29. Januar 2009

Bibel & Evangelien

Warum sind in der Bibel nicht alle Evangelien enthalten, die die Menschheit kennt?

In der evangelischen Bibel gibt es vier Evangelien. Diese wurden schon in frühen Jahrhunderten kanonisiert. Aber es gibt noch mehr Schriften, die nicht enthalten sind. Einige dieser Schriften gibt es in der katholischen Bibel, andere wurden für den Gebrauch in der Kirche verboten.
Aber warum? Warum wird Gottes Wort nicht vollständig an die Menschen weiter gegeben?
Man hört und sieht in den Medien viel von diesen „verbotenen Evangelien“. Das erweckte mein Interesse und führte meine Wege erst einmal in die Stadtbücherei. Dort konnte mir allerdings nicht weitergeholfen werden. Ich sprach oft mit meiner Mutter darüber, bis ich an einem Tag nach Hause kam und sagte: „Ich habe dir ein Buch mitgebracht.“ Es war das Buch „Die verbotenen Evangelien, apokryphe Schriften“ von Katharina Ceming und Jürgen Werlitz. Also begann ich zu lesen.
Ich denke, meine Frage betrifft nur eine bestimmte Gruppe unter uns, nämlich die, die sich mit der Bibel auseinander setzten. Ich finde die Frage jedoch trotzdem passend.
Für diese Arbeit habe ich mir zusätzliche Informationen aus dem Internet geholt, da das Buch alle Zusammenhänge sehr umfangreich darstellt und ich nicht alles wieder aufarbeiten konnte.
Ich werde darauf eingehen, was die verbotenen Schriften überhaupt sind, welchen Inhalt sie haben und warum sie nicht in die Bibel aufgenommen wurden.

Einleitung:
Als apokryphe Schriften, oder Apokryphen werden Schriftstücke bezeichnet, die eine gewisse Ähnlichkeit mit den biblischen Evangelien aufweisen, die aber nicht kanonisiert wurden. Man unterschiedet zwischen Apokryphen des Alten Testaments und Apokryphen des Neuen Testaments.
In der Bibel stehen insgesamt vier Evangelien. Es gab aber in der Frühzeit des Christentums eine Vielzahl von anderen Evangelien. Sie wurden von der Kirche ausgesondert und der Gebrauch in den Gemeinden wurde verboten. Die Schriften werfen ein faszinierendes Licht auf die Gestalt Jesu und sein Umfeld.

Apokryphen des Alten und des Neuen Testamentes:
Der grundlegendste Unterschied zwischen diesen beiden Gattungen besteht wohl darin, dass die Apokryphen des Alten Testamentes noch immer einen Teil der katholischen und der orthodoxen Bibel ausmachen. Auch Luther verwendete sie im Anhang seiner Bibelübersetzung. Im Gegensatz dazu handelt es sich bei den neutestamentlichen Apokryphen um Schriften, die nie in der Kirche verwendet wurden. Es sind Evangelien und Apostelgeschichten, die unter dem Namen eines Apostels überliefert werden. Ihre Entstehung wird aber weit vor der Datierung der uns bekannten Schriften festgehalten.
Manche sind wohl auch im 2. bis 4. Jahrhundert entstanden.
Das Buch Judit, Tobit (nach Luther ‘Tobias’), Baruch, Brief des Jeremias (in der Vulgata = Kapitel 6 des Buches Baruch), Jesus Sirach, Buch der Weisheit, 1. Makkabäer, 2. Makkabäer, 3. Makkabäer, 4. Makkabäer, 3. Esra, 4. Esra, Gebet des Manasse, Psalm 151 sind Elemente aus den alttestamentlichen Schriften.
Beispiele für die neutestamenlichen Apokryphen sind: Thomasevangelium, Judasevangelium, Petrusevangelium, Nikodemusevangelium, Evangelium der Wahrheit, Evangelium der Maria, Interrogatio Johannis, Geheimes Markus-Evangelium, Kindheitsevangelium nach Thomas, Ägypterevangelium, Apostelgeschichte des Andreas, Apostelgeschichte des Petrus, Apostelgeschichte des Thomas, Apokalypse des Paulus ,Apokalypse der Maria ,Brief des Barnabas ,Johannäischer Schriftenkreis. Dies ist nur ein Auszug aus den Schriften. Alle aufzulisten, ist hier nicht nötig.

Überlieferung und Kanonisierung der Schriften:
Viele der Dokumente sind nicht vollständig im Original erhalten, von manchen existieren Abschriften, von einigen ist nur der Titel bekannt. Die berühmteste Abschrift ist wohl die des Thomas- Evangelium. Es wurde, gemeinsam mit anderen Schriften, erst 1945 in Nag Hammadi, einer kleinen Stadt in Ägypten von Grabräubern entdeckt. Es wurden 13 Tonkrüge mit insgesamt 49 Schriftstücken entdeckt. Man nennt sie auch Codices1. Man fand Texte in Alten Klöstern und Kirchen. Andere Texte wurden so lange geheim gehalten, bis die Kanonisierung der heutigen Bibel abgeschlossen war.
Eine weitere bedeutende Quelle stellen die Werke der verschiedensten Kirchenväter und
–Schriftsteller dar, die wörtliche Zitate wiedergaben. Einzelne Teile werden auch in kanonisierten Texten zitiert und angesprochen.
Auch andere archäologische Funde (wie z.B. das Papyrusfragment Oxyrhynchos).
Die Ursachen dafür, dass gewisse Texte nicht kanonisiert wurden ist die Orientierung Luthers bei der Übersetzung der Bibel an den hebräischen Textquellen der Bibel, während die katholische und die orthodoxe Kirche sich beide auf die Septuaginta2 beziehen.
Also reduziert sich die Auswahl der Bücher des Alten Testamentes der evangelischen Kirche auf die Texte, die auch das Judentum als kanonisch anerkennt. Der Kanon des Alten Testaments ist bereits in der Mitte des 4. Jahrhunderts abgeschlossen und ist bis heute der in der katholischen Kirche gültige Kanon. Nach den Entscheidungen „einiger Konzilien (u. a. 3. Konzil von Karthago, 397) und des Unionskonzils von Florenz (1442) wurde schließlich auf dem Konzil von Trient für die katholische Kirche der Kanon verbindlich festgelegt. Schriften der Septuaginta, die nicht im hebräischen Kanon enthalten sind, aber von der katholischen Kirche dem Kanon zugerechnet werden, bezeichnen katholische Autoren als deuterokanonische Schriften. Sie sind im katholischen Verständnis vom gleichen Rang wie alle übrigen Bücher der Bibel.“3

Diejenigen, die diesen Büchern göttliche Autorität zusprechen, also die katholische und othodoxe Kirche, und sie als Schrift verteidigen, argumentieren, daß die Verfasser des Neuen Testaments überwiegend die Septuaginta zitieren, die die Apokryphen enthält. Sie führen auch die Tatsache an, daß einige der Kirchenväter, namentlich Irenaeus, Tertullian und Klemens von Alexandria, die Apokryphen im öffentlichen Gottesdienst benutzt und sie als Schrift anerkannten, wie es auch die Syrische Kirche im vierten Jahrhundert tat.

Warum die Schriften konkret nicht kanonisiert wurden:
Es gibt viele Gründe, warum sich die evangelische Kirche gegen diese Texte ausgesprochen hat. Man spricht zum Beispiel von Texten, die berichten, dass Jesus Frau und Kinder hätte, oder wie es zu den Brüdern Jesu kommt, wobei Maria eine Jungfrau ist und kein Bericht über die Geburt vorhanden ist. Für diese Annahmen gibt es jedoch keine Belege. Sie sind die größten Geheimnisse des Christentums. Es gibt Spekulationen, dass es in den geheimen Büchereien im Vatikan Texte über diese Themen gibt. Da sie aber der christlichen Grundeinstellung widersprechen, nimmt man auch an, dass sie in früher Zeit vernichtet wurden.
Außerdem sind weitere unbiblischen Lehren in diesen fragwürdigen Büchern enthalten, zum Beispiel das Beten für die Toten.
Für die Verstorbenen zu beten, wie es in 2. Makkabäer 12,45-46 gefordert wird, steht in direktem Widerspruch zu Lukas 16, 26.- 31.4 und Hebräer 9,275 und anderen Stellen. Die Apokryphen enthalten auch die Episode, in der Gott Judith bei einer Lüge unterstützt. (Judith 9, 10.13). Für diese Annahmen gibt es jedoch keine konkreten Belege.

Beurteilung:
Ich fand es anfangs sehr schwierig, ein geeignetes Thema zu finden, da die Aufgabenstellung allgemein gehalten wurde. Nach einigen Überlegungen kam ich dann auf dieses Thema.
Anhand des Buches konnte ich wohl viele wahre Beweggründe darlegen. Die Recherche im Internet blieb auf zwei Ausnahmen ziemlich erfolglos, da ich oft auf absolut unzuverlässige Seiten stieß.
Bei einem Thema, was versucht, die grundlegendsten Geheimnisse des Christentums zu erörtern, ist es sehr schwer, die wichtigsten Informationen heraus zu filtern. Es wurden umfangreiche Bücher und wissenschaftliche Arbeiten darüber verfasst. Ich hoffe, ich konnte wenigstens einen grundlegenden Eindruck vermitteln.

Relativitätstheorie

Die Spezielle Relativitätstheorie
Revolutionierter Blick auf Raum und Zeit

Seit Sir Isaac Newton wussten wir, dass Geschwindigkeiten sich ganz einfach addieren lassen.
Albert Einstein fand heraus, dass dem nicht so sei.
Er akzeptierte prinzipiell die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit und machte sie zum Schlüssel für sein ganz anderes Weltverständnis.
Seine Arbeit „Zur Elektrodynamik bewegter Körper“ ( Einsteins erste Veröffentlichung zur Speziellen Relativitätstheorie ) erschien 1905.
Mit dieser begründete er seine revolutionäre neue Sichtweise auf Raum und Zeit, auf Materie und Energie.

Einführung in das Prinzip der Relativität

Oben und unten, links und rechts sind uns allen geläufige Begriffe.
Doch wo ist denn nun jetzt oben? Wo unten?

Das hängt vom Betrachter ab

Beispiel: Für Menschen in Deutschland ist die Schweiz unten. Für Menschen in Italien jedoch oben. Beide haben Recht!

Auch die Bewegung ist abhängig vom Standort des Betrachters:

Beispiel 1: Eine Person(1) läuft mit Schritttempo durch einen fahrenden Zug.

Wie schnell bewegt sich diese Person(1)?
Schritttempo? Zuggeschwindigkeit? beides zusammen?
Es gibt für diese Frage keine allgemein Gültige, somit
absolute Antwort.
Denn dies hier, muss man relativ betrachten.

Für den Mitreisenden(2) im Zug, bewegt sich
Person(1) bloß mit Schritttempo

Nehmen wir noch eine weitere Person(3) dazu.
Diese steht am Bahndamm und beobachtet die laufende Person(1),
im fahrenden Zug.

Für den Beobachter(3) außerhalb des Zuges, bewegt sich die Person(1) mit der Geschwindigkeit des Zuges + dem Schritttempo der Person selbst, da der Beobachter es von draußen so wahrnimmt

Beide Antworten sind somit richtig!!
Denn Mitreisender im Zug(2) und der Beobachter(3) werden sich niemals darin einig sein, wie schnell sich Person(1) bewegt, da sie es ja beide aus verschiedenen Orten miterleben.

Beispiel 2: Wo landet ein Ball, den man im fahrenden Zug senkrecht hoch wirft?
Natürlich wieder in der Hand die ihn geworfen hat, genauso wie im stehenden Zug.
Die viel interessantere Frage jedoch ist es, welche Flugbahn der Ball zurücklegt.

Die Antwort darauf ist unschlüssig:
Für den Mitreisenden(2) im Zug ist es eine Senkrechte
Flugbahn, genau wie für den Werfer(1) des Balls

Für den Betrachter(3) draußen ist es ein Bogen

Beide Antworten leuchten ein, eben von den beiden Standorten der Betrachter aus gesehen.
Einig über die Flugbahn werden sich beide Beobachter nie. Das einzigste, worin sie sich einig sind ist, dass der Ball geworfen und wieder gefangen wird, denn das ist ein Ereignis. Und diese sind für alle Beteiligten gleich.

Folglich sind Bewegung, Ort und Geschwindigkeiten nicht absolut, sondern relativ und hängen vom Standpunkt des Betrachters ab!

Wenn man nicht aus dem Zug hinaus blicken kann, lässt sich während der Fahrt nicht einmal klar entscheiden, ob der Zug steht oder sich mit einer konstantem Geschwindigkeit unterwegs ist. Man würde es nicht merken.

Beispiel: Jeder der schon mal mit einem Zug unterwegs
war kennt das Phänomen, wenn sein eigener Zug steht
und neben ihm ein anderer losfährt.
Man fragt sich gar ob man nicht selber fahren würde,
wenn man den wirklich fahrenden Zug neben sich
losfahren sieht.
Beides sieht gleich aus und fühlt sich auch gleich an.
Denn die gleichförmige Bewegung, also Bewegung im
immer gleichen Tempo, ist von Ruhe mit physikalischen Mitteln nicht zu unterscheiden.

Anmerkung zur eigenen Bewegung: Unsere Erde bewegt sich
mit sehr hoher Geschwindigkeit, nur weil sie sich um ihre
eigene Achse dreht.
Noch schneller ist sie, wenn man noch dazu nimmt, dass sie
sich zudem um die Sonne dreht.
Auf der Erde allerdings, merkt keiner diese Bewegung.

Gesamtfazit

Nach dem Relativitätsprinzip sind Ruhe und gleichmäßige Bewegung physikalisch nicht zu unterscheiden
Geschwindigkeits- und Ortsangaben – bisher für die meisten sicher etwas sehr Absolutes – sind äußerst relativ: Unterschiedliche Beobachter nehmen Phänomene unterschiedlich wahr

Die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit

Man stelle sich vor, man sause mit einem Zug durch die Landschaft.
Läuft man nun durch den Waggon, so bewegt man sich noch schneller durch die Landschaft als der Zug selbst.
Denn (wie wir bereits oben erfahren haben) addieren sich hier das Zugtempo und unsere Laufgeschwindigkeit

Was passiert aber, wenn der Zugführer in voller Fahrt, d.h. bei schon hoher Geschwindigkeit das Licht anschaltet?

Ist dann auch das Licht schneller als bei still stehendem Zug?
Addiert sich also die Lichtgeschwindigkeit mit der hohen Geschwindigkeit unseres Zuges?
(Das würde dann ja auch bedeuten, das Überlichtgeschwindigkeit möglich ist)

Albert Einstein sagt: Nein!
Für Licht gilt das Zusammenzählen der Geschwindigkeiten nicht. Sie beträgt im Vakuum 300.000 Kilometer pro Sekunde
Licht ist immer gleich schnell, es lässt sich nicht beschleunigen oder verlangsamen
Die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit ist die fundamentale Tatsache, auf der die Spezielle Relativitätstheorie aufbaut. Man muss dies einfach akzeptieren muss, um den Rest verstehen zu können
Dies wurde mehrmals mit dem Michelson – Morley-Experiment überprüft und bestätigt

Überlichtgeschwindigkeit

Immer wieder tauchen Meldungen von Überlichtgeschwindigkeiten auf, die Einstein wiedersprechen.
Bisher allerdings, hat sich alles als haltlos herausgestellt.
Meistens geht es dabei um rein geometrische Effekte, wie die Bewegung eines Schnittpunktes.
Man nennt sie nicht-physikalische Bewegungen.

Beispiel: Ein Trecker fährt diagonal auf eine Straße zu, wobei er eine nahezu unendlichlange Latte senkrecht zur Fahrtrichtung hinter sich her zieht.

Der Schnittpunkt der Latte mit dem Straßenrand bewegt sich mit höherer Geschwindigkeit als die Latte.
Bei einem Treckertempo von 25 km/h bewegt sich der Schnittpunkt bereits mit 45 km/h nach rechts.

Mithilfe der Geometrie kann so selbst ein langsamer Traktor Überlichtgeschwindigkeit erzeugen, denn hätten wir nur einen winzig kleinen Winkel von ein paar Tausendstel Bogensekunden, dann könne sich der Schnittpunkt mit mehr als Lichtgeschwindigkeit bewegen, obwohl der Trecker nur mit 25 km/h ziehen würde.

Zwar bewege sich der Schnittpunkt dann überlichtschnell nach rechts, aber am Schnittpunkt wäre in jedem Moment ein anderes Stück Materie.
Deutlicher ausgedrückt: Ein anderes Stückchen Latte.

Es läuft also keine Materie schneller als das Licht nach rechts, sondern nur der virtuelle Schnittpunkt, der ja nicht wirklich existiert.

Echte Informationen, wie ein Lichtblitz, ein Funkspruch oder ähnliches laufen maximal mit Lichtgeschwindigkeit – schneller geht es nicht.

Das Zwillingsparadoxon

Das Zwillingsparadoxon ist ein Gedankenexperiment.
Es sollte dazu dienen einen Widerspruch in der speziellen Relativitätstheorie zu finden.

Ein Zwilling, nennen wir ihn Maria, trennt sich von seinem Bruder den wir Tom nennen wollen.
Sie will eine Reise mit seinem Raumschiff zu einem entfernten Planeten antreten.
Tom bleibt auf der Erde auf der wir Rotation und Gravitation vernachlässigen wollen.

Ihr Raumschiff fliege mit 80% der Lichtgeschwindigkeit.
Wenn Maria nun von ihrer Reise zurückkehrt ist ihr jünger als ihr zurückgebliebener Zwillingsbruder Tom.
Sollte das nicht paradox sein?

Nein, betrachten wir es Schrittweise.
Aus Einsteins Relativitätsprinzip geht hervor das jedes konstant zueinander bewegte System gleichwertig ist.
Das heißt, solange sich die Zwillinge konstant voneinander fortbewegen, dürfen beide behaupten, dass der jeweils andere sich bewegt und er selber ruhe.
Wie wir wissen vergeht in einem konstant bewegtem System die Zeit langsamer als in einem Ruhenden, doch solange sich beide konstant bewegen ist die Zeit relativ zu sehen.
Beide Zwillinge bleiben also aus der Sicht des Anderen jünger, was nicht paradox ist sondern lediglich bedeutet, dass sie eine unterschiedliche Sicht auf Gleichzeitigkeit haben.
Diese Relativität bedeutet auch nicht, dass die Eigenzeiten der beiden Zwillinge relativ sind.
Zwischen Marias Geburt und ihrem 30sten Geburtstag sind 30 Jahre vergangen. Das sieht Maria ebenso wie Tom. Auch sind sich beide einig, dass zwischen Toms Geburt und seinem 30sten Geburtstag 30 Jahre vergangen sind. Finden diese Geburtstage während der relativistischen Reise Marias statt, so haben die beiden nur unterschiedliche Ansichten darüber, welcher Geburtstag eher stattfand.

Möchte man ihre Eigenzeiten absolut vergleichen, müssen sie sich treffen.
Dazu muss einer von beiden bremsen und umdrehen.
Natürlich kann hier nur Maria bremsen und umdrehen, also tut sie hier es auch.
Ein wichtiger Punkt der Relativitätstheorie ist, dass Beschleunigungen nicht relativ sind.
Die Beschleunigung bewirkt jedoch nicht den Alterunterschied, sondern nur die Sicht des Beschleunigten auf die Gleichzeitigkeit.
Sie erinnern sich, beide empfinden den jeweils Anderen als jünger. Jetzt nicht mehr.
Während des Bremsvorgangs scheint der Andere rapide zu altern, weil sich seine Sicht der Gleichzeitigkeit ändert.

Sehen wir uns an wie aus beiden Sichten die Alterung zustande kam.
Es ist bekannt, dass der Reisende der jüngere ist.

Aus Toms Sicht ist die Sache einfach.
Er sieht wie sich Maria die ganze Zeit schnell bewegt, zu einem bestimmten Zeitpunkt den fremden Planeten betretet und dann die Rückreise antretet.
Für ihn ist klar: Maria ist jünger, sagen wir zwei Jahre.

Aus Marias Sicht wird’s komplizierter.
Sie sieht wie sich Tom schnell von ihr entfernt und dass Tom wenn er auf dem fremden Planeten angekommen ist ein Jahr jünger ist als sie.
Während sie aber abbremst spürt sie nicht nur die starken Trägheitskräfte auf sich wirken, sie bemerkt auch, dass sich ihre Sicht der Welt verändert und ihr immer spätere Ereignisse aus Toms Leben mit ihrem Bremsmanöver gleichzeitig erscheinen.
Sie sieht zwei Jahre von Toms Leben an sich vorbeiziehen und stellt, auf dem Planeten gelandet, fest, dass sie ein Jahr jünger ist als Tom.
Beide Befinden sich nun in Ruhe und haben das gleiche Empfinden für Gleichzeitigkeit.
Um nun zu Tom zu fliegen muss sie starten und wieder beschleunigen.
Wieder gehen zwei Jahre von Tom an ihr vorbei.
Aus ihrer Sicht ist Tom nun drei Jahre älter.
Er bewegt sich aus ihrer Sicht bei den Rückreise aber wieder so schnell (auf sie zu), dass sie ein Jahr aufholen kann.
Sie ist nun wieder zwei Jahre jünger als Tom.

Man sieht also, dass, für egal welche Sicht, Marias Eigenzeit (die für sie vergangene Zeit)
kürzer war als die von Tom.
Man darf nur nicht den Fehler machen Beschleunigungen nicht zu beachten.
Denn beschleunigt wird nur der, der Trägheitskräfte spürt.

Mit einem Satz kann man das ganze Paradoxon so beschreiben:

Wenn sich zwei Reisende wiedertreffen, ist für denjenigen der während der Reise die wenigsten Umwege
bzw. Geschwindigkeitsänderungen gemacht hat, am wenigsten Zeit vergangen.

Etwas von Frau Wenst, was man wie ich finde gut einbauen könnte, wenn man will (keine Berichtigung zu diesem Text!! Text hat Frau W. noch nicht gelesen)
In beschleunigten Systemen vergeht die Zeit langsamer
Oder: Wechsel des Bezugssystems hat stattgefunden – die Uhr die langsamer geht, sich also beschleunigt bewegt, hat ihr Intertialsystem – also dass mit konstanter Geschwindigleit bewegter – verlassen und geht damit mit einer in diesem Intertialsystem gebliebenen Uhr nicht mehr synchron.

7. Zeitdehnung (Daniel;Göttingen)

8. Längenkontraktion (Daniel;Göttingen)

Nachweis der Theorien

Nachweis der Zeitdilatation

Das Phänomen der Zeitdilation kann mit Hilfe von sehr (wirklich sehr) genauen Uhren, den so genannten Atomuhren, welche bis auf die Milliardstel Sekunde genau die Zeit messen, nachgewiesen werden:

Man hat 2 Uhren miteinander synchronisiert
und eine davon wurde im Flugzeug auf Reisen
geschickt.

Nach dem Flug wurden die Uhren wieder
miteinander verglichen.

Das Ergebnis war, dass die Uhr die im Flugzeug
gewesen ist gegenüber der Uhr am Boden um eine
Milliardstel Sekunde nachging, also sozusagen
weniger gealtert ist, als die andere Uhr.

Zeitdilatation bestätigt!

Nachweis der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit
Im Jahre 1960 wurde die Vorstellung von Licht als Wellenphänomen eingeführt und mit dieser der so genannte Äther. So wie die Luft notwendig für die Verbreitung des Schalls ist benötige dieser Vorstellung nach das Licht den (dafür erfundenen) Äther als Trägermedium. Dieser Lichtäther durchdrang demnach die feste Materie ebenso wie den leeren Raum des Weltalls.
Der Äther würde in Einsteins Spezieller Relativitätstheorie ein bevorzugtes Bezugssystem darstellen, was mit ihr jedoch unvereinbar ist.
Das Michelson – Interferometer, benannt nach dem Physiker Albert Abraham Michelson, dient zur Messung von Lichtgeschwindigkeit mit Hilfe derer Interferenzmuster. Mit dem so genannten Michelson-Morley-Experiment, wurden Unterschiede in der Ausbreitungsgeschwindigkeit des Lichts und somit der Äther selbst untersucht. Dabei hat man versucht, Unterschiede in der Lichtgeschwindigkeit in Abhängigkeit zur Bewegungsrichtung der Erde festzustellen.

Die von Michelson vermutete Änderung des Gangunterschieds hätte eine Veränderung des Interferenzmusters bewirken müssen, welche nicht eintraf. Diese Veränderung, dass das Licht nicht gleich schnell ist und es somit den Äther als Trägermedium gibt, konnte zu verschiedenen Zeiten an verschiedenen Orten nie festgestellt werden, was dementsprechend bedeutet:
dass kein Äther existiert und somit Licht immer dieselbe Geschwindigkeit hat
Einsteins Vorstellung davon, dass Licht konstant ist (darauf baut letztenendes die gesamte Relativitätstheorie Theorie auf), ist experimentell nachgewiesen.

(Die Lichtäther-Hypothese wurde Anfang des 20. Jahrhunderts verworfen, nachdem die Relativitätstheorie allgemein akzeptiert war.)
Das Global Pointing System (GPS)

Das GPS ist ein System von 24 Satelliten, die in 20.000 km Höhe die Erde umkreisen. Jeder Satellit trägt eine Atomuhr mit an Bord und sendet Radiosignale aus.
Es wurde ursprünglich für militärische Zwecke entwickelt, wobei heutzutage eines der wohl bekanntesten Navigationssysteme auf GPS basiert:

Das Satellitennavigationssystem:
Technisch auf der Basis des GPS aufgebaut, lässt sich mit einem
Satllitennavigaitoinssytem die geographische Position eines Objektes auf
der Erdoberfläche (z.B. eines Autos) bis auf wenige Meter genau
bestimmen.
Dies erfolgt, indem der Satellit Radiosignale an den Empfänger des
Zielobjektes sendet.

Die Positionsbestimmung verläuft wie folgt:
(1) Das Radiosignal eines bestimmten Satelliten, welches sich mit der
Lichtgeschwindigkeit c ausbreitet, gelang nach (sehr) kurzer Zeit t
zum Empfänger.
(2) Der Empfänger rechnet daraufhin mit Hilfe dieser Laufzeit die
Entfernung s zum Satelliten aus. ( s = c · t )

Die schränkt die mögliche
Position des Objektes auf der
Erdoberfläche auf einen Kreis
Ein.

Dieser Kreis besteht selbst aus
Allen Punkten die den errechneten
Abstand s zum Satelliten haben,
sodass sich das Objekt auf
irgendeinem Punkt dieser
Kreislinie befinden muss.

(3) Im nächsten Schritt wir die Position weiter eingegrenzt, indem man
Dasselbe Verfahren mit einem zweiten Satelliten durchführt.
Das ergibt dann einen zweiten Kreis auf der Erdoberfläche.
Nun kann sich der Empfänger nur an einem der beiden Schnittpunkte entstandenen Schnittpunkt befinden.
(4) Damit die Position des Objektes schließlich exakt bestimmt werden
Kann, wird dieses Verfahren mit einem dritten Satelliten wiederholt.
Der Punkt, in welchem sich
nun alle drei Kreise schneiden
ist die Position des Zielobjekts.

Das Funtkioniert nur so genau, wenn die Laufzeit vom Satelliten zum Empfänger sehr exakt berechnet ist, und dafür muss die Satellitenuhr und die Uhr im Empfänger sehr genau synchronisiert sein.
Ein Unterschied von lediglich 1 μs könnte einen fehler von bis zu 300 m in der Ortsbestimmung bewirken.

(5) Notwendig wäre somit zur Ortsbestimmung eigentlich nur der Empfang von drei Satelliten. Dann müsste der Empfänger aber selber eine hochpräzise Atomuhr besitzen. Das ist nicht notwendig, denn das vierte Signal lieferet die genaue Zeitkoordinate, mit der der Empfänger eine einfache Quarzuhr synchronisiert.

