Das Leben feiern
Was bei einer Bestattung eigentlich nicht gemacht werden soll, ist zu feiern. Und das ist eigentlich schade. Denn das Leben zu feiern ist im Allgemeinen viel schöner, als zu trauern. Freilich braucht man auch einen gewissen Zeitrahmen für seine Trauer. Man hat ja schließlich einen geliebten Menschen für immer verloren. Dennoch sollte man sich vor Augen halten, dass eigentlich das Leben des Verstorbenen viel wichtiger ist, als sein Tod. Warum sollte man also nicht bei den ganzen Feierlichkeiten auch Zeit haben, um an das Leben gebührend zu erinnern? Sicher sollte man in der Trauerhalle keine Discomusik laufen lassen und alle zum Tanzen auffordern. Aber es darf ruhig etwas lustiger zugehen. Man erzählt sich kleine Anekdoten oder erinnert sich an gemeinsame Stunden. Wichtig ist nur, dass man andere daran teilhaben lässt. Gerade in diesen schweren Zeiten, da der Leichnam bestattet wird, braucht man ab und an etwas Gutes. Warum also nicht ein paar Geschichten zum Besten geben? Es wird schnell zum Selbstläufer und alle erzählen aus ihren Erinnerungen. Und eh man sich versieht, wurde aus einer Bestattungszeremonie eine Lebensfeier. Und keiner hat etwas dagegen. Hilft es doch wirklich jedem Menschen besser mit seiner Trauer umzugehen. Denn man erinnert sich Stück für Stück an die guten Zeiten und an lustige Aktionen. Es fällt einem wirklich leichter mit einem guten Gefühl nach Hause zu gehen. Allerdings sollte man sich es wirklich gut überlegen ob man eine Beerdigung auf diese Art und Weise auflockern will. Auf dem Land hat eine Beerdigung noch einen ganz anderen Stellenwert als in der Stadt.
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