die Fanfarenklänge in C-Dur.
In Eduard von Bauernfelds Nekrolog Über Franz Schubert (1829) heißt es: „Zu den größeren Werken aus den letzten Jahren gehört auch eine im Jahr 1825 zu Gastein geschriebene Symphonie, für welche ihr Verfasser eine besondere Vorliebe hatte“ (Deutsch, Erinnerungen, S. 40).
Und nicht nur Schumann schloss sich diesem Urteil an. In der Rezension von 1839 schrieb er:
„Die Symphonie hat denn unter uns gewirkt, wie nach den Beethovenschen keine noch. Künstler und Kunstfreunde vereinigen sich zu ihrem Preise.“

4 Anhang

4.1 Bilder

Franz Schubert Salieri im Alter von 65 Jahren

Graf Klemens Wenzel Lothar Nepomuk von Metternich Josef von Spaun
etwa zu Zeit des Wiener Kongresses (1814/15)

Franz von Schober Josef Kenner

Notenbeispiel 1 zum Achttakter

5. Quellen
5. Quellen
Ernst Hilmar
Franz Schubert
Rowohlt Taschenbuch Verlag
Reinbek bei Hamburg 1997
ISBN 3-499-50608-4

Alfred Baumgartner
Propyläen Welt der Musik: die Komponisten: ein Lexikon in 5 Bänden
Band 5 Sartorio – Zwyssig
Propyläen Verlag
Frankfurt am Main 1989
ISBN 3-549-07830-7

Richard Petzold
Franz Schubert Sein Leben in Bildern
VEB Bibliographisches Institut Leipzig
Leipzig 1953

Redaktion: Erhard Bethke Herausgegeben von Heinrich Pleticha
Deutsche Geschichte
Band 9 Von der Restauration bis zur Reichsgründung 1815-1871
Bertelsmann Lexikon Verlag
Gütersloh 1993
ISBN 3-570-03763-0

Herausgegeben von Renate Ulm
Franz Schuberts Symphonien Entstehung, Deutung, Wirkung
Deutscher Taschenbuch Verlag München 2000 und
Bärenreiter-Verlag Kassel 2000
ISBN 3-7618-1490-9 (Bärenreiter)
ISBN 3-423-30791-9 (dtv)

Klaus Bangerter
Franz Schubert Große Sinfonie in C-Dur, D 944
Wilhelm Fink Verlag
München 1993
ISBN 3-7705-2709-7

Paul Mies Herausgegeben von Walther Vetter
Franz Schubert
VEB Breitkopf und Härtel Musikverlag, Leipzig
Leipzig 1954

Wikipedia Die freie Enzyklopädie Ausgabe 2006/ 2007 (DVD-ROM)
DirectMedia Publishing GmbH 2006 ISBN 3-89853-021-3

5.2 Zitatquellen

1 Wikipedia Die freie Enzyklopädie Joseph II. (HRR)

2 Wikipedia Die freie Enzyklopädie Joseph II. (HRR)

3 Wikipedia Die freie Enzyklopädie Franz II. (HRR)

4 Wikipedia Die freie Enzyklopädie Geschichte Österreichs

5 Ernst Hilmar Franz Schubert Seite 17 Zeile 10-11

6 Ernst Hilmar Franz Schubert Seite 136 Anmerkungen zitierte Literatur Nr. 26

7 Ernst Hilmar Franz Schubert Seite 23 Zeile 37-38

8 Ernst Hilmar Franz Schubert Seite 136 Anmerkungen zitierte Literatur Nr. 40

5.3 Bildquellen

Deckblatt Richard Petzold Franz Schubert Sein Leben in Bildern

Franz Schubert Wikipedia Die freie Enzyklopädie Franz Schubert

Salieri Wikipedia Die freie Enzyklopädie Salieri

Metternich Wikipedia Die freie Enzyklopädie Metternich

Josef von Spaun Richard Petzold Franz Schubert Sein Leben in Bildern

Franz von Schober Richard Petzold Franz Schubert Sein Leben in Bildern

Josef Kenner Richard Petzold Franz Schubert Sein Leben in Bildern

Lazarettstadt Mindelheim

1. Vorwort

2. Mindelheim, Lazarettstadt während und nach dem II.
Weltkrieg
2.1 Lazarette in Mindelheim
2Einrichtung und Bestand des Lazaretts auf der Mindelburg
und in der ehemaligen Oberschule
2.3 Bedeutung des Lazaretts auf der Burg für die Stadt
Mindelheim bei Kriegsende

3. Zahlen und Fakten

4. Die Ärzte der Versehrten
5. Professor Dr. Dr. Martin Herrmann
6. Dr. Johannes Müller

5. Verwundungen und Operationsarten

6. Das Lazarett für Gesichts- und Kieferverletzte aus der
Sicht eines Betroffenen
6.1 Individuelles Schicksal
6.2 Persönliche Problemsituationen
6.3 Verein der Gesichts und Kieferverletzten

7. Schlußwort

8. Anhang
8.1 Anmerkungen
8.2 Quellenverzeichnis
8.2.1 Bücher
8.2.2 Zeitungstexte
8.2.3 Sonstige schriftliche Quellen
8.2.4 Interviews
1. Vorwort

Schon während meiner Grundschulzeit fielen mir die verblaßten, großen, roten Kreuze an der alten Knabenschule auf. Erst Jahre später habe ich von dem Lazarett, das darin einmal war, erfahren. Auch in meiner späteren Schule, dem Maristenkolleg, war während des Zweiten Weltkriegs ein Lazarett untergebracht. Diese Tatsache brachte mich auf den Gedanken, mich näher mit der Geschichte der Lazarettstadt Mindelheim zu beschäftigen.
Ab und zu begegnet man auf der Straße noch einem jener Menschen, die vor über 50 Jahren in Mindelheim so etwas wie ein neues Zuhause gefunden haben. Freiwillig sind sie, die Kriegsverletzten, nicht in die Frundsbergstadt gekommen. Sie sind hierher in Lazarette gebracht worden, damit die Verwundungen, die sie aus den schrecklichen Kämpfen des Zweiten Weltkrieges davongetragen haben, ausheilen können. Von ihnen, hauptsächlich von den Gesichts- und Kieferverletzten, und der Lazarettstadt Mindelheim soll meine Facharbeit handeln. Die Recherchen dazu gestalteten sich schwieriger als ursprünglich erwartet, weil nahezu alle amtlichen Unterlagen kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs vernichtet worden sind. So schreibt mir auf eine schriftliche Anfrage Verwaltungs-Oberamtsrat Manfred Putz vom Landratsamt Unterallgäu: „Das von Ihnen angepeilte Thema ist, so interessant es heimat- und regionalgeschichtlich erscheint, um so problematischer in der Quellenlage. … sind die entsprechenden Unterlagen – sofern sie sich beim Landratsamt (Mindelheim) befanden, zum Kriegsende restlos vernichtet worden…“.1 Das Bundesmilitärarchiv in Freiburg teilt mir in einem Schreiben mit: „Von den Lazaretten in Mindelheim (seinerzeit Wehrkreis VII – München) liegen hier aus der Zeit vor 1945 keinerlei Dokumente vor. (…) Die Überlieferungen der Sanitätsabteilungen des Wehrkreises VII gerieten vollständig in Verlust.“2 Eine ähnliche Antwort erhielt ich ebenfalls vom Amt für Versorgung und Familienförderung in Augsburg, und auch das Bayerische Hauptarchiv in München konnte mir nicht weiterhelfen. Durch intensive Nachforschungen und zahlreiche Telefonate ist es mir trotzdem gelungen an wichtige Informationen zu gelangen. Für meine Facharbeit stützte ich mich vor allem auf einige Kopien des Staatsarchivs Augsburg, zahlreiche Artikel und Aussagen von persönlich Betroffenen.

2. Mindelheim, Lazarettstadt während und nach dem Zweiten Weltkrieg

Ab 1939 erfolgte in unserem Raum die vereinzelte, kriegsbedingte Einrichtung von Hilfs-, Reserve-, und Heimlazaretten, verstärkt ab dem Jahre 1942.
1940 werden die ersten verwundeten Soldaten nach Mindelheim ins damalige Kreiskrankenhaus, das nun als Reservelazarett unter der Leitung von Oberstabsarzt Dr. Hofmann, Dr. Hirte und Dr. Feldmaier steht, gebracht. Maria Malinowski, damals Sekretärin im Krankenhaus, erinnert sich noch genau an die Ankunft der ersten Soldaten: „Viele waren verlaust und hatten ansteckendes Fleckfieber, so daß sie erstmal gebadet wurden, und dann in Quarantäne kamen.“3 Ab Februar 1942 steigt die Zahl der Kriegsverletzten, die Mindelheim erreichen, rapide an. Man hat mit weniger Opfern gerechnet, denn schon am 21. April 1942 schreibt der Landrat von Mindelheim an das Staatliche Gesundheitsamt Mindelheim: „(…) Die Krankenhäuser des Kreises sind, besonders da das Kreiskrankenhaus Mindelheim, wegen seiner Beanspruchung als Reservelazarett fast völlig ausfällt, ständig sehr stark belegt, so daß oft Schwierigkeiten mit der Unterbringung von ernstlich krankenhauspflegebedürftigen Patienten eintreten.“4 Er empfiehlt deshalb, die Ärzteschaft des Landkreises darauf aufmerksam zu machen, daß Entbindungen grundsätzlich nicht in Krankenhäusern durchgeführt werden, sondern „zu Hause zu erfolgen haben“. Lediglich bei Geburten, bei denen vorhersehbare Komplikationen zu erwarten sind, könne eine Ausnahme gemacht werden.

2.1 Lazarette in Mindelheim

Gedenktafel am Internat des Maristenkollegs
In Mindelheim bestand eine größere Anzahl von Militärlazaretten. Insgesamt waren es acht , davon eines im Kloster Lohhof, das ebenfalls zur Frundsbergstadt gerechnet wurde. Wie unüberschaubar ihre Anzahl kurz nach Kriegsende war, zeigt eine Meldung von Bezirksarzt Jaesche. Er schreibt am 6. Juni 1945: „Unter den gegenwärtigen Umständen ist die Zahl der Lazarette sehr wechselnd, ebenso die Bettenzahl. Ich verweise auf die täglichen Meldungen durch die Lazarette selbst.“
Neben dem Teillazarett im Kreiskrankenhaus Mindelheim, das ab 1943 als Hauptlazarett genutzt wurde, waren in folgenden Gebäuden der Frundsbergstadt Lazarette untergebracht: Englisches Institut (Reservelazarett), Maximillianstr. 63, Ehemalige Mädchenvolksschule (Teillazarett für Ohrenkrankheiten), Maximillianstr. 60, Josefsstift (Teillazarett), Krumbacher Str. 18, Maristen-Oberschule (Teillazarett), Alte Knabenschule (Teillazarett), Reichenwallerstr., Arbeitsdienstlager (Teillazarett), Georgenstr., und in auf der Mindelburg (Teillazarett). In den vier zuletzt aufgezählten Lazaretten wurde ab Februar 1945 die Gesichts- und Kieferverletzten-Abteilung des Reservelazaretts IV aus Breslau untergebracht.5

2.2 Einrichtung und Bestand des Lazaretts auf der Mindelburg und in der
Oberschule

Im Januar 1945 erreichte die russische Armee Breslau. Der Geschützdonner war bereits im Osten und Norden der Stadt, die am 20. Januar zur Festung erklärt wurde, zu hören, als ihr Leiter Prof. Dr. Dr. Martin Herrmann noch am selben Tag den Entschluß zur Evakuierung traf. Im Reservelazarett IV in Breslau, in dem Hunderte von Kiefer- und Gesichtsverletzten lagen, hieß es über Nacht aufbrechen, und eine neue Zufluchtstätte suchen. Gemeinsam und ohne jede fremde Hilfe retteten 35Ärzte, etwa 100 Schwestern, Angestellte, Helfer und 300 Lazarettinsassen selbst die wertvollen Instrumente und Einrichtungen. Auf sechzehn zweirädrigen Holzkarren wurden die Instrumente, die Medikamente und Verbandsmittel in der Nacht vom 20. auf 21. Januar verpackt. Gegen acht Uhr verließ der große Treck am nächsten Morgen die Südstadt in Richtung Westen. Je zwanzig Verwundete und ein Arzt zogen die schweren Karren ohne Motor und ohne Pferd über die schneebedeckten Landstraßen Schlesiens. Der Marsch über Sachsen, Oschatz und Franken war überaus mühsam und beschwerlich. Besonders die notwendigen Verbandswechsel und Behandlungen bereiteten unterwegs große Schwierigkeiten. Immer wieder mußten Erholungspausen eingelegt werden, weil die Flüchtlinge erschöpft und übermüdet waren. Obwohl der Treck am Tag nur 15 Kilometer zurücklegte, geschah das Wunder: Zwar sehr erschöpft, aber ohne Verluste kamen die Verwundeten, die vielfach schwere plastische Operationen hinter sich hatten, oder frische Kriegswunden trugen, nach Mindelheim. Das Städtchen an der Mindel war glücklicherweise von den Kriegswirren verschont geblieben, so daß Schulen und öffentliche Gebäude zur Aufnahme von Verletzten bereitgestellt werden konnten.
In der Oberschule, dem heutigen Maristenkolleg, später auch in der Knabenschule, fand das Lazarett eine neue Unterkunft. Auf eigene Initiative Prof. Herrmanns wurden in den kritischen Apriltagen 1945 das ehemalige RAD-Lager und die Mindelburg als provisorische Lazarette eingerichtet und so vor Übergriffen geschützt (siehe auch Punkt 2.3). Auf der Mindelburg und im Cafe Engel entstanden eigene Lazarettapotheken. Die folgenden Monate waren für das Lazarett eine harte Notzeit. Daß die Versorgung der Patienten auch weiterhin sichergestellt war, ist wiederum Prof. Herrmann zu verdanken. Bedingt durch die langsame Abnahme der Lazarettbelegschaft, wurde eine Verschmelzung der Lazarette ermöglicht. Am 30. Juni 1946 wurde das „Kriegsgefangenenlazarett Mindelheim“ in seiner Konstitution aufgelöst, und unter dem Namen „Staatliches Versehrtenkrankenhaus“ vom bayerischen Staat übernommen. Am selben Tag wurde das Lazarett in der Oberschule geschlossen. Die Patienten wurden auf die Mindelburg verlegt.

2.3 Bedeutung des Lazaretts auf der Mindelburg für die Stadt Mindelheim

Als „Retter der Mindelburg“ ist Prof. Dr. Dr. Martin Herrmann in die Mindelheimer Geschichte eingegangen. Ihm ist es zu verdanken, daß Mindelheim, vor allem die Mindelburg, vor Zerstörung und Verwüstung bewahrt blieb. Weil der Burgberg die Grenze zum Flachland bildet, war er ein guter Stellungspunkt. Bis zum 21. April 1945 war die Burg von Hitlerjungen besetzt, die sie bis zum letzten verteidigen wollten.
Erst in den frühen Morgenstunden gaben die Jungen nach Zusprache von Dr. Herrmann ihr sinnloses Vorhaben auf. Gleich nach deren Aufgabe und teilweisen Abzug ließ er das Zeichen des Roten Kreuzes auf dem Dach der Burg hissen. Etwa zur selben Zeit bezog eine bayerische Batterie 150 Meter südwestlich Stellung und ging in Bereitschaft, das Feuer gegen die heranrückenden Amerikaner zu eröffnen. Der Batterieführer konnte sich jedoch dem Argument, er verstoße gegen internationale Bestimmungen, wonach kämpfende Einheiten nicht den Schutz eines Lazaretts als Deckung ausnutzen dürfen, nicht verschließen. Samt Batterie mußte er nach Osten abrücken. Für seine oft schwerverletzten Patienten richtete Dr. Hermann daraufhin weitere Operations- und Pflegebereiche in dem alten Burggemäuer ein.
Am 26. April 1945, wenige Stunden vor Ankunft der ersten Amerikaner in Mindelheim spitzte sich nochmals eine gefährliche Situation zu. Blockadematerial hatte sich im Laufe des Tages an einer Straße oberhalb der Stadt angesammelt. Eine Panzersperre sollte errichtet werden, und einige Mindelheimer fuhren Kies den Burgberg hinauf. Auch Baumstämme lagen auf der Straße. Wieder soll es Dr. Herrmann gewesen sein, der den Leuten gut zuredete. Mit einer weißen Fahne kam er von der Burg und sagte den Männern, daß sie durch ihre Aktion nicht die ganze Stadt am Schluß doch noch gefährden sollten. Daraufhin sei der Ausbau der Panzersperren unterblieben. Ein Anlaß zu Kampfhandlungen bei der Übergabe der Stadt bestand somit nicht mehr.6

3. Zahlen und Fakten

Wie bereits im Vorwort erwähnt, wurden am Kriegsende nahezu alle Akten vernichtet. Verständlich, daß nach 50 Jahren die Betroffenen selbst nur noch vage Informationen, zum Beispiel über Bettenanzahl, Belegungsstärke oder Medikamentenverbrauch
geben konnten. Hier haben mir vor allem das Staatsarchiv in Augsburg, und der Beitrag von Manfred Putz in der „Landkreis Unterallgäu“-Chronik weitergeholfen. Zuerst möchte ich auf die Lazarette, ihren Bestand, und die Patienten eingehen:

Reservelazarett Englisches Institut und Teillazarett Kreiskrankenhaus Mindelheim (ab 1943 Hauptlazarett), sowie Kloster Lohhof: 116 Verwundete, Belegung zunächst mit Soldaten von der Ostfront, rund 300 nachfolgende Verwundete aus Nordafrika, der Halbinsel Krim, Sizilien und Monte Cassino. Ab Dezember 1944 wurden Verwundete aus dem gesamten Reichsgebiet in die beiden Lazarette eingeliefert. Unter der Leitung von Oberfeldarzt Dr. Brüning, Dr. Schmidbauer und Stabsarzt Dr. Brenner arbeiteten mehrere Hilfsärzte, rund 53 Ordensschwestern, vier Sanitäter, vier Rot-Kreuz-Schwestern und neun sonstige Kräfte. Die beiden Lazarette bestanden vom 10. 3. 1942 bis zu ihrer Auflösung am 15. 8.1945.

Im Kreiskrankenhaus, dem Teillazarett für Schwerverletzte standen etwa 80 Betten. Während der Bestandzeit von 1939-1947 hatten unter anderem Stabsarzt Dr. Hofmann, Dr. Hirte und Dr. Feldmaier die Leitung inne.

In der ehemaligen Mädchenvolksschule in der Maximillianstraße 60 waren durchschnittlich 60 Betten belegt. Unter der Leitung von Dr. Rudert wurden vor allem Ohrenkrankheiten behandelt. Zum zeitlichen Bestand habe ich keine genauen Zahlen gefunden.

Das Teillazarett Josefsstift in der Krumbacher Straße 18 war durchschnittlich mit 200 Betten belegt. Dr. Schorer, Dr. Schleier, Ordensschwestern und drei zivile Angestellte kümmerten sich um die Patienten während des Frühjahrs 1945.

Die vier folgenden Lazarette waren speziell für Gesichts- und Kieferverletzte eingerichtet:

Der Altbau der Maristen-Oberschule, das heutige Internat, war mit etwa 800 Betten belegt. Vom 22. Februar 1945 bis zum 19. September 1950 wurden dort, wie auch in den anderen drei Lazaretten die Gesichts- und Kieferverletzten von Prof. Dr. Dr. Herrmann und Dr. Johannes Müller, sowie anderen Ärzten behandelt (siehe Punkt 4). Die Maristen-Oberschule diente bis zum 15. Juli 1946 als Kieferlazarett und sollte dann als Tbc-Krankenhaus genutzt werden.

In der Alten Knabenschule in der Reichenwallerstraße sowie im Arbeitsdienstlager in der Georgenstraße standen je 200 Betten.

Auf der Mindelburg waren durchschnittlich 160-180 Betten belegt. So kamen 1945 insgesamt rund 1200 Patienten auf die Burg. 1948 waren es bereits nur noch etwa 60 Patienten. Circa 35 Ärzte und Zahnärzte kümmerten sich in dieser Zeit um die Gesichts- und Kieferverletzten. Von wann, bis wann die Lazarette in der Alten Knabenschule und dem Arbeitsdienstlager bestanden haben, konnte ich nicht mehr mit Sicherheit feststellen. Ab Anfang 1946 wurde nur noch die Mindelburg mit Gesichtsverletzten belegt, so daß anzunehmen ist, daß die übrigen Speziallazarette bis dahin aufgelöst wurden.

Auf eine Regierungsentschließung vom 30. 11. 1945 berichtet der Bezirksarzt Dr. Jaesche in Mindelheim zum vorhandenen Kieferfachlazarett Oberschule Mindelheim:
Bettenzahl: 700
Belegungsstärke: 587 ehemalige Wehrmachtsangehörige
Ärzte: 4
Sonstiges Personal: 82
Zahntechniker: 13

Auch eine Liste vom 27. 09. 1946 über das Inventar, das bei der teilweisen Auflösung des Versehrtenkrankenhauses Mindelheim, Oberschule freigeworden ist, hat sich ebenfalls erhalten.

Von 1400 Verwundeten war die Zahl der Verletzten bis zur Besatzungszeit am 26. April 1945 auf 1100 zurückgegangen. Am Jahresende waren es noch 575. 38 Ärzte und Zahnärzte, 80 Schwestern und 36 Zahntechniker versorgten die Verwundeten. Bis 1957 griffen die Ärzte in 921 größeren und 226 kleineren Operationen und in 9800 Spezialbehandlungen heilend ein, und gaben vielen Verwundeten wieder neue Lebenshoffnung.