Ohne Albert Einsteins Relativitätstheorie gäbe es das GPS womöglich überhaupt erst einmal nicht, denn das GPS funktioniert nur mit der Tatsache, dass die Lichtgeschwindigkeit in allen Richtuungen gleich ist.
(Michelson und Morley wiesen diese von Einstein aufgestellte Theorie nach.)

Warum die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit wichtig für das GPS ist, ist einfach zu erklären:
I.GPS arbeitet indem es Radiosignale aussendet.
II.Radiosignale sind (lang gestreckte) Lichtwellen.
III.Bewegen sich dementsprechend mit Lichtgeschwindigkeit fort.
IV.Wäre Lichtgeschwindigkeit nicht konstant, so würden Messfehler in der Laufzeit der Radiosignale vom Satelliten zum Empfänger entstehen und das GPS könnte somit funktionieren.

Einwanderungspolitik in Deutschland

In der Belegarbeit geht es um das Thema der Einwanderung in andere Länder, sowohl aus dem gesellschaftlichen, als auch aus dem politischen Sinne betrachtet. Sie soll Informationen über die Immigration in verschiedenen Ländern geben, speziell aber Deutschland. Es wird auf Probleme der illegalen Einwanderung, über politische Debatten im deutschen Bundestag, über die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland, über den Rückgang der stämmigen Deutschen und auf das Problem des Mangels an Arbeitsplätzen hingewiesen.
Natürlich werden auch positive Aspekte dieses Themas betrachtet und gesetzliche Bestimmungen über die Einwanderung in Deutschland vorgestellt. Hierbei erläutere ich das Einwanderungs- und Zuwanderungsgesetz näher und werde das Ausländerrecht vorstellen.
Ich lege in der Belegarbeit meine Schwerpunkte in die beiden Bereiche der Gesellschaft und der Politik, da man das Problem der Immigration aus beiden Blickwinkeln beobachten muss, um es richtig beurteilen und auch einschätzen zu können.
Ich werde diese beiden Schwerpunkte aber nicht krass trennen, sondern sie vielmehr zusammen wirkend mit in die Belegarbeit einfließen lassen.
Vielmehr halte ich es für sinnvoll, in Punkt 3 eine Unterteilung der illegalen und legalen Migration zu unternehmen, da sich diese beiden Arten der Immigration schon sehr stark unterscheiden und ich hier verstärkt auf die Unterschiede hinweisen will. Diese beinhalten natürlich die positiven Faktoren im Sinne der legalen und kontrollierten Einwanderung und die negativen Sachen im Sinne der illegalen und unkontrollierten Einwanderung.
Insgesamt soll das Interesse des Lesers dieser Belegarbeit an diesem Thema angehoben werden. Interessieren könnte es Leute aller Art, ab einem gewissen Alter mit einer geistigen Reife, um sich mit diesem Thema auch auseinandersetzen zu können und sich seine eigene Meinung darüber bilden.
Natürlich versteht sich, dass die politischen Debatten, welche ich in Punkt 3.1.4 vorstelle durch kommerzielle Interessen beeinflusst wurden. Alles Sonstige entnahm ich größtenteils aus Büchern und dem Internet, teilweise nutzte ich für Randinformationen auch CDs, welche aber nicht weiter erwähnenswert sind. Nähere Angaben dazu in meinem Literaturverzeichnis am Ende meiner Belegarbeit.

Gliederung

1Einleitung Seite 4

2Einwanderung in verschiedenen Seite 5
Länder
2.1Ausländerintegration und Ausländermigration Seite 5
2.2Multikulturalismus als Folge der Migration Seite 6

3Immigration in Deutschland Seite 7
3.1Illegale Migration in Deutschland Seite 8
3.1.1Geltender rechtlicher Status in Deutschland Seite 8
3.1.2Zuwanderungsgesetz Seite 9
3.1.3Ausländerrecht Seite 10
3.1.4Politische Debatten über Entscheidungen Seite 11
für die Zukunft und Verbesserungsvorschläge
3.2Legale Migration in Deutschland Seite 12
3.2.1Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsrückgang in Seite 12
Deutschland – Wohin wird sie uns führen und werden die
Deutschen aussterben?
3.2.2Aktuelle Situation der Arbeitsplätze in Deutschland – Seite 13
Nehmen uns Ausländer unsere Arbeitsplätze weg?

4Quellenverzeichnis Seite 14
5Literaturverzeichnis Seite 15
6Selbstständigkeitserklärung Seite 16

1 Einleitung

Bevor ich Informationen zum Thema Immigration und Ausländer geben werde, will ich erstmal näheres zum allgemeinen Begriff der Einwanderung erklären. Unter Migration versteht man das Überschreiten von Grenzen durch Menschen. Die Übersiedlung kann über Grenzen von Regionen innerhalb eines Landes oder auch direkt über Landesgrenzen erfolgen. Hierbei werden die Menschen, aus der Perspektive des Landes, welches sie betreten als Immigranten oder Zuwanderer bezeichnet und aus der Sicht des Landes, welches sie verlassen, als Migranten bzw. Auswanderer benannt. Dies kann einzeln geschehen oder auch in einer größeren Gruppe von Menschen, welche an einen neuen Ort übersiedeln, um sich dort für immer oder zu mindestens über einen längeren Zeitraum hin aufzuhalten. Dieser ist nicht genau bestimmt, dauert aber mindestens solange, bis sich die Übersiedler an ihrem neuen Lebensort eingewöhnt haben und sich eine neue Existenz aufgebaut haben.
Hierbei muss aber auf jeden Fall der Unterschied zu Touristen und Personen mit einem Kurzzeitaufenthalt beachtet werden, da diese nicht mit zum Begriff der Migration hinzu gezählt werden können, da der Zeitraum ihres Aufenthaltes deutlich zu kurz ist und sie auch nicht den anderen Bestimmungen entsprechen, welche ich jetzt noch erläutern werde.
Gründe für die Immigration sind meistens Ausnahmesituationen, wie Krieg, Not oder Verfolgung. Natürlich spielen hier auch Dürre und gefährliche ansteckende Krankheiten eine große Rolle. All diese Faktoren ziehen eine Armut hinter sich her, von welcher die Leute betroffen sind. Und so versuchen sie mit Hilfe einer Übersiedlung, einen Neustart zu beginnen und auf ein besseres Leben zu hoffen.
Ein geringerer Teil am Menschen wird zu diesem Ortswechsel eventuell auch durch Neugier oder durch die Hoffnung auf ökonomische Verbesserung vorangetrieben.
Natürlich hat die Immigration auch ihre negativen Folgen, weswegen sie schon über eine längere Zeit genauer geplant werden sollte, wenn es die aktuelle Situation zulässt. Viele fliehen natürlich auch aus der Notsituation heraus, ohne diese Tat genauer zu überdenken, was man schon machen sollte, wenn man die Gelegenheit dazu geboten bekommt. Weil solch eine Übersiedlung eine bedeutende Änderung im Leben eines Menschen darstellt und mit lebensgefährdeten Risiken verbunden ist. Oft werden Familien oder soziale Gruppen zerrissen. Weitere Probleme die auftreten, können sich aus sozialen Spannungen entwickeln. Diese werden durch andere Sprache, Kultur und verschiedenes Aussehen hervorgerufen, indem sie sich so stark von den Einwohnern eines Staates unterscheiden, dass sie nicht geduldet werden bzw. nicht geduldet werden können. Um dies zu ändern, existieren aktuelle Programme zu Integration von Ausländern, welche beispielsweise vom Bundestag in Form des Ausländerrechtes ausgearbeitet wurden. Hierunter versteht man zum Beispiel die Anpassung der Zuwanderer an ihr neues Heimatland. Natürlich ist so was auch nicht nötig, wenn ein friedliches Nebeneinander her leben in einem Land gewährleistet ist. Dies bezeichnet man dann als eine multikulturelle Gesellschaft. Zu diesem Thema komme ich in Punkt 2.2 noch mal etwas näher zu sprechen. Hierbei muss jeder den anderen dulden können und keinerlei ausländerfeindliche Gedanken hegen, noch Taten verüben. 1
Leider sieht man so etwas immer wieder in Deutschland. (siehe Anlage 1)

2 Einwanderung in verschiedenen Länder

Es gibt viele weitere klassische Einwanderungsländer auf der Welt. Hier zu zählen zum Beispiel USA, Kanada, verschiedene südamerikanische Länder und Australien. Hier erfolgte die Einwanderung weitestgehend in den letzten Jahrhunderten. Große Migrationsbewegungen in Europa waren zum Beispiel die Völkerwanderung von 375 bis 570 nach Christus und die Übersiedlungen in nachkolonialer Zeit. Diese erfolgten vor allem von Nordafrika nach Frankreich und halten bis heute noch an. Andere Länder der Erde, welche vor allem durch Binnenmigration gekennzeichnet sind, sind die Ostregionen Chinas rund um Shanghai, die Südregionen Afrikas am Kap der guten Hoffnung und unter anderem auch Israel, Saudi-Arabien und Russland.
Auch hier ist die Zuwanderung stark vom Interesse des jeweiligen Ziellandes abhängig. Ein Land mit einer schwachen Wirtschaft und anderen negativen Faktoren, wie zum Beispiel in der Politik, wird deswegen für eine Migration eher nicht bevorzugt. 2

2.1 Ausländerintegration und Ausländermigration

Die Definition von Migration lautet wie folgt: „Wanderungsprozesse von Individuen oder Gruppen innerhalb einer Gesellschaft […] bzw. zwischen Gesellschaften […].“ (vgl. u.a. Blumöhr 1999, Seite 176). Näheres zu diesem Thema hatte ich ja bereits schon in der Einleitung erwähnt. Man versteht sozusagen darunter die Übersiedlung über Grenzen in andere Regionen. Bezogen auf die Ausländermigration, müsste man unter diesen Regionen andere Länder verstehen. Die Einwanderung von Ausländern steht logischerweise in direkter Verbindung mit der Ausländerintegration. Wenn ein Land es als sein Ziel verfolgt, seine Bevölkerung durch Zuwanderung zu vergrößern, so muss es den Menschen auch eine gewisse Möglichkeit bieten, sich einzuleben und mit den neuen gegeben Bedingungen zu Recht zu kommen. Integration allgemein bedeutet die Wiederherstellung eines Ganzen durch Prozesse, die das Verhalten und Bewusstsein nachhaltig verändern (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Ausl%C3%A4nderintegration). Das bedeutet also allgemein, dass durch die Umsiedlung in ein anderes Land, den Migranten ihre alten Sitten und Bräuche genommen werden, und durch die Integration, ihnen mit Hilfe von Werten und Kultur der neuen Gesellschaft, wieder als ein Ganzes zurückgegeben werden. Die Umsiedler erfahren dadurch sozusagen eine eigene neue Identität, mit der sie sich neu einleben.
Integration kann zwischen verschiedenen Gruppen, Klassen und Kulturen einer Gesellschaft stattfinden. Diese werden vor allem von der Politik gelenkt, mit dem Ziel, dass neue soziale Strukturen und Ordnungen gebildet werden. 3

2.2 Multikulturalismus als Folge der Migration

Der Multikulturalismus in einem Land ergibt sich aus einer dementsprechenden Migrationspolitik, welche in Deutschland seit Ende der 80er Jahre intensiv betrieben wird. Logischerweise nennt man eine solche Bevölkerung mulikulturelle Gesellschaft, welche Unterschiede in Kultur, Herkunft, Nationalität, Sprache, Religion und Ethik aufweist. 4
Es erfolgt also ein Nebeneinanderherleben von ethnisch und kulturell unterschiedlichen Gruppierungen. Damit dieses Gefüge funktionieren kann, muss jeder dem anderen Verständnis, Respekt und Toleranz entgegenbringen. Multikulturalismus dient also demzufolge als Ziel, den Migranten eine Grundlage für eine gewisse Integration in das neue Land zu bieten. Immerhin gäbe es ansonsten keinerlei Anreiz für die Einwanderer, sich in diesem Land niederzulassen. Multikulturalismus ist demzufolge als sehr positiv für ein Land anzusehen, da es ein Gemeinschaftsgefühl vermittelt, um eingewanderten Menschen den Neubeginn zu erleichtern. Natürlich bleiben auch hier nicht Probleme aus. Diese werden aber gezielt mit einer strikten Anti-Diskriminierungs-Gesetzgebung bekämpft. 5
Konflikte können hierbei entstehen, wenn Zuwanderer bestimmte Wertvorstellungen in einem neuen Land ablehnen und nach den alten Wertevorstellungen, aus dem Land, aus welchem sie geflohen sind, weiterleben. Folglich kommt es dadurch dann zu kulturellen Unterschieden, welche ein gewisses Konfliktpotential mit sich führen können. Durch Meinungsverschiedenheiten kann es zum Beispiel zu Auseinandersetzungen kommen, welche meist in Diskriminierung enden, da die natürlichen Bewohner durch Faktoren, wie Ignoranz oder Widerwillen, die Migranten nicht dulden wollen, da sie sich anders kleiden und dementsprechend auch anders leben. Dieses Problem findet man vor allem bei Muslimen vor, welche sehr fundamentalistisch denken und von ihren Frauen fordern, dass sie sich auf der Straße verschleiern und eine Kopfbedeckung tragen. Zudem kommt hinzu, dass viele Muslime sehr menschenverachtend über ihre Frauen denken und so etwas vor allem in Europa stark kritisiert wird und zum Teil eben leider auch nicht geduldet, was sich dann in vermehrtem Fremdenhass wieder spiegelt. Für die Kritiker ist es ein Symbol der Unterdrückung und des Hasses. Die Muslime wollen sich damit den Frauen überordnen und ihre Wertvorstellungen wahren. Sollte man allerdings eine solche Fremdenpolitik speziell in Deutschland zu lassen, dann könnte dies zu einer vermehrten Terrorismusgefährdung führen. Dies wiederum würde eine hohe Gefahr für die innere Sicherheit des Landes darstellen und die Angst gegen Ausländer und den Hass gegen andere Wertevorstellungen der Deutschen weiter schüren.
So findet man auch in Deutschland häufige Kritiken, wie z.B. von der Integrationsbeauftragten des Bundestages Maria Böhmer im Oktober 2006 an der heutigen „Mulitkulti-Gesellschaft“ in Deutschland. Sie kritisiert hierbei, dass es zu Parallelgesellschaften führen würde, welche nicht dem Werte – und Gesellschaftsmodell des Grundgesetzes entsprechen würden und räumte ein, dass diese Idee zur Integration von Ausländern vollkommen gescheitert sei. 6

3 Immigration in Deutschland

Geschichtlich gesehen kommt die Migration in Deutschland erst in den 60er Jahren richtig auf. Mit dem Inkrafttreten des Grundgesetzes im Jahre 1949, welches auch das Asylrecht enthält, werden Grundlagen für den Zuzug von Ausländern nach Deutschland geschaffen. In den folgenden Jahren werden viele Anwerbeabkommen mit anderen Staaten Europas geschlossen, um eine höhere Arbeitskräfterekrutierung zu gewährleisten. Dies waren Länder, wie Italien, Spanien, Griechenland, Türkei, Portugal und einige nordafrikanische Staaten. Durch den Mauerbau im Jahre 1961 wurde ein großer Schnitt des Zustroms von Menschen aus der DDR verzeichnet. Am 10.9.1964 wird der ein millionste Gastarbeiter in Köln herzlich empfangen. 7
Der Grund, weshalb hunderttausenden von Gastarbeitern nach Deutschland gelockt wurden lag darin, dass das Land zu dieser Zeit eine sehr günstige Wirtschaft zu verzeichnen hatte. Zuerst war dieser Zuwachs zur Verbesserung der ökonomischen Situation gesehen, später jedoch kam es in den meisten Fällen zu einer festen Ansiedlung. Ebenfalls hinterließ die Zuwanderung tiefere kulturelle Einschnitte, vor allem in Teilen der Gastronomie, wo heute zum Beispiel noch Pizzaläden oder Dönerstände vorzufinden sind. 8
Der Trend der Zuwanderung ist heute ebenfalls immer noch sehr aktuell, wie der Stand vom Wiesbadener Bundesamt vom 06.07.2006 berichtet, kam es im Jahr 2005 zu einem Wanderungsüberschuss von 79000 Personen. Das heißt dementsprechend umgerechnet, dass im Jahre 2005 insgesamt ca. 707000 Menschen nach Deutschland gezogen bzw. auch eingewandert sind. Allerdings war hierbei auch die Zahl der Fortzüge aus Deutschland sehr hoch. Allerdings sind diese Zahlen auf jeden Fall niedriger als in den Vorjahren, aber immer noch so hoch genug, dass man sagen kann, dass der Trend aus den 60er Jahren auch heute noch stark anhält. 9
Trotzdem liegt Deutschland gegenüber anderen Ländern Europas mit seiner Einwanderungspolitik deutlich zurück, indem es kaum eine Konkurrenz darstellt. Ein fehlendes selektives Modell führt zu keinem Erfolg bei dem Heranschaffen von ausländischen Fachkräften. Dagegen überwiegt die Einwanderung von vermehrten Geringqualifizierten nach Deutschland. 10

3.1 Illegale Migration in Deutschland

Natürlich ist klar, dass die illegale Migration unerlaubt und ohne jegliche Regelungen stattfindet. Da diese Art der Einwanderung rechtliche Regelungen verletzt, werden diese auch verfolgt und dementsprechend bestraft. Hierbei muss der Fall aber erst zur Anzeige gebracht werden. Folgliche Tatbestände aus solcherlei Aktionen sind meist Schwarzarbeit und Steuerhinterziehungen, welche ebenfalls verfolgt und bestraft werden können.
Zur besseren Unterscheidung, erkläre ich hier noch mal die Kriterien, welche notwendig sind, damit man entscheiden kann, dass es sich nicht um eine reguläre Migration handelt. Die betreffenden Personen besitzen hierbei keinerlei Papiere, welche sie zur Einreise in die Bundesrepublik Deutschland berechtigt bzw. gilt dies auch, wenn die Papiere abgelaufen und somit ungültig sind, oder sogar gefälscht wurden sind. 15
Eine Übersicht über die Zahlen der illegalen Einwanderung und deren Strafanzeigen zwischen 1992 bis 1996 liefere ich in Anlage 2.

3.1.1 Geltender rechtlicher Status in Deutschland

Um eine Einwanderung in Deutschland besser gewährleisten zu können, werden Einwanderer in Gruppen unterteilt, welche in folgende zu unterteilen sind: Spätaussiedler (Einwanderer nach der Regelung von 1953), Unionsbürger (EU Angehörige nach dem Freizügigkeitsgesetz), Arbeitsmigranten (Einwanderer aus Drittstaaten nach dem Aufenthaltsgesetz), Asylsuchende (Flüchtlinge nach den Artikel 16a des Grundgesetzes), illegale Einwanderer ohne regulären Aufenthalt, Familienangehörige von in Deutschland lebenden Personen und Studenten.
Bei Familienangehörigen ist laut dem Zuwanderungsgesetz die Einwanderung entsprechend dem Nachzugsalter geregelt. Dieser Nachzug soll laut dem Familienbericht der Bundesregierung aus dem Jahre 2000 zeitlich gesehen, so kurz wie möglich danach erfolgen und zudem durch Projekte gefördert und stabilisiert werden. 11

3.1.2 Zuwanderungsgesetz

Es regelt an erster Stelle die Zuwanderung und hält diese in Grenzen. Es regelt außerdem den Aufenthalt und die Integration von Ausländern und EU – Bürgern.
Zum Anfang möchte ich erstmal die Begrifflichkeit dieses Gesetzes selber klären. Hierfür ist wichtig, dass man weiß, dass hierzu die Einwanderung, die Übersiedlung und die Zuwanderung selbst zählen. Das Zuwanderungsgesetz wurde am 1. Januar 2005 vom Bundestag in Kraft gesetzt. In den vorhergehenden Jahren wurde das Gesetz heftig diskutiert, da es auch entsprechende Maßnahmen zur Duldung von illegalen Einwanderern vorsah. Hierzu habe ich ja schon bereits in 3.1 entsprechende Informationen geliefert.
Die wichtigsten beiden Artikel des Zuwanderungsgesetzes sind im Grunde genommen die ersteren beiden: das Aufenthaltsgesetz, welches die Dauer des Aufenthaltes von Drittstaatlern regelt und die Freizügigkeit von Unionsbürgern, welches den Aufenthalt von Bürgern der EU regelt.
Die Artikel 3 bis 12 enthalten Grundlagen über das Asylverfahrens-, Staatsangehörigkeits-, Bundesvertriebenen – und Asylbewerberleistungsgesetz. Auf diese möchte ich hier aber nicht näher eingehen, da diese keine direkte Verbindung zum Thema der Einwanderung aufweisen. 12
Lieber gebe ich hier noch einige Informationen zum Gesetz selber. Wie schon bereits erwähnt, umfasst das Gesetz einen so genannten Aufenthaltstitel. Dieser ist automatisch mit einer Niederlassungserlaubnis für den Ausländer behaftet, welche in eine befristete und eine unbefristete unterschieden wird. Die Wahl der Entscheidung richtet sich nach verschiedenen Kriterien, wie die Art der Ausbildung, die Arbeitstätigkeit, den Familiennachzug und anderen Gründen aus humanitärer Sicht gesehen. Hierbei ist für Leute mit einer Hochqualifizierten Ausbildung, welche z.B. Wissenschaftler und Computerfachleute betrifft, eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis von Anfang an sicher. Ebenfalls ist auch für Ausländer eine Sonderregelung geschaffen worden, welche ihnen einen Aufenthalt von bis zu einem Jahr, nach der Beendigung ihres Studiums, zusichert. Dies stellt demzufolge einen großen Nachteil gegenüber schlechter qualifizierten Arbeitern dar, welche ein Anwerbestopp von der Bundesrepublik nach einem gewissen Zeitraum des Aufenthaltes erhalten.
Flüchtlinge erhalten in Deutschland laut diesem Gesetz immer ein Recht zum Aufenthalt in unserem Land, sei es aus politischen Gründen oder aus Humanitären. Zudem wurde auch der Fall des Kindernachzuges eindeutlich geklärt. So können Kinder, deren Eltern nach Deutschland übergesiedelt sind, ihnen bis zur Vollendigung ihres 18. Lebensjahres folgen.
Um gezielt zur Integration mit beizutragen, werden von der Regierung staatliche Sprach- und Integrationskurse organisiert. Wer diesen Kursen fern bleibt, riskiert seine Aufenthaltserlaubnis zu verlieren und weniger Sozialhilfe zu bekommen.
Inbegriffen sind auch gesonderte Rechte für EU – Bürger, welche keinerlei zusätzlicher Aufenthaltsgenehmigung bedürfen. Ob ein Ausländer in Deutschland arbeiten darf, regelt das Asylrecht. Nach drei Jahren wird dieses immer wieder neu überprüft, ob die jenige Person noch aktiv im Arbeitsleben beschäftigt ist. Zudem werden bei Spätaussiedlern schon grundlegende Sprachkenntnisse vorausgesetzt. Die letzte Regel bezieht sich auf die Gefahr des Terrorismus. Dieser ist hier so geregelt, dass Ausländer, welche als gefährlich eingestuft werden sofort einer „Abschiebeanordnung“ vollzogen werden, um die Sicherheit im Staat weiterhin zu gewährleisten. Um diese Anordnung allerdings auszusprechen, muss dem Bund bzw. den entsprechenden obersten Landesbehörden eine „Gefahrenprognose“ gegen diese Person vorliegen, welche sich auf feste Tatsachen stützt. Ausländern, welchen ein Verbrechen zu Last gelegt wird, werden konsequent ohne eine weitere Überprüfung abgeschoben. Hierzu zählen z.B. Härtefälle, wie Menschenhandel, Aufrufen zum Terror, beispielsweise in Moscheen islamischer Religionsgemeinschaften, sowohl direkt Ausführende eines Terroranschlages. 13

3.1.3 Ausländerrecht

Die Aufgabe des Ausländerrechtes ist es, Einreise und Aufenthalt von Nicht-Staatsangehörigen zu regeln. Hierbei gehören aber nur Regelungen dazu, welche die Staatsangehörigkeit umfassen. Deshalb zählt es auch als Teil mit zum Sonderordnungsrecht. 14
Das Gesetz unterscheidet sich nach Aufenthaltsdauer und Aufenthaltszweck. Daraus ergibt sich folgende Definition: „Das Ausländergesetz benennt die Aufenthaltsgenehmigung als Oberbegriff für die verschiedenen Formen der aufenthaltsrechtlichen Titel, die zur Einreise und zum Verbleiben im Bundesgebiet berechtigen.“ (§5 AuslG) [vgl. Roland Kugler, 2000, Seite 15]
Das Gesetz enthält seit dem 1. Januar 1991vier verschiedene Arten der Aufenthaltsgenehmigungen. Das ist die Aufenthaltserlaubnis, dessen Dauer befristet und unbefristet sein kann. Und das sind die Aufenthaltsberechtigung, die Aufenthaltsbewilligung und die Aufenthaltsbefugnis. Unter dem Aufenthaltsgesetz versteht man außerdem „das allgemeine Gesetz zur Gefahrenabwehr auf dem Gebiet des Ausländerrechts für Drittstaatsangehörige“ [vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Ausl%C3%A4nderrecht: Die nationalen Rechtsquellen des Ausländerrechts] 16

3.1.4 Politische Debatten über Entscheidungen für die Zukunft und Verbesserungsvorschläge

Wenn man die Debatten über die Einwanderungspolitik in der Vergangenheit betrachtet, bemerkt man, dass diese noch gar nicht so lange zurückliegen. Deutschland hat in den letzten Jahren sehr stark von der überschüssigen Einwanderung profitiert. Dies wird natürlich auch in Zukunft weiterhin so anhalten. Wir dürfen hierbei aber nicht nur den Vorteil sehen, dass sie hier herkommen, um zu leben und zu arbeiten und somit der Wirtschaft einen Aufschwung zu gewährleisten. Es müssen auch die Weltoffenheit und die Pluralität mit einbezogen werden. Sehr wichtig ist hierbei aber auch, dass nicht nur die Einwanderungsgesellschaft Deutschland ausgebaut wird, sondern auch das Europa als ein Ganzes mit einbezogen wird. Da hier teilweise schon Abschottungen gegen die Einwanderung zu erkennen sind, müssen diese zusammen in Angriff genommen und verhindert werden. Da ansonsten die Einwanderungspolitik als ein Deckmantel für die gewollte Zuwanderungsbegrenzung verwendet werden könnte. Hierbei droht vor allem die Gefahr, dass Toleranz und Offenheit der Bevölkerung, dem Misstrauen gegenüber Fremden zum Opfer fallen, welche z.B. aus der Angst vor erneuten Terroranschlägen entstehen könnten. 17
Um dies alles verbessern zu können, müssen der Gesellschaft europaweit genauere Informationen über die Migration zugespielt werden. Hierbei muss aber jeder Verantwortliche etwas zum Gesamtgeschehen mit beitragen. Dies fängt bei den Politikern an, in dem sie der Gesellschaft das Bild der Migranten positiv herüberbringen müssen. Beinhalten sollten diese Traditionen und Sitten der Leute, sowie Statistiken und zuverlässliche Daten über die Einwanderung in Deutschland. Zudem tragen sie Verantwortung dafür, dass das Bild der Ausländer in den Medien nicht verzerrt werden sollte und diese nicht als Verbrecher dahin gestellt werden sollten. Transparenz und Information werden dabei mit dazu beitragen. Zudem sollte sich auch die Kirche mit geeigneten Programmen integrieren und Solidarität und gegenseitigen Respekt fördern. 18
Um all diese Fakten durchsetzen zu können, muss sowohl etwas in den Bereichen des Multikulturalismus, der Bekämpfung des Rassismus, der Integration und der Asyl – und Ausländergesetzgebung getan werden. Somit ist in Deutschland mit einer liberalen Einwanderungspolitik das Ideal noch nicht erreicht. Um ein noch besseres Zusammenleben zu organisieren, müssten die Grenzen des Nationalstaates geöffnet werden, um einen besseren Anschluss und eine idealere Organisation zu bieten. Dies sollte allerdings Schritt für Schritt passieren, damit sich die Einwanderungspolitik in einem langsamen Prozess zum nationalen Raum hinarbeiten kann. 19

3.2 Legale Migration in Deutschland

Um nach Deutschland legal einwandern zu können, benötigt der jenige Einwanderer ein so genanntes Einreisevisum, welches er über die Einwanderungsbehörde zugesprochen bekommt. Dieses gewährt ihm dann ein Aufenthaltsrecht in Deutschland. Hierbei muss aber nicht jedem dieses Recht zugesprochen werden. Es kann ebenfalls auch genauso gut verweigert werden. Dieses kann dann von verschiedenen Faktoren abhängig sein, wie z.B. einer kriminellen Vorgeschichte und wegen des Verdachtes auf Terrorismus. Sollte sich diese betreffende Person dann dennoch im Land aufhalten, dann fällt das unter illegale Migration, wie bereits im Punkt 3.1 beschrieben. 20

3.2.1 Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsrückgang in Deutschland – Wohin wird sie uns führen und werden die Deutschen aussterben?

