Kulinarische Gärten mit Wildpflanzen
Wildpflanzen sind nicht durch den Menschen züchterisch beeinflusst. Sie sind in der freien Natur zu finden, aber man kann sie ebenfalls in Gärten anbauen, um sich das Ernten zu erleichtern. Das Anlegen eines kulinarisch verwendbaren Gartens verbindet das Schöne mit dem Nützlichen. Gerade naturnah gestaltete Gärten ziehen die heimische Tierwelt an, die auf die Früchte angewiesen ist. Davon zeugen Pflanzennamen wie Vogelbeere oder Vogelkirsche.
Ein essbarer Garten, der einen möglichst naturnahen Rahmen um das Haus bietet, ist zudem pflegeleicht. Als Begrenzung eignen sich freiwachsene Hecken aus Kornelkirsche (Cornus mas), Felsenbirne (Amelanchier lamarkii), Schlehe (Prunus spinosa) und Apfelbeere (Aronia melanocarpa). Diese Gehölze sind auch schnittverträglich, so dass man sie nach ein paar Jahren radikal herunter schneiden kann, sollten sie zu groß geworden sein. Ihre Früchte sind zu Säften, Marmaladen und Fruchtweinen zu verarbeiten. Die leckeren Walderdbeeren (Fragaria vesca) sind gut als Unterpflanzung geeignet und bilden mit der Zeit einen dichten Teppich, in dem kaum noch unerwünschte Beikräuter wachsen. Sie sind das typische Naschobst. Auch gut als Bodendecker ist Waldmeister (Gallium odoratum ) geeignet. Man kann nicht nur Bowle aus den Blättern zuberieten, sondern auch Eis, Gebäck oder Limonaden.
Auch Nüsse sollten nicht fehlen, liefern sie doch wertvolle proteinreiche Nahrung im Winter. Wer einen großen Garten bepflanzen kann, hat die Möglichkeit neben Hasel (Corylus avelana) auch Walnuss (Juglans regia) und Edelkastanie (Castanea sativa) zu pflanzen. Zuletzt Genannte werden stattliche Bäume, die an die 20 Meter hoch werden können und dementsprechend viel Platz brauchen.
Blumenrabatten sollten natürlich auch nicht fehlen. Die sonnengelben Blüten des Topinambur (Helianthus tuberosus) und die weißen Blütenschleier des Meerkohls (Crambe maritima) können gut als Leitstauden eingesetzt werden. Topinambur bietet zahlreiche Wurzelknollen, die im Herbst geerntet werden können und wie Kartoffeln zuberietet werden können. Meerkohl ist der Ursprung unserer Kohlpflanzen, wächst staudig und die Blätter ergeben im Frühjahr bis zum Sommer ein köstliches Gemüse. Der Waldgeißbart (Aruncus dioicus) ist eine Waldstaude und möchte im lichten Schatten unter Bäumen stehen. Die jungen Triebe werden knapp unter den Boden abgeschnitten und wie Spargel zubereitet. Auch der Bärlauch (Allium ursinum) ist eine Waldpflanze, braucht ein schattiges Plätzchen und erscheint im Frühjahr. An ihm ist alles essbar, die Blätter, Blüten und Zwiebeln bietet eine kulinatische Spezialität. Hier und da sollten auch Brennnesseln (Urtica dioica) wachsen dürfen, geben sie doch eine gesunden Spinat.
Liebhaber exotischer Pflanzen, die gut mit unseren klimatischen Bedingungen zurecht kommen sei die Erdbirne ( Apios americana) empfohlen. Hierbei handelt es sich um eine Kletterpflanze, die im Sommer wunderschöne orange Blüten hervorbringt und eigroße Knollen an den Wurzeln ausbildet, die im Herbst geerntet werden könenn. Sie ähneln geschmacklich der Süßkartoffel.
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