Die beiden Lazarettapotheken verarbeiteten im Zeitraum eines knappen Jahres 20 Zentner Pulver zu Lösungen, Salben, und Pudern. Mit dem Mull- und
Gipsbinden hätte man eine Eisenbahnstrecke von 10 000 Kilometern bedecken können. An flüssigen Arzeimitteln wurden 8000 Liter verbraucht.7

1940: Die ersten verwundeten Soldaten werden ins Kreiskrankenhaus
Mindelheim eingeliefert.

1945: Bis zum 21. April war die Mindelburg mit Hitlerjungen und Wehrmachts-
soldaten besetzt.
Am 26. April besetzen amerikanische Truppen Mindelheim

1946: Am 30. Juni wird das Lazarett vom Land Bayern als Staatliches
Versehrtenkrankenhaus übernommen. Dies hat vor allem finanzielle
Vorteile. Am selben Tag wird das Lazarett in der Oberschule aufgelöst.
Die Patienten werden auf die Mindelburg verlegt.8

1948: Im Oktober verläßt Chefarzt Dr. Herrmann Mindelheim und praktiziert in
Mainz. Sein Nachfolger wird Dr. Müller.

1949: führte das Versehrtenkrankenhaus auf der Mindelburg über 500
Operationen durch. Dabei wurden 102 Brücken und 191 Prothesen
eingegliedert.9

1950: Im Herbst wird die Mindelburg als Versehrtenkrankenhaus aufgelöst. Der
Rest der Patienten wird nach Bad Tölz verlegt.

1976: Im März stirbt Prof. Dr. Dr. Martin Herrmann

1986: Dem Verein der Gesichts- und Kieferverletzten wird die Gemeinnützigkeit
zuerkannt.

1996: Dr. Johannes Müller verstirbt im Alter von 86 Jahren in Bad Tölz.

4. Die Ärzte der Versehrten

Rund 35 Ärzte und Zahnärzte behandelten die Gesichts- und Kieferverletzten in Mindelheim. Zwei, die sich besonders verdient gemacht haben, sind Professor Dr. Dr. Martin Hermann und Dr. Johannes Müller.

4.1 Professor Dr. Dr. Martin Herrmann
Sein Name und sein Wirken sind mit dem Namen Mindelheim der Nachkriegszeit eng verbunden. Hingebungsvoll, überragend in seiner ärztlichen Kunst und seiner menschlichen Mitfühlsamkeit, oblag das Kieferlazarett auf der Mindelburg seiner Leitung. Es gelang ihm, unzähligen Verwundeten, die schwerste Gesichtsverletzungen erlitten hatten, durch schwierige Operationen ein menschliches Aussehen wiederzugeben.
Der Mindelheimer Redakteur Martin Moest hat einmal über ihn geschrieben: „Sein ärztliches Bemühen ist unvergessen, sein Menschentum setzte ein Beispiel, das wie ein Leuchturm in einer dunklen Zeit wirkte.“ In Penzing, Schlesien, als dritter Sohn eines Kontors und Hauptlehrers geboren, besucht Herrmann das Humanistische Gymnasium in Görlitz.
Nach dem Abitur mußte er 1914 am Ersten Weltkrieg teilnehmen, aus dem er, mehrmals verwundet, 1918 zurückkehrte. Anschließend studierte er in Breslau Medizin und Zahnheilkunde und ließ sich in seiner Heimatstadt als Zahnarzt nieder. Zu weiteren medizinischen Studien ging er 1929 nach Breslau zurück, wo er 1931 als Oberarzt der Zahn-Mund-Kieferklinik der Universität einen ministeriellen Lehrauftrag erhielt und sich später habilitierte. In Breslau eröffnete er 1934 eine eigene Praxis und wurde Leiter der Städtischen Kieferklinik. 1939 wurde Herrmann eingezogen und mit dem Aufbau der Kiefer- und Gesichtsverletzten-Abteilung im Reserve-Lazarett IV in Breslau vertraut. Von dort floh er am 21. Januar 1945 mit seinen Patienten und Angestellten nach Mindelheim. Im Oktober 1948 verließ Chefarzt Dr. Herrmann das Versehrtenkrankenhaus Mindelheim, das inzwischen viele Patienten als geheilt entlassen konnte. Bis 1949 übernahm Dr. Johannes Müller, der seit 1939 Herrmanns Mitarbeiter war, die Leitung der Mindelburg. Herrmann hat über 200 wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht. Er starb 1976. Zur Erinnerung an seine Arbeit benannte die Stadt Mindelheim eine Straße nach ihm.10

4.2 Dr. Johannes Müller

Im Alter von 86 Jahren verstarb Dr. Johannes Müller im Jahre 1996. Seine Patienten nannten ihn liebevoll „Vater der Gesichtsverletzten“. Müller studierte Zahnheilkunde. Nachdem Dr. Herrmann einem Ruf an das Ordinariat der Zahn-Mund-Kiefer-Heilkunde der neu gegründeten Universität Mainz gefolgt war, wurde sein langjähriger Mitarbeiter Dr. Johannes Müller Leiter des Versehrtenkrankenhauses in Mindelheim.
Der Vorsitzende des Vereins der Gesichts- und Kieferverletzten, Friedrich Wendorf.
Etwa 60 Patienten gingen mit Müller 1949 nach Bad Tölz, wohin das Spezialkrankenhaus verlegt wurde. Ihnen half er durch seine Operationen und auch durch seine psychische und physische Kraft zu einem „neuen Leben“. In Gesprächen mit Betroffenen hatte ich das Gefühl, daß Müller bei allen mehr als „nur“ beliebt war. Im Juni dieses Jahres enthüllte der Vorsitzende des Vereins der Gesichts- und Kieferverletzten, Friedrich Wendorf, eine Gedenktafel am Grab von Dr. Müller.11

5. Verwundungen und Operationsarten

Es ist für einen Laien schwer, sich von der Art der Gesichts- und Kieferverletzungen eine auch nur einigermaßen richtige Vorstellung zu machen. Auch ich war von der Kunst der Ärzte außerordentlich positiv überrascht, als mir einige ehemalige Patienten alte Aufnahmen von sich zeigten.
Während der Behandlung sahen viele wie „Monster“ aus. Verständlich, das mir niemand sein Foto geben wollte, weil ich glaube, daß die Scham auch heute noch in den Köpfen sitzt. Trotzdem ist die Art, mit der die Verletzten mit ihren Verwundungen umgingen und -gehen bewundernswert.
Dr. Brunier, einer der Ärzte.
Manche der Verwundeten hatten, als sie eingeliefert wurden, ganze Teile des Gesichts verloren. In einem langwierigen Heilungsprozess, bis zu 30 Operationen in drei bis vier Jahren, wurden an Wunder grenzende Ergebnisse erzielt. Die Voraussetzung für den Heilungserfolg einer Gesichtsplastik ist die Wiederherstellung des knöchernen Gesichtsschädels. Einfachere Kieferbrüche heilten meist in sechs bis acht Wochen. Oftmals handelte es sich aber bei den Kieferschußverletzungen um komplizierte Brüche mit Zungenzerreißungen, Gaumendachdefekten und größeren Weichteilverlusten. Wegen des Verlustes größerer Knochenpartien konnten die Bruchstücke häufig nicht zusammenwachsen, so daß vorerst erhebliche Knochendefekte, manchmal von einem Kiefergelenk bis zum anderen, blieben. Indem man je nach Bedarf ein 1-15 cm langes Knochenstück aus der Rippe, dem Schienbein, meistens aber aus dem „Beckenkamm“ entnahm, konnten diese Knochenlücken nach entsprechender plastischer Formung und Vorbereitung an der gewünschten Stelle eingepflanzt werden. Bis 1943 mußte dabei noch mit bis zu 20 Prozent mit einem Mißerfolg der Operation gerechnet werden, weil das Implantat nicht einwuchs und sich von selbst durch Eiterung abstieß. Bis Mitte 1946 sank diese Quote durch die Verbesserung der Operationsmethoden auf 1-2 Prozent. Knochentransplantationen wurden in lokaler Betäubung durchgeführt und waren für das Leben der Patienten ungefährlich. Beschwerlich waren vor allem die Wochen danach. Feste Drahtverschnürungen an gegenüberliegenden Zähnen sorgten dafür, daß das Kiefer für längere Zeit stillgestellt war, hinderten den Patienten aber gleichzeitig am Kauen und Öffnen der Kiefer. Die Ernährung bestand dann längere Zeit nur aus flüssiger Kost. Hier erwies sich Mindelheim gegenüber einer Großstadt als vorteilhafter. Eier, Frischmilch usw. waren leichter auf dem Land zu beschaffen. Am 13. Dezember 1946 schreibt das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten an das Staatliche Versehrtenkrankenhaus für Gesichts- und Kieferverletzte in Mindelheim, daß Reis, Grieß, Suppen und Fruchtsäfte beim Verpflegungslager München künftig laufend zur Verfügung stünden. In eigenen Laboratorien des Lazaretts wurden Zahnersätze, Brücken und Prothesen angefertigt und hergestellt.
Erst nachdem durch die Knochenimplantationen das knöcherne Gerüst des Gesichtsschädels wiederhergestellt war, konnten die Gesichtsweichteile behandelt werden. Kleinere Wunden ließen sich oft durch Gewinnung von Muskel-Fett-Hautlappen aus der unmittelbaren Nachbarschaft schließen. Bei größeren Defekten waren mehrere Operationen nötig. Zuerst gewinnt der Arzt bei einer Operation aus Brust, Bauch, Armen oder dem Rücken einen großen Hautfettlappen, der wurstförmig gerollt wird. Diesen konnte man aber nicht sofort vollständig z. B. an das Kinn annähen, da er ständig durchblutet sein mußte. So war der „Wurstlappen“ z. B. mit einem Ende an der Brust, mit dem anderen Ende am Kinn angenäht. Erst bei der nächsten Operation löste man das eine Ende an der Brust, und nähte es ebenfalls am Kinn an. Auf diese Weise erhielt mancher Patient sein fehlendes Gaumendach aus Bauch- oder Brusthaut, Wangenteile, die Nase oder die Lippen aus Brust-, Rücken-, Stirn- oder Armhaut.12
In einem Artikel der Mittelschwäbischen Tagespost von 1950 fand ich folgende Beispiele: „…Da ist u. a. der Patient N., dem an der Ostfront ein Explosivgeschoß den ganzen Unterkiefer weggerissen hat. Sein Anblick vor der Operation war geradezu erschütternd. Er sah kaum noch menschenähnlich aus und konnte kaum sprechen und nur in liegender Stellung essen und trinken. Wegen seines traurigen Körperzustandes war er auch seelisch in schlimmster Verfassung. Durch eine ausgezeichnet gelungene Operation wurden diesem Manne die fehlenden Bruchteile des Unterkiefers neu aufgebaut, so daß er den Mund wieder schließen konnte. Einige Monate später erhielt er den fehlenden Unterkieferknochen durch einen großen Knochenspan aus der Hüfte ersetzt, wodurch die Grundlage für die Neugestaltung des Unterkiefers geschaffen wurde. Der jetztigen Gestaltung des Gesichtes ist von der Schwere der Verletzung nichts mehr anzumerken; die Operationen hinterließen nur unbedeutende Narben. Der Behandelnde steht wieder in Arbeit. … Ein anderer Kriegsbeschädigter hatte durch Granatsplitter sein rechtes Auge und einen Großteil der Schleimhaut der Augenhöhle verloren. Die Vernarbungen in der Augenhöhle waren so stark, daß ein künstliches Auge niemals hätte eingeführt werden können. Um dies doch zu ermöglichen, wurden die Narben aus der Augenhöhle operativ entfernt und es wurde ein Hautstückchen vom Unterarm als Ersatz für die Schleimhaut in die Augenhöhle eingepflanzt. Über diesen Schleimhaut-Ersatz wurde dann das Augenlid, das das Kunstauge hält neu aufgebaut. …“

6. Das Lazarett für Gesichts- und Kieferverletzte aus der Sicht eines Betroffenen

Es ist ein sonniger Septembertag, als ich Werner M. in Schwabmünchen besuche. An den Tag kurz vor Kriegsende, der sein Leben veränderte, erinnert sich der rüstige Rentner noch genau. Drei Jahre lag M. auf der Mindelburg. Geboren wurde M. am 12. Juli 1926 in der schlesischen Provinzhauptstadt Liegnitz. Anfang September 1942 kam er zur Luftwaffe.
Vor seiner Gesichtsverletzung am 13. März 1945 war er bereits mehrmals verwundet, unter anderem hatte er einen lebensgefährlichen, doppelten Lungendurchschuß, einen Steckschuß im Hals und einen im Herzen. Da er aber immer wieder für kriegsverwendungsfähig eingestuft wurde, kam er stets wieder als Pilot an die Front.
Werner M. (siehe Bild) hatte den Rang eines Oberfähnrich, als er im Frühjahr 1945 auf dem Flugplatz Braunsberg/Königsberg stationiert war.
An den Tag seines letzten Einsatzes, den 13. März 1945, erinnert er sich lebhaft. Die Front lag 10-15 Kilometer entfernt, als die Flieger gegen sechs Uhr geweckt wurden. „Saukalt“ sei es gewesen. Nachdem sich die Soldaten zurechtgemacht hatten, wurden die Maschinen vom Typ H 111 „vermunitioniert“ und gegen acht Uhr angeschmissen. Vier Personen, Pilot, Copilot, Funker und Bordschütze, fanden in dem Flugzeug Platz. Der Auftrag lautete, den 80-100 Kilometer entfernten Bahnhof Kownow, der ein wichtiger Nachschubbahnhof für die Russische Armee war, zu bombardieren. Die Flugzeit betrug 25 Minuten, dann wurde der „Rotz“, wie die Bomben bei den Soldaten hießen, abgeschmissen. Beim Rückflug geschah dann das Unglück. Die russischen Soldaten hatten inzwischen eine deutsche Flakeinheit überrannt, und mehrere Geschütze fielen in ihre Hände. Doch trotz der klaren Sicht und einer eisigen Temperatur von -30 Grad habe man davon „oben“ nichts mitbekommen. So sei die „Überraschung“ auch sehr groß gewesen, als auf einmal, gegen neun Uhr, links und rechts von der Kanzel zwei Granaten krepierten. Sofort sackte die flugfähige Maschine in Senkflug. Eine Scheibe war seitlich eingeschlagen, das Bein des Copiloten war ab, Funker und Bordschütze hatten leichtere Verletzungen. Wegen der „inneren Anspannung“ merkte Werner M. zunächst nichts von seiner Gesichtsverletzung. Er habe es gerade noch geschafft, die Maschine zum 2,5 Kilometer entfernten Flughafen zu bringen und dort ausrollen zu lassen. Ab da „fehlen“ ihm 2-3 Stunden. In einem alten Bauernhaus war die erste Verbandsstelle. Von dort kam M. in ein Lazarett in Königsberg und dann nach Frederizia in Dänemark. Dann sollte er im Juli mit einigen Kameraden nach Deutschland verlegt werden, doch die dänische Heimwehr weigerte sich zunächst. Bei Kriegsende war Werner M. also nicht in Mindelheim. In das örtliche Speziallazarett kam er erst nach 16 Operationen. Das erste, was M. zu Mindelheim einfällt, sind die dreistöckigen Feldbetten mit strohgefüllten Matratzen und blaukarierten Decken. Als er in die Mindelburg eingeliefert wurde, gab es zehn große Zimmer für Verwundete, einen Operationssaal, ein Labor, eine Küche, einen Apotheken- und einen Verwaltungsraum. Zu der Zeit waren aber bereits keine amerikanischen Soldaten mehr auf der Burg. Die Zeit vertrieb er sich, wie viele seiner Leidgenossen mit Karten- oder Schachspielen und Spaziergängen. Eine Zahnpasta hätte er gerne gehabt, aber bei 50 Pfennig, die sie pro Tag erhalten hätten, wäre dieser Luxus nicht erschwinglich gewesen. Eine Semmel kostete bereits fünf Pfennig. Gern erinnert sich M. an einen Bäcker, der ihm öfters Semmel schenkte. Nebenzu arbeitete er als Operationshelfer. Geld bekam er dafür allerdings nicht, vielleicht ab und zu mal ein Freßpaket. 1947 erfuhr der ehemalige Flieger, wo seine
Mutter war, die er nach seiner Entlassung 1950 in Krumbach aufsuchte. 1954 heiratete er seine Frau, mit der er auch heute noch in einem Haus mit großem Garten in Schwabmünchen lebt.

6.1 Persönliche Problemsituationen

Es gab viele Verwundete, die schwer unter den Entstellungen des Krieges litten, die den Glauben an sich selbst und jegliche Lebenshoffnung verloren hatten. Insofern hatten es die Gesichts- und Kieferverletzten besonders schwer, weil man die schrecklichen Verwundungen nicht einfach mit einem Kleidungsstück bedecken kann. Nicht nur die teilweise Ablehnung, aufgrund der Verletzung, bei den Mitmenschen, auch das eigene Seelenleben machte den Versehrten zu schaffen. Sie mußten lernen mit dummen Bemerkungen oder verletzenden Blicken zu leben. Einer von den Versehrten sagte mir auf der Weihnachtsfeier, daß Kinder grausam sein können, weil sie einfach die Wahrheit freiheraus sagen. Auch Werner M. schämte sich anfänglich wegen seines Aussehens. Geholfen haben ihm seine Kameraden, die oft viel „Galgenhumor“ bewiesen hätten. „Einen Selbstmord hat es in Mindelheim keinen gegeben“, sagt Werner M., „doch da gab es einen ganz jungen Burschen, der sehr unter Depressionen litt.“ Durch ständige Beschäftigung hat man versucht ihn von dummen Gedanken abzuhalten. Gottesdienste, eine eigene Musikkapelle, eine Theatergruppe, Rundfunk, Bastelstube, Schreibmaschinen-, Steno- und Sprachunterricht sowie Spaziergänge, Gartenarbeit und Kinobesuche wurden von den Ärzten als „Arbeitstherapie“ entwickelt.
Die Versehrten hatten auch mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Wie bereits erwähnt erhielten sie bis, und auch noch nach der Währungsreform, nur 50 Pfennig am Tag. Kleidung oder Schuhe waren unerschwinglich. Als Werner M. mal nach gebrauchten Schuhen im Mindelheimer Sozialamt nachfragte, habe man seine Bitte mit der Bemerkung, daß es keine gäbe, abgelehnt. Der Mindelheimer hinter ihm aber habe welche erhalten. Ganz im Gegensatz dazu wurden die Versehrten nach der Währungsreform behandelt: „Wir wurden direkt umworben.“ Werner M. arbeitete beim Sachonverlag auf der Mindelburg. Dort schnitt und heftete er Zeitungen. Ein Teil des Lohnes wurde in Materialien, z.B. in Bügeleisen, ausbezahlt. Diese wurden dann als Tauschmittel hergenommen, denn „was soll man schon mit vier Bügeleisen?“ Mit dem Versorgungsamt muß Werner M. sich auch heute noch schriftlich auseinandersetzen. „Eine Gesichtsverletzung ist halt was anderes, als wenn ein Bein oder ein Arm fehlt.“ betont er. Viele der Versehrten seien als Behinderte zu niedrig eingestuft worden. Krankheiten, die erst lange Zeit nach der Verwundung auftreten, würden oft nicht als Spätfolge anerkannt. Und wie soll man das dann beweisen? Trotz des schweren Schicksalsschlages blickt der passionierte Mineraliensammler und Hobbyforscher mit guter Erinnerung auf sein Leben zurück.

6.2 Der Verein der Kiefer- und Gesichtsverletzten

Alle zwei Jahre treffen sich die Gesichts- und Kieferverletzten in Mindelheim. Das erste große Treffen fand 1984 statt. Rund 200 Gäste aus allen Teilen der Bundesrepublik, und auch aus Berlin, sind damals in den Kolpingsaal gekommen, um ein Wiedersehen zu feiern. Am 24. Februar 1986 wurde dem Verein die Gemeinnützigkeit zuerkannt. Eine Stadtbesichtigung und der Austausch von gemeinsamen Erlebnissen gehören natürlich mit zu jedem Treffen. Am 26. März 1996 besuchte ich die Jahreshauptversammlung des Vereins. Unter anderem wurde dort auch der Vorstand neu gewählt. Hier knüpfte ich meine ersten Kontakte zu den Versehrten. Zum 1. Vorstand und Schriftführer wurde Friedrich Wendorf, zum 2. Vorstand und Kassenwart Gottfried Stäger gewählt. Die beiden Mindelheimer beteiligen sich schon jahrelang aktiv am Vereinsleben. Im Dezember besuchte ich die Advent- und Weihnachtsfeier der Gesichts- und Kieferverletzten im St.-Josef-Stift. Auch ein Arzt, Dr. Brunier,
war gekommen. Mit ihm führte ich ein sehr reges Gespräch über die Art der Verwundungen und ihre Ausheilung. Da die Mitglieder des Vereins altersbedingt nach und nach sterben, wird er wohl nur noch einige Jahre existieren. Schon jetzt müssen die Mitglieder in der Vorstandschaft mehrere Aufgaben übernehmen.

7. Schlußwort

Leicht hatten es die Mindelheimer Gesichts- und Kieferverletzten bestimmt nie in ihrem Leben. Um so bewundernswerter bleibt, wie sie mit ihrem Schicksal fertig wurden. Das Resümee, das ich nach fast einjähriger, intensiver Auseinandersetzung mit den Versehrten ziehen kann, lautet: „Nie wieder Krieg!“
8. Anhang
9. Anmerkungen

Besonders danken möchte ich Erwin Holzbaur, der mir im Stadtarchiv geholfen hat, die passenden Artikel zu finden, und allen Versehrten , die mir von ihren Erlebnissen erzählt haben.