Im Gegenteil zum drastischen Bevölkerungswachstum in Deutschland im vergangen Jahrhundert, wird es in Zukunft zu einem Ende dieses Wachstums kommen. Der Grund hierfür ist die Überalterung der Leute, welche in einigen Regionen schon sichtbar ist und sich im 21. Jahrhundert durch eine drastische Bevölkerungsschrumpfung bemerkbar machen wird. Dies ist darauf zu schlussfolgern, dass sich die durchschnittliche Lebensspanne in den kommenden Jahren erheblich steigern wird und die Geburtenrate dagegen aber in Zukunft drastisch sinken wird. Somit erwarten Wissenschaftler, dass die Anzahl der über 60 jährigen in den nächsten 40 Jahren um 15 bis 20 Prozent ansteigen wird.
Zudem kommt hinzu, dass es in Zukunft weniger potentielle Eltern geben wird, welche auf die niedrigen Geburtszahlen der Vergangenheit zurückzuführen sind. Auch wenn dies durch familienpolitische Maßnahmen und einem größeren Angebot an Kinderbetreuung zu bekämpfen versucht wird, wird sich dies trotzdem nicht mit der rasch schrumpfenden Elternanzahl decken. Zusätzlich wird auch die Zahl der Sterbefälle zu nehmen, da die Zahl der älteren Menschen bis 2045 zu nehmen wird. Zudem sind unter diesen auch viele Kriegsüberlebende zu erwarten. Somit könnte zwischen Geburten und Sterbefällen eine Art „Lücke“ entstehen, welche aber auch nicht mehr durch die Zuwanderung, wie in der Vergangenheit ausgeglichen werden kann. Diese wird in Zukunft nicht mehr geregelt verlaufen und zum Alltag gehören, sondern sich nur noch an Angebot und Nachfrage des Marktes orientieren. Somit ist es unvermeidlich, dass in Deutschland mit sinkenden Einwohnerzahlen zu rechnen ist.
Die Deutschen werden deshalb nicht aussterben, aber trotzdem belegen die Zahlen, dass bis zum Jahr 2050 Bevölkerungsrückgang um bis zu 23 Millionen Menschen zu erwarten ist. Hierbei wurde von Zu – und Abwanderung schon abgesehen. Diese Zahl gilt alleine für die innerdeutsche Entwicklung. Diese Zahlen werden dazu führen, dass bei schwindender Netto – Zuwanderung vor allem in den Bereichen der Güterproduktion und der Dienstleistungen drastische Einbußen an Personal zu erwarten sind. Dies liegt unter anderem auch daran, dass das Haupterwerbsalter in den nächsten Jahrzehnten drastisch ansteigen wird und schwerere Arbeiten in diesen Sektoren somit wegfallen werden. 21

3.2.2 Aktuelle Situation der Arbeitsplätze in Deutschland – Nehmen uns Ausländer unsere Arbeitsplätze weg?

Zuvor strömten viele Gastarbeiter nach Deutschland, welche vom Staat eingeladen wurden, aber auch dringend benötigt wurden, um eine stabile Wirtschaft aufzubauen. Nun in der Moderne kommen mit der Globalisierung ebenfalls immer noch sehr viel Ausländer nach Deutschland, seien es nun spezielle Arbeiter oder Leute, welche nach einem besseren Lebensstandard streben. Nun ist dem aber heute nicht mehr so, weil vor allem viele Ausländer neue Arbeitsplätze durch neu gegründete und erfolgreiche Unternehmen schaffen. Alleine türkisch stämmige Arbeitgeber erwirtschaften insgesamt einen Jahresumsatz von bis zu 18 Milliarden Euro. Alleine bis 1992 gründeten sie bis zu 90000 neue Arbeitsplätze. Zudem gibt es in der Gesetzgebung der Europäischen Union eine Regel, dass ein EU-Ausländer eine Arbeitsstelle erst annehmen darf, wenn sich dafür kein EU-Bürger bewirbt. Man kann aber nicht sagen, dass EU-Bürger untereinander konkurrieren, da jeder jederzeit in einem anderen EU-Land nach dem Prinzip der Freizügigkeit arbeiten und leben darf. Man kann sogar sagen, dass Deutschland an die ausländischen Arbeitnehmer gebunden ist, um Engpässe zu überwinden. Dies gilt vor allem in der Gastronomie bei der Spargel – und Weinernte. Zudem muss man betrachten, dass in Deutschland lebende Eingewanderte Bürger von der Arbeitslosigkeit stärker betroffen sind, als stämmige Deutsche. Während ihres Aufenthaltes können sie dieselben Leistungen wie Deutsche beziehen und erhalten auch die gleichen Versicherungsbeiträge. Insgesamt gesehen, geben die Ausländer dem Gemeinwesen mehr an Abgaben, als sie selber an öffentlichen Leistungen erhalten. 22
Somit ergibt sich, dass Ausländer uns weder die Arbeitsplätze wegnehmen, noch mit ihrer Anwesenheit in unserem Land etwas böses wollen. Sie leisten wie alle deutschen Bürger Abgaben in Form von Steuern und Versicherungen. Sie zahlen in die Rentenversicherung mit ein. Für ihre Arbeit erhalten sie Gehälter, Löhne oder andere Zuschüsse, welche sie ebenfalls mit versteuern müssen. Somit bleibt das Geld auch im Inland und geht nicht ins Ausland und Ausländer tragen im Allgemeinen mit zum Wohle unserer Wirtschaft und Gesellschaft bei. 23

4 Quellenverzeichnis
1 vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Einwanderung: Einwanderung
² vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Einwanderung: Einwanderung in verschiedene Länder
³ vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Ausl%C3%A4nderintegration: Integration (Soziologie)
4 vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Multikulturelle_Gesellschaft: Multikulturelle Gesellschaft
5 vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Multikulturalismus: Ideologische Vorstellungen
6 vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Multikulturelle_Gesellschaft: Kritik an der multikulturellen Gesellschaft
7 vgl. http://www.zuwanderung.de/1_zeitstrahl.html: Zeitstrahl
8 vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Einwanderung: Immigration in die Bundesrepublik Deutschland
9 vgl. http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,,OID5689660_REF1,00.html: Immer mehr Menschen kehren Deutschland den Rücken
10 vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Einwanderung: Immigration in die Bundesrepublik Deutschland
11 vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Einwanderung: Rechtlicher Status in Deutschland
12 vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Zuwanderungsgesetz: Zuwanderungsgesetz, Begrifflichkeit
13 vgl. http://www.faz.net/s/Rub28FC768942F34C5B8297CC6E16FFC8B4/
Doc~ECC88ADBC779F433B8C4D976D25DE9D97~ATpl~Ecommon~Scontent.html: Das Einwanderungsgesetz im Überblick
14 vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Ausl%C3%A4nderrecht: Ausländerrecht
15 vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Unerlaubte_Migration: Unerlaubte Migration, Rechtssituation in der Bundesrepublik Deutschland
16 Kugler, Roland: Ausländerrecht. Göttingen 2000, S. 15
17 vgl. http://www.gruene-jugend.de/aktuelles/beschluesse/1787.html: Leitantrag Einwanderung
18 vgl. http://www.cec-kek.org/CCMEdeut/ccmeimmigrationg.htm: Schlussfolgerungen
19 vgl. http://www.gruene-jugend.de/aktuelles/beschluesse/1787.html: Perspektive
20 vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Migration_%28Soziologie%29: Migrationspolitik
21 vgl. http://www.kommunale-info.de/index.html?/infothek/1959.asp: Demographischer Wandel – Zukünftige Bevölkerungsentwicklung in Deutschland
22 vgl. http://www.loester.net/fakten1.htm: Die Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg
23 vgl. http://www.loester.net/fakten1.htm: Ausländer leben auf unsere Kosten und schaffen das Geld in ihr Heimatland

5 Literaturverzeichnis

Bücher:

- u.a. Blumöhr, Fritz/Brügel, Peter/Handwerger, Manfred: Die Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland. Bamberg: C.C. Buchners Verlag 1. Auflage 1999
- Kugler, Roland: Ausländerrecht – Ein Handbuch. Göttingen: Lamuv Verlag 4. Auflage 2000

Internetquellen:

http://www.cec-kek.org

http://www.faz.net

http://www.gruene-jugend.de

http://www.kommunale-info.de

http://www.loester.net

http://www.tagesschau.de

http://www.wikipedia.org

http://www.zuwanderung.de

6 Selbstständigkeitserklärung

Hiermit erkläre ich, dass ich die vorliegende Arbeit selbstständig und ohne fremde Hilfe verfasst und keine anderen Hilfsmittel, als angegeben verwendet habe. Insbesondere versichere ich, dass ich alle wörtlichen und sinngemäßen Übernahmen aus anderen Werken als solche kenntlich gemacht habe.

Ort:
Datum: Unterschrift:

Anlagenverzeichnis

Anlage 1 Seite 1
Anlage 2 Seite 2
Anlage 3 Seite 3
Anlage 4 Seite 4
Anlage 5 Seite 5
Anlage 6 Seite 6
Anlage 7 Seite 7
Anlage 8 Seite 8
Anlage 9 Seite 9
Anlage 10 Seite 10

Anlage 1
Hass-Angriff auf zwei Ausländer
PRENZLAU –
Nach einem fremdenfeindlich motivierten Angriff auf zwei Ausländer in Prenzlau (Brandenburg) ist gegen einen 23-Jährigen Haftbefehl wegen versuchten Mordes ergangen. Der Rechtsextreme soll am 20. April einen Inder zusammengeschlagen und zuvor einen Südamerikaner attackiert haben.
dpa
erschienen am 28. April 2007

Zeitungsbericht über einen Angriff auf Ausländer von einem Deutschen.
Quelle: http://www.abendblatt.de/daten/2007/04/28/732418.html

Anlage 2

Übersicht über die Zahlen der illegalen Einwanderung mit Strafanzeigen in Deutschland zwischen 1992 und 1996.
Quelle: http://library.fes.de/fulltext/asfo/00763007.htm

Anlage 3

Übersicht über die Entwicklung der ausländischen Bevölkerung in Deutschland zwischen 1961 bis 2003.
Quelle: http://www.focus-migration.de/Deutschland.1212.0.html

Anlage 4

Übersicht über die Saisonarbeiter in Deutschland im Jahr 2003. Sortiert nach ihren Herkunftsländern.
Quelle: http://www.focus-migration.de/Deutschland.1212.0.html

Anlage 5

Ausländische Arbeitnehmer in Deutschland zwischen 1993 bis 2003. Sortiert nach ihren Berufen.
Quelle: http://www.focus-migration.de/Deutschland.1212.0.html

Anlage 6

Übersicht des Aussiedlerzuges in Deutschland zwischen 1950 bis 2004. Sortiert nach Herkunftsländern.
Quelle: http://www.focus-migration.de/Deutschland.1212.0.html

Anlage 7

Übersicht über gestellte Asylanträge in Deutschland zwischen 1995 bis 2004.
Quelle: http://www.focus-migration.de/Deutschland.1212.0.html

Anlage 8

Übersicht der ausländischen Bevölkerung in Deutschland nach Geschlecht im Jahr 2003.
Quelle: http://www.focus-migration.de/Deutschland.1212.0.html

Anlage 9

Übersicht der ausländischen Bevölkerung in Deutschland im Jahr 2003. Sortiert nach der Staatsangehörigkeit.
Quelle: http://www.focus-migration.de/Deutschland.1212.0.html

Anlage 10

Übersicht der Einbürgerungen von Ausländern nach Deutschland in den Jahren 1995 bis 2003. Sortiert nach der vorherigen Staatsangehörigkeit.
Quelle: http://www.focus-migration.de/Deutschland.1212.0.html

Funsport

Funsportarten

Was bewegt Menschen dazu und was gibt es alles für Funsportearten? Ist es einfach nur die Lust an Abenteuer und Angst? Es gibt viele solcher Funsportatren. Ein paar möchte ich näher erläutern. Funsportarten kann man sowohl in der Luft als auch im Wasser oder auf dem Boden ausüben.
Bei einem Taxibob kann man z.B schon mal eine Geschwindikeit von 120km/h erreichen und mit einem Bob Raft 70km/h. Beim Bobfahren (dieser fährt auf Kufen, wie bei einem Schlitten oder Schlittschuhen) fährt man durch einen holprigen Eiskanal.
Weniger gefährlich ist dagegen das Ballonfahren. Hier steht man in einem Korb der an einem großen Ballon befestigt ist. In den Ballon wird Gas geblasen. Der Ballon steigt in die Höhe und kann bei schönem Wetter eine schöne Aussicht genießen. Aber Achtung, dies ist NUR für schwindelfreie geeignet.
Eine weitere Funsportart ist das Rafting. Hier sitzt man in einem stabilem Schlauchboot und saust starke Stromschnellen hinunter. An so einer Raftingtour können 12-20 Leute teilnehmen. Für so eine Tour braucht man viel Kondition und Mut.
Triathlon, eine der gesündesten Sportarten verlangt ihren Teilnehmern alles ab. Diese müssen 3,8km schwimmen, 180km Rad fahren und 42,195km laufen.
Beim Fallschirmspringen, springt man bei 4000m Höhe aus einem Flugzeug und fällt in Richtung Erde mit 50m/s. Der freie Fall beträgt etwa 70sec. Bei 1000m beginnt die Gleitfase die noch mal ca. 3,5 min dauert. Ein Zeitungsausschnitt lautete: ,,Eine offene Flugzeugtür und sonst nichts. Dahinter eine Hölle mit dem Namen Angst. Doch wer die Angst besiegt, verfällt schnell dem Rausch der Tiefe.“
Beim Paragleiting ist man an einem Schirm befestigt und springt von einem hohen Punkt aus ab. Einen Schnupperkurs kann bereits schon für 75 Euro erwerben. Nach eineigen theoretischen Grundlagen und den ersten praktischen Anlaufversuchen sind bereits erste Erfolge im Freiflug zu sehen. Beim Drachenfleigen geht es da weniger ums gleiten, wie beim Paragleiting, sondern um das fleigen.
Skiboarding ist zu vergleichen mit Skifahren, nur das die Boards relativ klein sind (70 und 99cm). Doch wenn man erst mal den Dreh raus hat kann man den Spaßfaktor voll auskosten. Diesen Sport kann man leider nur im Winter ausüben.
Ein Sommersport dagegen ist das Surfen. Hier steht man auf einem Surfbrett und versucht auf bzw. unter den Wellen durchzusurfen. Falls man doch mal unter einer Welle begraben wird einfach Richtung Licht schwimmen oder den aufsteigenden Luftblasen.
Eine weitere Sommersportart ist Wasserski. Hierbei steht man auf 2 Skiern und hält sich an einem Seil fest das an einem Motorboot befestigt ist.
Wakeboarding ist mit Wasserski eng verbunden.Doch nicht nur die Form der Skier sondern auch das damit verbundene Handling machen den kleinen Unterschied.
Als letztes möchte ich noch das Bungeespringen erläutern. Dies ist nur eine Sportart für Leute die sich viel zutrauen. Man sollte sich nicht zu sehr hinein steigern sonst gerät man schnell in Panik. Hier lautet die Devise: Augen zu und durch!!! Doch bevor man den Sprung in die Tiefe wagt sollte man überprüfen ob es sich bei dem Veranstalter um eine Firma oder Privatleute handelat, ob die Anlage TÜV geprüft ist und ob es ein zusätzliches Sicherungsseil gibt.

Die Beweggründe sind in den meisten Fälle einfach das Verlangen nach Angst und an die körperlichen und geistigen Grenzen zu gelangen.

Wörter: 532
Carolin Hölzer Klasse 8/4

Gene & Gentechnik

1. Gene

1.1. Definition und Erläuterung
Ein Gen ist ein Abschnitt auf der DNA, der die Informationen eines Eiweißes enthält. Das Leben auf der Erde beruht auf den Bau und die Funktion von Eiweißen. Man unterscheidet hierbei in Struktur- und Funktionseiweiße. Grundbausteine der Eiweiße sind die 20 verschiedenen Aminosäuren, diese können zu tausenden verknüpft sein. Die Funktion und Eigenschaften eines Eiweißes werden durch die Anzahl und Reihenfolge der Aminosäuren in der Kette bestimmt. Allgemein werden Gene als Erbanlage bezeichnet, da sie die Träger von Erbinformation sind, die durch Reproduktion an die Nachkommen weitergegeben werden.
1.2. Aufbau

Den Träger der Information, die von einer Zelle benötigt wird, um ein bestimmtes Protein zu produzieren, nennt man ein Gen. Es besteht aus zwei Einzelsträngen die sich gegenseitig zu einer Doppelhelix umwinden. Jeder dieser Einzelstränge besteht aus drei Grundbausteinen: das Zuckermolekül  die Desoxyribose mit 5 C-Atomen (verbunden mit organischen Basen: Adenin, Cytosin, Guanin, Tymin)  die Phosphorsäuremoleküle. Daraus ergibt sich das Nukleotid, welches bestehend ist aus: Desoxyribose (Zucker), org. Base und Phosphormoleküle. Die zwei Einzelstränge sind verbunden mit einer komplementären Basenbindung, dabei ist zu Beachten das die Verbindung nur zwischen Adenin und Tymin und Guanin und Cytosin möglich ist. Außerdem verhalten sich die zwei Einzelstränge Antiparallel, d.h. ein Strang enthält die genetische Information und der 2. Strang ist das komplementäre Abbild dazu. Die gesamte DNA einer Zelle wird auch Genom genannt. Das Genom als ganzes enthält die komplette Information, die zur Entwicklung eines Lebewesens notwendig ist. Die Art der Information eines Abschnittes der DNA wird durch die Abfolge – die sogenannte Sequenz – der vier Bausteine bestimmt.

1.3. Bedeutung

Die Entdeckung der Gene als Informationsträger der Erbsubstanz haben alle Wissenschaften auf eine grundlegende Art verändert. Gene steuern mittelbar oder unmittelbar alle Funktionen in Lebewesen. Die Kenntnis der Gene und der Umsetzung der in ihnen enthaltenen Informationen sind daher der Schlüssel zum Verständnis des Lebens.

- 1 -

2. Gentechnik

2.1. Definition und Erläuterung

Definition:

Die Gentechnik ist ein Teilbereich der Biotechnologie. Begriff für verschiedene molekularbiologische Techniken, die ermöglicht DNA-Stücke unterschiedlicher Herkunft neu zu kombinieren und in geeigneten Wirtszellen zu vermehren.
Die Gentechnik ist ein Verfahren zur gezielten Veränderung des Erbguts von Organismen.

Die bei Pflanzen angewandte Gentechnik bezeichnet man als „Grüne Gentechnik“.
Die Gentechnik bei Mensch und Tier wird „Rote Gentechnik“ genannt.

Erläuterung:

Genauer beschäftigt sich die Gentechnologie oder Gentechnik mit der Verknüpfung von Nukleinsäure-Molekülen zu neuen, vermehrbaren Molekülen, die Einführung solcher Moleküle in einen Empfängerorganismus und die Vermehrung der neukombinierten Moleküle in diesem Organismus. Zunächst wird die DNA eines Spenderorganismus isoliert und in Teilstücke in verwendbarer Größe zerlegt. Danach muss ein geeigneter Vektor (Plasmide aus Bakterienzellen – kleine, ringförmige DNA-Moleküle, für die Übertragung der Spender-DNA in eine Wirtszelle) isoliert werden. Die Vektor-DNA und die Spender-DNA werden zusammengebracht und ein Stück der Spender-DNA wird von der Vektor-DNA aufgenommen. Danach überträgt man die im Vektor neukombinierte DNA in die Zellen eines geeigneten Empfängerorganismus und vermehrt die Zellen mit der neuen genetischen Information. Die Zellen des Empfängerorganismus stellen dann z.B. ein Genprodukt (z.B. ein Protein) her. Die entstandenen Organismen nennt man transgene Organismen oder gentechnisch veränderte Organismen (GVO, z.B. gentechnisch veränderter Mais).

2.2. Werkzeuge der Gentechnik

In der Gentechnik gibt es einige Werkzeuge die man benötigt. Hier wichtig zu nennen wären die Restriktionsenzyme (Restrictions-Endonucleasen), die als Bakterien bekannt sind. Es sind Nukleasen (Enzyme) die die DNS spalten können. Jedes Restriktionsenzym erkennt eine spezifische DNA-Basensequenz. Nach ihren Eigenschaften unterscheidet man drei Typen:

Typ I schneidet die DNA an einer zufälligen Stelle weit von der Erkennungssequenz entfernt. Hierbei wird ATP benötigt, um eine Methylgruppe von S-Adenoyl-Methionin zu transferieren.

Typ II schneidet die DNA innerhalb der Erkennungssequenz. Hierbei wird kein ATP benötigt kein ATP, da es keine Methyltransferase-Aktivität hat.

Typ III schneidet die DNA etwa 20 bis 25 Basenpaare von der Erkennungssequenz entfernt. Hierbei wird ATP benötigt, um eine Methylgruppe von S-Adenoyl-Methionin zu transferieren.

Unten sind verschiedene Abbauergebnisse unter Einwirkung eines bestimmten Restriktionsenzyms abgebildet:

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Ein zweites wichtiges Werkzeug der Gentechnik ist die Ligase. Hierbei können sich die DNS-Fragmente mit ‘sticky ends’ aufgrund ihrer ‘klebrigen Enden’ über Wasserstoffbrücken zu längeren Stücken aneinander lagern. Diese zusammengesetzten Fragmente sind jedoch hitzeempfindlich und können bei Temperaturerhöhung wieder auseinanderfallen.

Zwei DNA-Fragmente mit den gleichen sticky ends können sich aneinander lagern.

Bei den Pfeilen sind die Nukleotide noch nicht fest verbunden.

Die Ligase hat die DNA-Fragmente kovalent verknüpft.

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Das Enzym Ligase kann jedoch die aneinanderstoßenden Enden der ‘Holme’ der ‘DNS-Leitern’ fest verbinden, so dass sie bei Temperaturerhöhung nicht mehr getrennt werden können. Die Enden der DNS-Fragmente werden durch die Ligase kovalent miteinander verknüpft, so dass stabile Moleküle entstehen.
Ein drittes Werkzeug, welches hier zu nennen wäre, sind die Vektoren. Vektoren sind Vehikel, mit denen man gentechnisch Erbinformation von einer Zelle in eine andere überträgt.
Dabei greift man meist wieder auf aus der Bakterien-Genetik  bekannte Mechanismen zurück.

2.3. Gentechnische Verfahren

Gentechnische Verfahren ermöglichen den genetischen Austausch zwischen unterschiedlichen, auch biologisch entfernten Organismen, der in der herkömmlichen Züchtung aufgrund von Artschranken nicht möglich ist.

Die Pflanzengentechnik hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Erstmals wurde 1984 eine Arbeitsmethode veröffentlicht, die das Integrieren fremder DNA in das Erbgut von Pflanzen ermöglichte.

Heutzutage gibt es mehrere Verfahren zur Manipulation von Erbgut (an Pflanzen). Alle Methoden der Pflanzengentechnik laufen nach folgenden Schritten ab:

1. Isolierung des Gens
2. Bildung von Vektoren (biologisch, chemisch oder physikalisch)
3. Vermehrung des Gens
4. Einschließen der DNA in die Pflanzenzellen („Transfektion“)
5. Auslese von transformierten Zellen
6. Bildung transgener Pflanzen

Die Verfahren gehen allgemein viel schneller vonstatten als bei der klassischen Pflanzenzüchtung.
Hier sind 3 wichtige Methoden zu gentechnischen Veränderung von Pflanzen:

a) Gentransfer

Gentransfer ist allgemein der Austausch genetischen Materials zwischen verschiedenen Lebewesen. Es gibt einen horizontalen und einen vertikalen Gentransfer.
Der vertikale Gentransfer ist ein Vorgang, der normalerweise als Kreuzung bezeichnet wird.
Horizontaler Gentransfer ist das Aufnehmen und die Weitergabe von genetischem Material nicht auf einem sexuellen Fortpflanzungsweg auch außerhalb der Artgrenzen.

In der Gentechnik ist Gentransfer die Übertragung von einzelnen Genen von einem Spenderorganismus auf einen Empfängerorganismus.
Bei der Methode ist die Integration der Fremd-DNA nicht zielgerichtet. Ob ein integriertes fremdes Gen den erwünschten Effekt erreicht ist von vielen Faktoren abhängig. Die DNA darf beispielsweise nicht beschädigt sein, doch das ist bei diesem Verfahren nicht immer möglich.

b) Protoplastentransfer

Protoplasten sind Pflanzenzellen ohne Zellwand, sie werden künstlich durch enzymatischen Verdau der Zellwände erzeugt.

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Der Protoplast ist nur von einer Membran umgeben und damit für die Aufnahme von DNA zugänglich. Die Fremd-DNA wird aufgenommen und häufig in das eigene Erbgut (Genom) integriert.
Das Verfahren ist jedoch auf ein paar Pflanzenarten beschränkt, da die Regeneration einer vermehrungsfähigen und vollständigen Pflanze nur bei einigen Arten funktioniert.

c) Ballistische Verfahren

Das direkte Einbringen von DNA in Zellen kann nicht nur durch biologische, sondern auch durch physikalische Mittel realisiert werden.

1985 wurde eine Technik entwickelt, die DNA mit einer sogenannten Genkanone, die wie ein Schrotgewehr funktioniert, in Pflanzenzellen integriert. Dabei werden kleinste Metallkugeln aus Wolfram oder Gold mit DNA beschichtet und mit der Genkanone abgeschossen. Um die Zellwände zu durchdringen wird eine hohe Geschwindigkeit aufgebracht, wobei Zellen die sich in der Schusslinie befinden abgetötet werden. Zellen außerhalb des Zentrums überleben aufgrund der geringen Größe der Metallkügelchen.
Die DNA-Moleküle des anderen Organismus werden in das Erbgut der Pflanze integriert. Zielobjekte können z.B. Blätter sein.

Einige Kulturpflanzen wurden bisher mit dieser Methode transformiert, 1992 gelang beispielsweise erstmalig die Transformation von Weizen.

2.4. Gentechnik bei Pflanzen
2.4.1. Allgemein

Gezielte Erbgutveränderungen bei Pflanzen sind nichts Neues. Von jeher hat der Mensch Pflanzen ausgelesen und gezielt auf bestimmte Eigenschaften gezüchtet. Das jahrzehntelange Kreuzen und Auslesen führte zu den Hochleistungssorten, die wir heute haben. Und lange bevor die Gentechnik neue Möglichkeiten bot, hat man die Züchtung im Labor optimiert, zum Beispiel mit der

2.4.2. Am Beispiel der Zuckerrübe

Die Zuckerrübe gehört zur Familie der Gänsefußgewächse. Der Zucker ist ein bedeutendes Lebensmittel pflanzlicher Herkunft und wird aus Zuckerrüben gewonnen. In der Zuckerrübe werden die Kohlenhydrate der Zellen gespeichert. Der Zuckergehalt in Zuckerrüben beträgt etwa 16-18 %, liegt aber eine Viruserkrankung vor, sinkt er auf unter 10 % ab.

