Wie der Cowboyhut seinen Weg in die amerikanische Gesellschaft fand
Patrik Berger
Eine Rinder – Ranch in Texas geht in einer Staubwolke unter. Die Tiere werden früh morgens auf die Weideflächen getrieben, um sich dort ihre wulstigen Bäuche mit saftigem Gras voll schlagen zu können. Langsam legt sich die Staubwolke wieder und man erkennt eine handvoll Cowboys, die auf ihren Pferden die Rinderherde flankieren und vorwärts treiben. Als Schutz vor dem aufgewirbelten Staub tragen sie Cowboyhüte und über Mund und Nase hochgezogene Halstücher. Deren Markenzeichen, der Westernhut, ist mehr als nur eine Kopfbedeckung.
Seine Ursprünge hat der Cowboyhut in der mexikanischen Vaquero – Kultur, ein Vaquero ist nichts Anderes als ein mexikanischer Cowboy. In dem Zeitraum von 1836 bis 1846 eroberten und besetzten die Vereinigten Staaten von Amerika die damals mexikanischen Gebiete Texas, Nuevo Mexico und Alta California. Deren vormalige Bewohner wurden enteignet und als Arbeiter, hauptsächlich als Rinderhirten, eingestellt. So kamen die Amerikaner erstmals mit dem Westernhut in Berührung und fertigten erste Kopien an. Diese „Old Style Texashüte“ waren aber von schlechter Qualität und einem Sombrero ähnlich: sie hatten eine niedrige und flache Hutkrone, eine sehr breit ausladende Krempe und verloren, da sie sehr weich waren, sehr schnell ihre Form. Im Jahr 1865 gelang es dem Sohn eines Hutmachers aus Philadelphia, John B, Stetson, einen Cowboyhut aus Biberhaarfilz anzufertigen. Dieser war, auf Grund des Materials, Wasser abweisend und leicht und seine Oberfläche hatte einen glänzenden Schimmer. Sein Äußeres war durch eine breite, leicht nach oben verlaufende Krempe und durch drei Einbuchtungen an der Hutkrone geprägt. Ein weiteres Markenzeichen war das Hutband, dass aus Leder, Rips oder Schlangenhaut sein konnte. Manchmal wurde auch das Strumpfband einer Salon – Schönheit oder der Skalp eines Indianers als Band für den Westernhut verwendet.
Heute werden noch immer die sogenannten „Stetsons“ hergestellt. Ein solcher Cowboyhut kostet aber, da das Biberfell selten geworden ist, an die 2000 Dollar.
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