8.2 Quellenverzeichnis

8.2.1 Bücher
Landkreis Unterallgäu, S. 776ff, Manfred Putz
Heimatbrief, Ausgabe von 1970, S. 56 , Martin Moest
Heimatbrief, Ausgabe von 1976, S. 60, Martin Moest
Heimatbrief, Ausgabe von 1986, S. 32, Martin Moest
Heimatbrief, Ausgabe von 1988, S. 20/21, Martin Moest
Heimatbrief, Ausgabe von 1995, S. 17-19, Martin Moest
Heimatbrief, Ausgabe von 1996, S. 55, Andrea Magg

8.2.2 Zeitungstexte
Mittelschwäbische Tagespost vom 3. 11. 1948, „Ein Arzt und Menschenfreund scheidet“, Autor unbekannt
Mittelschwäbische Tagespost von 1950, „Menschen finden ihr Anlitz wieder“, Autor unbekannt
Lokalzeitung von 1957, „Als 1400 Kiefer- und Gesichtsverletzte nach Mindelheim kamen“, Autor unbekannt
Mindelheimer Zeitung vom 20./21. 3. 1976, „Er war auch der Retter der Mindelburg Trauer um Professor Dr. Dr. Herrmann“, Martin Moest
Mindelheimer Zeitung vom 8. 5. 1984, „Wiedersehen nach 40 Jahren Kriegsverletzte erinnern sich zurück“, Helga Acker
Mindelheimer Zeitung vom 5. 5. 1986, „Versehrte haben Lebensmut bewiesen“, Helga Acker
Mindelheimer Zeitung, Erscheinungsdatum unbekannt, „Wie das Versehrten-Krankenhaus nach Mindelheim kam“, Autor unbekannt
Mindelheimer Zeitung vom 28. 4. 1995, „Lazarett schützte die Mindelburg“, Pit Schurian
Mindelheimer Zeitung, 1996, „Große Trauer um Dr. Johannes Müller“, Helga Acker
Mindelheimer Zeitung vom 29./30. 6. 1996, „Kieferverletzte haben Dr. Müller viel zu verdanken“, Wilhelm Unfried

8.2.3 Sonstige schriftliche Quellen
Brief vom 29.11.96 vom Landratsamt Mindelheim
Aktenkopien des Staatlichen Gesundheitsamtes Mindelheim aus dem Archiv des Staatsarchivs Augsburg. Sämtliche Unterlagen, sind dem Ordner beigefügt.
Brief des Landrats an den Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes, 21. 4. 1942
Auflistung des Bezirksarztes, 16. 10. 1946
Nachricht des Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, 13. 12. 1946
Einnahmebescheinigung, 4. 1. 1947
Brief des Staatlichen Gesundheitsamtes Mindelheim, 24. 1. 1947
Brief des Staatlichen Gesundheitsamtes Mindelheim, 8. 4. 1947
Brief des Bezirksarztes an den Regierungspräsidenten von Schwaben, Datum unbekannt

8.2.4 Interviews
mit: Erwin Holzbauer, Mindelheim
Maria Malinowski, Mindelheim
Karl Spieß, Mindelheim
Friedrich Wendorf, Mindelheim
Gottfried Stäger, Mindelheim
Dr. Brunier
Werner M., Schwabmünchen
und zahlreichen anderen Versehrten während der Weihnachtsfeier der
Gesichts- und Kieferverletzten

Ich erkläre hiermit, daß ich die Facharbeit ohne fremde Hilfe angefertigt und nur die im Literaturverzeichnis angeführten Quellen und Hilfsmittel benutzt habe.

Mindelheim, den 3. Februar 1997

Ich erkläre hiermit, daß ich die Facharbeit ohne fremde Hilfe angefertigt und nur die im Literaturverzeichnis angeführten Quellen und Hilfsmittel benutzt habe.

Mindelheim, den 3. Februar 1997

Jesus und die gesellschaftlichen, religiösen und politischen Verhältnisse seiner Zeit

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung
2.Das Judentum
2.1.Das Judentum unter der Herrschaft der Römer
3.Jesus der Jude
3.1Der historische Jesus
3.2Der theologische Jesus
3.3Jesus – Gleichnisse – Wunder
4.Die jüdische Bevölkerung
4.1 Die Pharisäer
4.2 Die Sadduzäer
4.3Die Zeloten
4.4Die Samariter
4.5Die Essener
5.Fazit

1.Einleitung

Mit der vorliegenden Arbeit möchte ich mich zu den gesellschaftlichen, politischen und religiösen Verhältnissen zur Zeit Jesu in Palästina äußern. Ich habe dieses Thema gewählt um mehr über Jesu uns sein Schaffen zu erfahren und die Umstände in denen er lebte. Auch glaube ich das es interessant zu wissen ist was das Judentum ausmacht und welche Untergruppen des jüdischen Glaubens es gibt. Bei der Bearbeitung habe ich unterschiedliche Quellen genutzt. Hauptsächlich habe ich Bücher gelesen und im Internet recherchiert.

2. Das Judentum

Die Herkunft des jüdischen Volkes ist der hebräischen Bibel nach auf die Stammväter Abraham, Isak und Jakob zurück zu führen. Von Gott selbst soll Jakob, ein Sohn von Jakob, den Namen Israel (d.h. der mit Gott Ringende) erhalten haben. Daraus soll der Name des Volkes Israel entstanden sein. Abraham zieht mit seiner Gemeinschaft um 1800 v.Chr. von Mesopotanien (heute Irak) nach Kanaan (heute Israel, Jordanien und Syrien), in das von ihnen „gelobte Land“. Aber durch Hunger gezwungen ziehen die Söhne von Jakob ins fruchtbare Niltal, wo sie Zuflucht zu suchen. Dort arbeiten sie auf den Feldern und verrichten Fronarbeit.
Mose übernimmt die Führung der Israeliten um 1250 v.Chr. und flieht mit ihnen aus Ägypten. Sie fliehen in Richtung der Wüste Sinai. Auf dem Berg Sinai übergibt Gott zum Zeichen des Vertrauens und der Zugehörigkeit Mose die Zehn Gebote.
Die zehn Gebote bilden die Grundlage der Tora (die fünf Bücher des Mose ), der Offenbarungsurkunde des jüdischen Volkes. Die Tora (Gesetz, Weisung) bildet zusammen mit den Prophetenbüchern und weiteren Schriften die hebräische Bibel.

2.1. Das Judentum unter der Herrschaft der Römer

Zur Jahrzeitenwende wird die “Welt” (zumindest die des damals bekannten Abendlandes) von den Römern von ihrer Hauptstadt Rom aus konkurrenzlos beherrscht. Derzeitiger Kaiser ist Augustus. Die Weltbevölkerung beträgt nach Schätzung des ausgehenden 20. Jhd. zum Zeitpunkt “Null” etwa 160 Millionen Menschen.
Im Norden Syriens bewohnten hauptsächlich die hebräischen Aramäer, die Küstenstriche wie von alters die Phöniker, im Süden siedelten die Araber, in Palästina konzentrierten sich die Juden, umgrenzt von den Huräern und den Idumäern. Mitten unter diesen semitischen Stämmen fanden sich überall Griechen, die Kraft ihrer kultureller Höhe das Übergewicht hatten. Sie waren es auch, die den Römern durch ihre Nachgiebigkeit und Anpassungsfähigkeit die Beherrschung des Landes erleichterten, wofür wieder die Römer das Vorherrschen des griechischen Elements gerne zuließen und auch begünstigten. Selbst hellenisierte Juden waren keine Seltenheit mehr.
Den Juden in Palästina hatte man ihre Privilegien garantiert, die ihre politische und religiöse Unabhängigkeit enthielten. Man ließ ihnen ihren Herrscher, ihren Hohen Rat und beschränkte sich bloß auf eine Art Oberheit, die der Statthalter von Syrien ausübte, unterstützt von einem kaiserlichen Prokurator, der seinen Sitz in Jerusalem hatte. Im Gegensatz zum übrigen Syrien war Palästina jedoch stets ein unruhiger Boden.
In dieser Zeit wird Palästina von der römischen Besatzungsmacht kontrolliert und ist die Heimat eines religiös zerstrittenen Volkes. Es herrschen Rechtsunsicherheit und Korruption. Viele Juden sind arm. Aufstände werden mit harter Hand unterdrückt, Tausende erleiden den Tod am Kreuz.

3. Jesus der Jude

Aus heutiger Sicht ist bekannt dass Jesus ein tieffrommer Jude war. Er wollte das Judentum nicht verändern und auch keine neue Religion gründen. Er hat allerdings einige Dinge im Judentum verändert, er hat das Judentum reformiert.

3.1 Jesus aus historischer Sicht

Auf der Wanderschafft seiner Eltern, Vater Josef, ein Zimmermann, seine Mutter Maria, wurde Jesus 5 v.Chr. in Bethlehem geboren. Jesus hat außerdem 4 Brüder Jakobus, Simon und Judas.
Er ist nicht wie sonst angenommen am 24. Dezember geboren worden.

Der Name Jesus kommt aus dem griechischen und heißt in der hebräischen Übersetzung „Erretter“.
Christus heißt „der Gesalbte“ oder Messias und kommt wie Jesus aus dem griechischen und wird wie oben genannt aus dem hebräischen übersetzt. Aus historischer Sicht ist über sein frühes Leben wenig bekannt.

Bekannt ist das er ab 25 n. Chr. Als Wanderprediger in Palästina unterwegs war.
Er zog für 2-3 Jahre durch Galiläa, Samaria und Judäa. Er verkündete die Botschaft die neu war und von der glücklichmachenden Liebe Gottes.
Er predigte von der Errettung der Menschen da Gottes Herrschaft auf der Erde in kürze eintreten sollte.
Er lehrte die Menschen Gottes- und Nächstenliebe, als eins der wichtigsten Gebote. Außerdem heilte und befreite er die Menschen.
Er erweckte Aufsehen in der jüdischen Bevölkerung und somit wuchs auch die Zahl seiner Anhänger.
Dennoch wurde er 30 n. Chr. von Juden verhaftet und hingerichtet

3.2 Jesus aus theologischer Sicht

Jesus ist auf der Wanderschafft seiner Eltern, Josef und Maria, am 24. Dezember in einem Stall in Bethlehem geboren. Seine Eltern kamen der jüdischen Tradition nach und bei Jesus wurde die Beschneidung vorgenommen.
Die frohe Botschaft über seine Geburt ist von Engeln verbreitet worden. Diese Botschaft gelangte auch zu Herodes, der zu dieser Zeit grausamer König von Judäa war. Dieser befahl das alle in Bethlehem männlich geborenen getötet werden sollten. Seine Eltern erkannten die Gefahr und flohen nach Ägypten. Nach dem Tod von Herodes kehrten sie nach Nazareth zurück.
Jesus lebte 30 Jahre lang ein einfaches Leben als Zimmermann. Er lernte aus den Büchern Moses und Salomons.
Jedes Jahr feiert er das Passahfest, dies ist ein Fest bei dem die Juden die Flucht der Israeliten feiern.
Erst in einem Alter von 30 Jahren wird er im Jordan von Johannes dem Täufer getauft. Jesus zieht sich in die Wüste zurück und fastet dort 40 Tage und betet dort, als der Teufel versucht ihn zu verführen kehrt er in seine Heimatstadt Nazareth zurück. Ungefähr zur selben Zeit wird Johannes der Täufer verhaftet denn er erklärt das Jesu der Messias ist.
In Kapernaum verkündet er seine erste Lehre. Hier schließen ihm sich seine ersten Jünger an. Diese waren Schüler von ihm, Anhänger seiner Lehren und Gläubige. Er lehrte für das Leben. Jesus vereinfachte die 10 Gebote und fasste sie zusammen in Gottes-, und Nächstenliebe. Aber seine Eltern glaubten nicht an seine Arbeit und seine Tätigkeit. Es kam zu einem Bruch mit seinem Elternhaus.
Seine wachsende Anhängerschaft lässt sich daraus erklären das er immer wieder vom nahen des Reich Gottes predigte. Der größte Teil seiner Jünger kamen aus der unteren Bevölkerungsschicht die Halt suchten im Glauben.
Durch die Bezeichnung Jesus als Messias, also den Erlöser der Menschheit wurden seine letzten Tage eingeläutet. Er griff die alleinige Gültigkeit der jüdischen Traditionen an und geriet dadurch in einen Konflikt mit den Pharisäern, Gelehrten und den Sadduzäern.
Diese befürchteten das Jesu das Volk und die Römer gegen die Juden aufbringen würde. Sie bestachen Jesus Jünger Judas Ischariot und verbündeten sich mit ihm. Bei seinem letzten Mahl mit seinen Jüngern beim Passahfest segnete er das Brot und den Wein. Er hinterlässt seinen letzten Willen und sagt das Verrätern der Tod und die Auferstehung sicher seien. Dies sagt er auch für Opfer und Sünder der Menschheit voraus. Gott verzeiht ihm nach jedem und alles.
Dies führte dazu das er vom Synedrium, dem obersten jüdischen Gericht, wegen Gotteslästerung zum Tode verurteilt wurde. Diese übergaben ihn den Römern, doch Jesu wehrte sich nicht, denn er hatte seiner Meinung nach seine Pflicht getan.
Jesu musste ein Kreuz von Jerusalem zum Berg Golgatha tragen, hierbei brach er 3 mal zusammen. Am Berg Golgatha wurde er mit 2 Verbrechern zusammen ans Kreuz genagelt, wobei ihm Nägel durch die Hände und Füße geschlagen wurden. Jesus sagte:
„Vergib ihnen Vater. Sie wissen nicht was sie tun.”
Doch hierfür erhielt er nur Spott und Gelächter der Soldaten, seine Jünger trauerten um ihn. Mussten ihre Zugehörigkeit zu ihm aber leugnen um selber überleben zu können. Sein Grab ist sehr gut bewacht worden, denn es kam das Gerücht der Auferstehung Jesu auf. Judas, der Jünger der ihn verraten hat, warf das Bestechungsgeld weg und erhängte sich.
Zur Mittags Zeit begann Jesu seinen letzten Kampf, aber er verlor den Kampf ums Überleben. Er starb, grausam ans Kreuz genagelt unter den Augen Schaulustiger und seiner verstörten und trauernden Jüngern.
Doch mit seinem Tod ist sein Wirken noch nicht beendet. Sein Grab, welches streng bewacht worden ist, wurde 3 Tage nach seinem Tod leer aufgefunden. Dies weckt Unruhe und Bestätigung unter seinen Jüngern das er, Jesu der Erretter war. Er erschien seinen Jüngern und ca. 500 Menschen ein letztes Mal und sagte zu ihnen das sie die Aufgabe hätten seine Lehren zu verbreiten und sein Tod somit nicht umsonst gewesen sein sollte. Nach 40 Tagen auf der Erde fuhr er in den Himmel auf.

3.3 Jesu – Gleichnisse – Wunder
Jesu war nicht nur Wanderprediger und Verkünder der frohen Botschaft das Gottesreich auf Erden eintreten wird. Er war ein Heiler und vollbrachte Wunder die seine Jünger und Anhänger glauben ließen das er der Erretter war.
Er ließ Wasser zu Wein werden und teilte das Brot immer und immer wieder, jeder bekam ein Stück ab und wurde satt. Aber nicht nur das, er heilte Kranke von ihren Leiden und konnte sogar über Wasser gehen. Er machte Lahme wieder gehend, Blinde sehend, brachte Stummen die Stimme zurück und gab Gehörlosen die Stimmen und Geräusche der Welt zurück. Dies tat aber nicht er sondern die Macht des uneingeschränkten Glaubens. Er vergab Sünden, ließ Tote auferstehen und trieb verkommenen Seelen Dämonen und Teufel aus.
Er stellte Gleichnisse auf um den Menschen den Glauben näher zu bringen und um ihnen zu erklären warum sie woran glauben. Als Erklärung hierfür ist das Gleichnis vom Netz aus Matthäus gut geeignet.
Wenn die neue Welt Gottes kommt, ist es wie bei einem Netz, das im See ausgeworfen wird und mit dem man Fische von jeder Art fängt. Ist das Netz voll, so ziehen es die Fischer an Land, setzen sich nieder und sortieren den Fang. Die guten Fische kommen in Körbe, aber die wertlosen werden weggeworfen. So wird es auch am Ende dieser Welt sein. Die Engel Gottes werden kommen und die bösen Menschen von den Guten scheiden und in den Feuerofen werfen. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen.”
Jesu seiner Meinung nach soll der Mensch nicht sündigen sonst gelangt er in die Hölle.
Aber auch ein anderes Gleichnis Jesus lässt sich hierbei gut erklären.
“Und du sollst Gott, deinen Herren lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen Kräften. Das andere und dies: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Es ist kein anderes Gebot größer als dieses.
Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde; segnet, die euch fluchen; tut wohl denen, die euch hassen; bittet für die, die euch beleidigen und verfolgen, auf das ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel.”
In seinen Gleichnissen spricht er über Feindes-, Nächsten- und Gottesliebe, er äußert sich über Ehebruch und Scheidung, Fasten und Beten, Zorn, Schwören und Vergeltung. Seine 7 Gleichnisse sind die Verkündung der endzeitlichen und unsterblichen Liebe Gottes.

4. Die jüdische Bevölkerung
Zur Zeit Jesu gab es in Palästina und auch außerhalb verschiedene Gruppierungen der Änhänger des jüdischen Glaubens. Sie unterschieden sich in ihrer Art der Glaubensausführung und auch in Toleranz und Akzeptanz gegenüber der Arbeit Jesus.

4.1 Die Pharisäer

Die Pharisäer waren die einflußreichste Gruppe zur Zeit Jesu. Zwar befolgten sie sehr streng die Tora, aber sie bemühten sich auch um eine Weiterentwicklung des religiösen Denkens
In den etwa drei Jahren, während Jesus öffentlich seine Lehre verbreitete, geriet er schon früh in Konflikt mit den Pharisäern, diese religiös-politischen Gruppierung, war zwar der jüdischen Tradition verpflichtet stand aber dem Urchristentum nahe stand. Obwohl ihre Führung in den Händen von Schriftgelehrten lag, setzten sie sich großteils aus Laien (Bauern, Handwerker, Kaufleute…) zusammen Die Pharisäer widersetzten sich allen anderen fremden Kultureinflüssen. Sie glaubten fest draran das die Toten wieder auferstehen und auch an das jüngste Gericht.
Die Lehre der Pharisäer beinhaltete ein ethisches, geistliches und teilweise im Mystizismus wurzelndes Judentum, das die Religion während der Zerstörung des Tempels von Jerusalem (70 n. Chr.) vor dem Untergang bewahrte und später zur Grundlage des rabbinischen Judentums wurde.
Da Jesu jedoch inzwischen hohes Ansehen bei breiten Bevölkerungsschichten genoss, übergaben sie ihn dem römischen Gericht. Dies taten sie obwohl sie politisch den Römern eher reserviert gegenüber standen, da sie auf die Wiederherstellung Israels warten.

4.2 Die Sadduzäer

Die Sadduzäer kann man als jüdische Schule oder Religionspartei bezeichnen, die im 2. Jahrhundert v. Chr. aufkam. Auch kann man sie als eine Art Priesterpartei ansehen. Bis 70 n. chr. waren sie sehr einflussreich. Der aristokratische Stand der Sadduzäer erkannte nur die geschriebene Thora als Glaubensgrundlage an, nicht jedoch die Auslegung durch die Schriftgelehrten und die Fortentwicklung der jüdischen Reinheitsgebote. Ihre Rechtsprechung war so streng, dass die Juden den Tag, an dem das Synedrion das sadduzäische als ihr Gesetzesbuch abschaffte, zum Feiertag erhoben. Die Sadduzäer wiedersetzten sich besonders der Tradition der Pharisäer, die eine ältere, jedoch legitime religiöse Position vertraten. Sie glaubten nicht an die Auferstehung, an Unsterblichkeit und sie zweifelten die Existenz von Engeln und Geistern an.
Bei der Zerstörung des Tempels wurden aber praktisch fast alle Sadduzäer getötet. Die Sadduzäer stellten bis zum Jahre 70 alle Hohepriester und den Großteil der Ältesten im Synedrium. Sie bemühten sich politisch gesehen um einen Ausgleich mit Rom.

4.3 Die Zeloten

Die Zeloten sind eine jüdische religiöse Gruppierung, die für ihre fanatische Auflehnung gegen die römische Herrschaft im Judäa des 1. Jahrhunderts n. Chr. bekannt wurde. Die Zeloten entwickelten sich zu einer eigenständigen politischen Gruppe während der Regierungszeit (37-4 v. Chr.) Herodes′ des Großen. Mit der Parole, es sei Götzendienst, dem Kaiser Steuern zu zahlen, rief Judas der Galiläer zum gewaltsamen Widerstand gegen die Römer auf. Damit begründete er die Widerstandsbewegung der Zeloten, die vor allem zu einer Bewegung galiläischer Juden werden sollte. Judas hatte seine Leidensgenossen aufgerufen, zu den Waffen zu greifen und die Römer in einem Partisanenkrieg aus Palästina zu vertreiben. In Sepphoris, nur wenige Kilometer von Nazareth entfernt, trat der Zelotenführer zum erstenmal öffentlich auf und begeisterte unzählige Männer für seine Wiederstandsbewegung.
Hierzu gehörten auch einige Pharisäer, denn sie stimmten mit den Zielen der zelotischen Freiheitskämpfer weitgehend überein. Die Zeloten waren der extremistische, militante Flügel der Pharisäer. Unter den Zeloten galt die Überzeugung, eine revolutionäre Veränderung der bestehenden Machtverhältnisse sei notwendig, damit das Reich Gottes kommen könne. Nur wenn sie selbst durch ihren aktiven Befreiungskampf dazu beitragen würden, werde Jahwe sein Gottesreich in Israel errichten. Die Zeloten wollten die Römer aus dem Land jagen und das alte Königreich Israel mit Waffengewalt wiederherstellen.
In kürzester Zeit war Galiläa zu einem Fieberherd geworden, zum Zentrum des zelotischen Aufstandes gegen die römische Besatzungsmacht.
 