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Die Viruserkrankung, die Zuckerrüben befällt, wird Wurzelbärtigkeit genannt. Die Erkrankung wird durch das Adernvergilbungsvirus, das in dem Bodenpilz vorkommt, ausgelöst. Das Virus kann bis zu 15 Jahre in den Sporen des Bodenpilzes überleben.
Bislang versuchte man, die Zuckerrüben mithilfe von Fungiziden vor dem Virus zu schützen, denn das Virus kann ohne den Überträger nicht überleben. Alternativ erprobte man die Züchtung virusresistenter Zuckerrübensorten durch Kreuzung mit virusresistenten Wildrüben. Die virusresistenten Sorten sind allerdings weniger ertragreich als die infektionsgefährdeten Zuckerrübensorten. Durch konventionelle Züchtung könnten virusresistente Zuckerrüben, die den gleichen Ertrag wie gewöhnliche Sorten bringen würden, gezüchtet werden. Der Züchtungserfolg ist aber sehr zeitintensiv.
Die Pflanzengentechnik eröffnet eine weitere Möglichkeit, virusresistente Zuckerrüben herzustellen: in das Genom der Zuckerrübenzellen wird das Virusgen, das die Information zur Herstellung des Virus-Hüllproteines trägt, eingeschleust. Die Pflanze produziert so selbst das Virus-Hüllprotein in allen Pflanzenteilen, wodurch die Pflanze eine Widerstandsfähigkeit gegenüber der Viruserkrankung besitzt.
Die transgenen Zuckerrüben, die seit 1993 in Deutschland auf Versuchsfeldern angebaut werden, bringen auf den virusbefallenen Feldern normale Erträge. Die gentechnische Veränderung hat keinen Einfluss auf die chemische Zusammensetzung des Zuckers, da die Stoffwechselwege in der Zuckerrübe nicht verändert werden und die hohen Temperaturen bei dem Verfahren der Zuckerherstellung alle Proteine denaturieren.
Die Zuckerrübe ist im Vergleich zu anderen Nutzpflanzen wenig konkurrenzfähig gegenüber Unkräutern, so dass ständig Herbizide eingesetzt werden müssen. Man entwickelt deswegen herbizidresistente Pflanzen.

2.4.3. Ziele der gentechnischen Veränderung von Pflanzen

Die Hauptziele der gentechnischen Veränderung von Pflanzen, vor allem von Nutzpflanzen sind Folgende:

1.Pflanzen gegen Schädlinge und Herbizide resistent machen.
2.Die Qualität der Ernteprodukte steigern und den Bedürfnissen der Menschen (zur Verwendung als Nahrungsmittel) und der industriellen Verarbeitung anpassen.
3.Die Produktivität von Nutzpflanzen quantitativ zu verbessern.
4.Eine Minimierung des Dünger- und Pflanzenschutzmittelverbrauchs in der Pflanzenproduktion.
5.Landwirtschaft in ungünstigen Gebieten durch Nahrungspflanzen mit Resistenz gegen Wassermangel, extreme Wärme, Salz, Trockenheit, Frost, Ozonbelastung und Schwermetallen.

2.5. Risiken der Gentechnik an Pflanzen
2.5.1. Risiken für Menschen

Die gentechnisch veränderten Produkte sind schädlich für den menschlichen Organismus. Es entstehen Risiken für Allergiker, da sie nicht nachvollziehen können, was in einem Produkt enthalten ist. Daraus folgt, dass eine Ernährung entsprechend ihrer Krankheit nicht mehr möglich ist. Ein Beispiel ist das in der Sojabohne enthaltene Paranuss-Gen. So sind Menschen mit einer Nussallergie stark gefährdet, da in ca. 30.000 Produkten Soja enthalten ist.
Dazu kommt, dass die Gentechnik und deren Wirkung auf den menschlichen Körper noch nicht genau erforscht ist. Beispielsweise wurden genmanipulierte Kartoffeln in einer Langzeitstudie an Ratten getestet, bei denen es zu einer Rückbildung und Verkleinerung bestimmter Organe kam.

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2.5.2. Risiken für die Umwelt

Man versucht, dass Pflanzen giftige Stoffe produzieren, die sie vor Schädlingen schützen sollen. Diese Versuche können aber auch unvorhersehbare Gefahren mit sich bringen. Außerdem können durch die Windbestäubung genmanipulierte Pollen auf verwandte Pflanzen übertragen werden. Auch daraus folgen nicht vorhersehbare Entwicklungen der Pflanzen. Es kann zu Mutationen kommen, wenn sich genetisch nicht veränderte und veränderte Pflanzen kreuzen. Dieses Risiko besteht vor allem bei Getreide.
Durch die Veränderung des Erbmaterials der Pflanzen kann es zu einem stark vergrößertem Herbizid- und Pflanzenschutzmitteleinsatz kommen, da die Pflanzen durch die Manipulation resistenter gegen diese Mittel werden könnten.
Durch das Auskreuzen der Pflanzen kann es auch zu einer drastischen Verringerung der Artenvielfalt kommen. Desweiteren erfolgt eine komplette Störung des ökologischen Gleichgewichts durch die gentechnische Manipulation an Pflanzen.

2.5.3. Risiken für Tiere

Die Produktion giftiger Substanzen und Schädlingsbekämpfungsmitteln von Pflanzen kann nicht nur tödliche Auswirkungen auf den bestimmten Schädling haben, sondern auch auf artverwandte Tiere, die nützlich sind. Als Beispiel ist eine Gift produzierende Genmaissorte (hauptsächlich in USA angebaut) zu nennen, welche nicht nur den Maiszünsler, eine Art Motte tötet, sondern auch den harmlosen Monarchenfalter, einen Schmetterling, der die Maisblüten bestäubt. Daraufhin sterben 50% der Falter, nachdem sie mit den Pollen in Berührung gekommen sind.

2.5.4. Risiken für die Wirtschaft

Landwirte könnten abhängig von der Chemieindustrie und deren ertragreichen Pflanzen und den dazu angebotenen Unkrautbekämpfungsmitteln werden.
Folgen davon sind die Monopolbildung und Hochertragssorten, die bestimmte Chemikalien benötigen, die sich Bauern und Landwirte in der 3. Welt nicht leisten können bzw. noch abhängiger machen.

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3. Bewertung der Gentechnik

3.1. Christin’s Haltung

Ich finde Gentechnik ist ein heikles Thema. Es mag Menschen in vielerlei Hinsicht helfen und anderen Dingen Nutzen bringen. Auch wären wir heute nicht auf dem Wissenstand, auf dem wir jetzt sind, wenn es die Möglichkeit nicht gäbe, Gene zu erforschen. Ich denke aber auch, dass Gentechnik genauso viel Schaden anrichten kann. Wenn es entsprechende Gesetze gibt die regeln wie weit in die “Schöpfung” eingegriffen werden darf, kann ich die Gentechnik nicht ablehnen. Man kann sich nicht nur immer die schlechten Dinge heraus picken, nur weil man selber die Neuerungen scheut. Die Menschheit entwickelt sich ständig weiter, immer gab es ein paar Leute die sich neuen Dingen in den Weg stellen wollten, selbst wenn es vielleicht dem Wohle der Mehrheit dient. Die Gentechnik und -forschung ist ein schmaler Grad zwischen Ethik, Notwendigkeit und übertriebenem Forscherdrang. Hier muss man das gesunde Mittelmaß finden können, um Gentechnik vollständig als Vorteil zu sehen.

3.2. Julia’s Haltung

Meiner Meinung nach hat Gentechnik Vor- und Nachteile, deshalb spreche ich mich weder für pro noch für contra aus. Es gibt sicher gute Argumente, die für die weitere Ausbildung und Geldinvestitionen in den Forschungsbereich sprechen, doch auf dem jetzigen Wissensstand sollte die Gentechnik nur in Laboren betrieben werden und sich nicht schon auf Felder usw. ausbreiten, da oft unvorhersehbare Folgen eintreten können. Es können durch die Entwicklung neuer, „besserer“ genmanipulierter Pflanzen andere Pflanzenarten und Tiere aussterben, wodurch man aber keinen Fortschritt erzielt, sondern nur die Grundlage einer Störung des ökologischen Gleichgewichtes schafft.
Ich denke erst wenn die Gentechnik völlig erforscht und vom Menschen kontrollierbar ist, sollte sie auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein, doch dieses Thema wird wohl immer ein Streitpunkt bleiben.

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4. Quellen

http://www.onmeda.de

http://wikipedia.de/Gentechnik

http://www.chemgapedia.de

http://www.hausarbeiten.de

http://www.chemgapedia.de

http://www.brainworker.ch/Globalisierung/gentechnologie.htm

http://www.tab.fzk.de/de/projekt/zusammenfassung/ab55.htm

http://www.learn-line.nrw.de/angebote/agenda21/daten/GVO.htm

http://www.i-s-b.org/wissen/broschuere/glossar.htm

http://www.science-live.de/info/glossar.htm

http://www.biologie.de/biowiki/Gentechnik

http://home.main-rheiner.de/hans-ulrich.hill/gentec3.htm

Wikipedia.org unter Stichwort Gentechnik
Wikipedia.org unter Stichwort Gentechnisch veränderte Organismen
Wikipedia.org unter Stichwort Technik zur Veränderung der Gene

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CDU

Inhaltsverzeichnis:

1. Geschichte der CDU Seite 3

2. Programmatik Seite 5
2.1. Wirtschafts- und Sozialpolitik Seite 5
2.2. Grundsatzprogramm der CDU Deutschland Seite 6

3. Ökologische und soziale Marktwirtschaft Seite 7
3.1.Prinzipien der ökologischen und sozialen
Marktwirtschaft Seite 7
3.2. Markt und Wettbewerb Seite 7

4. Mitgliederentwicklung und Organisationsstruktur Seite 8
4.1.Mitgliederentwicklung bis 1977 Seite 8
4.2.Mitgliederentwicklung bis Ende 2002 Seite 9
4.3.Struktur der Mitgliedschaft Seite 10
4.3.1. Gliederung Seite 10
4.3.2. Geschlecht Seite 10
4.3.3. Beruf Seite 11
4.3.4. Alter Seite 11
4.3.5. Dauer der Mitgliedschaft Seite 12

1. Geschichte der CDU

Die Christlich- Demokratische Union (CDU) ist eine politische Partei in der Bundesrepublik Deutschland. Sie wurde im Jahre 1945 von Menschen gegründet, die nach dem Scheitern der Weimarer Republik, den Verbrechen des National-sozialismus und angesichts des kommunistischen Herrschaftsanspruchs nach 1945 die Zukunft Deutschlands mit einer christlich geprägten, überkonfessionellen Volkspartei gestalten wollten. Es galt, die Schwäche des fast ausschließlich katholisch orientierten Zentrums in der Weimarer Republik zu überwinden.

Das erste Reichstreffen fand im Dezember 1945 in Bad Godesberg statt. Die Gründungszentren der Partei waren Berlin (hier u.a. durch A. Hermes, den ehemaligen Landwirtschaftsminister der Weimarer Republik) und das Rheinland (u.a. durch Konrad Adenauer). Sie wurde ebenso in der sowjetischen Besatzungszone zugelassen. Am 01.07.1945 würden die “Kölner Leitsätze” als Programmentwurf der christlichen Demokraten Deutschlands verabschiedet. Anfang 1946 kam es zu einer Vereinigung der CDU in der Britischen Besatzungszone. Dieser Zusammenschluss wurde jedoch in der amerikanischen und französischen Zone durch die Besatzungsmächte untersagt. 1947 verabschiedete die CDU in der Britischen Besatzungszone das “Ahlener Programm“. Unter dem Druck der sowjetischen Besatzungsmacht trennten sich die Landesverbände der SBZ von der Zonenleitung in Berlin. Jakob Kaiser und Ernst Lemmer wurden als Parteivorsitzende für funktionsunfähig erklärt. Damit war der legale Hauptvorstand der CDU in Berlin ausgeschaltet.

Die CDU befand sich seit 1948 im Verwaltungsrat des Vereinigten Wirtschaftsgebietes. Im Oktober 1950 fand das erste Bundesparteitreffen in Glossar statt. Es kam zum Zusammenschluss aller einzelnen Landesverbände zu einer Bundespartei. Konrad Adenauer wurde Vorsitzender und erster Bundeskanzler. Die CDU war von1949 – 1969 in der Bundesregierung (durch die Kanzler K. Adenauer, L. Erhard, K.G. Kiesinger und viele Minister) maßgeblich am Aufbau der Bundes-republik Deutschland beteiligt. Gestützt auf ein christliches Menschenverständnis setzt die Partei auf die Grundwerte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität, sie bekennt sich zum Modell der ökologischen und sozialen Marktwirtschaft. Die Partei strebte eine Personalunion von Kanzler und dem Parteivorsitzenden an.

Bei der Ersten Bundestagswahl am 14.08.1949 erhielt die CDU 25,2% der Stimmen und bildete zusammen mit der CSU die stärkste Fraktion. Die „Düsseldorfer Leitsätze“ von 1949 gaben einer privatwirtschaftlichen Ordnung den Vorrang und betonten die Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft, welche Ludwig Erhard zum politischen Programm erhoben und schließlich auch in der Praxis erfolgreich durchgesetzt hatte. Diese Tendenzen wurden ebenso im Hamburger Programm verankert. Das Programm blieb 15 Jahre lang für die politische Linie der CDU gültig. In den fünfziger- und sechziger Jahre, unter der Führung Konrad Adenauers, spielten programmatische Gesichtspunkte oder gar ideologische Auseinandersetzungen bei der CDU, welche sich von Anfang an als eine Volkspartei verstand, keine Rolle. Die Wahlerfolge der „Kanzlerpartei“ schienen allein durch Persönlichkeiten, wie Konrad Adenauer und Ludwig Adenauer, den „Vater des deutschen Wirtschaftswunders“ automatisch garantiert zu sein. Die CDU vernachlässigte somit den Aufbau einer wirksamen Parteiorganisation. Die Partei besaß 1954 nur etwa 200.000 Mitglieder. 1957 errangen die CDU und CSU bei der Bundestagswahl zusammen die absolute Mehrheit mit 50,2% aller Stimmen. Ludwig Erhard wurde nach dem Rücktritt Konrad Adenauers im Jahre 1963 zum Bundeskanzler gewählt. 1966 einigten sich CDU/CSU und SPD, eine Große Koalition unter Kurt Georg Kiesinger als Bundeskanzler zu bilden.

Im Berliner Programm von 1968 entwickelte die CDU ihre Programmatik weiter. Sie sah sich erst durch den Verlust der Regierungsverantwortung im Jahre 1969 veranlasst, ihre Programmatik zu erneuern und die Organisation zu verbessern. Die Folge war das erste Grundsatzprogramm der CDU, welches 1978 auf dem Ludwigsfelder Parteitag verabschiedet wurde. Es enthielt generelle Aussagen zu unterschiedlichen Politikfeldern wie Familie, Erziehung, Bildung und Kultur, Wirtschafts- und Sozialordnung, Deutschland-, Europa-, Sicherheits- und Ostpolitik. Das Programm erneuert das Bekenntnis zur Marktwirtschaft, zeigt aber gleichzeitig die Notwendigkeit sozialpolitischer Korrekturen auf.

Die Reformen blieben nicht nur auf die Programmatik beschränkt. Die Parteiorganisation weitete sich aus, so dass die Mitgliederzahl seit 1969 um mehr als das doppelte anstieg. Die CDU hatte den Charakter einer Honoratiorenpartei (die Partei der Wichtigen und Einflussreichen) abgelegt. Besonders gefördert wurde diese Anpassung an die Notwendigkeit einer Massenpolitik durch die Generalsekretäre Kurt Biedenkopf (1973-1977) und Heiner Geißler (1977-1989).

Bis 1969 prägte die CDU die Politik in der Bundesrepublik Deutschland als christliche und soziale Volkspartei mit konservativen Zügen. Am 01.10.1982 erklärte der Deutsche Bundestag ein konstruktives Misstrauensvotum gegen Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) und wählte mit den Stimmen von CDU, CSU und FDP Dr. Helmut Kohl zum Nachfolger. Von 1982 bis 1998 stellte die Christlich-Demokratische Union mit ihrem damaligen Parteivorsitzenden Dr. Helmut Kohl wieder den Bundeskanzler. Nach der verlorenen Bundestagswahl 1998 verkündete Helmut Kohl seinen Rücktritt vom Amt des Parteivorsitzenden. Infolge der Parteispendenaffäre 1999 /2000 geriet die CDU in die schwerste Krise ihrer Geschichte.

Angela Merkel wurde am 20.03.2000 zur neuen Parteivorsitzenden gewählt.

Die CDU zeichnete in der Vergangenheit für die Durchsetzung der Sozialen Marktwirtschaft weitgehend verantwortlich und hat die Westintegration der Bundesrepublik vorangetrieben. Sie trat ebenso für eine rasche Vereinigung der beiden Deutschen Staaten ein.

Zu den Wichtigsten Vereinigungen der CDU (unter anderem Frauenvereinigung, Sozialausschüsse, Mittelstandsvereinigung) gehört die junge Union, die Jugendorganisation von CDU und CSU. Sie versteht sich als “Motor einer ständigen Erneuerung in den Unionsparteien, sachpolitisch und personell“ und sympathisiert überwiegend mit dem linken Flügel der Christlichen Demokraten.
2. Programmatik

2.1. Wirtschafts- und Sozialpolitik

Eine grundlegende Erneuerung der Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik hat der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Friedrich Merz, auf einem arbeitsmarktpolitischen Kongress der Fraktion in Gelsenkirchen gefordert. Der letzte Platz beim Wirtschaftswachstum in der europäischen Liga, eine extrem hohe Zahl von Arbeitslosen und eine äußerst angespannte Lage der öffentlichen Haushalte machten nur all zu deutlich, wie notwendig ein politischer Kurswechsel sei.

Um die Wettbewerbsfähigkeit von Deutschland im Weltmaßstab zu erhalten, muss auch in Zukunft der technische Fortschritt vorangetrieben werden. Die CDU fordert ein Klima der Innovationsfreude, der Ausrichtung auf Zukunft und Wettbewerb. Existenzgründer mit Ideen für neue Märkte und neue Arbeitsplätze müssen gefördert werden. Besondere Beachtung verdienen ein leistungsfähiges Bildungssystem, das Wissen und Qualifikation fördert, eine moderne zukunftsweisende Verkehrsinfra-struktur und ein modernes Kommunikationsnetz, das eine ausgewogene Entwicklung von Stadt und Land ermöglicht.

Das Steuersystem in Deutschland muss wettbewerbsfähig gestaltet werden um sicherzustellen, dass wieder mehr investiert wird und neue Arbeitsplätze entstehen.
Die CDU will die internationale Konkurrenzfähigkeit sichern, Anschluss halten und dafür sorgen, dass in Deutschland wieder mehr investiert wird, mehr Arbeitsplätze geschaffen werden sowie Arbeitnehmer und Unternehmen entlastet werden. Aus diesen Gründen muss das Steuersystem dringend reformiert werden.
Auch die Belastung der Unternehmen mit Ertragssteuern soll so gestaltet werden, dass Investitionen wieder stärker nach Deutschland fließen. Deswegen ist angestrebt, den für internationale Investoren wichtigen Körperschaftsteuersatz zu senken.

Die CDU will weiterhin die Grenze für die geringfügige Beschäftigung erhöhen: das Stichwort sind 325 Euro Jobs. Sie strebt außerdem an, die Bürokratie in diesem Bereich abzuschaffen und so für neue Arbeitsplätze zu sorgen.
Die Partei setzt sich als Ziel, die Arbeitnehmer im Niedriglohnbereich bei den Sozialversicherungsbeiträgen zu entlasten und mit Zuschüssen dafür zu sorgen, dass die Löhne über den bisherigen Leistungen von Arbeitslosenversicherung oder Sozialhilfe liegen. Das Ziel der CDU lautet: Arbeit muss sich mehr lohnen als Arbeitslosigkeit!
Die CDU will auch dafür sorgen, dass Arbeitsunwillige nicht von Leistungskürzungen verschont bleiben. Nur die wirklich Bedürftigen sollen von den sozialen Sicherungssystemen profitieren.

In den Erklärungen der CDU heißt es: Weniger Staat, weniger Abgaben und mehr Nettoeinkommen für die Bürgerinnen und Bürger!
Sie will Deutschland wieder zu einem Land machen, in dem wachsende, innovative, rentable Unternehmen wieder neue Arbeitsplätze schaffen
Ebenso sollen sich wieder mehr Menschen in Deutschland selbständig machen, ihr Schicksal in die Hand nehmen und Freude an Leistung und Verantwortung haben.

2.2. Grundsatzprogramm der CDU Deutschland

Das Grundsatzprogramm der CDU “Freiheit in Verantwortung“ (5. Parteitag, 21. – 23. Februar 1994, Hamburg) erklärt die Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie den Status der Familie als Fundament der Gesellschaft. Es setzt sich zum Ziel, Ehe und Familie zu schützen und Behinderten ein gleiches Recht auf Entfaltung zu gewährleisten. Die Jugend gilt als Zukunft der Gesellschaft. Ebenso muss die Lebenserfahrung der Senioren anerkannt werden.
Ein weiterer Schwerpunkt des Grundsatzprogramms ist die Kultur. Es gilt, Erziehung und Bildung zu erneuern sowie Medizin und Freiheit in eigene Verantwortung zu nehmen. Es müssen mehr Freizeit- und Sportangebote bereitgestellt werden. Die Freiheit der Kunst ist beizubehalten.

Ein weiterer Bestandteil dieses Grundsatzprogramms besteht darin, soziale Gerechtigkeit zu sichern sowie die Demokratie zu festigen. Das heißt, die Handlungsfähigkeit des Staates zu sichern und das Staatsbürgerbewusstsein im demokratischen Gemeinwesen zu festigen.
Große Bedeutung wird der Schaffung der europäischen Einheit gewidmet. Es gilt, die Vielfalt zu bewahren und außerdem zum Frieden und zur Sicherheit beizutragen.
Ebenfalls gilt es, Wissenschaft und Forschung zu fördern.
Der Schutz der Schöpfung ist ein weiterer Inhaltspunkt des Grundsatzprogramms. Dies heißt, die Umweltpolitik in Deutschland fortzusetzen und eine Globale Umweltpartnerschaft zu schaffen.
3. Ökologische und soziale Marktwirtschaft

3.1. Prinzipien der ökologischen und sozialen Marktwirtschaft

Die ökologische und soziale Marktwirtschaft ist ein wirtschafts- und gesellschaftspolitisches Programm für alle. Sie steht im Gegensatz zu sozialistischer Planwirtschaft und zu unkontrollierten Wirtschaftsformen und verwirklicht Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit.
Die Grundlagen sind:
Leistung
Soziale Gerechtigkeit
Wettbewerb und Solidarität

Der Mensch wirtschaftet ohne Rücksicht auf soziale und ökologische Belange. Deshalb muss der Staat die Rahmenbedingungen schaffen, um die Selbstregulierung zu stärken.

3.2. Markt und Wettbewerb

Der Markt gilt als Organisationsform der Wirtschaft. Der Wettbewerb fördert den Leistungswillen des Einzelnen und dient damit gleichzeitig dem Wohl des Ganzen. Markt und Wettbewerb ermöglichen eine effiziente und preisgünstige Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen und sorgen für eine auf die Wünsche der Konsumenten ausgerichtete Produktion.
Die ökologische und soziale Marktwirtschaft stützt sich auf die Grundlage:

Soviel Markt wie möglich, um Eigeninitiative, Leistungsbereitschaft und Selbstverantwortung des Einzelnen zu stärken und soviel Staat wie nötig, um Wettbewerb und die Marktwirtschaft zu gewährleisten.
4. Mitgliederentwicklung und Organisationsstruktur

4.1. Mitgliederentwicklung bis 1977:

In der Zeit von 1954 bis 1968 stieg die Mitgliederzahl in der CDU um 71.500 an. Josef Hermann Dufhues (11.4.1908 – 26.3.1971, Mitgründer der CDU Westfalen) initiierte eine Mitglieder – Werbekampagne, in der 30.000 Genossen aufgenommen wurden. Von 1969 – 1977 stieg die Zahl der Parteizugehörigen um 361.000 an. Bis 1977 hatte die CDU insgesamt 664.214 Gefährten.

Tabellarische Auflistung der Mitgliederzahlen:

Stand
Mitgliederzahl
April 1954
215 000
Januar 1956
245 000
Juni 1963
250 000
Dezember 1964
280 000
Dezember 1966
280 000
12.01.1967
280 781
31.12.1967
285 804
31.12.1968
286 541
31.12.1969
303 532
31.12.1970
329 239
31.12.1971
355 743
31.12.1972
422 968
31.12.1973
457 393
31.12.1974
530 500
31.12.1975
590 482
31.12.1976
652 010
31.12.1977
664 214

Es ist ein gleichmäßiger Mitgliederzuwachs in Bezug auf die vergehende Zeit zu erkennen. Im Zeitraum von 1954 bis 1977 hat sich die Anzahl mehr als verdreifacht. Von 1971 bis 1972 konnte die CDU innerhalb eines Jahres mehr Mitglieder gewinnen als in der Zeit von 1954 bis 1968. Auch die Tatsache, dass die völlig unterschiedlich strukturierten Landesverbände der CDU in der Zeitspanne von 1970 bis 1976 ihre Zugehörigkeit mindestens verdoppelt, wenn nicht verdreifacht haben, zeigt den für eine demokratische Partei einmaligen Mitgliederzuwachs. Zwei Drittel der CDU-Mitglieder von 1978 waren 1968 noch nicht Mitglieder der CDU. Diesen enormen Zuwachs an Mitgliedern kann man mit der größeren Aufgeschlossenheit der sogenannten bürgerlichen Schichten ihrer Partei gegenüber in Verbindung bringen. Als weiterer Grund ist die Reform des gesamten Parteiapparates zu betrachten. Durch diese Neugestaltung der Partei war sie erstmals in der Lage, Neumitglieder anzusprechen und diese für ihre Mitarbeit in der CDU zu interessieren. Aus einer Untersuchung des Sozialwissenschaftlichen Forschungsinstituts der Konrad-Adenauer-Stiftung (SFK) aus dem Jahre 1975 über die politischen Auffassungen von Neumitgliedern geht hervor, dass die Zustimmung zu Programm und Weltanschauung der CDU sowie die Möglichkeit der intensiven politischen Information und Einflussnahme die Hauptmotive für den Eintritt in die Partei waren. Dabei ist besonders bemerkenswert, dass zwischen 60% und 75% der neuen CDU-Mitglieder bereit waren, sich im Gespräch aktiv für die CDU einzusetzen, aktiv im Wahlkampf für die Partei zu arbeiten, in Briefen an Massenmedien zu politischen Problemen Stellung zu beziehen und an Wähler- und Bürgeninitiativen teilzunehmen.

4.2. Mitgliederentwicklung bis Ende 2002

Am 31. Oktober 2001 hatte die CDU Deutschlands 608.560 Mitglieder.

Die regionale Mitgliederentwicklung

Anhand der obigen Aufstellung lässt sich erkennen, dass die Mitgliederzahlen in fast allen Landesverbänden rückläufig sind. Dies lässt sich zum Einen damit begründen, dass sich jüngere Menschen nicht mehr politisch engagieren wollen. Zum Anderen verabschieden sich immer mehr ältere Parteimitglieder aus ihrer aktiven Mitgliedschaft. In Berlin steigen entgegen dem allgemeinen Trend die Mitgliederzahlen. Dies begründet sich im zunehmenden Unmut über den rot-roten Senat. Immer mehr Menschen identifizieren sich mit den Zielen der CDU.
4.3. Struktur der Mitgliedschaft
4.3.1. Gliederung

Die CDU Deutschlands gliedert sich in 17 Landesverbände, 27 Bezirksverbände, 372 Kreisverbände und 11.800 Ortsverbände.

