Ungefähr 100 km von Tokio entfernt liegt in den japanischen Alpen auf der Insel Honshu der Vulkan Fuji-San, der höchste und sagenumwobenste Berg Japans.
Der Fuji-San ist 3776 m hoch und immer noch aktiv, auch wenn das Ausbruchsrisiko nur sehr gering ist. Zuletzt ist er im Jahre 1707 ausgebrochen und überzog die Ebene um Tokio mit sehr fruchtbarer Vulkanasche und spielt deshalb auch eine wichtige Rolle bei der landwirtschaftlichen Erschließung der Kanto-Ebene. Tokio, noch unter seinem alten Namen Edo, war bis dahin nur ein kleiner Fischerort, der aus dynastischen Gründen 1603 zur japanischen Hauptstadt gemacht wurde.
Im Japanurlaub erreicht man den Fuji-San mit dem „Shinkansen“, dem japanischen Hochgeschwindigkeitszug von Tokio aus in einer halben Stunde. Der traditionellen japanischen Religion, dem „Shintoismus“ gilt der Fuji als heiliger Berg. So war es Frauen bis in die zweite Hälfte des 19.Jahrhunderts nicht erlaubt den Berg überhaupt zu betreten. Erst in der Regierungszeit des Kaisers Mitsuhito ab 1868, der sogenannten Meiji-Zeit, die einige revolutionäre Veränderungen Japans nach sich zog und auf dem Boden des alten Feudalstaates die Grundlagen für eine moderne Großmacht schuf, wurde der Berg frei zugänglich.
Von diesem Recht machen heute ca. 3.000 Menschen im Japanurlaub, in den Monaten Juli und August, denn nur zu dieser Zeit darf der Fuji-San bestiegen werden, täglich Gebrauch. Der Berg wird hauptsächlich nachts bestiegen, da dann die Wahrscheinlichkeit am größten ist, am frühen Morgen vom Gipfel überhaupt etwas zu sehen, da der Fuji-San ansonsten durch eine dicke Nebelwand verhüllt ist.
Der kürzeste Aufstieg dauert viereinhalb Stunden und führt in Regionen, die auch im Hochsommer sehr kalt werden können. Deshalb empfiehlt es sich warme Kleider mit auf den Gipfel zu nehmen. Der Aufstieg an sich ist technisch nicht schwer, denn auf Grund seiner idealen Kegelform steigt er über die gesamte Strecke nur mäßig an.
Auf diesem Aufstieg gibt es zahlreiche Hütten, die bis auf 3.400 m reichen. Viele Bergsteiger, die auf Billig Reisen Japan kennen lernen wollen, werden hier mit Essen und Trinken versorgt. In diesen Hütten kann man eine Pause machen oder die wunderschöne Aussicht genießen.
Der Fuji-San gilt als einer der schönsten Berge der Welt, ja so manchen Japaner als Inbegriff des Berges überhaupt. Kein Wunder, dass er in der japanischen Kunst einen hohen Stellenwert hat. Zahlreiche Bilder zeigen den symmetrischen Vulkankegel und ebenso viele Gedichte widmen sich der mystischen Kraft, die von ihm ausgeht.