4.4 Die Essener

Die Essener waren Mitglieder einer ordensähnlichen jüdischen Religionsgemeinschaft, die auf der Grundlage von Gütergemeinschaft organisiert wurde und sich zu strenger Askese (der Verzicht auf weltliche Genüsse mit dem Ziel, eine höhere spirituelle oder intellektuelle Erkenntnis- oder Bewusstseinsebene zu erreichen) bekannte. Der Orden bestand zwischen dem 2. Jahrhundert v. Chr. und dem 4. Jahrhundert n. Chr. in der Region des Toten Meeres.
In der Gemeinschaft der Essener wurde die Sklaverei zum ersten Mal als Menschenschändung verdammt. Der Überlieferung zufolge sollen sie Sklaven von Sklavenhaltern abgekauft und befreit haben. Die Essener lebten in kleinen unabhängigen Gemeinschaften, betrieben Landwirtschaft und pflegten das Handwerk.

4.5. Die Samariter

Die Samariter lebten zwar in Palästina wurden aber vom offiziellen Judentum als häretische Gruppe angesehen. Das Schisma entstand im 4. Jhdt v.Chr., als auf dem Garizim ein Heiligtum erbaut wurde. Da die Juden nur ein Heiligtum, den Tempel in Jerusalem, anerkannten, wurde der Kult auf dem Garizim immer als illegal betrachtet.
Zu den heiligen Schriften zählten die Samariter nur die fünf Bücher Mose. Auch lehnten sie den Glauben an die Totenauferstehung ab.

5. Fazit
Jesu und seine Arbeit sind nur teilweise im Palästina seiner Zeit angenommen worden. Dies mag vielleicht daran liegen das es in Palästina kriselt und selbst die Juden untereinander sich nicht einig sind was sie glauben und wem sie glauben. Sie stellten gegenseitig ihren Glauben in Frage und hatten verschiedene Einstellung dem Verhalten der Römer gegenüber.
Jesu hatte kein leichtes Leben. Von den Eltern missverstanden und enttäuscht, von einem seiner Jünger verraten, schaffte er dennoch die Gründung einer neuen Religion und reformierte das Judentum.

Quellenverzeichnis
Die Bibel
Die Kinderbibel „Glauben verstehen“ Weltbildverlag 1994
„Die Welt der ersten Christen“ Edwin Yamauchi; Brockhausverlag 1990
„Mehr Menschenkenntnis und Verständnis“ Ulrich Beer; HerderVerlag 1992
„Wie der Glaube uns hilft“ Weltbildverlag 1995
„Die Sünde der Engel“ Charlotte Link; Goldmann Verlag 1996
Sofies Welt“ Jostein Gaarder; Carl Hanser Verlag 1993
http://www.wissen.de 16.10.2003
http://www.bibelfreunde.de 23.09.2003
http://www.theologie.de 11.11.2003
http://www.msn.geschichte.de 23.09.2003

weiterführende Informationsseiten im Netz:
condition.ch Portal für aktive Christen
tolos.de Tolos und Atlis

Gorbatschow, Fall der Mauer

1. Einleitung
Das Thema meiner Facharbeit lautet „Die Ära Gorbatschow: Perestroika und Glasnost und ihre Auswirkungen auf die Haltung der Westdeutschen zur Sowjetunion bis zum Fall der Mauer – Widerspiegelung in der Politik der Bundesrepublik Deutschland?“.
Im Rahmen meiner Facharbeit möchte ich darauf eingehen wie sich Gorbatschows Politik der Reformen (Perestroika und Glasnost) auf die allgemeine Haltung der Westdeutschen zur Sowjetunion ausgewirkt hat. Danach gilt es für mich zu überprüfen, ob sich nach dem Amtsantritt Gorbatschows etwas an der Ausrichtung der deutschen Außenpolitik gegenüber der UdSSR geändert hat, hierbei werde ich vor allem auf die Regierung Kohl/Genscher eingehen und nicht mehr auf vorherige Regierungen, da sich Regierungswechsel stets auf die jeweilige Außenpolitik eines Landes auswirken. Abschließend möchte ich dann versuchen zu klären, ob es eine Änderung in der Politik gab und womit diese zusammenhängt, sei es mit der eventuell veränderten Haltung der Westdeutschen zur Sowjetunion oder aber mit der veränderten Politik der Sowjetunion mit ihrem neuen Parteichef Michail Gorbatschow. Wenn jedoch keine Änderung auszumachen ist, ist zu klären welche Ursachen dies haben könnte.

2. Hauptteil

2.1 Zur Person: Michail Gorbatschow
Michail Gorbatschow wurde am 2.3.1931 in Priwolnoje (Region Stawropol) geboren. Er studierte Jura und trat 1952 der KPdSU bei. 1971 wurde er Mitglied des Zentralkomitees und 7 Jahre später, 1978, wurde er Sekretär des ZK im Bereich Landwirtschaft. 1980 wurde er Mitglied des Politbüros und löste Funktionäre der Partei ab, die der Korruption verdächtigt wurden. Im März 1985 wurde er schließlich zum Generalsekretär der Partei gewählt, was gleichbedeutend mit einem Generationswechsel war. Von nun an konnte Gorbatschow seine Politik der Reformen, die unter den Schlagworten „Perestroika“ und „Glasnost“ bekannt wurde, durchführen. Er wollte eine Politik der Transparenz und der Veränderung in der wirtschaftlich schwachen Sowjetunion durchführen. Außenpolitisch suchte er aufgrund des militärischen Gleichgewichts den Konsens mit den USA, was zu einer Einigung in der Abrüstungsfrage führte .
Gorbatschows Politik ist in der KPdSU und auch in den anderen Ostblockstaaten teilweise stark kritisiert worden.i

2.2 Perestroika und Glasnost
Als Perestroika und Glasnost wird die von Gorbatschow eingeleitete Politik der Umgestaltung des politischen Systems in der UdSSR bezeichnet. Hierbei wollte Gorbatschow zum einen die Umgestaltung des Systems (Perestroika), vor allem auf wirtschaftlicher Ebene und eine größere Transparenz im Willensbildungsprozess im Land und vor allem in der Partei (Glasnost).
In der Wirtschaft wollte Gorbatschow vor Allem eine größere Effizienz und Produktivität erreichen. Dies sollte durch eine „regulierte Marktwirtschaft“ erreicht werden, wobei die Preise nun nicht mehr durch die Bestimmungen des Staates sondern durch Angebot und Nachfrage gelenkt werden sollten. Hierdurch erhoffte man sich einen Rückgang von Korruption und Misswirtschaft, die zu diesem Zeitpunkt in der UdSSR in hohem Maße herrschten. Aber die Perestroika bezog sich nicht nur auf die Wirtschaft sondern auf die ganze Gesellschaft, denn durch sie sollte ein neues Denken gefördert werden. Die Menschen sollten auf eine stärkere Demokratisierung des Staates vorbereitet werden und der Abbau stalinistischer Strukturen sollte vorgenommen werden.2 Dieses sollte durch den zweiten Teil der sowjetischen Reformpolitik erreicht werden, die Glasnost, Politik der Transparenz. Hierbei kam es Gorbatschow vor allem darauf an, den Willensbildungsprozess in Partei und Staat transparenter und für den Bürger verständlicher zu machen. Dadurch sollte das System für die Bevölkerung durchschaubarer werden was zu verbesserten Mitsprachemöglichkeiten für das Volk führen sollte. Erreicht werden sollte diese Transparenz durch eine veränderte Berichterstattung der Medien, die vorher scharfen Kontrollen unterlagen und die Partei nicht kritisieren durften. Nun wurde aber auch erlaubt kritische Standpunkte gegenüber Missständen im Land einzunehmen, hierbei sollte aber immer noch auch der Standpunkt der Partei vertreten werden. 3
Gorbatschow führte diese Politik ein um Missstände in der Gesellschaft aufzuheben, z.B. Korruption und wirtschaftliche Schwäche. Denn in der Sowjetunion hatten 70 Jahre lang Gewaltherrschaft und ideologisches Gedankengut das Denken und Handeln der Sowjetunion und ihrer Bevölkerung bestimmt.4 Deshalb wurde diese neue Politik auch von der Bevölkerung sehr begrüßt, da sie eine größere individuelle Freiheit bedeutete und ein Schritt zur Demokratisierung war. Von Funktionären der KPdSU wurde sie jedoch missbilligt, da sie einen deutlichen Machtverlust der Partei bedeutete und dies konnten einige, vor allem konservative, Funktionäre der Partei nicht dulden.

2.3 Ausrichtung der deutschen Politik vor dem Machtantritt Gorbatschows

In diesem Teil möchte ich einen kurzen Überblick über die Außenpolitik
der Bundesrepublik in den Jahren unmittelbar vor dem Machtantritt Gorbatschows geben. Hierbei beziehe ich mich im Wesentlichen auf die Ostpolitik, da diese hauptsächlich für das Thema relevant ist.
Bundeskanzler Kohl und Außenminister Genscher erklärten jedoch bei ihrer Amtsübernahme die Westbindung zur obersten Priorität was natürlich starke Einflüsse auf die Ostpolitik dieser Regierung nahm. Es wurde aber auch betont, dass weiterhin ein entspannungspolitischer Kurs gefahren werden sollte, was aber aufgrund der sowjetischen Politik sehr schwierig war. 1982/1983, also in den Jahren der Regierungsübernahme der christlich-liberalen Koalition war das Verhältnis zur Sowjetunion ziemlich schlecht, dies war vor allem auch so, weil die sowjetische Regierung vor dem Regierungsantritt des neuen Kabinetts immer signalisiert hatte, dass nur die Sozialdemokraten für eine Entspannungspolitik mit der UdSSR geeignet seien. Für die Regierung Kohl galt es nun gegen diese allgegenwärtige Meinung anzukämpfen, um wieder eine Entspannungspolitik durchführen zu können, wobei auch bei der Regierung Schmidt nicht davon zu sprechen ist, dass die Sowjetunion die von der Bundesrepublik gewollte Entspannungspolitik unterstützt hat. Es gab aber nicht nur mit der Sowjetunion selber Probleme, sondern auch mit dem Verhältnis der UdSSR zur USA, da dieses, im Gegensatz zu den entspannungspolitisch erfolgreichen 70er Jahren, wieder sehr schlecht war. Außerdem kam es innerhalb der CDU/CSU selbst zu Interessenskonflikten was die Entspannungspolitik angeht. 5
Konkret setzte die Regierung Kohl/Genscher im Grunde die Außenpolitik der Regierung Schmidt/Genscher fort: Zwar auf eine Entspannungspolitik in Richtung Osten bedacht aber trotzdem die Westbindung als primäres Ziel zu halten. So wurden z.B. amerikanische Waffen als Schutz vor sowjetischen Mittelstreckenraketen in Deutschland aufgestellt. Denn ohne die USA wäre Deutschland der Sowjetunion hilflos ausgeliefert, so die Argumentationsweise der Regierung.6 Trotzdem wurden die von der sozial-liberalen Koalition in Hinblick auf die Ostpolitik gefassten Entscheidungen nicht rückgängig gemacht. Dies deutete darauf hin, dass in der Ostpolitik vor allem das Prinzip der Kontinuität und Berechenbarkeit galt. Es sollte aber immer auch darauf geachtet werden, dass es weder zu einer Konfrontation mit dem Westen noch zu einer Konfrontation mit dem Osten kommt, was aufgrund der geopolitischen Lage Deutschlands das wichtigste Prinzip der deutschen Außenpolitik ist und dies schon seit der Ära Adenauer. Aber eine Annäherung an die UdSSR war fast unmöglich, da diese nicht daran interessiert war die Beziehungen zur Bundesrepublik zu verstärken und zu verbessern. Außerdem konnten diese aufgrund des Todes von drei Staatschef innerhalb von drei Jahren nur sehr schwer gepflegt werden, da es unmöglich war sich auf den jeweiligen Staatschef einzustellen. Trotz politischer Ungereimtheiten entwickelten sich die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und der Sowjetunion sehr gut.7 Die Außenpolitik war also schon immer eine Anpassungspolitik an die jeweiligen politischen Tendenzen und das blieb auch unter Kohl so.

2.4.1 Haltung der Deutschen zur Sowjetunion vor dem Machtantritt Gorbatschows

Die Haltung der Deutschen zur Sowjetunion war zu Beginn der 80er eher skeptisch. So hatten sie kaum Vertrauen zur Sowjetunion und zu ihren Bemühungen in der Abrüstungspolitik. Außerdem waren die Parteichefs der Sowjetunion nie besonders beliebt, sie hatten auf einer Sympathieskala von –5 bis +5 immer negative Werte und lagen immer weit hinter Westpolitikern zurück. Dies zeigt die eher skeptische Haltung der Bundesbürger zur Sowjetunion in dieser Zeit.8

2.4.2 Haltung der Deutschen zur Sowjetunion nach dem Amtsantritt Gorbatschows – Eine Entwicklung

Bei Amtsantritt Gorbatschows standen die Deutschen der Sowjetunion
noch sehr skeptisch gegenüber. Dies war aber bei jedem Machtwechsel so, da man nicht wusste was von der Politik des jeweiligen Politikers zu erwarten war, ob es beispielsweise eine auf Konflikt orientierte oder eher eine entspannungsgerichtete Politik war. Aber dieses Verhältnis zu Gorbatschow und der Sowjetunion im Allgemeinen änderte sich mit der Zeit. Diese Entwicklung soll hier klar herausgestellt werden.
Schon im Herbst 1986 gab es klare Anzeichen dafür, dass Gorbatschow sich im deutschen Volk einer sehr großen Beliebtheit erfreut und dieses auch auf die gesamte Sowjetunion übertragen kann. So hatte sich Helmut Kohl einen erheblichen Fauxpas geleistet als er Gorbatschow mit dem Propagandaminister des Dritten Reiches, Josef Goebbels, verglichen hatte indem er sagte, dass Gorbatschow was von Public Relations verstehe, was Goebbels auch getan habe. Umfrageergebnissen zu Folge hielten 90% der Deutschen diese Äußerung für falsch, 64% weil sie diesen Vergleich nicht für gerechtfertigt ansahen. Auch erreichte Gorbatschow zur selben Zeit eine vorher nie da gewesene Sympathie für einen sowjetischen Generalsekretär. Er erhielt nämlich auf einer Sympathieskala von –5 bis +5 einen positiven Wert, was einem Politiker des Ostblocks nie zuvor gelungen ist, zudem war er in dieser Sympathieumfrage sogar vor dem Präsident der USA, Ronald Reagan, der nur einen Wert von +0,4 erreichte, Gorbatschow dagegen erreichte +1,4. Diese positive Stimmung bezog sich nicht nur auf Gorbatschow selbst sondern auch auf die Sowjetunion im Allgemeinen. So fühlten sich im November 1986 nur noch 40% von der Sowjetunion bedroht, im Herbst 1981 waren es noch 55%.9 Diese Entwicklung setzte sich auch in der weiteren Zeit fort. Ronald Reagan wurde nämlich beim Volk immer unbeliebter, ganz im Gegensatz zu Gorbatschow der seine Vorsprung gegenüber Reagan ausbauen konnte. So erreichte Gorbatschow im April 1987 zwar einen etwas kleineren Sympathiewert beim Volk, er konnte aber seinen Vorsprung gegenüber Reagan ausbauen, der nur noch einen Sympathiewert von +0,1 hatte, Gorbatschow dagegen hatte einen Wert von +1,2. Auch ist das Vertrauen gegenüber Gorbatschow im Vergleich zum November des Jahres 1986 wieder deutlich gestiegen. So meinten 83% der Befragten im April 1987, dass Gorbatschow Vertrauen verdiene, im November 1986 waren es nur 63% gewesen.10 Diese Entwicklung ist wohl mit dem Vorschlag der Sowjetunion zu erklären, die atomaren Mittelstreckenraketen in Europa gänzlich abzubauen. Im Zuge des Honecker-Besuches Anfang September 1987 in Deutschland wurde nach den beliebtesten ausländischen Politikern gefragt. Auch hier ist Gorbatschows große Beliebtheit in Deutschland zu erkennen, er führte diese Rangliste an. Die anderen beiden Ostblockpolitiker, nach denen gefragt wurde, landeten auf den letzten Plätzen mit negativen Sympathiewerten. Auch Ronald Reagan schnitt bei dieser Umfrage nicht sonderlich gut ab, er landete mit einem Wert von +0,4 auf dem drittletzten Platz.11 Aber nicht nur das Vertrauen zu Gorbatschow selbst war groß, sondern auch das Vertrauen in die Politik der Sowjetunion im Allgemeinen. Laut einer Umfrage vom November 1987 hatten nämlich ca. 60% der Gesamtbevölkerung großes Vertrauen in die Friedens- und Abrüstungspolitik der Sowjetunion und dies durchgängig in allen Altersklassen. Das Vertrauen in die USA war vor allem bei den jungen Leuten längst nicht so groß, von 18-29 Jahren waren es dort nämlich nur 37% die großes Vertrauen in die Politik der USA hatten. Mit zunehmendem Alter stieg zwar der Anteil dieser, sie konnte aber nur in der Altersklasse ab 60 den Anteil derjenigen übersteigen, die großes Vertrauen in die Politik der UdSSR hatten. Dieses Bild spiegelt sich auch bei den Sympathiewerten für die beiden jeweiligen Staatsoberhäupter wider. So lag Reagan nur bei den Rentnern vorn, bei allen anderen lag Gorbatschow vor ihm. Außerdem gab es für Gorbatschow durchgängig konstante Sympathiewerte, bei Reagan stiegen diese Werte mit dem jeweiligen Alter der Befragten, bei den 18-29jährigen hatte er sogar negative Werte.12 Diese für die Sowjetunion durchweg positive Entwicklung setzte sich auch in der folgenden Zeit fort. So wurde in einer vergleichenden Umfrage im September 1988 nach dem Vertrauen in die Friedens- und Abrüstungspolitik der UdSSR und der USA gefragt. Dabei kam zum Ausdruck, dass das Vertrauen in die UdSSR größer, wenn auch unwesentlich, als das Vertrauen in die USA war. Außerdem brachte man zu der Zeit der USA eher Misstrauen entgegen als der UdSSR. Dies liegt wohl vor allem auch daran, dass der Großteil der Deutschen zu diesem Zeitpunkt auch an einen Erfolg von Gorbatschows Politik der Reformen glaubt, nämlich 77% der Be-
fragten. Außerdem war Gorbatschows Popularität bei den Deutschen seit der letzten Befragung auf +2,4 gestiegen.13 Ende 1988 wurde Gorbatschow dann vom Spiegel-Magazin zum Mann des Jahres gewählt, was schon deshalb bemerkenswert ist, weil der Spiegel diese Tradition des Time-Magazins nur für 1988 übernehmen wollte, da ihnen Gorbatschow als Reformer eines für unreformierbar gehaltenen Systems und als unaufhaltsamen Abrüster für die Weltgeschichte als sehr wichtig erschien.14 Dieser Trend setzte sich bis in das Jahr des Mauerfalls, 1989, fort. Die meisten Deutschen brachten der Sowjetunion nämlich entweder große Sympathie oder aber Wohlwollen entgegen, nämlich 58%.15 Auch hielten 48% der Deutschen die Sowjetunion für am weitesten fortgeschritten im Reformierungsprozess, nur 11% hielten sie für das Land, das in diesem Prozess noch am weitesten zurückliegt.16
Abschließend ist festzustellen, dass sich die Einstellung der Bundesbürger zur Sowjetunion mit der Amtsübernahme durch Gorbatschow und mit dem Einführen seiner reformorientierten Politik drastisch geändert hat. So hatten die Deutschen ein großes Potential an Vertrauen in die Sowjetunion und eine große Sympathie für Michail Gorbatschow. So eine Popularität hatte bis zu diesem Zeitpunkt kein anderer Staatschef der Sowjetunion und auch kein anderer Politiker des Ostblocks erreicht. Gorbatschow übertrumpfte sogar alle anderen Westpolitiker was wohl für seine große Popularität und auch für das große Vertrauen spricht, das ihm und seiner Politik entgegengebracht wurde.