4.3.2. Geschlecht

In der CDU Deutschland sind 25,2 Prozent der Mitglieder (153.476) weiblich und 74,8 Prozent (455.084) männlich. In den alten Ländern liegt der Frauenanteil bei 24,7 und in den neuen Ländern bei 30,6 Prozent.

4.3.3. Beruf

In der folgenden Auflistung ist dargestellt, aus welchen unterschiedlichen Berufsgruppen sich die Mitglieder der CDU zusammensetzen. Der größte Teil der CDU – Mitglieder sind selbstständige Unternehmer und Angestellte.

Berufsgruppe
gesamt
Alte Länder
Neue Länder
Selbständige
21,2 %
21,9 %
14,8 %
Arbeiter
8,0 %
7,0 %
18,2 %
Angestellte
27,5 %
26,9 %
33,2 %
Beamte
10,9 %
11,7 %
3,7 %
Rentner/Pensionäre
6,3 %
5,7 %
11,8 %
Hausfrauen/-männer
9,2 %
9,9 %
2,4 %
in Ausbildung
5,0 %
5,2 %
3,0 %
ohne Angaben
11,9 %
11,8 %
12,7 %

4.3.4.Alter

Das Durchschnittsalter aller Mitglieder der CDU Deutschlands beträgt 55 Jahre, wobei das Durchschnittsalter der weiblichen Mitglieder bei 56,2 und das der männlichen bei 54,5 Jahren liegt.

Der Parteieintritt ist möglich ab einem Alter von 16 Jahren.

4.3.5. Dauer der Mitgliedschaft

Stand: 31.12.2000
Stand: 30.10.2001
Mitglieder
in Prozent
in Prozent
unter 10 Jahre
30,2
29,9
10 – 20 Jahre
24,1
23,2
über 20 Jahre
45,7
46,9

Rezension: Mitunter sogar lachen

„Geschichten, die das Leben schreibt“

Rezension über „Mitunter sogar lachen“ von Erich Fried,
erschienen im Mai 1999,
4. Auflage im Fischer Taschenbuchverlag GmbH, Frankfurt a. Main;
174 Seiten; Preis (damals) 14,90 DM

„Jede einzelne dieser Geschichten ist wahr, ein Tatsachenbericht.“ Dieser Satz von Erich Fried selbst im letzten Kapitel seiner Aufzeichnungen, beschreibt das Buch mit dem Untertitel „Erinnerungen“ ziemlich präzise.

Erich Fried, ein Gedichtschreiber, Übersetzer und auch Jude und Sozialist, hat sein Leben bzw. die für ihn wichtigen Lebensabschnitte, in einem Band zusammengefasst. Er erzählt in kurzen, manchmal auch längeren, Geschichten, wie sein Leben ab seiner Kindheit bis kurz vor seinem Tode (geb. 1921, gest. 1988) verlaufen ist. Mit diesem Buch lässt Fried uns, die Leser, an seinen Lebenserfahrungen teilhaben.

Fried hat seine Lebensgeschichte so anschaulich dargestellt, dass wir beim Lesen glauben selber dabei gewesen zu sein. Er schreibt so, dass man „Mitunter sogar lachen“ kann, aber auch einige Male über das Gesagte nachdenken muss. Das Lesen und Verstehen der Geschichten wird durch Frieds Gebrauch von einer Mischung aus einem leicht gehobenen und Alltagssprachstil vereinfacht.

Jeder, der dieses Buch liest, hat das Gefühl, Erich Fried erzählt manchmal mit einen kleinem Augenzwinkern, gerade wenn er über Politik schreibt. Teilweise überzieht Fried seine Aussagen, auch in seinen Gedichten, so, dass seine Meinung sehr deutlich, aber durch das Überzogene abgeschwächt wird und der Leser eventuell sogar schmunzeln muss, obwohl es „Ernst“ ist. Dies wird nicht deutlich an einigen Sätzen, sondern erst in der Gesamtheit der Geschichte bzw. des Gedichtes.

Erich Fried musste sich schon früh (mit 17) mit der damaligen politischen Situation auseinander setzen, als er als Jude aus Wien, seinem Geburtsort, nach London flüchten musste (1938).
Seine Eltern wurden damals von der Gestapo verhaftet und sein Vater später durch diese umgebracht. Auch seine geliebte Großmutter starb durch die Nazis.
Diese Erlebnisse haben Fried geprägt. Seine offene Kritik, die er oft an der Politik ausübte, hat ihn nicht selten in einen Konflikt mit der öffentlichen Meinung gebracht.

Natürlich erzählt Fried eben gerade diese Geschichten aus seinem Leben in seinen Aufzeichnungen. Aber er hat auch schöne Erinnerungen, z. B. an seine Großmutter, seine Kindheit oder seine Zeit in London aufgeschrieben.
Genau dieser Facettenreichtum, diese Abwechslung, zwischen Traurigem und Schönem aus seinem Leben (dass ein Mensch so viel erlebt hat, ist kaum zu glauben) machen es für uns so interessant dieses Buch, sein „Leben“, zu lesen. Keiner kann über Frieds Aufzeichnungen berichten, ohne über ihn selbst zu schreiben. Dieses Buch ist sein Leben und kein fiktiver Roman, genauso hat er es geschrieben, genauso hat er gelebt.

Es macht für jeden, der Erich Fried mag, einen großen Spaß sein „Leben“ zu lesen. Die Geschichten sind in seinen Aufzeichnungen nicht immer chronologisch und fortlaufend geordnet, deshalb kann der Leser selbst entscheiden, welchen Lebensabschnitt er als nächstes entdecken möchte.
Dieses Buch gehört unbedingt in das Regal eines jeden Fried-Fans. Aber auch Leser, die sich für die Zeit zwischen 1938 und 1945 interessieren und Liebhaber von einfach guter Literatur, müssen hierbei zugreifen.

Simone Noffke

Depressionen

1 Einleitung 2
2 Was verstehen wir unter einer Depression? 2
3 Wie zeigt sich eine Depression? 3
3.1 Im Säuglingsalter 3
3.2 Im Kleinkindalter 3
3.3 In der mittleren Kindheit 4
3.4 Bei älteren Schulkindern und Jugendlichen 4
4 Überschneidungen mit und Abgrenzungen zu anderen Krankheiten 4
5 Ursachen 5
5.1 Auslösende Faktoren 5
5.2 Biologische, genetische und neurophysiologische Faktoren 6
5.3 Psychologische Faktoren 6
6 Verlauf 7
7 Untersuchungen (Diagnostik) 7
7.1 Gespräch, Beobachtung und Fragebogen 7
7.2 Psychologische und körperliche Untersuchung 7
8 Behandlung 8
8.1 Wer gibt dem Kind / Jugendlichen Hilfestellung und wie? 8
8.2 Therapieformen 9
8.3 Familientherapie 9
9 Wie kann man Kinder und Jugendliche vor depressiven Entwicklungen schützen? 10
10 Anhang 11
11 Quellenverzeichnis 17

Einleitung

„Dunkle Schatten auf der Seele“ und „Wenn Kinder nicht mehr lachen können“, sind nur zwei von vielen Umschreibungen für Depressionen im Kindes – und Jugendalter. Kinder sind die schwächsten Glieder in der Bevölkerung. Sie können sich meist noch nicht selber helfen und brauchen deshalb die Hilfe von Eltern, Verwandten oder sogar von Therapeuten.
Um zu erkennen, ob ein Kind oder ein Jugendlicher Hilfe braucht, habe ich mich entschieden, meine Facharbeit über das Thema „Depressionen im Kindes – und Jugendalter“ zu schreiben.
Zwar ist die Forschung auf diesem Gebiet noch in den Anfängen, doch ich denke, dass ich und auch andere mit den bis jetzt gewonnenen Erkenntnissen lernen können, wann ein Kind die Hilfe eines anderen braucht.
Denn niemand sollte vergessen:
„Kinder sind unser aller Zukunft!“

Was verstehen wir unter einer Depression?

Eine Depression ist ein komplexes psychisches Phänomen, während dem Kinder und Jugendliche Abweichungen von ihrem normalen Verhalten zeigen.
Der Begriff „Depression“ kommt vom lateinischen Wort „deprimere“, welches so viel wie „herunter – oder niederdrücken“ heisst.
Depressive Kinder und Jugendliche haben oft Probleme im Alltag. Sie kommen mit Familie, Schule, Freunden und Freizeit nicht mehr klar.
Ein Gedicht von Rainer Maria Rilke 1 erläutert die Gefühlswelt eines depressiven Kindes oder Jugendlichen sehr genau:

„Da wachsen Kinder auf an Fensterstufen –
und wissen nicht, daß draußen Blumen rufen –
an einem Tag voll Weite, Glück und Wind –
und müssen Kind sein und sind traurig Kind.“2

Ein depressives Kind oder ein depressiver Jugendlicher kann, wie in diesem Gedicht beschrieben, das Gute und Schöne in dieser Welt nicht mehr erkennen, weil das Kind oder der Jugendliche zu traurig ist und seinen ganzen Lebensmut verloren hat.

Wie zeigt sich eine Depression?

Die Krankheitszeichen (Symptome) einer Depression sind immer abhängig von der Entwicklung des Kindes/ Jugendlichen. Sie zeigen sich je nach Alter, Geschlecht und Intelligenz unterschiedlich.
Im Säuglingsalter

Bereits Säuglinge können an einer Form von Depressionen erkranken, der so genannten anaklitischen Depression3. Auslöser hierfür ist meist die unzureichende Versorgung des Säuglings, das heisst, dass sowohl die körperlichen als auch die emotionalen Bedürfnisse kaum mehr befriedigt werden. Des Weiteren kann auch der Verlust der Bezugsperson durch Tod, Krankheit oder Einweisung in ein Heim zur anaklitischen Depression führen.
Der depressive Säugling reagiert zunächst mit vermehrtem Weinen und protestierendem Schreien. Führt dies nicht dazu, dass die Bedürfnisse befriedigt werden, folgt die Phase des Rückzugs. In dieser Phase ist das Baby apathisch4. Zusätzlich kommt es dann meist zu Schlafstörungen und Jaktationen5.

Im Kleinkindalter

Wenn ein Kind im Alter von einem bis drei Jahren an einer Depression leidet, dann wurde das Kind in den meisten Fällen vernachlässigt oder missbraucht.
Die Vernachlässigung oder der Missbrauch zeigt sich in Gehemmtheit, Trennungsängsten, Unruhe, Schlafstörungen und Appetitstörungen. Es kann sogar zu einer Regression6 kommen, dass heißt, dass das Kind wieder häufiger weint, einkotet und einnässt, nachts aufwacht und es kann wieder zu Jaktationen kommen.

In der mittleren Kindheit

Depressionen, die im Alter von drei bis zwölf Jahren auftauchen, zeigen sich in einer deutlichen Traurigkeit mit vermehrtem Weinen. Dazu kommt, dass das Kind das Interesse am Spielen verliert, sich von der Familie und den Freunden distanziert und dass der Appetit sich verändert. Es kann zu einer Appetitminderung mit Gewichtsreduktion kommen. Doch auch das Gegenteil ist möglich, nämlich eine Appetitsteigerung, die meist zu verstärkter Gewichtszunahme führt. Dieser Appetit kann mit einer ausgeprägten Naschsucht kombiniert auftreten.
Häufig fallen depressive Kinder durch ihre Passivität auf. Es kann aber auch zu psychomotorischer Unruhe7 kommen.
Unentschlossenheit, Besorgtheit8 und zwanghaftes Verhalten9 sind typische Verhaltensweisen depressiver Kinder.
Jüngere Schulkinder haben ein niedrigeres Selbstbewusstsein, können sich kaum mehr konzentrieren und infolge dessen verschlechtern sich die schulischen Leistungen. Des Weiteren kann es auch schon in diesem Alter zu Todeswünschen kommen.

Bei älteren Schulkindern und Jugendlichen

Ab dem zwölften Lebensjahr ähneln die Symptome fast denen eines Erwachsenen. Der Jugendliche grübelt mehr und denkt verstärkt an Suizid10
Depressive Jugendliche sind antriebslos, verlieren das Interesse an allem und es kommt zu einem, meist drastischen, Leistungsabfall.
Auch kann es bei Jugendliche zu einer so genannten larvierten Depression11 kommen. Bei dieser Form von Depressionen kommt es zu körperlichen Beschwerden, wie z.B. Kopfschmerzen, Bauchschmerzen etc. Für diese Beschwerden gibt es meist keine Ursache.
Jugendliche laufen Gefahr auch an Bulimie12 und Anorexie13 zu erkranken.
Außerdem neigen Jugendliche dazu, Alkohol oder Drogen zu nehmen, da sie denken, so ihre Probleme lösen zu können. Wenn es so weit kommt, dann befindet sich der Jugendliche in einem Kreislauf, aus dem er sich nicht mehr selber „befreien“ kann.

Depressionen

führen wieder zu Hoffnung auf Lösung durch

Alkohol, Drogen

Überschneidungen mit und Abgrenzungen zu anderen Krankheiten

Man muss Depressionen von verschiedenen Krankheiten abgrenzen. Dies ist manchmal nicht sehr einfach, da die Symptome sich meist stark ähneln. Abzugrenzen sind:
1.Normale, verständliche und nachfühlbare Traurigkeit: Diese tritt meist auf, wenn das Kind eine Trennungserfahrung, wie z.B. den Tod des Haustiers etc., gemacht hat.
2.Teilleistungsschwächen: Leidet ein Kind an Legasthenie14 so kann man den damit zuerst verbundenen Leistungsabfall falsch deuten. Diese Krankheit ist vorher abzuklären.
3.Hyperkinetische Störung: Kinder mit einer hyperkinetischen Störung fallen schon sehr früh durch motorische Unruhe auf. „Sie sind schnell abgelenkt, können sich nicht lange auf eine Sache konzentrieren, bringen angefangene Dinge nicht zu Ende.“15
4.Angstsyndrome und Trennungsängste: Sie sind sehr häufig und treten meist isoliert und unter bestimmten Situationen auf (z.B. Angst vor Gewitter, Dunkelheit usw.). Diese Ängste sind nicht zu verwechseln mit den Ängsten eines depressiven Kindes.

Natürlich kann es auch zu Überschneidungen mit einzelnen Krankheiten kommen. Diese wären:
1.Magersucht: Auch Anorexie genannt. Sie treten meist nach Beginn der Depression auf, d.h. sie sind eine Folge der Depressionen. Meist ist der Übergang fließend. Bei der Magersucht hört der Erkrankte fast komplett mit dem Essen auf, es kommt zu einer extremen Gewichtsreduktion.
2.Bulimie: Auch Ess-Brech-Sucht genannt. Die Bulimie ist auch eine Folge von Depressionen. Meist kommt es nach einer Nichtbeachtung durch einen Elternteil zu einer „Fressattacke“. Im Nachhinein fühlen sich die erkrankten Jugendlichen dann zu dick, sie bekommen Schuldgefühle gegenüber sich selbst und erbrechen dann, meist künstlich ausgelöst, das eben zu sich genommene. Diese Krankheit wird meist zwanghaft und ist genau wie die Magersucht nicht alleine zu bewältigen.
3.Meist überschneiden sich Depressionen auch mit organisch bedingten Krankheiten, wie Diabetes16, Schilddrüsenerkrankungen, Chorea Huntington17usw. Außerdem können Depressionen auch durch einige Antibiotika und die Pille ausgelöst werden.

Ursachen
Depressionen sind grundsätzlich multifaktorielle18 Geschehnisse.
Auslösende Faktoren

Auslösende Faktoren sind meist Schwellensituationen, wie z.B. Kindergarteneintritt, Schulanfang oder Ausbildungsbeginn. Es gibt aber auch die so genannten „Life Events“. Zu diesen zählen Trennungserfahrungen, Umzüge, Geldprobleme der Eltern, Streit mit einer Freundin/ einem Freund, der erste Liebeskummer oder die erste gegengeschlechtliche Trennung. Mobbing in der Schule, Trennung der Eltern19oder Mißhandlungserfahrungen sind die schlimmsten Auslöser.
Biologische, genetische und neurophysiologische Faktoren

In der Theorie der Biologen wird erklärt, dass in der Depression Botenstoffe20 vermindert vorliegen. Es finden sich verminderte Spiegel von Noradrenalin21 und Serotonin22 vor.
Die Genetiker sehen die Depressionsentwicklung in der Vererbung. Laut dieser Theorie soll ein Kind, von dem ein Elternteil depressiv ist, ein größeres Risiko tragen, an einer Depression zu erkranken.
Über die neurophysiologischen Faktoren gibt es noch keine genauen Erkenntnisse, doch man geht davon aus, dass sie in engem Zusammenhang mit den psychologischen Faktoren stehen. Die Neurophysiologie befasst sich mit dem Zusammenspiel der beiden Gehirnhälften. Deswegen gehen Neurophysiologen davon aus, dass hier ein Fehler vorliegt, den man nur sehr schwer erkennen kann.

Psychologische Faktoren

Es gibt verschiedene Theorien, woher eine Depression kommt. Die Psychoanalytik sieht die „Depression als eine Reaktion auf eine Verlust – oder Trennungserfahrung“23. Das heißt, dass die Depression eine Folge von einer gestörten Bindung ist.
Weitere Theorien sind die Verhaltenstheorie, das Selbstkontrollmodell, das Konzept der erlernten Hilflosigkeit und die Triade.
Die Verhaltenstheorie besagt, dass dem Kind positive Verstärkungen wie Lob und Selbstbewertung fehlen. Das Kind fühlt sich von den Bezugspersonen vernachlässigt. Dadurch kann es zu falschen Handlungsweisen des Kindes kommen (kriminelle Handlungen), die nur eine negative Bestärkung bringen. Das Kind ist dann noch frustrierter und steigert sich immer mehr in die Depression.
Das Selbstkontrollmodell sieht einen Mangel in verschiedenen Teilen. Das Kind kann sich meist nicht selbst kontrollieren, d.h. dass es nicht weiß, was richtig ist. Dazu braucht es die Hilfe eines Erwachsenen, diese ist jedoch meist nicht gegeben. Dazu kommt, dass das Kind sich nicht selbst bestärken kann, d.h. das Kind bekommt meist nur negative Verstärkungen, („Das tut man nicht“) und wird so immer weiter in die Depression gedrängt.
Das Konzept der Hilflosigkeit ist ein Kreislauf, der es einem Kind ungeheuer schwer macht wieder ein normales Leben zu führen. Angenommen, das Kind erlebt eine Reihe von Problemen, die es noch nicht alleine lösen kann, so ist es in seiner Hilflosigkeit gefangen. Immer wieder kommen neue Probleme hinzu. Es entsteht eine chronische Hilflosigkeit, die in eine Depression mündet.
Die Triade24 besagt, das ein depressives Kind denkt, alles falsch zu machen. Dies denkt es nicht nur über die Gegenwart, sondern auch über die Vergangenheit und die Zukunft. Depressive Kinder glauben nicht daran, dass ihre eigene Handlung richtig sein kann.

All diese Faktoren, seien es auslösende, biologische, genetische, neurophysiologische oder psychologische, sind keinesfalls Regeln, wann eine Depression auf jeden Fall auftritt. Auch ein Scheidungskind kann ohne eine Depression aufwachsen.

Verlauf

Depressionen von Kindern und Jugendlichen dauern für gewöhnlich nicht so lange wie bei Erwachsenen. Meist sind es sechs bis neun Monate. Es kann jedoch auch eine Dauer von über einem Jahr vorliegen, wenn die Depressionen sehr stark sind. Je älter das Kind wird, desto schneller kann es zu einem Rückfall kommen. Bei Säuglingen und Kleinkindern kann das Risiko über fünf Jahre mitgetragen werden, bei Schulkindern und Jugendlichen sind es zwei Jahre. Wenn eine Person im Kindesalter unter Depressionen litt, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie auch im Erwachsenenalter an einer Depression erkrankt. Es liegt also eine gewisse Kontinuität der Krankheit vor.

Untersuchungen (Diagnostik)

Zu einer Untersuchung gehören verschiedene Teilpunkte, die alle zusammenhängen und berücksichtigt werden müssen.

Gespräch, Beobachtung und Fragebogen

Schwerpunkt der Untersuchung ist die ausführliche Anamnese25. Es wird alles erfragt, was mit dem Kind zu tun hat, Vorerkrankungen, die Geburt, die frühkindliche Entwicklung usw. Dazu kommt, dass einige Fragen über die vorherigen Generationen der Familie gestellt werden, denn es kann ja schon vorher in einer Generation depressive Störungen gegeben haben.
Während des gesamten Gesprächs ist es wichtig das Kind zu beobachten, denn meist merkt man schon an Gesichtsausdruck, Motorik und Verhalten, ob eine Depression vorliegt. Begleitend kann ein Fragebogen gegeben werden, auf dem kindgerecht nach möglichen Symptomen gefragt wird.

Psychologische und körperliche Untersuchung

Um die Gedankenwelt und das genaue Problem eines Kindes oder Jugendlichen zu erkennen, müssen neben dem Gespräch einige Tests durchgeführt werden. Diese sind meist sehr wichtig, da durch diese Tests, seien es psychologische oder neurologische, eine Teilleistungsschwäche und auch eine körperliche Fehlfunktion ausgeschlossen werden können.
Durch psychologische Tests kann z.B. eine Lese- und Rechtschreibschwäche erkannt werden. Dazu werden altersgerechte Rechtschreibtests, wie der „Deutsche Rechtschreibtest“26, genommen. Zusätzlich wird ein Lesetest durchgeführt, indem die Kinder einen bestimmten Text zum Lesen vorgelegt bekommen.
Des Weiteren kann durch eine psychologische Untersuchung eine Rechenschwäche festgestellt werden. Hierzu wird dem Kind oder Jugendlichen ein Test vorgelegt, der seiner Klassenstufe entspricht.
Dazu kommen verschiedene Intelligenztests, bei denen festgestellt wird, ob das Kind oder der Jugendliche über- bzw. unterfordert ist.
Auch eine hyperkinetische Störung kann durch eine psychologische Untersuchung festgestellt werden. Es werden Konzentrationstests durchgeführt. Liegt eine hyperkinetische Störung vor, so ist das Kind oder der Jugendliche unruhig, leicht ablenkbar und hat nicht die gewünschte Ausdauer für die Konzentration.
Außerdem gibt es eine Reihe von Tests, „die über die Befindlichkeit, die Gedanken und Gefühle Auskunft geben können (projektive Testverfahren)“27. Bei dieser Art von Tests geht man davon aus, dass der zu Untersuchende seine Gefühlswelt auf das Material überträgt. Zu diesen Testverfahren gehören der Satzergänzungstest, die zeichnerische Darstellung der Familie als Tiere, der Sceno-Test28 und der thematische Gestaltungstest29.

Um eine körperliche Störung auszuschließen, wird im Anschluss an die psychologischen Tests meist eine körperliche Untersuchung durchgeführt. Hierbei wird festgestellt, ob eine körperliche Fehlfunktion vorliegt, damit sind z.B. starke Kopfschmerzen, eine organische Fehlfunktion usw. gemeint. Sollten diese Untersuchungen ergeben, dass eine körperliche Fehlfunktion vorliegt, so sollten weitere Untersuchungen stattfinden, wie z.B. ein Kernspintomogramm. Des Weiteren sollten die Schilddrüsenfunktion und die Blutwerte untersucht werden.

Behandlung

Die Behandlungsmethoden bei Depressionen sind verschieden. Eine große Vielfalt macht es möglich für jedes Kind die richtige Therapie zu finden.
Wer gibt dem Kind / Jugendlichen Hilfestellung und wie?

Für depressive Kinder und Jugendliche gibt es vor allem zwei wichtige Personen, dies sind meist Mutter und Vater bzw. die Erziehungsberechtigten. Bei der Behandlung von depressiven Kindern und Jugendlichen ist es sehr wichtig, dass die Eltern ihrem Kind auch wirklich helfen wollen.
Lawrence L. Kern stellt in seinem Buch „Hilfen für depressive Kinder“30 die „10 Gebote“ auf, um Eltern genau zu erklären, wie sie sich verhalten sollen. Diese „10 Gebote“ sind:
1.Respektieren Sie Ihr Kind.
2.Vermeiden Sie es, Ihr Kind in peinliche Situationen zu bringen.
3.Zeigen Sie Interesse an Ihrem Kind.
4.Schaffen Sie Situationen, in denen Ihr Kind erfolgreich sein kann
5.Erkennen Sie die Bemühungen Ihres Kindes ebenso an wie seine Erfolge.
6.Heben Sie stets den Lernzuwachs Ihres Kindes hervor.
7.Achten Sie darauf, daß Ihre Erwartungen vernünftig, realistisch und den besonderen Stärken und Schwächen Ihres Kindes angemessen sind.
8.Akzeptieren Sie grundsätzlich die Gefühle Ihres Kindes.
9.Übertragen Sie Ihrem Kind nach Möglichkeit eigenständige Arbeiten.
10.Lassen Sie Ihrem Kind Raum für eigenverantwortliche Entscheidungen und überlassen Sie ihm gelegentlich auch einmal die Führung, damit es Zutrauen in seine eigene Willens- und Urteilskraft gewinnen kann.31

Diese „10 Gebote“ sollten jedoch nicht nur für Eltern von depressiven Kindern gelten, sondern alle Eltern sollten versuchen, ihrem Kind so eine schöne Kindheit zu ermöglichen. Natürlich ist es bei Depressionen meistens sehr wichtig, dass eine ausgebildete Kraft, sprich ein Therapeut, zusätzlich eine Therapie durchführt, um nicht nur dem Kind, sondern auch den Eltern in so einer schweren Zeit eine große Stütze zu sein.

Therapieformen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um eine Depression bei Kindern zu therapieren. Dazu gehören:
1. Spieltherapie: „Die Spieltherapie bietet dem Kind die Möglichkeit, Gefühle und Konflikte, Sorgen und Probleme durch selbstgewählte Spiele „auszuleben“. Die Wahl der Materialien, des Themas und der Spielablauf sind dem Kind überlassen. Der Therapeut fungiert als kompetenter Spielbegleiter.“32
2.Lichttherapie: Bei der Lichttherapie wird eine bestimmte Lampe benutzt, deren Licht in etwa so zusammengesetzt ist wie das Sonnenlicht, jedoch ist ihre Intensität höher als die einer gewöhnlichen Zimmerlampe. Der Patient muss nun ca. 90 cm Abstand von der Lampe nehmen und sich hinsetzen. Nun soll er für ca. zwei Stunden jede Minute zehn Sekunden in die Lampe sehen. Diese Therapie hat den Nutzen, saisonal bedingte Depressionen, die vor allem in der dunklen Jahreszeit auftreten, zu bekämpfen.
3.Wachtherapie: Bei dieser Therapieform muss der Patient die ganze Nacht wach bleiben. Genaue Auswirkungen sind noch nicht bekannt, doch Patienten berichteten, dass sie sich am nächsten Morgen besser gefühlt haben. Diese Therapie muss ein bis zwei mal die Woche durchgeführt werden.
4.Medikamentöse Behandlung: Meist werden ergänzend zu den verschiedenen Therapieformen so genannte Antidepressiva verschrieben. Dies sind meist stimmungsaufhellende Tabletten. Sie wirken krampfentlastend und helfen somit die natürlichen Verspannungen bei einer Depression zu lösen. Ihr Ziel ist es, den Menschen komplett zu entspannen, denn ein entspannter Mensch ist glücklicher als ein verkrampfter.

Familientherapie

Die Familientherapie gehört zu den Psychotherapien. Sie kann nur eingesetzt werden, wenn auch die Eltern fest von ihrem Nutzen überzeugt sind.
Die Ziele der Familientherapie sind die Klärung der Beziehungskonflikte, Änderung der Beziehungsmuster, Aufbau positiver Kommunikation, Entwicklung neuer Beziehungsformen und das Finden von neuen Entwicklungsmöglichkeiten für die Familienmitglieder.
Um diese Ziele zu erreichen, muss der Therapeut die Eltern und auch die Geschwister von der Wichtigkeit dieser Therapie überzeugen.
Überwiegend sind Depressionen, die mit einer Familientherapie behandelt werden, durch innerfamiliäre Probleme entstanden. Oftmals gibt es einen Konflikt zwischen Geschwistern. Dieser Konflikt wird von den Eltern übersehen oder nicht verstanden. Deswegen kommt es immer mehr zum Streit und das Familienmitglied, welches unter Depressionen leidet, fällt in ein „schwarzes Loch“. Dieser Konflikt muss geklärt werden. Auch bei der Klärung dieses Konflikts müssen die Eltern lernen, ihren Kinder Respekt und Verständnis entgegenzubringen. Ohne all dies ist eine Familientherapie nicht möglich.
Oft haben sich depressive Kinder und Jugendliche in der Familie nicht verstanden gefühlt. Ihre Gefühle wurden nicht ernst genommen oder sogar komplett ignoriert. All diese Probleme sollen in langen, ausführlichen Gesprächen geklärt werden. Der Therapeut ist bei dieser Therapieform der Vermittler, er versucht Streitpunkte zu erkennen und diese zusammen mit der Familie zu erforschen. Erst wenn alle Probleme geklärt sind, kann das depressive Kind oder der depressive Jugendliche wieder „normal“ werden. Er wird jegliche depressive Verhaltensweisen ablegen. Passiert es jedoch, dass im Nachhinein alles wieder so wird wie vor der Therapie, dann kann es sehr schnell zu einem Rückfall kommen und dieser muss dann wieder therapiert werden, was sich sehr lange hinziehen kann. Außerdem kann es dann sehr schwer sein, die Probleme, die neu entstanden sind wieder zu beheben.

Wie kann man Kinder und Jugendliche vor depressiven Entwicklungen schützen?

Kinder und Jugendliche brauchen in ihrem Leben viele Hilfen. Probleme können durch wenig Erfahrung meist noch nicht selbständig gelöst werden und es kommt zu Depressionen. Deswegen sollten Eltern wissen, wie sie ihrem Kind helfen können depressive Entwicklungen zu vermeiden.
Zuerst sollte die emotionale Kompetenz gestärkt werden, d.h. dass dem Kind oder Jugendlichen geholfen werden soll, bestimmte Gefühle und Gedanken zu verstehen. Die Eltern sollen versuchen, dem Kind oder Jugendlichen verständlich zu machen, dass Frustrationen, Mißerfolg und Enttäuschungen zum Leben eines jeden gehören.
Weiterhin sollten Eltern darauf achten, dass depressive Entwicklungen sofort im Keim erstickt werden. Das bedeutet für die Eltern, dass sie ihr Kind genau beobachten müssen und bei der kleinsten Veränderung versuchen sollten, ein Gespräch zu beginnen.
Die Familie sollte zusammen versuchen, Stress- und Problembewältigungsstrategien zu finden. Mit diesen wird das Familienzusammenleben einfacher und Konflikte können schneller abgebaut werden.
Außerdem sollte die Familie so genannte „Familientage“ einführen, denn so wird auch das soziale Verhalten der ganzen Familie gestärkt. Die Familie sollte sich untereinander bei der Problembewältigung helfen und es sollte eine Kommunikation in der Familie entstehen. Einer Familie sollte nie der Gesprächsstoff ausgehen, denn wenn das passiert, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Kinder schon beginnen, sich durch dieses Problem unter Druck gesetzt zu fühlen.
Das heißt kurz zusammengefasst:
Eine Familie muss sich untereinander unterhalten können, denn an der Gesprächsatmosphäre kann man am besten Störungen erkennen.
Eltern sollten immer für ihre Kinder da sein. Sie sollten sie trösten, wenn etwas nicht geklappt hat, und sie loben, wenn sie etwas gut gemacht haben, denn kleine Erfolgserlebnisse helfen depressive Entwicklungen zu verhindern.

Anhang

Beobachtungsbogen für Eltern33:

Name des Kindes:__________________________ Alter:_____________
Datum:____________________

Beobachtung: Stärke des Verhaltens:

überhaupt nicht
ein wenig
Häufig
jeden Tag
mehrmals täglich
Das Kind wirkt traurig, niedergeschlagen

Das Kind wirkt hoffnungslos

Das Kind wirkt pessimistisch

Das Kind fühlt sich schuldig, wenn etwas schief läuft

Das Kind ist wütend und leicht reizbar

Das Kind hat ein geringes Selbstwert-gefühl

Das Kind macht andere für eigene Probleme verant-wortlich

Das Kind äußert Selbstmord-gedanken

Das Kind macht Bemerkungen über Selbstmord

Das Kind meint, dass niemand es mag oder liebt

Das Kind lügt

Das Kind wirkt irritiert und durch-einander

Das Kind zeigt kaum Gefühle

Das Kind weint über Kleinigkeiten

Das Kind isoliert sich von Gleich-altrigen und/oder Familie

Das Kind zeigt kein Interesse an Schule

Das Kind zeigt schlechte Schulleistungen

Das Kind gibt schnell auf

Das Kind zeigt sich lustlos

Das Kind beklagt sich über häufige Schmerzen oder Beschwerden

Das Kind wirkt kraftlos, energielos

Das Kind hat Essprobleme

Das Kind hat Kon-zentrations-probleme

Das Kind klagt über Kopf-schmerzen

Das Kind ist oft müde

Das Kind klagt über Bauch-schmerzen

Das Kind klagt, unbeliebt zu sein

Das Kind gibt sich mit geringeren Leistungen zufrieden

Das Kind scheint sich viel Sorgen zu machen

Das Kind leidet unter Einschlaf-störungen

Das Kind kann sich nicht entscheiden

Das Kind ist verschlossen

Das Kind wirkt nervös, unruhig

Das Verhalten und der Gefühls-zustand des Kindes haben sich während der letzten 4 Wochen verändert

Zusätzliche besondere Auffälligkeiten bitte hier notieren:

Beobachtungsbogen für Lehrer34:

Name des Kindes:______________________________ Schule/Klasse:_____________
Alter:___________ Datum:_____________________________

Beobachtungen: Stärke des Verhaltens:

überhaupt nicht
ein wenig
ziemlich stark
sehr stark
Schüler/in zeigt unerwarteten Leistungsabfall

Schüler/in zeigt Interessenverlust gegenüber den Schulfächern

Schüler/in strengt sich nicht mehr wie bisher an

Schüler/in fertigt schulische Arbeiten unordentlich an

Schüler/in legt keinen Wert mehr auf gute Arbeitsergebnis-se

Schüler/in wirkt pessimistisch

Schüler/in gibt schnell auf

Schüler/in klagt über mangelnde Kraft zu arbeiten.

Schüler/in ist aufgeregt

Schüler/in ist sehr unselbst- ständig

Schüler/in stört den Unterricht

Schüler/in zeigt starke Ängste im Leistungsbereich

Schüler/in zeigt Angst gegenüber den Mitschülern

Schüler/in zieht sich sozial zurück

Schüler/in meidet soziale Kontakte

Schüler/in ist in der Klasse unbeliebt

Schüler/in wirkt müde

Schüler/in lügt

Schüler/in klagt über körperliche Beschwerden

Schüler/in kann sich nicht entscheiden

Schüler/in hat Konzentrations- probleme

Schüler/in erwartet Mißerfolg

Schüler/in zeigt nur geringes Selbstwertgefühl

Schüler/in ist gereizt

Schüler/in beklagt sich

Schüler/in wirkt deprimiert/ traurig

Schüler/in fühlt sich schuldig, wenn Dinge nicht klappen

Schüler/in äußert Selbstmord-gedanken

Schüler/in beschäftigt sich mit dem Tod

Schüler/in fühlt sich belastet

Schüler/in klagt über Müdigkeit

Schüler/in ist abwesend

Schüler/in ist im Verhalten verlangsamt

Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen:

Depressionshotline: 0180/ 5 70 70 70 ( dienstags und freitags von 20 – 22 Uhr)
Evangelische Telefonseelsorge: 0800/ 111 0 111 (kostenlos)
Katholische Telefonseelsorge: 0800/ 111 0 222 (kostenlos)
www.telefonseelsorge.de

Berufsverband Deutscher Psychologen e.V. BDP
Bundesgeschäftsstelle
Heilsbachstraße 22
53123 Bonn
0228/ 98 73 10
www.bdp-verband.org

Deutsche Gesellschaft für Kinder – und Jugendpsychiatrie e.V. DGKJ
Hans – Sachs – Gasse 6
35039 Marburg
06421/28 62 58
www.dgkjp.de

Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband e.V. DKSB
Schiffsgraben 29
30159 Hannover
0511/ 3 04 85 – 0
www.dksb.de

www.helpmails.de

Nationale Kontakt – und Informationsstelle zur Anregung und
Unterstützung von Selbsthilfegruppen der Deutschen Arbeitsgemeinschaften
Für Selbsthilfegruppen e.V.
Albrecht – Achilles – Straße 65
10709 Berlin
030/ 8 91 40 19
www.selbsthilfetreff.de

Quellenverzeichnis

Bücher:

1.Schäfer, Ulrike
Depressionen im Kindes- und Jugendalter
Ein kurzer Ratgeber
Verlag Hans Huber
Bern
1999

2.Nevermann, Christiane
Reicher, Hannelore
Depressionen im Kindes- und Jugendalter
Erkennen Verstehen Helfen
Becksche Reihe
München
2001

3.Knaurs Lexikon A-Z
Das Wissen unserer Zeit immer auf dem neuesten Stand
Droemersche Verlagsanstalt
München
1985

Internet:

1. www.netdoktor.de 14.12.2004 15.00Uhr
2. www.wdr.de 14.12.2004 15.15Uhr
3. www.bvda.de 14.12.2004 15.30Uhr
4. www.idw-online.de 14.12.2004 15.48Uhr
5. www.aerztezeitung.de 28.01.2005 18.00Uhr
6. www.uni-duesseldorf.de 28.01.2005 18.10Uhr
7. www.zentrum-rodaun.at 28.01.2005 18.25Uhr
8. www.depression.ch 28.01.2005 18.45Uhr
9. www.bvkj.de 28.01.2005 19.10Uht
10. www.bkjpp.de 28.01.2005 19.30Uhr
11. www.zns-spektrum.com 28.01.2005 19.50Uhr
12. www.psychiatrie-aktuell.de 16.02.2005 16.15Uhr
13. www.psy.uni-muenster.de 16.02.2005 16.30Uhr

Sonstige:

1. Encarta Enzyklopädie 2000 Plus

Selbstständigkeitserklärung

Ich erkläre, dass ich die Facharbeit ohne fremde Hilfe angefertigt und nur die im Quellenverzeichnis angeführten Quellen und Hilfsmittel benutzt habe.

_________________ ________________________
Ort,Datum Unterschrift

Einleitung

„Dunkle Schatten auf der Seele“ und „Wenn Kinder nicht mehr lachen können“, sind nur zwei von vielen Umschreibungen für Depressionen im Kindes – und Jugendalter. Kinder sind die schwächsten Glieder in der Bevölkerung. Sie können sich meist noch nicht selber helfen und brauchen deshalb die Hilfe von Eltern, Verwandten oder sogar von Therapeuten.
Um zu erkennen, ob ein Kind oder ein Jugendlicher Hilfe braucht, habe ich mich entschieden, meine Facharbeit über das Thema „Depressionen im Kindes – und Jugendalter“ zu schreiben.
Zwar ist die Forschung auf diesem Gebiet noch in den Anfängen, doch ich denke, dass ich und auch andere mit den bis jetzt gewonnenen Erkenntnissen lernen können, wann ein Kind die Hilfe eines anderen braucht.
Denn niemand sollte vergessen:
„Kinder sind unser aller Zukunft!“

Was verstehen wir unter einer Depression?

Eine Depression ist ein komplexes psychisches Phänomen, während dem Kinder und Jugendliche Abweichungen von ihrem normalen Verhalten zeigen.
Der Begriff „Depression“ kommt vom lateinischen Wort „deprimere“, welches so viel wie „herunter – oder niederdrücken“ heisst.
Depressive Kinder und Jugendliche haben oft Probleme im Alltag. Sie kommen mit Familie, Schule, Freunden und Freizeit nicht mehr klar.
Ein Gedicht von Rainer Maria Rilke 1 erläutert die Gefühlswelt eines depressiven Kindes oder Jugendlichen sehr genau:

„Da wachsen Kinder auf an Fensterstufen –
und wissen nicht, daß draußen Blumen rufen –
an einem Tag voll Weite, Glück und Wind –
und müssen Kind sein und sind traurig Kind.“2

Ein depressives Kind oder ein depressiver Jugendlicher kann, wie in diesem Gedicht beschrieben, das Gute und Schöne in dieser Welt nicht mehr erkennen, weil das Kind oder der Jugendliche zu traurig ist und seinen ganzen Lebensmut verloren hat.

Wie zeigt sich eine Depression?

Die Krankheitszeichen (Symptome) einer Depression sind immer abhängig von der Entwicklung des Kindes/ Jugendlichen. Sie zeigen sich je nach Alter, Geschlecht und Intelligenz unterschiedlich.
Im Säuglingsalter

Bereits Säuglinge können an einer Form von Depressionen erkranken, der so genannten anaklitischen Depression3. Auslöser hierfür ist meist die unzureichende Versorgung des Säuglings, das heisst, dass sowohl die körperlichen als auch die emotionalen Bedürfnisse kaum mehr befriedigt werden. Des Weiteren kann auch der Verlust der Bezugsperson durch Tod, Krankheit oder Einweisung in ein Heim zur anaklitischen Depression führen.
Der depressive Säugling reagiert zunächst mit vermehrtem Weinen und protestierendem Schreien. Führt dies nicht dazu, dass die Bedürfnisse befriedigt werden, folgt die Phase des Rückzugs. In dieser Phase ist das Baby apathisch4. Zusätzlich kommt es dann meist zu Schlafstörungen und Jaktationen5.

Im Kleinkindalter

Wenn ein Kind im Alter von einem bis drei Jahren an einer Depression leidet, dann wurde das Kind in den meisten Fällen vernachlässigt oder missbraucht.
Die Vernachlässigung oder der Missbrauch zeigt sich in Gehemmtheit, Trennungsängsten, Unruhe, Schlafstörungen und Appetitstörungen. Es kann sogar zu einer Regression6 kommen, dass heißt, dass das Kind wieder häufiger weint, einkotet und einnässt, nachts aufwacht und es kann wieder zu Jaktationen kommen.

In der mittleren Kindheit

Depressionen, die im Alter von drei bis zwölf Jahren auftauchen, zeigen sich in einer deutlichen Traurigkeit mit vermehrtem Weinen. Dazu kommt, dass das Kind das Interesse am Spielen verliert, sich von der Familie und den Freunden distanziert und dass der Appetit sich verändert. Es kann zu einer Appetitminderung mit Gewichtsreduktion kommen. Doch auch das Gegenteil ist möglich, nämlich eine Appetitsteigerung, die meist zu verstärkter Gewichtszunahme führt. Dieser Appetit kann mit einer ausgeprägten Naschsucht kombiniert auftreten.
Häufig fallen depressive Kinder durch ihre Passivität auf. Es kann aber auch zu psychomotorischer Unruhe7 kommen.
Unentschlossenheit, Besorgtheit8 und zwanghaftes Verhalten9 sind typische Verhaltensweisen depressiver Kinder.
Jüngere Schulkinder haben ein niedrigeres Selbstbewusstsein, können sich kaum mehr konzentrieren und infolge dessen verschlechtern sich die schulischen Leistungen. Des Weiteren kann es auch schon in diesem Alter zu Todeswünschen kommen.

Bei älteren Schulkindern und Jugendlichen

Ab dem zwölften Lebensjahr ähneln die Symptome fast denen eines Erwachsenen. Der Jugendliche grübelt mehr und denkt verstärkt an Suizid10
Depressive Jugendliche sind antriebslos, verlieren das Interesse an allem und es kommt zu einem, meist drastischen, Leistungsabfall.
Auch kann es bei Jugendliche zu einer so genannten larvierten Depression11 kommen. Bei dieser Form von Depressionen kommt es zu körperlichen Beschwerden, wie z.B. Kopfschmerzen, Bauchschmerzen etc. Für diese Beschwerden gibt es meist keine Ursache.
Jugendliche laufen Gefahr auch an Bulimie12 und Anorexie13 zu erkranken.
Außerdem neigen Jugendliche dazu, Alkohol oder Drogen zu nehmen, da sie denken, so ihre Probleme lösen zu können. Wenn es so weit kommt, dann befindet sich der Jugendliche in einem Kreislauf, aus dem er sich nicht mehr selber „befreien“ kann.

Depressionen

führen wieder zu Hoffnung auf Lösung durch

Alkohol, Drogen

Überschneidungen mit und Abgrenzungen zu anderen Krankheiten

Man muss Depressionen von verschiedenen Krankheiten abgrenzen. Dies ist manchmal nicht sehr einfach, da die Symptome sich meist stark ähneln. Abzugrenzen sind:
1.Normale, verständliche und nachfühlbare Traurigkeit: Diese tritt meist auf, wenn das Kind eine Trennungserfahrung, wie z.B. den Tod des Haustiers etc., gemacht hat.
2.Teilleistungsschwächen: Leidet ein Kind an Legasthenie14 so kann man den damit zuerst verbundenen Leistungsabfall falsch deuten. Diese Krankheit ist vorher abzuklären.
3.Hyperkinetische Störung: Kinder mit einer hyperkinetischen Störung fallen schon sehr früh durch motorische Unruhe auf. „Sie sind schnell abgelenkt, können sich nicht lange auf eine Sache konzentrieren, bringen angefangene Dinge nicht zu Ende.“15
4.Angstsyndrome und Trennungsängste: Sie sind sehr häufig und treten meist isoliert und unter bestimmten Situationen auf (z.B. Angst vor Gewitter, Dunkelheit usw.). Diese Ängste sind nicht zu verwechseln mit den Ängsten eines depressiven Kindes.

Natürlich kann es auch zu Überschneidungen mit einzelnen Krankheiten kommen. Diese wären:
1.Magersucht: Auch Anorexie genannt. Sie treten meist nach Beginn der Depression auf, d.h. sie sind eine Folge der Depressionen. Meist ist der Übergang fließend. Bei der Magersucht hört der Erkrankte fast komplett mit dem Essen auf, es kommt zu einer extremen Gewichtsreduktion.
2.Bulimie: Auch Ess-Brech-Sucht genannt. Die Bulimie ist auch eine Folge von Depressionen. Meist kommt es nach einer Nichtbeachtung durch einen Elternteil zu einer „Fressattacke“. Im Nachhinein fühlen sich die erkrankten Jugendlichen dann zu dick, sie bekommen Schuldgefühle gegenüber sich selbst und erbrechen dann, meist künstlich ausgelöst, das eben zu sich genommene. Diese Krankheit wird meist zwanghaft und ist genau wie die Magersucht nicht alleine zu bewältigen.
3.Meist überschneiden sich Depressionen auch mit organisch bedingten Krankheiten, wie Diabetes16, Schilddrüsenerkrankungen, Chorea Huntington17usw. Außerdem können Depressionen auch durch einige Antibiotika und die Pille ausgelöst werden.

Ursachen
Depressionen sind grundsätzlich multifaktorielle18 Geschehnisse.
Auslösende Faktoren

Auslösende Faktoren sind meist Schwellensituationen, wie z.B. Kindergarteneintritt, Schulanfang oder Ausbildungsbeginn. Es gibt aber auch die so genannten „Life Events“. Zu diesen zählen Trennungserfahrungen, Umzüge, Geldprobleme der Eltern, Streit mit einer Freundin/ einem Freund, der erste Liebeskummer oder die erste gegengeschlechtliche Trennung. Mobbing in der Schule, Trennung der Eltern19oder Mißhandlungserfahrungen sind die schlimmsten Auslöser.
Biologische, genetische und neurophysiologische Faktoren

In der Theorie der Biologen wird erklärt, dass in der Depression Botenstoffe20 vermindert vorliegen. Es finden sich verminderte Spiegel von Noradrenalin21 und Serotonin22 vor.
Die Genetiker sehen die Depressionsentwicklung in der Vererbung. Laut dieser Theorie soll ein Kind, von dem ein Elternteil depressiv ist, ein größeres Risiko tragen, an einer Depression zu erkranken.
Über die neurophysiologischen Faktoren gibt es noch keine genauen Erkenntnisse, doch man geht davon aus, dass sie in engem Zusammenhang mit den psychologischen Faktoren stehen. Die Neurophysiologie befasst sich mit dem Zusammenspiel der beiden Gehirnhälften. Deswegen gehen Neurophysiologen davon aus, dass hier ein Fehler vorliegt, den man nur sehr schwer erkennen kann.

Psychologische Faktoren

Es gibt verschiedene Theorien, woher eine Depression kommt. Die Psychoanalytik sieht die „Depression als eine Reaktion auf eine Verlust – oder Trennungserfahrung“23. Das heißt, dass die Depression eine Folge von einer gestörten Bindung ist.
Weitere Theorien sind die Verhaltenstheorie, das Selbstkontrollmodell, das Konzept der erlernten Hilflosigkeit und die Triade.
Die Verhaltenstheorie besagt, dass dem Kind positive Verstärkungen wie Lob und Selbstbewertung fehlen. Das Kind fühlt sich von den Bezugspersonen vernachlässigt. Dadurch kann es zu falschen Handlungsweisen des Kindes kommen (kriminelle Handlungen), die nur eine negative Bestärkung bringen. Das Kind ist dann noch frustrierter und steigert sich immer mehr in die Depression.
Das Selbstkontrollmodell sieht einen Mangel in verschiedenen Teilen. Das Kind kann sich meist nicht selbst kontrollieren, d.h. dass es nicht weiß, was richtig ist. Dazu braucht es die Hilfe eines Erwachsenen, diese ist jedoch meist nicht gegeben. Dazu kommt, dass das Kind sich nicht selbst bestärken kann, d.h. das Kind bekommt meist nur negative Verstärkungen, („Das tut man nicht“) und wird so immer weiter in die Depression gedrängt.
Das Konzept der Hilflosigkeit ist ein Kreislauf, der es einem Kind ungeheuer schwer macht wieder ein normales Leben zu führen. Angenommen, das Kind erlebt eine Reihe von Problemen, die es noch nicht alleine lösen kann, so ist es in seiner Hilflosigkeit gefangen. Immer wieder kommen neue Probleme hinzu. Es entsteht eine chronische Hilflosigkeit, die in eine Depression mündet.
Die Triade24 besagt, das ein depressives Kind denkt, alles falsch zu machen. Dies denkt es nicht nur über die Gegenwart, sondern auch über die Vergangenheit und die Zukunft. Depressive Kinder glauben nicht daran, dass ihre eigene Handlung richtig sein kann.

All diese Faktoren, seien es auslösende, biologische, genetische, neurophysiologische oder psychologische, sind keinesfalls Regeln, wann eine Depression auf jeden Fall auftritt. Auch ein Scheidungskind kann ohne eine Depression aufwachsen.

Verlauf

Depressionen von Kindern und Jugendlichen dauern für gewöhnlich nicht so lange wie bei Erwachsenen. Meist sind es sechs bis neun Monate. Es kann jedoch auch eine Dauer von über einem Jahr vorliegen, wenn die Depressionen sehr stark sind. Je älter das Kind wird, desto schneller kann es zu einem Rückfall kommen. Bei Säuglingen und Kleinkindern kann das Risiko über fünf Jahre mitgetragen werden, bei Schulkindern und Jugendlichen sind es zwei Jahre. Wenn eine Person im Kindesalter unter Depressionen litt, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie auch im Erwachsenenalter an einer Depression erkrankt. Es liegt also eine gewisse Kontinuität der Krankheit vor.

Untersuchungen (Diagnostik)

Zu einer Untersuchung gehören verschiedene Teilpunkte, die alle zusammenhängen und berücksichtigt werden müssen.

Gespräch, Beobachtung und Fragebogen

Schwerpunkt der Untersuchung ist die ausführliche Anamnese25. Es wird alles erfragt, was mit dem Kind zu tun hat, Vorerkrankungen, die Geburt, die frühkindliche Entwicklung usw. Dazu kommt, dass einige Fragen über die vorherigen Generationen der Familie gestellt werden, denn es kann ja schon vorher in einer Generation depressive Störungen gegeben haben.
Während des gesamten Gesprächs ist es wichtig das Kind zu beobachten, denn meist merkt man schon an Gesichtsausdruck, Motorik und Verhalten, ob eine Depression vorliegt. Begleitend kann ein Fragebogen gegeben werden, auf dem kindgerecht nach möglichen Symptomen gefragt wird.

Psychologische und körperliche Untersuchung

Um die Gedankenwelt und das genaue Problem eines Kindes oder Jugendlichen zu erkennen, müssen neben dem Gespräch einige Tests durchgeführt werden. Diese sind meist sehr wichtig, da durch diese Tests, seien es psychologische oder neurologische, eine Teilleistungsschwäche und auch eine körperliche Fehlfunktion ausgeschlossen werden können.
Durch psychologische Tests kann z.B. eine Lese- und Rechtschreibschwäche erkannt werden. Dazu werden altersgerechte Rechtschreibtests, wie der „Deutsche Rechtschreibtest“26, genommen. Zusätzlich wird ein Lesetest durchgeführt, indem die Kinder einen bestimmten Text zum Lesen vorgelegt bekommen.
Des Weiteren kann durch eine psychologische Untersuchung eine Rechenschwäche festgestellt werden. Hierzu wird dem Kind oder Jugendlichen ein Test vorgelegt, der seiner Klassenstufe entspricht.
Dazu kommen verschiedene Intelligenztests, bei denen festgestellt wird, ob das Kind oder der Jugendliche über- bzw. unterfordert ist.
Auch eine hyperkinetische Störung kann durch eine psychologische Untersuchung festgestellt werden. Es werden Konzentrationstests durchgeführt. Liegt eine hyperkinetische Störung vor, so ist das Kind oder der Jugendliche unruhig, leicht ablenkbar und hat nicht die gewünschte Ausdauer für die Konzentration.
Außerdem gibt es eine Reihe von Tests, „die über die Befindlichkeit, die Gedanken und Gefühle Auskunft geben können (projektive Testverfahren)“27. Bei dieser Art von Tests geht man davon aus, dass der zu Untersuchende seine Gefühlswelt auf das Material überträgt. Zu diesen Testverfahren gehören der Satzergänzungstest, die zeichnerische Darstellung der Familie als Tiere, der Sceno-Test28 und der thematische Gestaltungstest29.

Um eine körperliche Störung auszuschließen, wird im Anschluss an die psychologischen Tests meist eine körperliche Untersuchung durchgeführt. Hierbei wird festgestellt, ob eine körperliche Fehlfunktion vorliegt, damit sind z.B. starke Kopfschmerzen, eine organische Fehlfunktion usw. gemeint. Sollten diese Untersuchungen ergeben, dass eine körperliche Fehlfunktion vorliegt, so sollten weitere Untersuchungen stattfinden, wie z.B. ein Kernspintomogramm. Des Weiteren sollten die Schilddrüsenfunktion und die Blutwerte untersucht werden.

Behandlung

Die Behandlungsmethoden bei Depressionen sind verschieden. Eine große Vielfalt macht es möglich für jedes Kind die richtige Therapie zu finden.
Wer gibt dem Kind / Jugendlichen Hilfestellung und wie?