2.5 Entwicklung der deutschen Außenpolitik nach der Amtsübernahme Gorbatschows

Bei Amtsübernahme Gorbatschows reagierte die Bundesregierung erst einmal vorsichtig und zurückhaltend. Es wurde auch schnell klar, dass sich das Hauptaugenmerk Gorbatschows nicht auf die Bundesrepublik richtete sondern auf die USA. Auch in Europa war die Bundesrepublik nicht der wichtigste Ansprechpartner sondern andere Länder wie Italien, England oder Frankreich mit denen die Sowjetunion Kontakt aufnahm.
Der Dialog zu Deutschland beschränkte sich im Grunde auf die Haltung der Bundesrepublik zum amerikanischen Verteidigungsprojekt SDI, welches eine Raketenabwehr im All ermöglichen sollte. Die Sowjetunion zeigte auch unter Gorbatschow vorerst keine Anzeichen dafür, dass sie die Beziehungen zur Bundesrepublik intensivieren wollte. Vor allem musste in der SDI-Frage eine Kompromiss erreicht werden denn sonst könnte wäre die Basis für gute Beziehungen nicht gegeben. Die Bedingungen für Kohl waren also denkbar schlecht. So musste Kohl versuchen eine Entspannungspolitik mit der UdSSR zu führen, was aber einerseits durch die Haltung der Sowjetunion zu Deutschland selbst und anderseits dadurch erschwert wurde, dass eine solche Entspannungspolitik zum Teil gegen die USA geführt werden musste. Außerdem waren die Beziehungen Moskaus mit der deutschen SPD intensiver als die Beziehungen zur Regierung, was die Sache für die Regierung Kohl/Genscher noch zusätzlich erschwert hat.
Im Juni 1986 schien sich das Verhältnis im Zusammenhang mit Genschers Moskaureise jedoch zu verbessern. Es wurde ein Abkommen über wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit unterzeichnet. Außerdem stand Genscher für eine durch die FDP 17 Jahre lang geführte Entspannungspolitik mit der UdSSR, was zusätzliches Vertrauen in Moskau einbrachte. Die Wirtschaftsbeziehungen zur UdSSR wurden zu dieser Zeit, und vor allem nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl im April 1986, immer besser, was auch zu einer Verbesserung der gesamtpolitischen Beziehungen zu Moskau führte. Aber diese Verbesserung der Beziehung führte auch zu Spannungen innerhalb der CDU/CSU-Fraktion, die vor allem durch Franz Josef Strauß ausgelöst wurden, der Genschers Entspannungspolitik als „illusionär“17 bezeichnete. Strauß hatte wohl die Absicht Genscher als Außenminister nach der Wahl im Jahr 1987 abzulösen, was aber scheiterte. Es ist also zu sehen, dass im Jahr 1986, nach Genschers Besuch in Moskau die Bedingungen für eine Entspannungspolitik denkbar gut waren.
Doch dieses durchweg positive Klima wurde durch einen Vergleich Kohls zunichte gemacht: „Das ist ein moderner kommunistischer Führer. Der war nie in Kalifornien, nie in Hollywood, aber versteht was von Public Relations. Der Goebbels verstand auch was von Public Relations.“18 Dieser von Kohl gezogene Vergleich zwischen Gorbatschows und dem NS-Propagandaminister wurde im In- und Ausland heftigst diskutiert und durch ihn sank auch der Stellenwert der Bundesrepublik für die Sowjetunion. Kohl hatte eine handfeste Krise herbeigeführt. Eigentlich auf Entspannung bedacht machten ihn solche Aussagen unglaubwürdig und legten seine Verunsicherung, in Bezug auf die Ostpolitik, an den Tag.19 Aber die Entspannungspolitik konnte trotzdem, dank Genscher, fortgeführt werden. Er hatte es nämlich unter Mühen geschafft dem sowjetischen Außenminister Schewardnadse zu überzeugen, dass Kohl aufrichtig daran interessiert sei, die Beziehungen zur Sowjetunion zu verbessern. Dies war ihm in einem persönlichen Gespräch mit Schewardnadse gelungen und allein an Genschers Anstrengungen hierfür kann man sehen, dass Genscher schon früh erkannt hatte, wie wichtig es war, jetzt die Beziehungen zur Sowjetunion zu verbessern und das erfolgreiche Gespräch mit Schewardnadse zeigte ihm auch, dass dies möglich war. 20
Kohl dagegen konzentrierte sich in der Folgezeit dann wieder mehr auf die Beziehungen zur USA, aber auch Genschers Einfluss dort war nicht gering. Genscher erkannte nämlich auch, dass Gorbatschow für die USA eine Chance sei und dass Gorbatschow vor allem auf Ost-West-Entspannung ausgerichtet sei. Dies wurde vor allem bei Genschers Rede am 1. Februar 1987 in Davos deutlich als er sagte. „Nehmen wir Gorbatschow ernst, nehmen wir ihn beim Wort“.21 Im weiteren Verlauf betonte er, dass es eine historische Chance wäre und dass mit Gorbatschow die Wende im West-Ost-Verhältnis erreicht werden könne. Dies könne aber nur geschehen, wenn man offen auf Gorbatschow zuginge und nicht darauf warte, was er tue. Diese Rede rief im Westen wiederum Misstrauen aus, der Begriff des „Genscherismus“ kam wieder auf und er sollte die Sorge des Westens deutlich machen, dass Genscher zu sehr in Illusionen verfalle, wenn er so optimistisch gegenüber der Sowjetunion sei.22 Die Beziehungen der Sowjetunion zu Deutschland schienen sich wieder zu verbessern und dies wurde auch durch den Staatsbesuch des Bundespräsidenten von Weizsäcker in der Sowjetunion vom 6.-11. Juli 1987 deutlich. Bei diesem Besuch wurde ein neuer Impuls für die sowjetisch-deutschen Beziehungen gegeben, die sich nach dem Gorbatschow-Goebbels-Vergleich immer noch nicht wieder ganz erholt hatten. In dieser Zeit wurde Deutschland für Gorbatschow wieder zu einem wichtigen Partner, vor allem um wirtschaftliche Probleme in der UdSSR lösen zu können.23
Auch gab es im Jahr 1987 Erfolge im Entspannungsprozess zwischen der UdSSR und den USA an denen die Bundesrepublik Deutschland maßgeblich beteiligt war. Es wurde der weltweite Abbau von sowjetischen und amerikanischen Mittelstreckenflugkörpern kürzerer und längerer Reichweite beschlossen, was nur aufgrund eines Einlenkens der deutschen Regierung in der Frage, ob die deutschen Pershing I A Raketen abgebaut werden sollten, möglich war. Die Bundesregierung stimmte nämlich, nach langem Zögern, vor allem auf Seiten der CDU/CSU-Fraktion, einem Abbau dieser Systeme zu, ohne den Die USA und die UdSSR der „doppelten Nulllösung“ nicht zugestimmt hätten. Dies zeigte auch vor Allem das Vertrauen der Bundesrepublik in die UdSSR und ihren Parteichef Gorbatschow, denn so war es den USA kaum noch möglich einen eventuellen sowjetischen Angriff auf die Bundesrepublik wirksam entgegenzuwirken und auch die Bundesrepublik nahm sich dadurch die Option einen eventuellen nuklearen Gegenschlag auszuführen. Denn die Sprengköpfe der Pershing I A waren atomar, wenn auch im Besitz der USA. 24
Am 14. Oktober 1988 kam es dann zum ersten offiziellen Treffen zwischen Gorbatschow und Kohl in Moskau. Hierbei kam man sich überein, dass man ein neues Kapitel in der Geschichte der deutsch-sowjetischen Beziehungen aufschlagen solle. Kohl versuchte bei diesem Besuch vor allem eine persönliche, gute Beziehung mit Gorbatschow aufzubauen und in einen intensiven Dialog mit ihm zu treten. Dieses sollte sich dann auf das politische Klima zwischen diesen beiden Ländern auswirken. Dieser Versuch Kohls verlief erfolgreich. Der Besuch Kohls in Moskau rief im Westen jedoch wiederum Misstrauen hervor. Man zweifelte an der Loyalität Kohls gegenüber der NATO. Dennoch wurde eine zweites Treffen mit Gorbatschow im Juni 1989 vereinbart.25
Schon vor diesem Treffen hatte es den Schulterschluss mit den USA gegeben. Auf einem NATO-Gipfel in Brüssel, Ende Mai des Jahres 1989 war es nämlich zu einer Einigung in der Frage nach ein sogenannten dritten Nulllösung gekommen. Es ging hierbei um den Abbau von Kurzstreckenraketen und hier setzten die Deutschen, gemeinsam mit den USA, ihren Standpunkt durch und zwar auch gegen England. Die geplante Modernisierung dieser Kurzstreckenraketen wurde nämlich auf Eis gelegt und auf 1992 vertagt, wobei Genscher glaubte, dass dies der Weg zu einer dritten Nulllösung wäre, die die Bundesrepublik gewollt hat. Auch hier ist wieder das gute Verhältnis zur Sowjetunion zu erkennen, denn der Abbau solcher Systeme bedeutete für die Bundesrepublik weniger Sicherheit, was zeigt, dass das Vertrauen in Moskau sehr groß war. Diese Zusammenarbeit mit den USA, die eigentlich gegen einen solchen Entschluss waren, zeigt aber auch deutlich, dass das Verhältnis zur USA auf einem guten Weg war. Die Bundesrepublik war damit zum wichtigsten Partner der USA aufgestiegen.26
Im Juni 1989, also kurz nach dem NATO-Gipfeltreffen, kam es dann zum geplanten Gegenbesuch Gorbatschows in Bonn. Dieser Besuch wurde wiederum ein großer Erfolg. Kohl sicherte Gorbatschow wirtschaftliche Hilfe zu, um die Wirtschafts- und Versorgungslage in Russland, vor allem in größeren Städten, zu verbessern. Während desselben Besuches wurden auch elf Vereinbarungen in Bezug auf die deutsch-russische Zusammenarbeit getroffen, wovon eine besonders wichtig war: In dieser Vereinbarung verpflichteten sich die Sowjetunion und die Bundesrepublik dazu, die europäische Teilung zu überwinden um ein „gemeinsames europäisches Haus“ errichten. Hierbei war auch wichtig, dass das Selbstbestimmungsrecht der Völker durch beide Seiten bestätigt wurde und das Streben nach militärischer Überlegenheit wurde verurteilt.27 Genscher versicherte dem Außenminister der UdSSR, Eduard Schewardnadse, im Zuge desselben Besuches, dass die Bundesrepublik zusammen mit den USA daran arbeiten wollten, dass sich das Verhältnis zwischen Ost und West grundlegend verändere. Außerdem erklärte Gorbatschow am Ende seines Besuches den Kalten Krieg zwischen der Sowjetunion und der Bundesrepublik Deutschland offiziell für beendet. Auch schien die Sowjetunion zu diesem Zeitpunkt schon begriffen zu haben, dass die Berliner Mauer eines Tages, wahrscheinlich schon in naher Zukunft, fallen würde, denn dies hatte Schewardnadse Genscher gesagt und so auch Genschers Meinung über ihn bestätigt. Die Sowjetunion hatte „die Zeichen der Zeit erkannt“28. Dieses Treffen brachte auch im Verhältnis Deutschlands zur Sowjetunion einen großen Durchbruch, die Bundesrepublik wurde nun als wichtigster Partner der Sowjetunion angesehen, wodurch sich eine Mittelstellung zwischen der UdSSR und den USA ergab.29
Im weiteren Verlauf des Jahres wurde deutlich, dass die Menschen in der DDR nicht länger auf Reformen warten wollten und es kam zu einer Massenflucht, vor allem in Richtung Ungarn, da dieses die Grenze nach Österreich am 10. September geöffnet hatte. Dies war zwar gegen den Willen der DDR geschehen, aber mit Rückendeckung durch Gorbatschow. Als Reaktion auf die Grenzöffnung durch Ungarn schloss die Tschechoslowakei die Grenze nach Ungarn, so dass die DDR-Bürger nicht mehr dorthin gelangen konnten. Deshalb flüchteten die Menschen nun in die deutsche Botschaft in Prag und hofften auf eine Ausreisegenehmigung. Nach langem Zerren wurde diese Flüchtlinge dann in Zügen in die Bundesrepublik gebracht. Dieses konnte vor allem geschehen, da die deutsche Führung die UdSSR und die USA darum gebeten hatte in dieser Situation zu helfen.
Am 9. November 1989 fiel in Berlin schließlich die Mauer. Auch dieses wurde, nach kurzem Zögern, durch Gorbatschow geduldet, denn dieser hatte zuerst fälschliche Informationen über die Lage in Deutschland erhalten, nach denen nach dem Fall der Mauer Einrichtungen der Sowjetarmee durch das Volk gestürmt worden wären. Aber nachdem er wusste, dass dies nicht der Fall war, unternahm er auch nichts gegen diesen Prozess.30

3. Schluss

Zu Beginn der Ära Gorbatschow ist zu erkennen, dass die Deutschen ihm noch sehr skeptisch gegenüberstanden und nicht so recht wussten, was man von ihm halten sollte. Doch schon schnell änderte sich diese Meinung, vor allem bei den Bundesbürgern. Diese schienen schneller zu merken, dass Gorbatschow für Deutschland und die Ost-West-Beziehungen eine große Chance war, die Sympathiewerte für Gorbatschow sprechen für sich. Die Regierung, und hier vor allem die CDU/CSU-Fraktion um Helmut Kohl, scheint dies noch nicht so schnell gemerkt zu haben, was am Gorbatschow-Goebbels Vergleich zu erkennen ist. Hans-Dietrich Genscher schien die Sache zu diesem Zeitpunkt schon anders zu sehen, was aber wohl daran liegt, dass er schon lange Amterfahrung hatte und auch Erfahrungen auf dem Gebiet Entspannungspolitik hatte, denn die FDP stand schließlich für eine lange Tradition dieser. So ist also zu konstatieren, dass die Regierung zur Anfangszeit der Ära Gorbatschow kaum anders gehandelt hat als vorher, die CDU/CSU-Fraktion um Helmut Kohl stand ihm noch mit einer gewissen Skepsis gegenüber, wie bei den Vorgängern Gorbatschows auch. Außerdem war es nach dem Gorbatschow-Goebbels Vergleich schwierig den Entspannungswillen Kohls wieder glaubhaft zu machen. Die FDP um Genscher dagegen stand wie immer für eine entspannungsorientierte Politik Richtung Moskau. Sie war es auch, die es geschafft hat das Verhältnis Kohl-Gorbatschow wieder zu verbessern und Kohls Entspannungswillen wieder glaubhaft zu machen, was durch den Besuch des Bundespräsidenten in Moskau abgeschlossen wurde. Diese anfänglichen Schwierigkeiten in der Beziehungen gingen aber auch von Moskau selbst aus, denn Deutschland wurde nur als minderwertiger Partner in der Welt und Europa gesehen. Ihm wurden andere Ländern wie die USA, England, Frankreich und Italien vorgezogen.
Dass sich das Verhältnis zur Sowjetunion schließlich doch geändert hat ist vor allem Genscher und seinen Bemühungen als Außenminister zu verdanken. Er war es, der das Problem um den Gorbatschow-Goebbels Vergleich gelöst hat und er war es auch, der schon früh eine intensive, auch persönliche, Beziehung zum sowjetischen Außenminister Eduard Schewardnadse aufbauen konnte. Außerdem war er es, der begriffen hat welche Chance Gorbatschow und seine Perestroika für den Westen und das Verhältnis zum Osten war.
Das erste Anzeichen für die Verbesserung der Beziehung zwischen Moskau und Bonn war der Besuch des Bundespräsidenten von Weizsäcker in Moskau. Auch die entspannungspolitischen Erfolge, an denen die Bundesrepublik maßgeblich beteiligt war, zeigten, dass sich das Verhältnis von Bonn und Moskau stetig verbesserte.
Der Besuch von Bundeskanzler Helmut Kohl in Moskau im Oktober 1987 schließlich zeigte ganz deutlich, dass die Beziehungen zur UdSSR auf einem sehr guten Weg waren. Zwischen Kohl und Gorbatschow entstand schon während dieses ersten offiziellen Aufeinandertreffens eine gute persönliche Beziehung. Diese persönliche Beziehung sollte sich auch auf die Entwicklung des politischen Klimas zwischen Bonn und Moskau auswirken. Weitere Erfolge ergaben sich dann beim Besuch Gorbatschows in Deutschland, bei der sich die Beziehung zwischen Kohl und Gorbatschow weiterhin verbesserte und es auch zu wichtigen politischen Abkommen kam. Kohl hatte nun seine Skepsis gegenüber Gorbatschows Ernsthaftigkeit vollkommen abgelegt und die Beziehungen zwischen Moskau und Bonn waren so gut wie nie zuvor, Deutschland war zum wichtigsten politischen und wirtschaftlichen Partner der Sowjetunion in Europa geworden und blieb dies auch bis zum Fall der Mauer und darüber hinaus.
Nun ist zu klären, ob diese Veränderung der Beziehungen auf die allgemein positive Meinung des Volkes gegenüber Gorbatschow zurückzuführen ist. Hat sich also die Bundesregierung von der Stimmung des Volkes leiten lassen oder könnte es auch andere Gründe für diesen Wandel der Politik geben? Klar ist auf jeden Fall, dass sich die Beziehungen zu Moskau verbessert haben, was auf eine veränderte Ostpolitik zurückzuführen ist. Die Tatsache, dass das Volk positiv zu Gorbatschow stand ließe selbstverständlich darauf schließen, dass die Bundesregierung diese positive Stimmung erkannt hat und sich daraufhin bemüht hat, die Beziehungen zu Moskau zu verbessern um sich Wählerstimmen zu sichern. Dieses wäre natürlich eine politisch annehmbare Möglichkeit, aber es gibt auch Tatsachen, die gegen eine solche Vorgehensweise der Regierung sprechen. So war die Haltung Genschers gegenüber Gorbatschow schon von Anfang an eher positiv: er hatte sich schon relativ früh in Moskau mit dem Außenminister Schewardnadse getroffen um eine Wirtschafts- und Technologieabkommen zu ratifizieren. Hier hatte Genscher auch schon erkannt, dass Gorbatschow eine Chance für den Westen war, wie es sie so schnell nicht mehr geben würde. Zu diesem Zeitpunkt, gab es im Volk aber noch keine einhellige Meinung über Gorbatschow und so kann es nicht sein, dass sich Genscher an der Stimmung des Volkes orientiert hat. Auch den Wandel Helmut Kohls kann man nicht mit der Stimmung des Volkes belegen, denn er hatte durch seinen Gorbatschow-Goebbels Vergleich zuerst signalisiert, dass er von Gorbatschow nicht viel halte. Von dieser Meinung rückte er aber nicht ab, weil das Volk so stark für Gorbatschow sympathisierte sondern erst als es zu seinem Besuch in Moskau kam und er mit Gorbatschow erfolgreich gute, vor allem persönliche, Beziehungen aufbauen konnte und merkte, dass er ein Mann war, dem man trauen konnte.
Zusammengefasst glaube ich, dass die Meinung des Volkes beim Wandel der Politik eine eher untergeordnete Rolle spielte. Die Hauptursachen lagen wohl in der Tatsache, dass Kohl und Genscher in persönlichen Gesprächen mit Führungspersonen in der UdSSR zu dem Ergebnis kamen, dass Gorbatschow seine Versprechen ernst meine und auch alles dafür tun würde seine Reformen durchzuführen und in der Einsicht, dass diese Politik eine historische Chance für eine Wende im Ost-West-Konflikt war.

weiterführende geschichtliche Informationsseiten:
Probleme nicht auf eine Spielwiese abschieben: Manfred Grunds Worte zu der Rede in der Beratung des Antrags zur Bildung eines Ausschusses für die Angelegenheiten der Neuen Länder
6941st Guard Battalion 6941st Guard Battalion Kammeradschaftsbund
khd-research Reports aus Berlin
geschichteinchronologie.ch Deutschland ab 1945 / Germany after 1945
Texte zum Thema Deutsche Einheit Betrachtungen aus Berlin/Katalogtext von Galeristin Ingrid Raab zur Ausstellung Baumgärtel/Klemm “Deutsche Einheit” im Museum Schweinfurt
Mauerfall oder Grenzöffnung (spurensicherung.org) Der 9. November 1989 – Mauerfall oder Grenzöffnung?
ukgermanconnection Deutsch-britische Schul- und Jugendbegegnungen

Alzheimer

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Was ist die Alzheimer – Krankheit?
2. Entstehung der Alzheimer-Krankheit
2.1 Wie entsteht die Alzheimer-Krankheit?
2.2 Wer kann erkranken?
2.3 Warnsymptome
3. Entstehung der Alzheimer-Krankheit
3.1 Wie wird die Krankheit durch den Arzt festgestellt?
3.2 Welche Untersuchungen werden durchgeführt?
3.3 Krankheiten, die der Alzheimer-Krankheit ähneln
4. Verlauf der Alzheimer-Krankheit
4.1 Frühstadium: Vergesslichkeit
4.2 Mittleres Stadium: Deutliche Ausfälle
4.3 Fortgeschrittenes Stadium: Kontrollverlust
5. Behandlung der Alzheimer-Krankheit
5.1 Behandlung der Krankheit mit Medikamenten
5.1.1 Neuere Medikamente
5.1.2 Andere Medikamente
5.2 Behandlung der Grund- und Begleiterkrankungen
5.3 nichtmedikamentöse Behandlung der Alzheimer-Krankheit
Begriffserklärung
Quellenverzeichnis

Vorwort:

Das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können ist die Erinnerung Jean Paul