Für depressive Kinder und Jugendliche gibt es vor allem zwei wichtige Personen, dies sind meist Mutter und Vater bzw. die Erziehungsberechtigten. Bei der Behandlung von depressiven Kindern und Jugendlichen ist es sehr wichtig, dass die Eltern ihrem Kind auch wirklich helfen wollen.
Lawrence L. Kern stellt in seinem Buch „Hilfen für depressive Kinder“30 die „10 Gebote“ auf, um Eltern genau zu erklären, wie sie sich verhalten sollen. Diese „10 Gebote“ sind:
1.Respektieren Sie Ihr Kind.
2.Vermeiden Sie es, Ihr Kind in peinliche Situationen zu bringen.
3.Zeigen Sie Interesse an Ihrem Kind.
4.Schaffen Sie Situationen, in denen Ihr Kind erfolgreich sein kann
5.Erkennen Sie die Bemühungen Ihres Kindes ebenso an wie seine Erfolge.
6.Heben Sie stets den Lernzuwachs Ihres Kindes hervor.
7.Achten Sie darauf, daß Ihre Erwartungen vernünftig, realistisch und den besonderen Stärken und Schwächen Ihres Kindes angemessen sind.
8.Akzeptieren Sie grundsätzlich die Gefühle Ihres Kindes.
9.Übertragen Sie Ihrem Kind nach Möglichkeit eigenständige Arbeiten.
10.Lassen Sie Ihrem Kind Raum für eigenverantwortliche Entscheidungen und überlassen Sie ihm gelegentlich auch einmal die Führung, damit es Zutrauen in seine eigene Willens- und Urteilskraft gewinnen kann.31

Diese „10 Gebote“ sollten jedoch nicht nur für Eltern von depressiven Kindern gelten, sondern alle Eltern sollten versuchen, ihrem Kind so eine schöne Kindheit zu ermöglichen. Natürlich ist es bei Depressionen meistens sehr wichtig, dass eine ausgebildete Kraft, sprich ein Therapeut, zusätzlich eine Therapie durchführt, um nicht nur dem Kind, sondern auch den Eltern in so einer schweren Zeit eine große Stütze zu sein.

Therapieformen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um eine Depression bei Kindern zu therapieren. Dazu gehören:
1. Spieltherapie: „Die Spieltherapie bietet dem Kind die Möglichkeit, Gefühle und Konflikte, Sorgen und Probleme durch selbstgewählte Spiele „auszuleben“. Die Wahl der Materialien, des Themas und der Spielablauf sind dem Kind überlassen. Der Therapeut fungiert als kompetenter Spielbegleiter.“32
2.Lichttherapie: Bei der Lichttherapie wird eine bestimmte Lampe benutzt, deren Licht in etwa so zusammengesetzt ist wie das Sonnenlicht, jedoch ist ihre Intensität höher als die einer gewöhnlichen Zimmerlampe. Der Patient muss nun ca. 90 cm Abstand von der Lampe nehmen und sich hinsetzen. Nun soll er für ca. zwei Stunden jede Minute zehn Sekunden in die Lampe sehen. Diese Therapie hat den Nutzen, saisonal bedingte Depressionen, die vor allem in der dunklen Jahreszeit auftreten, zu bekämpfen.
3.Wachtherapie: Bei dieser Therapieform muss der Patient die ganze Nacht wach bleiben. Genaue Auswirkungen sind noch nicht bekannt, doch Patienten berichteten, dass sie sich am nächsten Morgen besser gefühlt haben. Diese Therapie muss ein bis zwei mal die Woche durchgeführt werden.
4.Medikamentöse Behandlung: Meist werden ergänzend zu den verschiedenen Therapieformen so genannte Antidepressiva verschrieben. Dies sind meist stimmungsaufhellende Tabletten. Sie wirken krampfentlastend und helfen somit die natürlichen Verspannungen bei einer Depression zu lösen. Ihr Ziel ist es, den Menschen komplett zu entspannen, denn ein entspannter Mensch ist glücklicher als ein verkrampfter.

Familientherapie

Die Familientherapie gehört zu den Psychotherapien. Sie kann nur eingesetzt werden, wenn auch die Eltern fest von ihrem Nutzen überzeugt sind.
Die Ziele der Familientherapie sind die Klärung der Beziehungskonflikte, Änderung der Beziehungsmuster, Aufbau positiver Kommunikation, Entwicklung neuer Beziehungsformen und das Finden von neuen Entwicklungsmöglichkeiten für die Familienmitglieder.
Um diese Ziele zu erreichen, muss der Therapeut die Eltern und auch die Geschwister von der Wichtigkeit dieser Therapie überzeugen.
Überwiegend sind Depressionen, die mit einer Familientherapie behandelt werden, durch innerfamiliäre Probleme entstanden. Oftmals gibt es einen Konflikt zwischen Geschwistern. Dieser Konflikt wird von den Eltern übersehen oder nicht verstanden. Deswegen kommt es immer mehr zum Streit und das Familienmitglied, welches unter Depressionen leidet, fällt in ein „schwarzes Loch“. Dieser Konflikt muss geklärt werden. Auch bei der Klärung dieses Konflikts müssen die Eltern lernen, ihren Kinder Respekt und Verständnis entgegenzubringen. Ohne all dies ist eine Familientherapie nicht möglich.
Oft haben sich depressive Kinder und Jugendliche in der Familie nicht verstanden gefühlt. Ihre Gefühle wurden nicht ernst genommen oder sogar komplett ignoriert. All diese Probleme sollen in langen, ausführlichen Gesprächen geklärt werden. Der Therapeut ist bei dieser Therapieform der Vermittler, er versucht Streitpunkte zu erkennen und diese zusammen mit der Familie zu erforschen. Erst wenn alle Probleme geklärt sind, kann das depressive Kind oder der depressive Jugendliche wieder „normal“ werden. Er wird jegliche depressive Verhaltensweisen ablegen. Passiert es jedoch, dass im Nachhinein alles wieder so wird wie vor der Therapie, dann kann es sehr schnell zu einem Rückfall kommen und dieser muss dann wieder therapiert werden, was sich sehr lange hinziehen kann. Außerdem kann es dann sehr schwer sein, die Probleme, die neu entstanden sind wieder zu beheben.

Wie kann man Kinder und Jugendliche vor depressiven Entwicklungen schützen?

Kinder und Jugendliche brauchen in ihrem Leben viele Hilfen. Probleme können durch wenig Erfahrung meist noch nicht selbständig gelöst werden und es kommt zu Depressionen. Deswegen sollten Eltern wissen, wie sie ihrem Kind helfen können depressive Entwicklungen zu vermeiden.
Zuerst sollte die emotionale Kompetenz gestärkt werden, d.h. dass dem Kind oder Jugendlichen geholfen werden soll, bestimmte Gefühle und Gedanken zu verstehen. Die Eltern sollen versuchen, dem Kind oder Jugendlichen verständlich zu machen, dass Frustrationen, Mißerfolg und Enttäuschungen zum Leben eines jeden gehören.
Weiterhin sollten Eltern darauf achten, dass depressive Entwicklungen sofort im Keim erstickt werden. Das bedeutet für die Eltern, dass sie ihr Kind genau beobachten müssen und bei der kleinsten Veränderung versuchen sollten, ein Gespräch zu beginnen.
Die Familie sollte zusammen versuchen, Stress- und Problembewältigungsstrategien zu finden. Mit diesen wird das Familienzusammenleben einfacher und Konflikte können schneller abgebaut werden.
Außerdem sollte die Familie so genannte „Familientage“ einführen, denn so wird auch das soziale Verhalten der ganzen Familie gestärkt. Die Familie sollte sich untereinander bei der Problembewältigung helfen und es sollte eine Kommunikation in der Familie entstehen. Einer Familie sollte nie der Gesprächsstoff ausgehen, denn wenn das passiert, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Kinder schon beginnen, sich durch dieses Problem unter Druck gesetzt zu fühlen.
Das heißt kurz zusammengefasst:
Eine Familie muss sich untereinander unterhalten können, denn an der Gesprächsatmosphäre kann man am besten Störungen erkennen.
Eltern sollten immer für ihre Kinder da sein. Sie sollten sie trösten, wenn etwas nicht geklappt hat, und sie loben, wenn sie etwas gut gemacht haben, denn kleine Erfolgserlebnisse helfen depressive Entwicklungen zu verhindern.

Anhang

Beobachtungsbogen für Eltern33:

Name des Kindes:__________________________ Alter:_____________
Datum:____________________

Beobachtung: Stärke des Verhaltens:

überhaupt nicht
ein wenig
Häufig
jeden Tag
mehrmals täglich
Das Kind wirkt traurig, niedergeschlagen

Das Kind wirkt hoffnungslos

Das Kind wirkt pessimistisch

Das Kind fühlt sich schuldig, wenn etwas schief läuft

Das Kind ist wütend und leicht reizbar

Das Kind hat ein geringes Selbstwert-gefühl

Das Kind macht andere für eigene Probleme verant-wortlich

Das Kind äußert Selbstmord-gedanken

Das Kind macht Bemerkungen über Selbstmord

Das Kind meint, dass niemand es mag oder liebt

Das Kind lügt

Das Kind wirkt irritiert und durch-einander

Das Kind zeigt kaum Gefühle

Das Kind weint über Kleinigkeiten

Das Kind isoliert sich von Gleich-altrigen und/oder Familie

Das Kind zeigt kein Interesse an Schule

Das Kind zeigt schlechte Schulleistungen

Das Kind gibt schnell auf

Das Kind zeigt sich lustlos

Das Kind beklagt sich über häufige Schmerzen oder Beschwerden

Das Kind wirkt kraftlos, energielos

Das Kind hat Essprobleme

Das Kind hat Kon-zentrations-probleme

Das Kind klagt über Kopf-schmerzen

Das Kind ist oft müde

Das Kind klagt über Bauch-schmerzen

Das Kind klagt, unbeliebt zu sein

Das Kind gibt sich mit geringeren Leistungen zufrieden

Das Kind scheint sich viel Sorgen zu machen

Das Kind leidet unter Einschlaf-störungen

Das Kind kann sich nicht entscheiden

Das Kind ist verschlossen

Das Kind wirkt nervös, unruhig

Das Verhalten und der Gefühls-zustand des Kindes haben sich während der letzten 4 Wochen verändert

Zusätzliche besondere Auffälligkeiten bitte hier notieren:

Beobachtungsbogen für Lehrer34:

Name des Kindes:______________________________ Schule/Klasse:_____________
Alter:___________ Datum:_____________________________

Beobachtungen: Stärke des Verhaltens:

überhaupt nicht
ein wenig
ziemlich stark
sehr stark
Schüler/in zeigt unerwarteten Leistungsabfall

Schüler/in zeigt Interessenverlust gegenüber den Schulfächern

Schüler/in strengt sich nicht mehr wie bisher an

Schüler/in fertigt schulische Arbeiten unordentlich an

Schüler/in legt keinen Wert mehr auf gute Arbeitsergebnis-se

Schüler/in wirkt pessimistisch

Schüler/in gibt schnell auf

Schüler/in klagt über mangelnde Kraft zu arbeiten.

Schüler/in ist aufgeregt

Schüler/in ist sehr unselbst- ständig

Schüler/in stört den Unterricht

Schüler/in zeigt starke Ängste im Leistungsbereich

Schüler/in zeigt Angst gegenüber den Mitschülern

Schüler/in zieht sich sozial zurück

Schüler/in meidet soziale Kontakte

Schüler/in ist in der Klasse unbeliebt

Schüler/in wirkt müde

Schüler/in lügt

Schüler/in klagt über körperliche Beschwerden

Schüler/in kann sich nicht entscheiden

Schüler/in hat Konzentrations- probleme

Schüler/in erwartet Mißerfolg

Schüler/in zeigt nur geringes Selbstwertgefühl

Schüler/in ist gereizt

Schüler/in beklagt sich

Schüler/in wirkt deprimiert/ traurig

Schüler/in fühlt sich schuldig, wenn Dinge nicht klappen

Schüler/in äußert Selbstmord-gedanken

Schüler/in beschäftigt sich mit dem Tod

Schüler/in fühlt sich belastet

Schüler/in klagt über Müdigkeit

Schüler/in ist abwesend

Schüler/in ist im Verhalten verlangsamt

Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen:

Depressionshotline: 0180/ 5 70 70 70 ( dienstags und freitags von 20 – 22 Uhr)
Evangelische Telefonseelsorge: 0800/ 111 0 111 (kostenlos)
Katholische Telefonseelsorge: 0800/ 111 0 222 (kostenlos)
www.telefonseelsorge.de

Berufsverband Deutscher Psychologen e.V. BDP
Bundesgeschäftsstelle
Heilsbachstraße 22
53123 Bonn
0228/ 98 73 10
www.bdp-verband.org

Deutsche Gesellschaft für Kinder – und Jugendpsychiatrie e.V. DGKJ
Hans – Sachs – Gasse 6
35039 Marburg
06421/28 62 58
www.dgkjp.de

Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband e.V. DKSB
Schiffsgraben 29
30159 Hannover
0511/ 3 04 85 – 0
www.dksb.de

www.helpmails.de

Nationale Kontakt – und Informationsstelle zur Anregung und
Unterstützung von Selbsthilfegruppen der Deutschen Arbeitsgemeinschaften
Für Selbsthilfegruppen e.V.
Albrecht – Achilles – Straße 65
10709 Berlin
030/ 8 91 40 19
www.selbsthilfetreff.de

Quellenverzeichnis

Bücher:

1.Schäfer, Ulrike
Depressionen im Kindes- und Jugendalter
Ein kurzer Ratgeber
Verlag Hans Huber
Bern
1999

2.Nevermann, Christiane
Reicher, Hannelore
Depressionen im Kindes- und Jugendalter
Erkennen Verstehen Helfen
Becksche Reihe
München
2001

3.Knaurs Lexikon A-Z
Das Wissen unserer Zeit immer auf dem neuesten Stand
Droemersche Verlagsanstalt
München
1985

Internet:

1. www.netdoktor.de 14.12.2004 15.00Uhr
2. www.wdr.de 14.12.2004 15.15Uhr
3. www.bvda.de 14.12.2004 15.30Uhr
4. www.idw-online.de 14.12.2004 15.48Uhr
5. www.aerztezeitung.de 28.01.2005 18.00Uhr
6. www.uni-duesseldorf.de 28.01.2005 18.10Uhr
7. www.zentrum-rodaun.at 28.01.2005 18.25Uhr
8. www.depression.ch 28.01.2005 18.45Uhr
9. www.bvkj.de 28.01.2005 19.10Uht
10. www.bkjpp.de 28.01.2005 19.30Uhr
11. www.zns-spektrum.com 28.01.2005 19.50Uhr
12. www.psychiatrie-aktuell.de 16.02.2005 16.15Uhr
13. www.psy.uni-muenster.de 16.02.2005 16.30Uhr

Sonstige:

1. Encarta Enzyklopädie 2000 Plus

Rechenoperationen im Dualenzahlensystem

1. Das Zahlensystem

Unser tägliches Leben wird durch Zahlen bestimmt. Das fängt meist schon am Morgen beim Aufstehen an (Uhrzeit), und verfolgt uns den ganzen Tag.
Oder wie sollten wir beispielsweise etwas ohne Mengenangabe einkaufen?
Dafür haben wir unsere Zahlensysteme, sie dienen zur Darstellung von Informationen. Ein bestimmter Mengenbegriff z.b. neunundzwanzig, kann man auf verschiedene Arten darstellen. Um Verwechslungen zu vermeiden, wird die Basis des Zahlensystems als Index angegeben.

2910 = 11012 = 358 = 1D16

Das für uns im Alltag gebräuchliche Zahlensystem ist das Dezimal System ( dezi = zehn) mit der Basis:10 und den Ziffern 0-9
Neben dem Dezimalsystem gibt es noch weitere bekannte Zahlensysteme z.b. das Dualsystem ( dual = zwei ), das Oktalsystem ( oktal = acht ) und das Hexadezimalsystem ( hexadezimal = sechs-zehn ).

1.1 Die Basis

Sie ist die Mathematische Grundlage eines Zahlensystems und gibt uns alle Informationen die wir für dieses Zahlensystem brauchen. (Tabelle 1.1)
- Der Ziffernvorrat (entspricht der Basis) ist die Anzahl der zur Verfügung stehenden Ziffern.
- Die Stellenwerte sind die Potenzwerte der Basis. Der Wert einer Ziffer hängt von der Stelle ab, an der sie innerhalb einer Zahl steht.

Beispiel: zur Berechnung einer Zahl im Dezimalsystem, um die obige Erläuterung zu überprüfen.

1.2 Das Dualsystem ( Binärsystem)

Die Bezeichnung Dual wurde vom lateinischen Zahlenwort Duo = 2 abgeleitet. Das heisst, dass nur zwei Zahlen erforderlich sind, 0 und 1. Auch hier steigen die Potenzen wieder von rechts nach links von Stellen zu Stelle um 1 an.
Die einzelnen Potenzspalten nennt man auch Bit-Stellen.
Mit der durch das Dualsystem gewonnenen Ziffernfolge heißt 10 natürlich nicht < >, sondern < >, weil ihr nicht der Wert 10, sondern der Wert 2 zukommt.
Das Dualsystem hat die Basis: 2 mit den Ziffern 0 und 1(Tabelle1.2)

Beim Dualsystem ist das Prinzip dasselbe, man hat nur einen kleineren Zahlenvorrat.

2. Umrechnen (Konvertieren)

Um von einem Zahlensystem zu einem anderen zu kommen, muss man es umrechnen.

2.1 Dezimalzahlen in Dualzahlen ( ohne Kommastelle)

Beispiel die Dezimalzahl 171 soll umgewandelt werden.
171 :2 =85 Rest 1 Die Umwandlung vom Dezimalsystem in ein
85 :2 =42 Rest 1 Dualsystem erfolgt aus der fortgesetzten
42 :2 =21 Rest 0 Division durch 2, mit Rest. Das heisst, das
21 :2 =10 Rest 1 Ergebnis muss eine natürliche Zahl sein.
10 :2 =5 Rest 0 ↑Leserichtung
5 :2 =2 Rest 1 Den Restwert in der richtigen Reihenfolge
2 :2 =1 Rest 0 aufschreibe. Kein Rest ergibt 0.
1 :2 =1 Rest 1 Ergebnis: 17110 = 101010112

Dezimalzahlen in Dualzahlen ( mit Kommastelle )

Als Beispiel wird die Dezimalzahl 39.6875 in binärer Form darstellen.
1.Umwandlung der natürlichen Zahl 2. Umwandlung des Nachkommastellenanteils
39 :2 =19 Rest 1 0.6875 *2 =1.375 1 abspalten
19 :2 =9 Rest 1 0.375 *2 =0.75 0 abspalten
9 :2 =4 Rest 1↑ 0.75 *2 =1.5 1 abspalten↓
4 :2 =2 Rest 0 0.5 *2 =1 1 abspalten
2 :2 =1 Rest 0
1 :2 =0 Rest 1 ↑↓ = Leserichtung
Ergebnis: 3910 = 1001112 Ergebnis: 0.687510 = 0.10112
Insgesamt: 39.687510 = 100111.10112

2.2 Dualzahlen in Dezimalzahlen

Das Umrechnen vom Dualsystem in das Dezimalsystem geht bedeutend einfacher, man rechnet einfach die Ziffer mal die dazugehörende Potenz. Wenn man dies mit allen Stellen gemacht hat, kann man die Ergebnisse addieren und erhält die der Dualzahl entsprechende Dezimalzahl.
Beispiel:
Vor Komma 1001112 = 1*25 + 0*24 + 0*23 + 1*22 + 1*21 + 1*20
= 32 + 0 + 0 + 4 + 2 + 1 = 3910
Nach Komma 0.10112 = 1*2-1 + 0*2-2 + 1*2-3 + 1*2-4
= 0.5 + 0 + 1/8 + 1/16 = 0.687510 = 39.687510

3. Arithmetik

Analog zu Zahlen im Dezimalsystem lassen sich mit Dualzahlen die gängigen arithmetischen Grundoperationen Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division durchführen. Tatsächlich werden die benötigten Algorithmen sogar einfacher und lasse sich effizient mit logischen Schaltungen elektrisch realisieren. Die Einführung von Dualzahlen in der Rechentechnik brachte daher viele Vorteile.

3.1 Die Addition von Dualzahlen

Das Addieren von Dualerzahlen ist dem Addieren im Dezimalsystem sehr ähnlich. Es wird stellenweise addiert, entsteht ein Übertrag, so geht dieser auf die nächste Stelle.

Die Rechenregeln für die Addition zweier Binärzahlen lauten:

Beispiel ohne Komma: 1410+610 Beispiel mit Komma: 151.87510+27.62510

1410 11102 151.87510 10010111.1112
+610 +1102 +27.62510 + 11011.1012
10 11100 ( Übertrag ) 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1
2010 101002 179.510 10110011.12

3.2 Die Subtraktion und das Zweierkomplement

Für die Subtraktion gibt es zwei Rechenvarianten, die gewöhnliche, die wir auch im Dezimalsystem verwenden und die Subtraktion mit Zweierkomplement.

3.2.1 Subtraktion von Dualzahlen

Man gelangt zur Subtraktion über die Addition, wenn man bei bekannter Summe nach einem Summanden fragt. z.b. 310 + ? = 1010 ↔ 1010 – 310 = ?

Die Rechenregeln für die Subtraktion zweier Binärziffern lauten:

Beispiel ohne Komma: 1310+1110 Beispiel mit Komma: 27.7510-13.510

1310 11012 27.7510 11011.112
- 1110 -10112 -13.510 -1101.12
1 ( Übertrag ) 1 1 1 1
210 00102 14.2510 1110.012

3.2.1 Die Subtraktion mit Komplement

Komplementbildung

Das Komplement ( Stellenkomplement ) einer n- stelligen Zahl ist deren Ergänzung zum nächst grösseren Wert der Potenz. So ist z.B. das Komplement der Dezimalzahl 6 die Dezimalzahl 4, denn die nächst grössere Potenzstelle ist 101 = 10 ( Basis ist 10, die Ziffer 6 ist einstellig), und die Ergänzung von 610 zu 1010 ist 410.
Das Zweierkomplement einer dualen Zahl erhält man durch Bildung des Stellenkomplements und dem Addieren von 1 zum Ergebnis. Stellt man auf diese Weise eine negative Zahl dar, so kann man die Subtraktion in eine Addition umwandeln und wie mit positiven Zahlen rechnen. Das Vorzeichen des Ergebnisses lässt sich dann am MSB ablesen.
( MSB : Most Significant Bit, höchste Stelle der Binärzahl, positiv: MSB = 0, negativ: MSB = 1 )

1.Beispiel einer Subtraktion mit Zweierkomplement: ( 710-410 )

Umrechnen, und auf nächste 710 = 01112
Bit-Stelle mit 0 erweitern 410 = 01002

Stellenkomplement von 410 1011
wird mit 1 addiert +1
Zweierkomplement von 410 1100

710 01112
Zweierkomplement von 410 +11002
Ergebnis positiv, da MSB = 0 00112
↑ = MSB
2.Beispiel ( 1210-1710 )

Umrechnen, und auf nächste 1210 = 0011002
Bit-Stelle mit 0 erweitern 1710 = 0100012

Stellenkomplement von 1710 101110
wird mit 1 addiert +1
Zweierkomplement von 1710 101111

1210 0011002
Zweierkomplement von 1710 +1011112
Zwischenergebnis ( negativ, da MSB = 1 ) 1110112 Achtung!
Stellenkomplement des Zwischenergebnisses 000100
wird mit 1 addiert +1
Ergebnis 0001012
Überarbeitung: 1210 – 1710 = -510  0011002 – 0100012 = -1012
↑=MSB negativ
3.3 Die Multiplikation

Die Multiplikation mehrstelliger Binärenzahlen, wie von der Multiplikation im Dezimalsystem gewohnt, ist die Multiplikation des 1.Faktors mit den einzelnen Stellen des 2.Faktors und stellenrichtig Addition der Zwischenergebnisse.

Die Rechenregeln für die Multiplikation
zweier Binärenzahlen lauten:

1.Beispiel: ( 610* 1310 = 7810) 2.Beispiel: ( 10.510* 5.7510 = 60.37510)
1102 * 11012 1010.12 * 101.112
110 10101
000# 10101
110## 10101
+110### +10101
1 1 ( Übertrag ) 1 1 10 1 10011102 = 7810 1111000112

Nach stellenrichtigem Einfügen des Kommas erhält man das Resultat.
Überarbeitetes Ergebnis 2.Beispiel: 111100.0112 = 60.37510

Verschieben

Wird eine Binärzahl mit einer Zweierpotenz 2n multipliziert, so entspricht dies, gleich einer Multiplikation mit einer Potenz von 10 in Zehnersystem, einer Verschiebung dieser Zahl um n Stellen nach links.

Beispiel: (1210 * 810 = 9610)
11002 * 10002 = 11000002

3.4 Die Division

Auch in der binären Division lassen sich Vergleiche mit dem für uns gewohnten Dezimalsystem finden.
So wird auch im Dualsystem durch das stellenrichtige Subtrahieren des Divisors vom Dividenden das Ergebnis ermittelt.

1.Beispiel: ( 2510 : 510 = 510 ) 2. Beispiel: ( 2010 : 610 = 3.3333..10)
110012 :1012 = 1012 101002 : 1102 = 11.0101. . 2
– 101↓↓ -110↓
0010 1000
– 101↓ -110
101 01000
-101 -110
0 1000
-110
. . . .
Man erhält in diesem Fall also auch in der Binärdarstellung einen unendlich periodischen Bruch.

Die christliche Religion im Mittelalter

1. Einleitung

2. Die Geschichte des Christentums im Mittelalter

3. Bedeutung der Religion/Kirche im Mittelalter

4. Der Aufbau der Kirche im Mittelalter

5. Schulen und Bücher im Mittelalter

6. Pilgerfahrten im Mittelalter

7. Reliquien im Mittelalter

8. Tod und Sterben im Mittelalter

1. Einleitung:

Im Mittelalter war die Religion sehr wichtig. Fast die gesamte Kultur des Mittelalters ist auf die Religion zurück zu führen. Literatur und Schriftlichkeit fand über Jahrhunderte nur in den Klöstern statt. Die Zentren der Kunst waren die Kirchen und es wurde Latein gelehrt als Sprache der Kirche und als Medium für die europäische Bildung. Die Päpste entschieden über Krieg, Frieden, Freiheit oder Verfolgung. Sie errichteten prachtvolle Kirchen und erlangten immer noch mehr Macht, so wurden Juden oder andere Abweichler des christlichen Glaubens verfolgt. Auch der Hexenwahn oder die „heiligen“ Kreuzzüge wurden von der Kirche angestiftet und durchgeführt.