Jedem ist es schon einmal passiert, man hat was Vergessen. Jeder kennt dieses komische Gefühl, sich nicht Erinnern zu können. Doch was ist wenn das Vergessen zum Alltag wird? Wenn das Gehirn nicht mehr fähig ist sich Sachen zu merken? Sich nicht mehr orientieren zu können, nicht mehr laufen oder andere Menschen erkennen? Bis man sich selbst nicht mehr kennt. Das klingt wie ein Albtraum.
Genau an diesem „Albtraum“ – Alzheimer leiden Mehr als 10% der über 75jährigen und 20-50% der über 85jährigen Menschen. Langsam aber unaufhaltsam verlieren sie ihr Gedächtnis. Verlieren jeden Bezug zu sich selbst und der Realität. Man könnte es auch als Rückentwicklung von einem normalen Menschen zum Säugling bezeichnen.
Ich habe mich mit dieser Erkrankung auseinandergesetzt, da jeder früher oder später einmal daran erkranken kann. Die Krankheit bringt nicht nur Veränderungen und Einschnitte in das Leben des Erkrankten sondern auch für die Angehörigen.
Durch den zunehmenden Gedächtnisverlust wird der Mensch aus der Gegenwart gerissen und lebt in der Vergangenheit. Alzheimer ist nicht medikamentös behandelbar. Ursache für den Tod ist meistens eine Sekundärkrankheit.
Trotz mondernster Technik wurde bis heute noch nicht die Ursache für Alzheimer oder ein Medikament für eine endgültige Behandlung gefunden.
Was man jedoch festgestellt wurde, dass es eventuell Folge einer Aluminiumvergiftung oder eines Gendefektes (auf dem 21. Chromosom, welches vererblich ist) ist.
Die Alzheimer-Krankheit ist noch 100%ig tödlich. Erschreckend, dass der Patient in den ersten Stadien der Krankheit seinen Verfall bewusst miterlebt.
Allerdings ist es auch für die Angehörigen schrecklich mit anzusehen, wie sich ein Mensch verändert und immer mehr Vergisst und Verfällt.
Ziel der Behandlung ist es den Krankheitsverlauf hinaus zu zögern, den Lebenswillen des Erkrankten zu erhalten und ihn zu einem friedlichen Tod zu begleiten.
Alzheimer ist eine Demenz-Krankheit. Demenz bedeutet den Verlust des Geistes, der geistigen Fähigkeiten.
1.Was ist Alzheimer?
Alzheimer ist eine Krankheit die Gehirnveränderungen hervorruft. Der Neurologe Alois Alzheimer diagnostizierte diese Krankheit erstmals 1906 an der Patientin Auguste Deter. Die Erkrankung wurde als organisch, nicht psychischen Ursprungs beschrieben. Ein Psychiater der zeitgleich ebenfalls einen Patienten mit dieser Erkrankung hatte, benannte die Erkrankung in seinem Lehrbuch nach Alois Alzheimer.
Die Alzheimer-Krankheit ist eine Erkrankung im Gehirn, die sich langsam entwickelt und über Jahre hinweg langsam fortschreitet.. In ihrem Anfangsstadium ist sie nicht von einer normalen Vergesslichkeit zu unterscheiden. Zunehmend wird die Hirnleistung im Verlauf der Krankheit beeinträchtig.
Da Alzheimer eine Alterskrankheit ist und sie vorwiegend nicht vor dem 60. Lebensjahr auftritt, werden die Anzeichen für die Demenzkrankheit nicht ernst genommen, sondern eher als Altersanzeichen angesehen. Mit der Zeit treten die zunächst geringen, anscheinend zufälligen Vergesslichkeiten immer häufiger vor und bis es zum Verlust des Verstandes kommt.
Alzheimer ist eine Demenz-Krankheit da sie geistige Veränderungen hervorruft. . Demens aus dem lateinischen bedeutet: Ohne Geist sein, verwirrt. Jedoch äußern sich die Symptome im Anfangsstadion bei jeder Person anders, so wird sie oft nicht erkannt. Bei an Alzheimer erkrankten Personen lassen geistige Fähigkeiten nach, beispielsweise das Denken oder Erkennen von Menschen und Gegenständen. Die Krankheit bewirkt eine fortschreitende Abnahme von Hirnfunktionen, auch die Leistungsfähigkeit nimmt deutlich ab. Ein weiteres Anzeichen für die Erkrankung an Alzheimer sind häufige plötzliche auftretende Stimmungsschwankungen, die zunehmend die Persönlichkeit des Betroffenen verändert. Weitere Symptome sind häufige Depressionen oder Relativitätsverluste. Die Betroffenen wissen oft nicht mehr wo sie sich befinden oder in welcher Zeit sie leben, oder sogar wer sie selbst sind. Durch die Einnahme von Medikamenten können Folgen der Hirnschädigung über einen gewissen Zeitraum ausgeglichen werden. Eine endgültige Heilung der Krankheit ist jedoch nicht möglich.
Alois Alzheimer entdeckt eine Krankheit..
Seine Patientin Auguste D. hatte sich vor ihrem Tod “eine rasch zunehmende Gedächtnisschwäche bemerkbar gemacht, sie fand sich in ihrer Wohnung nicht mehr zurecht, schleppte Gegenstände hin und her, versteckte sie, zuweilen glaubte sie, man wolle sie umbringen und begann laut zu schreien.” Alois teilte die Meinung seiner Kollegen nicht, dass es sich um eine „natürliche Altersschwachsinn“ gehandelt haben soll. Er Fand im Gehirn seiner toten Patienten eine Menge zerstörter Nervenzellen und zahlreiche reiskorngroße Ablagerungen.
70 Jahre vergehen bis die Wissenschaft sich mit der Demenz-Krankheit Alzheimer beschäftigt. Heute gehört die Alzheimer-Krankheit zu einer der größten medizinischen Probleme weltweit. Studien zufolge werden rund 2,5 Millionen Bundesbürger 2030 an Alzheimer leiden.

2. Entstehung der Alzheimer – Krankheit
2.1 Wie entsteht die Alzheimer – Krankheit?
Selbst nach über 100 Jahren nach der Entdeckung des ersten Alzheimer Patienten sind die Ursachen der Alzheimer-Erkrankung in den meisten Fällen weiter unbekannt. Jedoch verstehen die Forscher über die Veränderungen, die im Verlauf der Krankheit auftreten wesentlich mehr. Es wurde herausgefunden, dass der Beginn der Krankheit schon weit vor den ersten typischen Veränderungen im Gehirn einsetzt. Ein wesentliches Krankheitskennzeichen sind Ablagerungen aus Bruchstücken von Eiweißen im Gehirn. Diese Ablagerungen die Plaque und Fibrillen genannt werden sind jedoch nur unter dem Mikroskop erkennbar. Als Plaque werden die verklumpten Ablagerungen des Eiweiß außerhalb von Nervenzellen „Amyloid“ genannt. Fibrillen sind fadenartige Ablagerungen innerhalb von Nervenzellen und bestehen aus zusammen gelagerten „Tau-Proteinen“. Die Bedeutsamkeit der Verklumpungen, die bei der Entstehung der Krankheit auftreten ist jedoch noch nicht ganz geklärt. Die vermehrte Ablagerung von „Amyloid“ ist nach führenden Grundlagenwissenschaftlern der entscheidende Faktor bei der Entstehung der Krankheit. Es werden besonders Regionenbetroffen die für das Gedächtnis und unter anderem für die Sprache und das Denkvermögen eine große Rolle spielen. Durch die Ablagerungen kann es auch zu Entzündungen im Gehirn kommen. Gehirnzellen, die die Ablagerungen bekämpfen können dabei eine Entzündungsreaktion eingehen, die selbst Schädigungen hervorrufen.
Die Vererbung spielt auch eine Rolle für eine Erkrankung. Wenn nur eine einzelne Person in der Familie erkrankt ist, stellt dies noch kein erhöhtes Risiko dar. Umso näher der Verwandtschaftsgrad zum Erkrankten ist, desto größer ist das Risiko an Alzheimer zu erkranken. Die genetische Ursache ist allerdings nur bei wenigen Familien nachweisbar, wenn die Krankheit früh zum Ausbruch kam. Was zur Folge hat, dass bei mehr als 50% der Nachkommen die Krankheit ebenfalls zum Ausbruch kommt. Auf dem Chromosom 21 befinden sich Vorläufer des Amyloidproteins, durch die Genveränderung entstehen mehr Bruchstücke des Amyloidprotein, dadurch entstehen mehr Plaques und Fibrillen. Außerdem sind die Erbinformationen betroffen, die sich auf den Chromosom 18 und 14 befinden. Sie werden auch „Trennlinie“ genannt. Dabei werden mehr Amyloidproteine zerschnitten, wodurch die Bildung von Plaques und Fibrillen beschleunigt wird. Hierbei ist eine eindeutige Vererbung nachweisbar. Durch Ablagerung in der Umgebung und im Innern von Nervenzellen können lebenswichtige Vorgänge lahm gelegt werden.
Dadurch produzieren die betroffenen Nervenzellen weniger Botenstoff mit denen sie sich untereinander „verständigen“ können. Durch die niedrige Produktion der Botenstoffe wird die Verständigung unter den Nervenzellen immer langsamer, bis hin, dass einige Informationen nicht mehr übertragen werden. Einer dieser Botenstoffe ist zum Beispiel Acetylcholin.. Er ist besonders wichtig für die Gedächtnisfunktion. Durch den Mangel an Acetylcholin wird die Speicherung und der Abruf von Informationen erheblich beeinträchtigt. In bestimmten Regionen des Gehirns, geht ein großer Teil der Nervenzellen sogar völlig verloren. Als Folge der abnehmenden Dichte der Nervenzellen, nimmt der Stoffwechsel in den betroffenen Regionen ab. Die Veränderungen des Stoffwechsels können mit Hilfe spezieller Untersuchungsmethoden schon sichtbar gemacht werden, bevor nennenswerte Symptome in Erscheinung treten.
Neben den wahrscheinlichen Ursachen der Krankheit, haben die Forscher herausgefunden, dass diese Erkrankung nicht durch Artherosklerose („Verkalkung“ der Arterien) hervorgerufen werden kann. Auch die Über- oder Unterforderung des Gehirns ist keine Ursache. Es ist ebenfalls keine sexuell übertragbare Krankheit. Sie wird auch nicht durch Infektionen oder durch Aluminium und anderen Metalle ausgelöst.
2.2 Wer kann erkranken?
Weltweit leiden rund 3% der Menschen, die über 60 Jahre alt sind an der Alzheimer-Krankheit. Nur 0,1% der erkrankten Menschen sind unter 65 Jahre alt, bis zu 10% über 65 Jahren und 47% sind über 85 Jahre alt.
In Deutschland leben rund 1 Million Menschen mit der Krankheit.
Trotz dieser Fakten ist die Alzheimer-Krankheit nicht nur für Menschen in höherem Alter ein Problem. Es ist möglich, dass im Alter häufig auftretende Arteriosklerose die Entstehung der Krankheit beeinflusst und auch so Menschen im Alter von 50 Jahren betrifft.
Das Risiko einer Erkrankung an Alzheimer steigt mit zunehmendem Alter.
Die Faktoren für den Ausbruch der Krankheit sind von Mensch zu Mensch verschieden. Allerdings sind Risikofaktoren bekannt, die für die Entwicklung der Krankheit verantwortlich sind. Jedoch sind nur wenige dieser Risikofaktoren genau geklärt, bis auf wenige Fälle, wo die Krankheit direkt vererbt wurde.
Ein weiterer Punkt spielt das Protein Apolipo E4. Es ist ein Eiweiß, es ist für den Transport von Fetten im Blut notwendig. Bei Erkrankten Personen liegt der Anteil des Apolipoproteins E4 sehr hoch (50%), bei nicht Erkrankten liegt der Anteil nur bei 15%. Jedoch ist dieser erhöhte Anteil des Protein nicht für den Ausbruch der Krankheit bestimmen, lediglich werden die typischen Ablagerungen im Gehirn begünstigt.

Trotz der Faktoren, die eine Erkrankung begünstigen, konnte noch nicht geklärt werden was genau den Grund für den Ausbruch der Krankheit darstellt. Allerdings ist bewiesen, dass Menschen mit einem höheren Bildungsgrad ein geringeres Risiko aufweisen. Laut einer Studie erkranken häufiger Frauen als Männer an Alzheimer.

Die Frage, wieso es nur bei Manchen Gehirnen zur Bildung von Alzheimer kommt, bleibt bis heute, trotz mondernster Forschung ungeklärt. Trotzdem bleibt das Alter der Größte Risiko Faktor.

2.3 Warnsymptome
Nicht jede Vergesslichkeit bedeutet gleich, dass es der Anfang einer Alzheimer-Krankheit ist. Allerdings sind mehrere typische und zunehmend stärker ausgeprägte Symptome im Verlauf der Krankheit zu erkennen. Die charakteristischsten Merkmale stellte eine Alzheimer- Gesellschaft in den USA zusammen.
Eines dieser Merkmale ist zum Beispiel die Vergesslichkeit. Alzheimer-Kranke vergessen im Gegensatz zu gesunden Menschen etwas, ohne dass es ihnen später einfällt. Sie stellen häufig immer wieder dieselben Fragen, obwohl sie schon eine Antwort erhalten haben. Ein weiterer Hinweis, der auf eine Erkrankung schließen lässt ist, dass Schwierigkeiten bei Alltagsaktivitäten auftreten. Erkrankte vergessen ein gekochtes Essen zu servieren oder sie vergessen gar, dass sie es gekocht haben.
Auch treten häufig Sprachverarmungen auf. An Alzheimer-Erkrankte sind in einigen Fällen schwer zu verstehen, da sie Ausdrücke vergessen oder einfach falsche Bezeichnungen verwenden.
Auch haben sie oft keine örtliche und zeitliche Orientierung mehr. Sie verirren sich in einer ihnen vertrauten Umgebung, vergessen wie sie zu ihrem derzeitigen Standpunkt gekommen sind und wie sie nach Hause finden.
Ein weiteres Merkmal bei Alzheimer-Kranken ist, dass sie Probleme bei der Beurteilung von Situationen haben. Sie können Situationen nicht mehr richtig einschätzen. Die Erkrankten können dann meist nicht mehr mit Geld umgehen und ziehen an einem Tag mehrere Pullover oder Hemden an.
Auch haben Alzheimer-Patienten häufig Probleme beim abstrakten Denken. Sie vergessen Telefonnummern, wie jeder Mensch es einmal tut, allerdings wissen betroffene Personen nicht mehr, was diese Nummer bedeutet oder was man mit ihr machen kann. Auch kann es sein, dass eine an Alzheimer erkrankte Person Dinge an völlig ungeeignete Plätze legt. So kann er zum Beispiel seine Wäsche in die Tiefkühltruhe legen und empfindet dieses als völlig normal.
Häufige Stimmungsschwankungen sind auch ein Hinweis, dass eine Alzheimer-Erkrankung vorliegen kann. Es ist allerdings nicht so, dass die Stimmungsschwankungen von einem Tag auf den anderen kommen, sondern innerhalb weniger Minuten auftreten. Hatten sie eben noch gute Laune so kann dies innerhalb weniger Minuten in Wutausbrüchen oder Tränen enden, ohne dass etwas geschehen ist.
Die Veränderung der Persönlichkeit geschieht bei Alzheimer Patienten viel dramatischer als bei anderen Menschen. Oft reagieren sie auf Situationen völlig unangemessen, leicht reizbar, ängstlich oder gar distanzlos. Auch die Zeitspanne in der sich die Persönlichkeit eines Betroffenen verändert, ist viel geringer als bei nicht erkrankten Personen.
Ein weiteres Merkmal, dass auf eine Alzheimer-Krankheit schließen lässt ist, dass die betroffenen Personen oft regungslos an einem Ort sitzen und immer auf einen Punkt sehen. Sie nehmen oft nur wiederwillig oder gar nicht an gesellschaftlichen Aktivitäten teil, werden meist inaktiv und verlieren häufig ihre ganze Antriebsenergie.

Wenn die starke Vergesslichkeit des Patienten erstmals auffällig wird, sind bereits zahlreiche Nervenzellen mit ihren Verbindungen abgestorben. Im Laufe des Lebens werden all unsere Erinnerungen von Schaltungen zwischen Nervenzellen gespeichert. Die Alzheimer-Krankheit verursacht ein Absterben dieser Nervenzellen, alles was die komplexe Persönlichkeit eines Menschen ausmacht, geht mit dem Tod der Nervenzellen unwiderruflich verloren.
Hirnstellen, die für die Informationsverarbeitung und dem Gedächtnis zuständig gehen verfallen zuerst. Durch diesen Verlust können Sinnesreize nicht mehr richtig verarbeitet werden und es ist nicht mehr möglich mit dem Erlernten verknüpft zu werden. Die Verbindungen werden durch so genannte Amyloid-Plaques unterbrochen. Es sind Verklumpungen, die sich zwischen die Nervenzellen schieben und deren Signalübertragung somit unterbrechen.

3.Feststellen der Alzheimer-Krankheit:
3.1 Wie wird die Krankheit durch den behandelnden Arzt festgestellt?
Dank dem medizinischen Fortschritt ist es Heutzutage möglich, dass eine Diagnose der Alzheimer-Krankheit mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit getroffen werden kann. Der Arzt verschafft sich zunächst Klarheit über eine Mögliche Beeinträchtigung der geistigen Leistungsfähigkeit des betroffenen Patienten –D.H. ob eine Demenz vorliegt. Dabei ist es wichtig, dass nicht nur der Patient in ein Gespräch einbezogen wird, sondern auch dessen Angehörige teilnehmen. Wenn es dabei zu einem Verdacht auf eine Störung des Gedächtnisses kommt, wird der Patient nach weiteren zusätzlichen Beeinträchtigungen der geistigen Leistungsfähigkeit untersucht. Beeinträchtigungen, die eine problemlose Bewältigung des Alltags nicht ermöglichen. Dazu gehören:
Die Sprache,
Das Handeln
Das Erkennen von Personen oder Gegenständen
Das Organisieren
Das Einhalten einer Reihenfolge
Die Diagnose der Demenz kann gemacht werden, wenn eine Beeinträchtigung der genannten Leistungsfähigkeiten vorliegt. Der nächste Schritt des Arzt ist es zu untersuchen, ob die Alzheimer-Krankheit als Ursache der verschlechterten geistigen Fähigkeiten in Frage kommt. Der Arzt muss nun ähnliche Erkrankungen ausschließen, die meist mit Medikamenten behandelbar sind. Ob ein Patient wirklich an der Alzheimer-Krankheit erkrankt war, kann erst nach dem Tod erfolgen, da erst dann, das Gehirn für einen eindeutigen Befund untersucht werden kann. Um die ähnlichen Erkrankungen ausschließen zu können, führt der Arzt eine Reihe von Untersuchen durch, die meist von einem Psychologen vollzogen werden.

Wenn sich nun herausstellt, dass die Demenz des Patient höchstwahrscheinlich von der Alzheimer-Krankheit hervorgerufen wird, wird ein individueller Behandlungsplan für den Patienten aufgestellt. Hierbei richtet sich die Behandlung nach den noch vorhandenen Fähigkeiten des Patienten und nach den individuellen Problemen:
Unruhezustände, Antriebsarmut, Aggressivität und Feindseligkeit, Störung des Tag-Nacht-Rhythmus, depressive Verstimmungen und wahnhafte Überzeugungen wie Sinnentäuschungen.

Das amerikanische National Institute on Aging hat sieben Warnzeichen formuliert die auf eine beginnende Alzheimer-Erkrankung hinweisen können:
3.2 Welche Untersuchungen können durchgeführt werden?
Die Diagnose der Alzheimer-Krankheit ist jedoch nie eindeutig, da sie wieder im frühen Stadium noch auf Röntgenbildern oder Laborwerten zu erkennen ist. Daher wird versucht, ähnliche Krankheiten auszuschließen, die z.B. ihre Vergesslichkeit aufgrund Hirntumoren oder Depressionen verursacht wird. Völlig sicher können sich Ärzte dennoch erst nach dem Tod des Patienten sein. Erst dann ist es Möglich mithilfe Mikroskopuntersuchungen im geöffneten Schädel das geschrumpfte Hirn sehen.

Der behandelnde Arzt verschafft sich zunächst einen Überblick über die körperliche Verfassung des Patienten. Nachdem der Arzt die individuellen Probleme und die körperliche Verfassung des Patienten kennt werden neuropsychische Test durchgeführt. Die Hirnleistungstests geben wertvolle Informationen über das Ausmaß der Beeinträchtigung und darüber welche Bereiche des Gehirn betroffen sind. Diese Tests werden während der Behandlung wiederholt, meist nach 6 Monaten, um ein Fortschreiten oder Stillstand der Beeinträchtigung des Gehirns festzustellen.
Weitere Informationen über die Krankheit erhalten die Ärzte und Psychologen durch eine ganze Reihe von Tests und Beurteilungsverfahren.
Beispielsweise werden der Syndrom-Kurz-Test, die Alzheimer-Krankheit Beurteilungsskala, der Zahlenverbindungstest und der Mini-Mental-Status-Test durchgeführt.
Einer der gebräuchlichsten Test ist der Mini-Mental-Status-Test MMSZ, der auf der nächsten Seite zu finden ist. Er kann in der Praxis durchgeführt werden, im Gegensatz zu den andern Tests. Der MMSZ beinhaltet 30 Aufgaben. Für jede richtige Antwort gibt es einen Punkt. Bei Personen, die unter 24 Punkte erreichen, sollte eine Abklärung mit dem Arzt erfolgen. Der Test ist für jüngere, wie auch ältere gesunde Menschen problemlos zu schaffen.

Der Mini-Mental-Status-Test
Fragen nach Orientierung
Jahr? Jahreszeit? Monat? Datum? Wochentag?
Staat? Bundesland? Stadt bzw. Ortschaft? Krankenhaus/ Praxis/ Heim? Stockwerk?
(Jede richtige Antwort 1 Punkt)

Merkfähigkeit
Es werden drei Gegenstände benannt, z. B. Tasse, Pflanze, Schere, die der Patient wiederholen soll (1 Punkt für jede richtige Antwort. Die Begriffe werden so lange wiederholt, bis sie der Patient alle gelernt hat.

Aufmerksamkeit und Rechenfähigkeit
Von „100“ sind jeweils „7“ abzuziehen (5 mal). Falls ein Rechenfehler gemacht wird und sich die nachfolgenden Ergebnisse verschieben, wird nur ein Fehler angerechnet. Kann diese Aufgabe nicht durchgeführt werden, lässt sich der Untersucher ein Wort mit 5 Buchstaben rückwärts buchstabieren.

(Für jede richtige Antwort 1 Punkt)

Erinnerungsfähigkeit
Die drei unter „Merkfähigkeit“ genannten Begriffe werden abgefragt.
(Für jede richtige Antwort 1 Punkt)

Sprachvermögen und andere Funktionen
Der Untersucher zeigt zwei Gegenstände, die der Patient benennen soll, z. B. Uhr, Bleistift
(jeweils 1 Punkt)
Der Patient wird aufgefordert nachzusprechen, z.B. „Der Nachbar läuft Sturm.“
Man lässt den Patienten eine Anweisung ausführen, die aus drei Schritten besteht: „Nehmen Sie das Blatt in die rechte Hand“, „Falten Sie es in der Mitte“ und „Legen Sie es auf den Boden“.
(1 Punkt für jede richtig ausgeführte Anweisung)
Der Patient soll die groß auf einem Blatt Papier geschriebene Aufforderung „Schließen Sie die Augen“ lesen und befolgen
(1 Punkt)
Der Patient soll einen vollständigen Satz auf ein Blatt schreiben, der einen Sinn ergibt; Schreibfehler spielen keine Rolle
(1 Punkt)
Die folgende Abbildung soll vom Patienten nachgezeichnet werden
(1 Punkt, wenn alle Seiten und Winkel stimmen und die Überschneidungen ein Viereck bilden)
Weitere Informationen über den Befund des Patienten werden durch Laboruntersuchungen ermittelt. Hinweise auf Hormonerkrankungen, Vitaminmangel, Infektionen oder Stoffwechselentgleisungen lassen sich somit feststellen, die auf eine Alzheimer-Erkrankung hinweisen könnten. Durch Untersuchungen von Blut und Urin lassen sich diese Hinweise nicht ermitteln.

Eine Weitere Untersuchung, die notwendig für die Diagnose der Alzheimer-Krankheit ist, sind die so genannte bildgebenden Verfahren. Diese Untersuchungsmethode liefert sehr genaue Aussagen über das Gehirn. Ein direkter Nachweis der Alzheimer-Krankheit ist aber auch durch die bildgebenden Verfahren heutzutage noch nicht möglich. Jedoch lassen sich durch dieses Verfahren andere Erkrankungen des Gehirns nachweisen. Hirntumore, Durchblutungsstörungen, Entzündungen des zentralen Nervensystems, Schlaganfälle und Hydrozephalus.

Die Computertomographie (CT), ist beispielsweise ein bildgebendes Verfahren.
Eine CT ist eine Röntgenuntersuchung des Gehirns. Auf den dabei entstehenden Schichtbildern lässt sich der Hirnabbau durch die Alzheimerkrankheit erkennen. Sichtbar ist dies durch Erweiterungen der Hirnfurchen und der Hirnkammern. Jedoch lässt sich auch durch diese Gehirnveränderungen die Alzheimer-Erkrankung nicht eindeutig diagnostizieren.

Eine andere Form der bildgebenden Verfahren ist die Kernspintomographie. Die Strukturen des Gehirns werden mithilfe eines starken Magnetfeldes gemessen, statt mit Röntgenstahlen. Durch das sehr detaillierte Bild, das bei einer Kernspintomographie erzeugt wird, lassen sich Veränderungen in der Hirnrinde, durch die Alzheimer-Krankheit, häufiger als bei einer CT finden.

Eine weitere Methode zur Untersuchung der Alzheimer-Krankheit ist die Einzelphoton- Emissionstomographie. Bei dieser Untersuchung wird die Durchblutung des Gehirns gemessen, die bei Alzheimer-Patienten verringert ist, jedoch nur in bestimmten Bereichen. Im frühen bis mittleren Stadium von Alzheimer ist vor allem die Hirnrinde in den hinteren Schläfen und Scheitellappen betroffen. Für eine eindeutige Diagnose der Alzheimer-Krankheit wird diese Methode nicht genutzt, sondern nur zu Forschungszwecken, da sie nur eine begrenzte Aussagekraft erbringt.

Die Positronen-Emission ist eine sehr aufwendige Untersuchungsmethode, bei der die Stoffwechselvorgänge dargestellt werden. Sie kann nur in Spezialzentren angewendet werden, da sie sehr Teuer ist und nicht zu den Routineuntersuchungen gehört. Schon im Frühstadion der Alzheimer-Krankheit ist der Verbrauch von Zucker im Gehirn geringer als bei einem gesunden Menschen. Dies ist im Bereich von Schläfen-, Scheitel- und Vorderlappen zu erkennen.
Um ähnliche Erkrankungen ausschließen zu können, sind weitere Untersuchungen notwendig.
Dazu gehören die Elektoenzephalographie (EEG) und die Lumbalpunktion.
Bis Heute ist noch kein Medikament gefunden, welches die Alzheimer-Krankheit stoppen oder verhindern kann. Selbst modernste Präparate halten den Verfall nur für kurze Zeit auf. Daher wird viel Wert auf das Wohlbefinden der Erkrankten geachtet. Eine der wichtigsten Regeln lautet: „Fordern aber nicht überfordern“. Statt einem Gedächtnistraining, was dem Patienten nur sein eigenes Versagen deutlich vor Augen hält, werden die noch Vorhandenen Fähigkeiten gefördert. So soll der Patient das Gefühl behalten nützlich zu sein. Alzheimer-Kranke verlieren zwar ihren Verstand, nicht aber ihr Gefühl. Sie bleiben bis zu ihrem Tod empfindsam gegenüber emotionalen Eindrücken. Es ist egal, was man ihnen sagt, der Tonfall ist bedeutsam. Haustiere und Kleinkinder sind daher für die Erkrankten hilfreich. Sie vermitteln ihnen Wärme und Zuneigung.

3.3 Krankheiten, die der Alzheimer-Krankheit ähneln:
Demenz ist eine Krankheit die Alzheimer ähnelt. Diese kann durch Durchblutungsstörungen im Gehirn hervorgerufen werden, ist aber mit Medikamenten behandelbar. Daher ist es besonders wichtig, dass der Patient genau untersucht wird, ob er an Alzheimer oder Demenz erkrankt ist. Es ist aber auch Möglich, dass ein Patient auch an beiden Krankheiten leidet.

Auch Depressionen können Störungen des Gedächtnisses, der Konzentration und des Denkvermögens hervorrufen. Diese Störungen treten auch durch die Alzheimer-Erkrankung auf. Diese Krankheit ist auch medikamentös behandelbar und sollte deshalb vom Arzt ausgeschlossen werden.

Es gibt viele Krankheiten, die die gleichen Symptome aufweisen, jedoch nicht das Gehirn betreffen, wie es bei der Alzheimer-Krankheit der Fall ist.
Bei Beschwerden die auf Grund einer Hormonstörung, wie Schilddrüsenunterfunktion und Funktionsstörungen der Nebennierenschilddrüse oder Vitaminmangel, Stoffwechselentgleisungen, Sauerstoffmangel und Alkoholismus, ist es möglich die Beschwerden durch eine Behandlung der Grunderkrankung zu lindern.
Mangelbeschwerden, wie Vitaminmangel oder Folsäuremangel, werden durch einen Bluttest festgestellt und durch entsprechende Vitaminzugabe behandelt.
4. Verlauf der Erkrankung:
4.1Frühstadium : Vergesslichkeit:
Die Alzheimer-Krankheit verläuft in mehreren Stufen. Sie dauert durchschnittlich von der Diagnose bis zum Tod des Patienten zwischen sechs und zehn Jahren. Leichte Vergesslichkeit ist ihr Anfang. Da die Krankheit vorzugsweise in späteren Jahren auftritt, werden die ersten Symptome oft nicht Ernst genommen, sondern als altersbedingte Konzentrationsschwäche interpretiert. Im Laufe der Jahre nehmen die Probleme jedoch zu.
Gegenstände sind unauffindbar, Orte nie bekannt gewesen, oder vergangene Ereignisse nie geschehen. Vor allem die Leistung des Kurzzeitgedächtnisses lässt nach. Im ersten Stadium lassen sich die Gedächtnisprobleme noch vertuschen.

Jedoch nehmen die Einschränkungen aufgrund des Zerfalls ihres Gedächtnisses im Laufe der Jahre weiter zu. Die Betroffenen vergessen Namen, Telefonnummern oder deren Verwendung, sie haben Probleme sich auszudrücken und ihre Sätze werden immer kürzer. Die Orientierung lässt nach. Das Zeitgefühl verschwindet bis sogar der Tag- und Nacht-Rhythmus sich verändert.
Diese Veränderungen für die Bewältigung des Alltages werden immer auffälliger, im Anfangsstadion nehmen die Betroffenen die plötzlich immer stärker werdenden Einschränkungen noch selbst wahr. Vertuschen und überspielen diese aber, da sie ihnen unangenehm sind. Sie reagieren darauf mit Wut oder Beschämtheit. Alzheimer-Patienten sind schon im laufe des ersten Stadiums auf Hilfe der Angehörigen oder Betreuer angewiesen, da auch die Fähigkeit des abstrakten Denkens und des Urteilsvermögens abnimmt.

4.2 Mittleres Stadium: Deutliche Ausfälle
Im zweiten Stadium sind die Gehirnfunktionen schon stärker beeinträchtigt. Der Patient kann sein Leben nicht mehr alleine meistern. Er ist auf die Hilfe von anderen angewiesen. Die eigene Wohnung wird fremd, Halluzinationen treten auf, die eigene Kindheit verschwindet aus dem Gedächtnis. Sie erinnern sich auch nicht mehr an die Namen von nahe stehenden Personen. Schließlich wird der Patient völlig Pflegebedürftig. Er muss gefüttert werden und trägt Windeln. Bewegungen des Erkrankten werden immer unkontrollierter.
Nun treten auch immer öfter Stimmungswechsel auf und der Wortschatz verkleinert sich

4.3 Fortgeschrittenes Stadium: Kontrollverlust
Im letzten Stadion ist die Krankheit so weit vorangeschritten, dass der Patient nicht mehr in der Lage ist neue Informationen zu verarbeiten. Das Erkennen von Personen ist nicht mehr möglich, genau so wenig wie eine normale Unterhaltung. Jedoch reagieren sie noch auf emotionale Eindrücke, wie Berührungen. Zu den geistigen Einschränkungen nimmt nun auch die Leistung des Körpers immer weiter ab. Der Patient wird endgültig bettlägerig. Immer mehr Fähigkeiten gehen verloren: lächeln, schlucken, all dies ist nicht mehr möglich. Im Endstadion verfallen die körperlichen Fähigkeiten fast sichtbar. Häufigste Todesursache bei Alzheimer-Patienten ist eine Lungenentzündung.
5. Behandlung der Krankheit
Trotz mondernster Forschung ist es bis Heute noch nicht möglich, dass Alzheimer-Patienten endgültig geheilt werden können. In den letzten Jahren sind jedoch Fortschritte bei der Behandlung der Alzheimer-Krankheit durch Medikamente erzielt worden. Durch diese Medikamente ist es möglich das Voranschreiten der Krankheit über einen gewissen Zeitraum hinaus zu zögern. So lassen sich die Ziele der Behandlung in 2 Teile teilen. Auf eine Krankheitslinderung durch Medikamente und einer medikamentfreien Therapie, die darauf ausgerichtet ist, die Lebensqualität des Patienten zu verbessern. Dies Bedeutet, die Begleiterscheinungen der Krankheit zu lindern und den Patienten die Krankheit näher zu bringen, ihre noch vorhandenen Fähigkeiten zu fördern, damit sie ihren Lebenswillen nicht verlieren, da diese Einstellung zum eigenen Leben den Verlauf der Krankheit verschlechternd beeinträchtigen kann.

5.1 Behandlung mit Medikamenten
Für die medikamentöse Behandlung stehen heute danke der Forschung weitaus mehr Medikamente zur Verfügung als noch vor einigen Jahren. Allerdings ist die Einnahmezeit dieser Medikamente beschränkt, sie können nur im frühen- bis mittleren- Stadium eingesetzt werden. Dabei treten aber noch mehr Einschränkungen auf, da nicht bei jedem Patienten die Medikamente gleich gut anschlagen.
Für die medikamentöse Behandlung stehen zwei Medikamentengruppen zur Verfügung:
Die neuren Medikamente, sie sollen den Mangel an Acetylcholin im Gehirn ausgleichen
Die länger eingesetzten Medikamente mit verschiedenen Wirkungen.

Die Wirkung dieser Medikamente wird seit mehreren Jahren untersucht nach Verträglichkeit und Sicherheit. Dabei stellte sich heraus, dass die Informationsverarbeitung durch diese Medikamente in einigen Gebieten des Gehirns wieder hergestellt wurde und die Konzentrationsfähigkeiten des Gehirns verbessert wurden. Im Gegensatz zu den Patienten, welche nicht mit diesen Medikamenten behandelt wurden, trat die Pflegebedürftigkeit erst später ein. Nebenwirkungen die auftreten können sind: Übelkeit Erbrechen und Durchfall.
5.1.2 Andere Medikamente:
Die Alzheimer-Krankheit lässt sich auch noch durch weitere Medikamente behandeln. Allerdings greifen sie in den Energiestoffwechsel ein oder in Reparaturvorgänge im Gehirn.
Sie bieten aber auch einen Vorteil, dass die Nervenzellen vor einer Schädigung geschützt werden können. Diese Behandlungsmethode ist umstritten und wird „Nootopika“ genannt.

Memantin wird bei der Behandlung von starker Alzheimer-Demenz eingesetzt. Die erhöhte Glutamatmenge im Gehirn von Alzheimer-Erkrankten wird durch Memantine reguliert. Der Wirkstoff verbessert die Funktion der Nervenzellen und schafft somit dass Gedächtnisfähigkeiten länger erhalten bleiben.

Neuroleptika wird in den späteren Stadien der Krankheit eingesetzt. Es greift in den Gehirnstoffwechsel ein. Bei Aggressionszuständen oder Halluzinationen des Patienten ermöglicht Neuroleptika den Betreuern und Pflegern des Alzheimer-Kranken. einen erleichterten Umgang

Selbst die beste medikamentöse Behandlung für einen Alzheimer-Erkrankten ist nicht die beste. Wichtig ist eine Kombination aus medikamentöser und medikamentfreier Therapie!

5.2 Behandlung der Begleiterkrankungen:
Die Behandlung der Begleitprobleme ist sehr wichtig für Alzheimer-Patienten. Sie verschlechtern oft das Krankheitsbild oder komplizieren es. Dadurch können beispielsweise weiter Probleme auftreten wie: Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Depressionen, Durchblutungsstörungen und Halluzinationen.
Die Begleiterkrankungen werden mit Medikamenten gedämpft, da sie die Leistungsfähigkeiten zusätzlich beschränken.
5.3 Behandlung ohne Medikamente:
Die nichtmedikamentöse Beahandlung zielt darauf hin die Pflegebedürftigkeit des Erkrankten so lange wie möglich hinaus zu zögern. Sie beruht auf mehreren verschiedenen Aspekten. Die Beziehung zwischen Patient und Pflegern soll gestärkt werden.
Besonders im Anfangsstadium der Krankheit hilft es den Patienten durch einen Psychotherapeuten behandelt zu werden. Da sie in diesem Stadion die Erkrankung bewusst wahrnehmen. Es soll erreicht werden, dass der Erkrankte seinen Lebenswillen erhält.
Außerdem sollen die noch vorhandenen Fähigkeiten gefördert werden.

Der Patient lernt mit seinem nachlassenden Gedächtnis und mit Alltagssituationen umzugehen, die sich ebenfalls durch die Körperliche Einschränkungen nicht mehr problemlos meistern lassen. Diese Therapieform wird Verhaltentherapie genannt.
Dem Patient soll eine gewisse Selbstständigkeit erhalten bleiben. Durch Routineaufgaben wird versucht, dass der Patient nicht seine Orientierung verliert und mit Hilfe eines strukturieren Tagesablauf ein Gefühl der Sicherheit erhält.

Die Selbsterhaltungstherapie beschäftigt sich mit den weniger beeinträchtigten Fähigkeiten des Erkrankten, wie dem Langzeitgedächtnis. Hierbei wird versucht die Identität und das Selbstwertgefühl durch alte Erinnerungen zu erhalten. Der Patient soll sich an die Vergangenheit erinnern, z.B. durch alte Musikstücke, Fotos, oder Filme. Die erhaltenen Erinnerungen lösen ein Erfolgserlebnis aus, wodurch auch das Wohlbefinden gesteigert wird..

Bei der Milieurtherapie wird der Wohnraum des Alzheimer-Kranken umgestaltet. Damit soll erreicht werden, dass er seine Fähigkeiten die er nicht mehr nutzt wieder aktiviert.

Eine weitere Therapieform ist die Musik- und Kunsttherapie. Dem Patient wird ermöglicht über andere Formen zu Kommunizieren, beispielsweise durch Emotionen.
Begrifferklärung
Plaques: kugelförmige verklumpte Ablagerungen des Eiweißes Amyloid außerhalb von Nervenzellen.
Fibrillen oder „Tangles“: fadenartige Ablagerungen aus zusammen gelagerten „Tau-Proteinen“ innerhalb der Nervenzellen. Können auch bei anderen Gehirnerkrankungen vorkommen.

Acetylcholin „Chol …(giech) Gallensaft
Ist in den Synapsen der Überträgerstoff der Nervenerregung. Acetylcholin ist der wichtigste Überträgerstoff des peripheren Nervensystems und hat eine sehr kurze Wirkungsdauer, da es von der Cholesterinestrase im synaptischen Spalt rasch abgebaut wird.
An der postsynaptischen Nerv-, Muskel-, oder Drüsenzelle befinden sich die Acytylcholinrezeptoren zur Reizübertragung.“

Amyloid „Ein stets pathologisches Protein, das sich der gleichnamigen Krankheit als wachsige Substanz zusammen mit Kohlenhydraten im Organbindegewebe, v.a. von Leber und Niere ablagert. Da es sich färberisch wie Stärke (Amylum) verhält, ist es histologisch gezielt nachweisbar.“

Demenz ein Oberbegriff für eine Reihe von Symptomen, die als Folge einer Hirnschädigung eintreten. Sie äußert sich u.a. in der Minderung des Intellekts, der Auffassungsgabe und des Gedächtnisses. Ursächlich sind degenerative und vaskuläre Erkrankungen des zentralen Nervensystems verantwortlich. Über die Hälfte der Fälle gehören zum Alzheimer-Typ. Im fortgeschrittenen Stadium verliert die Person die Orientierung.“

Arteriosklerose „Arterienverkalkung, ein jahrzehntelanger Prozess, der zur Verengung und zum Verschluss der Schlagader führt. Als Risikofaktor gelten v.a. Hypertonie, Nikotinabusus, Hyperlipidämie und Diabetes mellitus; sicherlich sind auch genetische Faktoren wirksam. Die Folgen sind Gefäßverschlüsse und damit Infarkte, die oft im Herz oder Gehirn, in den Beinen oder Nieren auftreten und 50% der Mortalität bedingen“

Chromosomen „Im Zellkern enthaltene mikroskopisch erkennbare Strukturen, die aus aufgewickelter DNA, der Erbsubstanz, bestehen. Bei der Zellteilung werden die Chromosomen jeweils geteilt und die Hälften auf die Tochterzelle verteilt. Das Genom des Menschen besteht aus 22 Autosomen und den X- und Y-Chromosomen, wobei alle Zellen, außer den Keimzellen, jedes der 23 Chromosomen als Paar besitzen. Klinisch bedeutsam sind die Chromosom-Annomalien.

Hydrozephalus Die angeborene oder erworbene Ausweitung der Liquorräume des Gehirns. Die Ursache für die immense Ausweitung der Hirnkammern liegt z. B. in einer entzündungsbedingten Verminderung der Liqourrückresorption, wie dies bei der Toxoplasmose und der Zytomegalie vorkommt. Der Wasserkopf stellt ein ernstes Geburtshindernis dar. Die Folgen nach der Geburt sind neurologische Ausfälle und Demenz.“

Liquor „Klare, zellarme Flüssigkeit, die im Hohlraumsystem des Gehirns zirkuliert. Zu den Hohlräumen des Gehirns zählen die vier Kammern und der Subarchnoidalraum. Durch Lumbalpunktion lässt sich diese diagnostisch bedeutsame Flüssigkeit für die Lumbaluntersuchung gewinnen.“

Liquoruntersuchung-Lumbalpunktion
„Die Untersuchung des Liquors erfordert zunächst die Entnahme des Liquors aus den Liquorräumen. Diese wird im Liegen bei gebeugten Rumpf durchgeführt. Der Einstich mit der Hohlnadel erfolgt zwischen 4. und 5. LKW, da hier kein Rückenmark mehr ist. Der Liquor ist milchig getrübt und zellarm bei Virusinfekt, deutlich getrübt und reichlich Leukozyten bei bakterieller Menengitis und blutig bei Hirnblutung.“

Quellenverzeichnis:

1.„Wie wir sterben – Ein Ende in Würde? “
(Sherwin B. Nuland)
2. Das Alzheimer-Schicksal meiner Frau. Lebend begraben im Bett?“ „“(Alfred Fuhrmann )
3. Alzheimer – was tun?
(Röse Götte / Edith Lackmann)
4.„ Encarta Enzyklopädie “

5.www.alzheimer-berlin.de
6.www.alzheimer-forschung.de
7.www.deenzratgeber.de
8.www.ikkinterned.com
9.www.american-health-assistance-foundation.de
10. www.deutsche-alzheimer.de
11.www.alois.de
12.www.alzheimer-forum.de
13.www.berlin-institut.org
14.www.neurolabor.de
15.www.med.uni-frankfurt.de
16.www.alzheimer-selbsthilfegruppe.de
17.www.alzheimersnotes.de
18.www.revolutionhealth.com

Viktoriasee

Mitte der 50er Jahre wurde im afrikanischen Viktoriasee der Nilbarsch (lates niloticus) ausgesetzt. Er sollte als Speisefisch der Fischereiwirtschaft zu Aufschwung verhelfen und als Nahrungsquelle für die heimische Bevölkerung dienen. In weniger als 40 Jahren hat der Nilbarsch jedoch seine Population dermaßen vergrößert, dass er die ungeheure Vielfalt der heimischen Buntbarscharten aus dem See verdrängt und das ökologische Gleichgewicht des Viktoriasees unwiderruflich gestört hat.