2. Die Geschichte des Christentums im Mittelalter

Die Machtgewinnung der Kirche und des Christentums fing damit an, dass 380 nach Christus das Christentum zur Staatsreligion Roms ernannt wurde. Nicht lange später (391 n. Chr.) wurden alle anderen Kulte verboten. Das Oberhaupt der Christen wurde der römische Kaiser in Konstantinopel, wobei dieser oft Streit mit dem Papst hatte, wegen der Bevormundung Roms durch den Kaiser. So kam es das sich die Kirche löste und nicht mehr von dem Kaiser in Konstantinopel abhängig war. Sie entwickelte sich zur römisch-katholischen Kirche. Nachdem die Germanen in Rom eingefallen waren, blieb nur noch die Kirche übrig die dann auch spätere Kulturen das Christentum übernahmen. Nur die Langobarden bedrängten den Papst. Ein Grundstein der Macht legte die Kirche, durch die „Pippinische Schenkung“. 754 nach Chr. schenkte Pippin II. dem Papst große Besitztümer in Mittelitalien, woraus sich dann der Kirchenstaat entwickelte. Das Frankenreich trat danach die Nachfolge des römischen Reiches an. Als 800 n. Chr. Karl der Große vom Papst zum Kaiser gekrönt wurde, finde Sie an Reichskirchen zu bauen. In diesen Kirchen lebten die Bischöfe, die vom Kaiser ernannt wurden und als Statthalter dem Kaiser beim regieren halfen. Als nach dem Untergang des Karolingerreiches die Königswürde auf den deutschen König Otto I. den Großen über ging sahen die Deutschen sich als oberste Schutzherren der Kirche. Diese bauten das System der Reichskirche noch weiter aus und diese wurde eine große Stütze des Reiches. Nach langer Zeit kamen der Kirche dann Zweifel, ob das gut sei, dass Laien über die Kirche wachten. So forderte der Papst ein Verbot für Laien. Damit wollte er den weltlichen Einfluss des Königs auf die Kirche reduzieren und sie neu ordnen. Der Streit zwischen dem weltlichen Kaiser Heinrich V. und dem Papst Gregor VII. der auch Investiturstreit genannt wird, geht um die Besetzung wichtiger und hoher kirchlicher Ämter. 1075 nach Christus eskalierte dieser Streit dann. Heinrich V. wurde mit dem Kirchenbann belegt. Die Kirche behielt die Oberhand und Heinrich begab sich auf den berühmten „Gang nach Canossa“. 1122 nach Christus wurde dieser Streit durch die Unterzeichnung des „Wormser Konkordat“ beendet. Das Recht der Investitur blieb bei der Kirche, aber der Kaiser durfte Einfluss nehmen im Streitfall, also Einspruch einlegen. Zwischen dem Kaiser Friedrich I. und dem Papst entbrannte wieder die Rivalität, denn der Papst erklärte die Kaiserwürde als Benefizium. Als Heinrich VI. die Tochter von König Roger II. von Sizilien heiratete, fürchtete der Papst die Vereinigung der beiden Reiche. Denn dadurch wäre sein Gebiet ganz vom Reichsgebiet eingekreist gewesen. Als dann Friedrich II. deutscher und sizilianischer König wurde machte der Papst den Verzicht auf Vereinigung als Bedingung für Friedrichs Anerkennung. Nun wurde Friedrich aus der Kirche ausgeschlossen, als er sich gegen den päpstlichen Aufruf zum Kreuzzug verwehrte. Friedrich gewann dann Jerusalem durch diplomatische Verhandlungen und nicht durch Krieg. Dieser Machtkampf endete erst mit dem Tod Friedrichs und dem Ende der Staufischen Dynastie. Im 12. und 13. Jahrhundert war die Kirche auf der Spitze ihrer Macht. Der Papst wurde zum mächtigsten Mann der Welt; beim Aufkommen der Kreuzzüge. Aber nach den gescheiterten Kreuzzügen, dem Tod Friedrich II. und das Ende der Staufischen Dynastie im 13. Jahrhundert war der Papst geschwächt. Die Kirche hatte keinen Schutzherrn mehr, daraufhin verbündete sich der Papst mit dem französischen König, wobei es nach einiger Zeit auch zwischen den beiden zum Machtkampf kam, weil Papst Bonifaz VIII. sich als den obersten Weltherrscher bezeichnete der über allem steht. Nach seinem Tod stand die Kirche unter dem Einfluss Frankreichs und 1309 nach Christus wurde der Sitz des Papsttums dann nach Avignon verlegt, wo er bis 1377 auch blieb. Dort ließen es sich dir Päpste gut gehen, denn sie lebten in Luxus und bauten sich prunkvolle Paläste, was sehr viel Geld verschlang. Nachdem Gregor X. gestorben war, wurden dann zwei Päpste gewählt, in Rom und in Avignon, was zum Bruch der Kirche und auch Europas führte, denn Süditalien, Frankreich, Burgund und die spanischen Staaten erkannten Papst Clemens VII. in Avignon als ihren an, wohin gegen das deutsche Königreich, Portugal, Ungarn und England Papst Urban VI. in Rom als ihren anerkannten. Erst die Kirchenversammlung von Konstanz, dem größten Kongress des gesamten Mittelalters, konnte die Einheit der Kirche wieder herstellen. Das Papsttum als Zentralmacht wurde dann durch das entstehen von vielen Nationalkirchen in den einzelnen Ländern sehr geschwächt. Die Päpste wurden immer weltlicher und den Gläubigern missfiel dies, was zu starker Kritik an ihrem Lebensstil hervorrief, das machte der Reformationsbewegung zusätzlich den Weg frei. Die Kritik an den Kirchen und Päpsten wuchs immer weiter, einige Reformversuche blieben zwecklos. Die Päpste lebten nur noch luxuriöser und gaben ihre geistlichen Aufgaben an Unterbezahlte und nicht richtig ausgebildete Priester weiter. Das Volk war arm und die Kirche machte den Eindruck, dass sie nur das Geld des Volkes wollte und den Einfluss in der Politik. Des Weiteren nahmen es die Kleriker mit der Keuschheit nicht mehr so genau. Es wurden Beichte und Buße immer mehr durch Ablasshandel ersetzt: die Sünder bezahlten für ihre Sünden, um so dem Fegefeuer zu entgehen. Aber der Gipfel war der Ablass für Verstorbene, diese konnten auch von ihren Sünden freigekauft werden. „Wenn das Geld in den Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt“ (Zitat). Durch das Nachlassen der kirchlichen Autorität wurde dem Aberglaube der Weg geöffnet. Wodurch der Hass auf Andersgläubige immer stärker wurde und der Hexenwahn zu voller Größe kam. Vor der Verbrennung der Opfer mussten diese noch vielen Qualen erleiden. Denn sie mussten ein Geständnis ablegen, welches nur durch Folter erzwungen werden konnte. Der berühmte Wittenberger Mönch, Priester und Hochschullehrerschrieb 1517, ein Protestschreiben an seine Vorgesetzten und kritisierte das bestehende Ablasssystem massiv. Der Anlass für diese Proteste war, dass der erst 23-jährige Ibrecht von Brandenburg sofort drei Bischofsämter zugleich bekam und dieser sich die Zustimmung des Papstes erkauft hatte .Das Geld dafür trieb er durch Ablasshandel wieder ein, denn er hatte sich das Geld dafür nur geliehen, also bezahlten die Gläubigen seine Ämter. Luther legte seinem Protestschreiben auch noch 95 Thesen hinzu. Die zur Diskussion an der Universität anregen sollten, aber da die Unzufriedenheit der katholischen Kirche gegenüber schon so groß war, wurden die Thesen mit der noch nicht sehr alten Drucktechnik Gutenbergs vervielfältigt und wurden im ganzen Reich verbreitet. Die Sorge Luthers war, dass man sich nach dem sündigen frei kaufen konnte, er sagte zwar, das Gott dem armen Sünder vergebe, aber man trotzdem nicht sündigen sollte und um in Gottes Reich aufgenommen zu werden, würde kein Geld reichen, sondern nur der Glaube, sowie das Evangelium es offenbart. Dadurch dass der Erzbischof Albrecht sich durch Luthers Thesen angegriffen fühlte, bezeichnet er Luther als Ketzer und zeigte diesen bei dem Papst an. Im Jahr darauf erhob sich der Dominikanerorden, der hauptsächlich für den Ablasshandel zuständig war, um Anklage gegen Luther zu erheben, aber da sich Kurfürst Friedrich III. von Sachsen sich für Luther einsetzte, wurde er erst 1518 in Augsburg von einem Kardinal vernommen, wo er seine Thesen widerrufen sollte, was Luther jedoch nicht tat. Es sollte ihm der Prozess gemacht werden, was sich jedoch durch den Tod von Kaiser Maximilian verzögerte. Der neue Kaiser Karl V. konnte sich erst 1521 um die Vorgänge im Reich kümmern. In dieser Zeit verbreitete er seine Thesen und schuf damit einen neuen Glauben, der alles Römisch-katholische ablehnte, sogar das Papsttum. Er schrieb überwiegend seine Bücher in deutscher Sprache, damit alle sie lesen konnten. 81 Schriften veröffentlichte er insgesamt. Aber als der Prozess doch wieder aufgenommen wurde, verbrannte Luther die Anklageschrift und einige seiner Bücher öffentlich auf einem Scheiterhaufen. Daraufhin wurde der Kirchenbann 1521 über Luther verhängt, damit war er aus der Gemeinschaft der katholischen Christen ausgeschlossen und später bekam er auf dem Wormser Reichstag die Reichsacht durch Kaiser Karl V. Das hieß der Ausschluss aus der Rechtsgemeinschaft mit dem Verlust alles Rechte, aber viele Städte und Fürsten ergriffen Partei für Luther. Als der Kaiser dann Aufstände befürchten musste, verzichtete er auf die Strafe und Luther konnte in seine Heimat zurückkehren. Nun wählten Gemeinden ihre Geistlichen selber und vertrieben somit die katholischen Priester, wobei auch Kirchen und Priestereinrichtungen geplündert wurden. Der Gottesdienst wurde neu geordnet auf dem Evangelium gestützt und das Eheverbot für Priester fiel weg. Luther selbst heiratete eine Nonne. Sowie sich die Reformation sich durch das Volk durchsetzte, setzte sich auch in den höheren Rängen durch. Sie sahen darin einen Machtgewinn. Denn wer die Macht hatte konnte auch die Religion bestimmen, wonach dann viele Gebiete evangelisch wurden, ohne seine Einwohner zu fragen. Luther hatte keine Einwände obwohl sich zuvor für die Glaubensfreiheit einsetzte. Dabei förderte er den neuen Glauben auch durch eine Anzahl neuer Schriften, dabei waren auch der kleine und große Katechismus. Später forderte er auch die Abschaffung von Leibeigenschaft und die Gleichheit der Menschen, aber bei den Bauern führte dies zu Aufständen, die aber von Landesherren vernichtend geschlagen wurden. Luther unterstützte die Bauern, bis diese gewalttätig wurden und seiner Meinung nach das Evangelium benutzten um weltliche Vorteile zu erlangen. Als er dann auf der Seite der Landesherren befand, verdammte er die Bauern öffentlich zum Tode. Dies brachte ihm die Kritik einiger radikaler Reformatoren zu, einer von ihnen war der Pfarrer Thomas Münzer, der aber mit seinem Bauernheer fast genommen und hingerichtet wurde. Die neue Religion setzte sich durch das Augsburger Glaubensbekenntnis im Reich durch und wurde aber auch schnell zu einer radikalen, die keine Abweichler akzeptierte und die Ketzer verbrannte. Auch in katholischen Ländern gab es Aufstände und in Frankreich bekannten sich 20 Prozent der Bevölkerung, den Hugenotten anzugehören, diese wurden dann auch als Ketzer verfolgt, bis sie dann 1598 die Religionsfreiheit erhielten. Als der englische König sich dann von seiner Frau scheiden wollte und der Papst nicht zustimmte, ließ er sich von dem Ranghöchsten geistlichen scheiden, was jedoch zum Ausschluss aus der Kirche durch den Papst zur Folge hatte. Daraufhin erklärte sich Heinrich VIII. selbst zum Oberhaupt der anglikanischen Kirche. Nun war die Spaltung der Christenheit vollständig vollzogen und die katholische Kirche erließ Reformen um sich noch mehr Gläubige zu sichern.

3. Bedeutung der Religion/Kirche im Mittelalter

Die Kirche war nicht nur zentraler Punkt jeden Dorfes oder jeder Stadt. Die Kirche alleine hatte nur die Macht große Bewegungen auszulösen. Sie bestimmt auch den Alltag der Bevölkerung. Es fing schon kurz nach der Geburt an, bei der Taufe, als das Kind in die christliche Gemeinschaft aufgenommen wurde und ging bis zu seinem Tod. Wenn er in der Nähe der Kirche bestattet wurde hatte er viel Geld und das war das Symbol dafür. Die Menschen im Mittelalter waren sehr gläubig. Das kam auch daher, das es viel Aberglauben gab. Die Kirche wollte auch nur Christen und da dies nicht so war, wurden andersgläubige verfolgt. Der Papst war der geistliche Herrscher, neben dem Kaiser, dem weltlichen Herrscher, diese beiden standen auch oft in Konkurrenz zu einander.

4. Der Aufbau der Kirche im Mittelalter

Der Klerus, das Mönchtum und die Laien bildeten die Gliederung der Kirche. Die Mönche und der Klerus hatten die meiste Macht, weil sie die Sakramente verwalteten und dazu da alles was die Menschen an die Welt bindet abzutöten. Der König wurde bei Amtsantritt kirchlich geweiht und bekam das Haupt gesalbt, was zeigt das der König nun ein Mitglied der Kirche. Auch viele andere Äbte und Bischöfe die anfangs nur religiös Macht hatten bekamen nachdem Investiturstreit um 1100 eine Doppelstellung, indem sie gleichzeitig Abt oder Bischof waren, aber auch Fürst und ein staatsartiges Gebilde regierten. Es gab aber auch eine Zwischenform von Mönchtum und Klerus, die Priester- und Klerikerkollegien, die sich zu Stiften zusammen fanden. Wenn man nur gelegentlich etwas miteinander tat und in eigenen Häusern lebte, dann waren es weltliche Stifte. Im 9.-12. Jahrhundert bildeten sich aus der Domkirche, einmal das Domkapital, welches ein weltlicher Stift war und die Bischofskurie, die den Bischof die Möglichkeit bot einen weltlichen Hof zu halten, und dennoch geistliche und weltliche Funktionen zu erfüllen. Zur Bischofskurie gehörte später ab dem 13. Jahrhundert auch der öffentliche Notar, der die Vorschriften des Römischen Rechtes am bischöflichen Hof ausführen musste. Aber die größten Veränderungen fanden im Mönchtum statt. Die Mönche strebten immer wieder „Reformen“ an, man wollte verstärkte Liturgie und mehr Einfluss auf die Laien. Sie wollten durch diesen Einfluss die Christianisierung der Welt durchsetzen. Durch den Einfluss aus Laien, entwickelte sich das Institut der Konversen. Unter Konversen versteht man, dass sich Laien Klostern anschließen, aber ohne sich ganz zu integrieren. Sie nahmen fast das ganze Mönchsleben an, nur sie strebten keinen Weihegrad oder eine Priesterausbildung an. Nun mit den Konversen begann eine Zwischenform von Mönchen und Laien. Im 12. Jahrhundert werden viele neue Orden gegründet, aber auch meldeten sich die Frauen durch eine große Frauenbewegung. Es gab zwar schon lange Frauenklöster, aber nun meldeten sie sich und riefen hervor, dass überall Doppelklöster oder eigenständige Frauenklöster gegründet wurden. Da die Nonnen keine Priesterausbildung machen durften, waren sie so etwas wie die Konversen. Aber es wurden auch Männer mit einbezogen in den Frauenklosteralltag, denn sie waren Messpriester oder Beichtväter. Andere Zwischengruppen zwischen geistlichen und Laien waren die Ritter- und Hospitalorden. Die größte Veränderung waren die Bettlerorden. Diese Orden hatten das Armutsideal, welches höher gestellt war als das Gehorsamsideal. Die Bettelmönche wollten Mönch und Pfarrer in einer Person darstellen, sie durften das aber auch durch den Papst bestätigen lassen und deshalb viele Pfarrfunktionen wie Beichte, Predigt und Begräbnis ausüben. Bei den Laien gab es dann zwei verschiedene Richtungen, wie die Menschen zur Kirche standen. Die eine Gruppe wandte sich von der Kirche ab und die andere wollte zur Kirche gehören. Viele Laien wurden auf religiöse Pilgerfahrt geschickt, weil sie ein schweres Vergehen getan haben. Die Pilgerfahrt war lange die wichtigste Möglichkeit religiöser und kirchlicher Aktivität. Ins Leben der Laien und des Adels trat, dann die Kirche ab dem 12. Jahrhundert besonders ein, durch die Taufe der Kinder oder neugeborenen, die Firmung der Heranwachsenden und die eigentlich unverbindliche Eheeinsegnung, die dann zum Ehesakrament wurde. Auch der Tod und das dazu gehörige Begräbnis gehörten dazu. Dem sterbenden wurde das Sterbesakrament, das aus Beichte, Ölung und Kommunion bestand vorgelegt und nach seinem Tod wurde eine Leichenprozession durch die Kirche vollzogen. Danach kamen die Totenmesse im Kirchenraum und ein Ritus aus Predigt und Gesängen auf dem Friedhof. Somit trat die Kirche, dann an die Stelle der Familien, die bis ins Hochmittelalter die Trauer und das Sterben selber trugen.

5. Schule und Bücher im Mittelalter

Das Christentum war eine Buchreligion, was auch Heiligenfiguren zeigen, wie z.b. die Mutter Gottes mit einem Buch in der Hand. Damit man in den Glauben eindringen konnte musste man mit Büchern umgehen können. An alle Kirchen und Konvente waren Schulen angeschlossen. Die Absichten der Schulen waren verschiedene in Kirchenschulen wurde der Priesternahwuchs gelehrt und an Schulen die am Königshof waren wurde mehr wert auf die Lehre des Urkunden Herstellens gelegt. Die Klosterschulen lehrten Latein, Lesen und Schreiben, damit die Schüler die Bibel und andere religiöse Schriften lesen konnten. Das kirchliche Schulwesen wollte eine Wiedergewinnung des Antiken Unterrichtssystems. Die Wiedergewinnung war nur teilweise, weil die Ziele andere waren als in der Antike. Man nutzte nach der Wiedergewinnung die Schulbücher der Antike für verschiedene Fächer (z.b. für Grammatik, Rhetorik und Dialektik). Zusätzlich zu dem Antiken Lehrsystem musste man noch mit eigenen Lehrbüchern die Lesekunst lernen, weil Latein nicht mehr die alltägliche war. Singen kam auch noch dazu. Der geistliche Unterricht bezog sich meistens auf die Bibel. Bis hin zum 11. Jahrhundert gab es von Kloster- und Domschulen die meisten. In Domschulen war der Unterricht oft nur auf die Einführung der Notwendigkeiten des Priester Dienstes eingestellt. Das kirchliche Schulwesen erlitt im 11. Jahrhundert eine Krise, die von zwei Seiten bewirkt wurde. Einmal wollten die Reformklöster, dass die Schulen nicht verweltlicht wurden, aber die jüngeren Geistlichen sprachen sich dafür aus, dass die Schulen sich weiterentwickelten unter stärkerer Betonung des weltlichen Bildungssystems. Ab dem späten 11. Jahrhundert lehnte dir Kirche die antiken Autoren nicht mehr ab, denn sie lernten sie mit den christlichen Absichten zu vereinen. Die Schulen wurden ab dem 12. Jahrhundert immer mehr zu Vorbereitungsanstalten für die Universität oder Ausbildungsstätten für eine Priesterlaufbahn, auf diesen Ebenen vermehrten sich die Schulen in den Städten in Verbindung mit Klöstern und Pfarrkirchen. Nun konnten auch Laien, die keine kirchliche Laufbahn einschlagen wollten zur Schule gehen. Universitäten bildeten sich aus kirchlichen Schulen. Päpste erkannten sie an, durch Privilegien und wenn man Professor werden wollte, musste man sich vom Bischof oder einem Mitglied des Domkapitals ernennen lassen. An der Entstehung der Universität waren auch Stadt, Staat und studentische Korporationen beteiligt, aber am Studieninhalt merkte man, dass es eine kirchliche Anstalt war. Die wichtigsten Studien die man anfangen konnte an einer Universität war theologische und kirchenrechtliche Studien. Die meisten Studenten lebten in Kollegien manchmal mit Professor, der dann nur für diese Studenten Kurse machte.

6. Pilgerfahrten im Mittelalter

Pilgerfahrten sind eine der wichtigsten Arten der der religiösität im Mittelalter. Alle Menschen im Mittelalter pilgerten mindestens einmal zu einer Pilgerstätte. Ob es Arme, Reiche, Kleriker, Bauern, Könige, Gelehrte, Männer, Frauen oder Kinder waren, alle pilgerten mit. Auch ob es eine ferne oder nahe Pilgerstätte war, war egal. Die Menschen im Mittelalter gingen nicht auf Pilgerfahrt, um sich zu erholen oder sich zu Vergnügen, sondern weil sie sie hofften am Ende der Reise Vergebung ihrer Sünden, Fürsprache der Heiligen zu bekommen oder von einem körperlichen Gebrechens geheilt zu werden. Das Pilgern war anders als die ganzen beruflichen Reisemotive, weil es eine besondere spirituelle Zielsetzung hatte und für Menschen aller Klassen zugänglich war. Bis ins 9. Jahrhundert pilgerte man aus dem Grund „In-der-Fremde-Leben“, das hieß also seine eigentliche Behausung aufgeben und alles Vertraute um einen Heiligen näher zu sein. Später wurde es zum Verlangen die heiligen Orte an denen ein (bestimmter) Heiliger in seinem irdischen Leben gelebt hatte aufzusuchen. Die Pilger legten viele Kilometer zurück, um diese heiligen Stätten zu besuchen. Auch die Reliquienverehrung war nicht unwichtig für die Pilgerfahrten. Oft wurde gepilgert zu Reliquien oder heiligen Leichnamen. Man kann nun die Menschen die pilgerten in drei verschiedene Grundtypen unterscheiden: Pilger wegen ihrer Ergebenheit, Pilgern als Strafe oder Buße und Gruppenpilgerer. Die Pilgerfahrt aus Ergebenheit ist die reinste Form und lässt sich noch mal in Bitt- und Dankpilgerfahrt spalten. Es kursierten viele Wundergeschichten von geheilten, die durch den Besuch der heiligen Stätte geheilt wurden und andere. Das war auch ein Antrieb für kranke und andere Leute, diese Stätte auch zu besuchen und auch geheilt zu werden, wenn sie den heiligen Anbeteten. Viele Wallfahrtskirchen auf den Pilgerwegen, haben dadurch, dass so viele Menschen gepilgert kamen im Mittelalter, Reichtum angehäuft. Einer der berühmtesten Pilgerwege, war der Jakobsweg, der nach Santiago de Compostela führte, dort wurde die Reliquie von dem heiligen Apostel Jakobus verehrt. Die Gegenstände, wegen denen man zu einem Wallfahrtort pilgerte, waren oft Reliquien (-behälter) oder Heiligenfiguren. Auch kam es vor, dass fromme Mönche die Reliquien einfach klauten und über die Wirkung und die Geschichte dieser Reliquie ein Buch schrieb. Das Pilgern gehörte für die Menschen im Mittelalter zu ihrer Religiosität.

7. Reliquien im Mittelalter

Im Mittelalter war die Reliquienverehrung weit verbreitet. Es wurden Knochen, Haare oder andere leibliche Überreste von Heiligen verehrt. Die Reliquien wurden oft in sehr kostbaren Behältnissen oder in goldenen Schreinen präsentiert. Sie waren oft das Zentrum einer Wallfahrtsstätte .Wer viel Geld hatte kaufte sich Reliquien und hoffte auf ihre magische Wirkung .In vielen Kirchen häuften sich diese Gegenstände und die sterblichen Überreste an den Wänden ,in den Nischen und Altären der Kirche .Von den Reliquien versprach man sich übernatürliche Kräfte und Wunderwirkungen. Die Gläubigen versprachen sich durch das berühren, küssen und Verehren der Reliquien Kraft, Schutz, Heilung von Krankheiten, Hilfe in Nöten, Abwehr von Dämonen und den teuflischen Verführern. Zudem dachten viele Menschen, dass sie sich mit dem Erwerb und Besitz von Reliquien Ablassjahre kaufen könnten. Vorräte an Reliquien waren immer vorhanden, als aber im Jahre 1106 beim Stadtmauerbau, in der Nähe der Ursula-Kirche ein römisches Gräberfeld entdeckte, deutete man es als Ruhestätte der heiligen Jungfrauen. Wenn man der Legende folgt war Ursula eine Prinzessin aus Britannien, die mit elftausend ihrer Gefährtinnen den Märtyrertod gestorben sein soll. Diese Legende wurde dann sehr berühmt und nun waren die Reliquien auch sehr begehrt. Die verschiedenen Gebeine wurden mit erfundenen Namen kenntlich gemacht und überall im Abendland in „Ursulabüsten“, die von Kölner Bildschnitzern gestaltet wurden verschickt. Es gab auch einen großen Andrang der Wallfahrer auf diese Reliquienfunde, deswegen wurde es auch nötig einen Neubau der „Kirche der Heiligen Jungfrauen“, wie man früher Ursula nannte. Der Neubau, der etwa 1135-1140 gebaut wurde ist immer noch erhalten, als die heutige Ursulakirche. Im 17. Jahrhundert wurde dann die „Goldene Kammer“ angebaut, wo sehr viele Gebeine sortiert nach Formen an der oberen Wandfläche angebracht sind, aber auch 116 Reliquienbüsten werden dort ehrenvoll präsentiert. Aber auch Köln hat einiges zu bieten. Der Erzbischof Reinald von Dassel brachte die Gebeine der Heiligen Drei Könige nach Köln. Nachdem es Kaiser Friedrich Barbarossa und seinem Reichskanzler Reinald von Dassel gelungen war 1162, die rebellische Stadt Mailand zu erobern und auszuplündern. Bei dieser Aktion fiel ihnen der Sarg mit drei Leichnamen in die Hände, die dann als die drei Heiligen Könige gedeutet wurden. Reinald von Dassel ist dann im Jahre 1164 unter großen Jubel des Volkes in Köln mit den Reliquien der Heiligen drei Könige eingezogen und er wurde ehren- und glanzvoll empfangen, da diese Reliquien zum ewigen Ruhme Deutschlands führen sollten. Von da an pilgerten nicht nur Buß- und Sühnewallfahrer aus dem gesamten Abendland zu den Reliquien, sondern auch die in Aachen gekrönten deutschen Herrscher, weil sie die Heiligen drei Könige als erste Herrscher anerkannten. Die Bedeutung dieser Reliquien war sehr groß, sie wurden fast zu Staatsreliquien erklärt. Der Dreikönigsschrein hat eine Sonderstellung, weil das Bilderprogramm weit über die vorher verbreiteten Reliquienschreine geht. Sein Thema ist die gesamte Heilsgeschichte vom Beginn des Alten Testaments bis zur endzeitlichen Wiederkehr Christi. Die künstlerische Qualität und die Kostbarkeit des Materials machen den Schrein zu einem Hauptwerk der Goldschmiedekunst dieser Zeit. Der Hintergrund dieses ganzen Reliquienkults war das schier unstillbare Bedürfnis nach Hilfe gegen Existenzängste, Seelenqualen und physische Bedrohung.

8. Tod und Sterben im Mittelalter

Es gab drei Stände im Mittealter: die Ritterschaft, die Geistlichen und die Bauern. Es gab verschiedene Arten seine Toten zu bestatten. Man konnte sie neben den Altarreliquien, in der Kirche oder irgendwo verscharren. Aber auch war der Begräbnisaufwand für diese drei Stände unterschiedlich. Viele machten eine große Stiftung und hofften dadurch, dass es ihnen im Jenseits besser geht. Wer jedoch mit einem Bann oder einer kirchlichen Strafe belegt war musste damit rechnen ins Fegefeuer zu kommen oder sofort in die Hölle. Am wichtigsten war die Art auf die man starb für die Menschen im Mittelalter, was auch „Kunst des Sterbens“ genannt wurde. Ein „schöner Tod“ war für die Menschen im Mittelalter langsam zu sterben mit den Sterbesakramenten der Kirche. Ein „schlimmer Tod“ war hingegen, wenn man plötzlich aus dem Leben schied, ohne Sterbesakramente der Kirche. In diesen Fällen wurde ein großer liturgischer Aufwand betrieben, um dem Verstorbenen doch noch einen guten Eintritt ins Jenseits zu verschaffen. Der Tod war ein Teil des Lebens und man erzählte im Mittelalter oft, das Ungläubige (z.b. Heiden, Juden, …) an einem schlimmen Tod sterben würden. Die Sterbequalität war Teil der Lebensqualität im Mittelalter.

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