1. Allgemeine Informationen zum Viktoriasee
Der Viktoriasee liegt im Osten Afrikas und ist mit 68.800 km² der zweitgrößte Süßwassersee weltweit. Trotz seiner Größe ist er mit einer maximalen Tiefe von 84 m und durchschnittlich 40 m sehr flach. Mit seinem Nordufer grenzt der See an den Äquator. Aufgrund dieser tropischen Lage beträgt die Wassertemperatur ganzjährig zwischen 23,5 und 29,0°C.
Die drei angrenzenden Staaten Kenia, Uganda und Tansania zählen den Viktoriasee zu ihrem Staatsgebiet, wobei 6% an Kenia, 45% an Uganda und 49% an Tansania fallen. Der Viktoriasee wurde 1858 von dem britischen Forscher John Speke entdeckt, der auf der Suche nach dem Ursprung des Nils war. Der See hat mehrere Zuflüsse, jedoch als einzigen Abfluss den Nil.

2. Die Bewohner des Viktoriasees
Der Viktoriasee war schon sehr früh unter Forschern als ein See mit unglaublicher Artenvielfalt bekannt. Die Fischfauna des Sees wird von den Cichliden (Buntbarsche) dominiert, vor allem von der artenreichen Gattung Haplochromis. Diese Fische sind den Einheimischen als Furu bekannt, wobei nicht in Arten unterschieden wird. Die Radiationen der Cichliden sind im Vergleich zu denen der Darwin-Finken ein wahres Wunderwerk der Natur. Das Alter des Viktoriasees wird auf ca. 25.000 – 30.000 Jahre datiert. Dies zeigt auch die unheimlich kurze Zeitspanne, in der sich die Cichliden zu dieser Artenvielfalt entwickelt haben.
Die Cichliden werden häufig aufgrund ihrer Nahrung klassifiziert. Sie besetzen alle erdenklichen Nischen, die dieser See zu bieten hat:
Schlammschnapper ernähren sich von organischem Abfall vom Grunde des Sees und von Kiesel- und Blaualgen. Sie kommen in einer Tiefe von zwei bis über dreißig Meter vor.
Algenfresser schaben Algen von Felsen ab. Sie leben an der Felsküste oder in der Nähe von Felsinseln.
Zooplanktonfresser leben in allen Wasserschichten und im offenen Wasser.
des Weiteren gibt es Schneckensprenger, Insektenfresser, Schuppenfresser Garnelenfresser, Fischfresser und Pädophage (Brutfresser).
Insgesamt sind ca. 400 Arten bekannt, einige davon sind jedoch noch nicht beschrieben.

Pundamilia nyererei Haplochromis chilotes Haplochromis nigricans

3. Der Nilbarsch verändert die Ökologie des Viktoriasees
1954 wurde der Nilbarsch (lates niloticus) aus dem Albertsee von einem Beamten der kenianischen Fischereibehörde in den Viktoriasee ausgesetzt. Dieser Fisch war ursprünglich nicht in diesem See heimisch. Aufgrund seines enormen Gewichts von bis zu 200 kg und seiner Verwendung als Speisefisch wurde der Nilbarsch zur Verbesserung der Wirtschaft eingeführt. Gleichzeitig sollte die Versorgung der Bevölkerung gesichert sein, welche sich bisher vom Fang der kleinen und weniger schmackhaften Furu ernährte.
Die Bevölkerung zeigte sich begeistert über die Aussichten auf eine starke Fischproduktion, dachte jedoch nicht daran, dass diese hohe Produktion nur von kurzer Dauer sein könnte. Viele Ökologen und Forscher protestierten gegen den Nilbarsch und wiesen auf mögliche Folgen für die heimische Fauna hin – jedoch ohne Erfolg. Zwischen 1954 und 1962 wurden an verschiedenen Stellen in Uganda, Kenia und Tansania Nilbarsche in den Viktoriasee eingeführt.
Tijs Goldschmidt äußert sich in seinem Buch „Darwins Traumsee“ über diesen Vorgang wie folgt: „Jedes Mal wenn ich daran denke, bin ich erneut erschüttert, dass für die völlige Zerstörung des ökologischen Gleichgewichts des größten tropischen Sees der Welt nicht mehr als ein Mann mit einem Eimer erforderlich war.“ (S. 260)

Mit dem Einsetzen des Nilbarsches ging die Zahl der einheimischen Barscharten schlagartig zurück. Ohne natürliche Fressfeinde und einem großen Nahrungsangebot konnte sich der Nilbarsch rasch ausbreiten. Die daraus resultierende Menge an Nilbarschen führte zu einem Massensterben unter der Haplochromis – Population. Besonders bedroht sind die Arten, die nur in einem ganz bestimmten Teil des Viktoriasees vorkommen. Aufgrund dieser räumlichen Begrenzung sind sie der größten Gefahr der Ausrottung ausgesetzt.
Im offenen Wasser verschwanden die Fischfresser als erstes, jedoch folgten Schneckensprenger, Insektenfresser und Schlammschnapper. Die Zooplanktonfresser konnten sich am längsten behaupten. 93% der Arten, die im offenen Wasser leben, sind mittlerweile verschwunden. An seichteren Stellen sind noch ungefähr 30% der Arten anzutreffen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sich hier die Furu besser an der Felsküste verstecken konnten oder der Nilbarsch in die ganz flachen Seeabschnitte und den Uferbereich weniger vordrang.
Innerhalb weniger Jahre, d.h. innerhalb einiger Furu – Generationen, starben fast alle Arten im offenen Gewässer aus. Diese kurze Zeitspanne und der hohe Selektionsdruck des Nilbarsches ließen keine evolutionären Veränderungen zu, d.h. eine Anpassung an die neuen Umstände war nicht möglich.
Durch die Ausrottung der Algen- und Pflanzenfressenden Furu kam es zusätzlich zu einem starken Anstieg des Algenwachstums und vermehrtem organischen Abfall (Detritis), der sich am Grunde des Sees ablagerte. Dadurch gelangte weniger Sauerstoff in die tiefen Wasserschichten, wodurch sich ein eutrophes Milieu bildete und die hier lebenden Barscharten in höhere Wasserschichten ausweichen mussten. Mittlerweile ist dieser Prozess soweit fortgeschritten, dass ab einer Wassertiefe von 30 Metern kein Fisch mehr leben kann.

4. Heutiger Fischbestand
Mitte der 80er Jahre bestand mehr als 80% der Fischbiomasse im kenianischen Nyanzagolf aus Nilbarsch. In anderen Teilen des Viktoriasees sah die Bilanz nicht viel besser aus. Wenn der Räuber an der Spitze der Nahrungspyramide die größte Biomasse darstellt, muss das irgendwann unweigerlich dazu führen, dass die Population zusammenbricht. Jedoch kam eine neue Energiequelle zum Vorschein,
an die kein Forscher oder Biologe gedacht hatte. Nachdem die Garnelen fressenden Furu vom Nilbarsch ausgerottet worden waren, nahm die Anzahl der Garnelen (Caridina nilotica) explosionsartig zu. So musste der Räuber nur seine Nahrungsquelle ändern, um weiterhin zu überleben. Nach dem starken Rückgang der Furu ist die Garnele zur wichtigsten Beute geworden.
Neben dem Nilbarsch wurde in den 50er Jahren die Niltilapie (Oreochromis niloticus) eingeführt, die die heimischen Tilapien (Oreochromis esculentus und Oreochromis variabilis) verdrängte.
Demnach kam es zu folgenden Veränderungen im Ökosystem des Viktoriasees:
a)Die Nilbarsche nehmen im Ökosystem die Position der Fischfressenden Furu und der Furufressenden Welse (Bagrus dokmac und Clarias gariepinus) ein. Damit ersetzt ein Raubfisch mehr als hundert Raubfischarten.
b)Die Garnele (Caridina niloticus) hat die massenhaft vorkommenden Abfallfressenden Furu (mind. 13 Arten) ersetzt.
c)Die Niltilapie (Oreochromis niloticus) hat die einheimischen Tilapien (Oreochromis esculentus und Oreochromis variabilis) ersetzt.
(vgl. Goldschmidt, Tijs: Darwins Traumsee, S.304)
Das alte Nahrungsnetz vor dem Einsatz des Nilbarsches war sehr differenziert. Sowohl Furu als auch Insekten, Mollusken und andere Fischarten spielten eine Rolle. Im heutigen Nahrungsnetz verlaufen die Nahrungsketten wie folgt:
über die Garnele zum Nilbarsch
über Insektenlarven zum juvenilen Nilbarsch
über Zooplankton zur Sardine und zum juvenilen Nilbarsch
von den Algen und vom Abfall zur eingeführten Niltilapie
(vgl. Goldschmidt, Tijs: Darwins Traumsee, S.307)
Der Grund dafür, dass Garnele, Nilbarsch und Niltilapie koexistieren können, ist die Besetzung unterschiedlicher ökologischer Nischen. Sie stellen keine Konkurrenz innerhalb der Nahrungskette dar.

Die folgende Grafik zeigt die jährlichen Fangquoten des Nilbarschs. Hieraus wird die schnelle Zunahme des Nilbarsches deutlich. Zwischenzeitlich betrug die Menge des gefangenen Nilbarschs über 80% des Gesamtfangs aus dem Viktoriasee. Jedoch ist aus der Grafik ersichtlich, dass die Fangmenge rückläufig ist. Mittlerweile werden weniger und vor allem kleinere Nilbarsche gefangen. Dies kann ein Hinweis auf Überfischung sein. Unter den Nilbarschen wird immer öfter Kannibalismus beobachtet, da andere Nahrungsquellen knapp geworden sind. Es bleibt die Frage offen, wie lange noch größere Mengen Nilbarsch gefangen werden können.

5. Fortschreitende Verschmutzung des Viktoriasees
Die zunehmende Waldrodung ist eine weitere Konsequenz der Einführung des Nilbarschs. Die kleineren Furu – Arten wurden an der Sonne getrocknet, der Nilbarsch muss allerdings mittels Feuer getrocknet oder geräuchert werden. Durch die Abholzung kommt es zur Erosion des Bodensubstrats. Dies führt zur Verschlammung des Sees und zu zunehmender Wassertrübung. So wurde mittlerweile auch der Lebensraum der von Sumpfpapyrus lebenden Flusspferde zerstört.

6. Die Wasserhyazinthe – eine weitere Neozoa
Ein weiteres Problem des Viktoriasees ist die Ausbreitung der eingeschleppten Dickstieligen Wasserhyazinthe (Eichhornia crassipes). Die Pflanze wurde aus Südamerika importiert, um als Zierpflanze in Gartenteiche eingesetzt zu werden. Ohne Fressfeinde konnte sich die Wasserhyazinthe schnell im See ausbreiten und wurde zu einer günstigen Brutstätte für Moskitos und Schnecken, die Malaria und Bilharziose übertragen.
Die Pflanze verdoppelt ihre Flächen innerhalb von zwei Wochen und ist am Seeufer oder als schwimmende Matten auf der Wasseroberfläche anzutreffen. Die Wasserhyazinthe verdrängt andere Wasserpflanzen und entzieht dem Wasser Sauerstoff, wodurch der Säuregehalt des Wassers steigt. Zusätzlich schafft sie lichtlose Verhältnisse, sodass in diesen Bereichen keine Fische leben können.
Als Gegenmaßnahmen werden Mähmaschinen und als biologische Lösung der Rüsselkäfer (Neochetina eichhorniae und N. bruchi) eingesetzt. Dieser Käfer ernährt sich von lebenden oder abgestorbenen Pflanzenteilen und ist monophag. In einem kenianischen Teil des Viktoriasees konnte so die Fläche mit Wasserhyazinthen innerhalb von 5 Jahren von 20.000 auf 2.000 ha reduziert werden.

7. Maßnahmen zur Rettung des Viktoriasees
Mehrere Organisationen setzen sich seit Jahren für die Rettung des Viktoriasees ein. So wies zum Beispiel der Global Nature Fund (GNF) den Viktoriasee als „Bedrohter See des Jahres 2005″ aus, um auf die Umweltprobleme aufmerksam zu machen. Der GNF arbeitet auch eng mit der nicht-kommerziellen Organisation OSIENALA zusammen. OSIENALA (Friends of Lake Victoria) ist ein Zusammenschluss von Fischern, Umweltschützern, Genossenschaften und wissenschaftlichen Institutionen der Region mit ca. 150 Mitgliedern. Ziel dieser Organisation ist es, durch Einrichtung von Schutzgebieten die weitere Zerstörung möglichst zu stoppen. Der GNF und OSIENALA fördern den Erhalt von Ufervegetation und bieten verschiedene Umweltbildungsmaßnahmen an.
Des Weiteren wurden in den 90er Jahren bedrohte Cichliden-Arten an Zoos und Aquarien in der ganzen Welt verschickt, um diese Arten zu erhalten. So ist es mittlerweile keine Seltenheit mehr, dass einige Haplochromini in der Natur ausgestorben und nur noch in der Zucht anzutreffen sind.

Kommunikationsverhaltensweisen

Nun beginne ich also meine Betrachtungen zum Thema männliche bzw. weibliche „Kommunikationsverhaltensweisen“ hiermit einmal kurz darzulegen.
Wer kennt es nicht? Sie reden mit ihrem Mann und es scheint ihnen so, als hätte er sie gar nicht verstanden. Oder sie reden mit ihm und haben trotzdem das Gefühl, als würden sie gar nicht über ein und dasselbe Thema sprechen? Nun, ich werde heute versuchen an Hand meines erworbenen Wissens, zu erklären, warum es diese Problematik zwischen Männlein und Weiblein gibt.
Wenn sie, als Mann, ihrer Frau nur einmal richtig zugehört haben, so wissen sie zum Beispiel, dass sie immer unendlich viele Fragen stellt in ihrem gemeinsamen Dialog. Jetzt fragen sie sich sicher, warum sie dies tut!? Ja ,ihre einzigste Absicht liegt darin, SIE beim Wickel zu halten. Sie möchte einzig und allein, dass sie ihr auch nach einer Stunde noch zuhören. So stellt sie die Fragen so, dass sie zuhören müssen, weil sie ja auch gezwungen sind darauf zu antworten! Jene Frau kennt aber noch andere Tricks ihren Mann zum zuhören zu „zwingen“. Da gäbe es zum Beispiel die Variante, dass sie häufig Übertreibungen verwendet und sich dementsprechend oft wiederholt, um sich die Aufmerksamkeit zu sichern!(z.B. waren sie mit ihr im Theater und danach sagt sie: „War das nicht großartig und toll? Ich fand es ja sooo toll und großartig!“)
Kennen sie das? Also haben sich meine Theorien bis jetzt nur bestätigt? Es folgen noch viele weitere Kennzeichen der männlichen und weiblichen Kommunikationsstrategie.
Frauen benutzen ach zu gerne Verniedlichungen, wie zum Beispiel schon die Wörter an sich: „Ist das niedlich!“ oder „Ach wie süß!“. Dies tun sie nur, um andere nicht zu verletzen. Auch ist es ihr Ziel somit Grobes und Derbes abzuschwächen und dadurch akzeptabel zu machen.
Was sie ganz sicher kennen ist, wenn ihre Frau ihre eigene Meinung sagt, aber hinterher trotzdem immer fragt: „Nicht wahr Schatz?“ oder „Hab ich recht Engelchen?“ (Wobei wir auch hier wieder die Verniedlichungen finden…!). Frauen wollen in einem Gespräch Zustimmung- das ist der einfache Grund! Nein, sie haben nicht die Absicht sie damit ein Leben lang damit zu quälen, sie wollen doch einfach nur hören, dass sie recht haben! Also liebe Männer: Sagen sie –ja- zu diesen Fragen, dann hat sie garantiert auch öfter gute Laune. Eine kleine Frage. Kannten sie das Wort Unschärfemarkierer? Nein? Ich muss zugeben, dass ich es vorher auch noch nie hörte, aber mit der Weile weiß ich, was mit diesem Begriff gemeint ist! Ich werde es ihnen sagen. Wenn ihre Frau immer wieder ein –irgendwie- oder –irgendein- oder ein –so ähnlich- in ihre Sätze einbaut, so versucht sie damit ihren Standpunkt zu schwächen. Genauer gesagt handelt sie sogar bewusst so, um nicht zu deutlich Position beziehen zu müssen.
Ich hoffe diesbezüglich ist jetzt auch alles geklärt. Nun noch zur Mimik und Gestik der Frau während der Kommunikation. Da gibt es gar nicht so viel zu erzählen. Die Frau versucht mit jeder Handlung das Gespräch aufrecht zu erhalten und zum Mitreden zu animieren. Das weibliche Wesen entzückt während eines Gesprächs immer wieder mit einem netten Blick oder einem kleinen Lächeln, um den Gesprächsfluss nicht stoppen zu lassen. Sie äußern sich auch öfter mit einem –Aha- oder –Ja, wirklich ?- während ihr Gegenüber spricht. Dies zeigt ihre Anteilnahme und ihr Interesse deutlich. Wie wir alle wissen, ist es überlebenswichtig für die feminine Seite unaufhörlich und am besten den ganzen Tag zu reden. So ist es nur allzu klar, dass sie mit allen Mitteln versucht das laufende Gespräch beizubehalten, ein neues anzufangen oder sich gar in ein fremdes einzumischen.
Im Gegensatz zum Mann benutzt die Frau jedoch weniger vulgäre Ausdrücke. Ich denke das es ihnen auch schon aufgefallen ist. Sobald sie von etwas träumen( wie zum Beispiel einer schönen neuen Couch) , sagt er doch nur: „Ach so´n Scheiß brauchen wir doch eh nicht, is doch Blödsinn für so´n Schwachsinn Geld rauszuschmeißen!“. Und schon hat er es wieder einmal geschafft: ihre Laune befindet sich für den Rest des Abends im Keller.
Und liebe Frauen sie kennen es auch nur zu gut, wenn sie mal wieder ein Pläuschen halten wollen und ihr Mann, trotzdem sie sich die größte Mühe geben, immer nur kurz –Ja- , -Nein- oder einen kurzen Satz heraus bringt. Das ist für Männer normal, sie sind es einfach nicht gewohnt so viel auf einmal zu reden, genauso wie er auch nicht auf ihre Gefühle während des Gesprächs achtet. Das liegt daran, dass die männliche Spezies leider nicht in der Lage ist auf dem sogenannten „Beziehungsohr“ zu hören, sondern lediglich fähig ist die Sachinformation einer Aussage aufzunehmen. Ich denke jetzt wissen sie warum er manchmal so ungehobelt auf sie reagiert hat. Ich weiß nicht was sie davon halten, aber ist es nicht komisch? Egal, was sie sagen, sie haben entweder Unrecht oder ihr Mann winkt sofort ab. Wie auch immer- erschafft es jedenfalls ihnen das Gefühl zu geben minderwertiger zu sein als er! Auch hier haben sie keinen Grund auf die Männer böse zu sein. Es liegt in ihrer Natur sich in jeder Situation zu profilieren, d.h. sie sind bestrebt immer der Beste zu sein und sobald sie das nicht sind, ist großer Ärger vorprogrammiert. Männer können nicht „verlieren“! Wobei wir schon beim nächsten Punkt wären. Männer denken nämlich tatsächlich so. Während es für uns auch ein –wir sind beide gleich gut- gibt, teilen die Männer wirklich in Gewinner- und Verlierer-Kategorien ein. Komisch? Ist aber so!
Nun möchte ich doch schon bald zum Schluss kommen. Nur noch ein paar Anmerkungen, die sie vielleicht noch interessieren.
So spielt für die Frau in einem Gespräch die Emotion, das Harmoniebedürfnis, das Übereinstimmungen erzielen und die Bestätigung eine enorme Rolle, während der Mann ohne Probleme in der Lage ist, ohne emotionale Basis ein Gespräch zu führen. Frauen sind zusätzlich bestrebt die Nähe zu ihrer Kontaktperson zu wahren, wohingegen die Männer oftmals versuchen Unabhängigkeit zu erlangen. Frauen und Männer unterscheiden sich aber nicht nur in dem, wie sie erzählen, sondern größtenteils in dem worüber sie erzählen. Männer reden vor allem über Autos, Sport und Technik. Im Gegensatz dazu redet „Frau“ lieber über Männer; und am liebsten zieht sie mit ihren Freundinnen über andere her! 
Abschließend hoffe ich, dass sie in Zukunft wissen, warum ihr Partner so und so redet oder so und so reagiert hat.

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